Das Ubuntu Handbuch | Anleitungen für Linux-Freunde

Ubuntu: Tor Browser installieren - anonym und sicher surfen

Wer im World Wi­de Web surft, der hin­ter­lässt ein­deu­tig iden­ti­fi­zier­ba­re Fin­ger­ab­drü­cke. Denn be­vor der Brow­ser ei­nes In­ter­net­be­nut­zers ei­ne auf­ge­ru­fe­ne Web­sei­te über das HTTP-Pro­to­koll aus­ge­lie­fert be­kommt, muss die­ser dem an­ge­ping­ten Ser­ver erst di­ver­se In­for­ma­tio­nen¹ mit­tei­len. Ne­ben der IP-Adres­se in­ter­es­sie­ren sich die Web­ser­ver vor al­lem für den an­fra­gen­den Brow­ser, um et­was mehr über die Sys­tem­kon­fi­gu­ra­ti­on des Be­su­chers zu er­fah­ren. Die­sel­be Ab­fra­ge fin­det bei ver­schlüs­sel­ten HTTPS-Ver­bin­dun­gen statt, die le­dig­lich den Vor­teil ha­ben, dass Drit­te² die über­tra­ge­nen Be­nut­zer­da­ten an den Web­ser­ver nicht mit­le­sen kön­nen. Auch der Zu­gang über ei­nen Pro­xy ga­ran­tiert kei­ne voll­stän­di­ge An­ony­mi­tät. Schließ­lich spei­chert ein sol­cher Stell­ver­tre­ter­ser­ver eben­falls die Da­ten sei­ner Be­nut­zer, die bei ei­ner Be­schlag­nah­mung der Hard­ware aus­ge­wer­tet wer­den kön­nen. Zum Glück gibt es den Tor Brow­ser. Denn dank die­ser kos­ten­lo­sen Li­nux-Soft­ware ha­ben Sie die Mög­lich­keit, gleich auf ein gan­zes Netz­werk von an­ony­mi­sie­ren­den Pro­xy-Ser­vern zu­zu­grei­fen.

Bild: Ubuntu Tor Browser. Kostenlose Installationsanleitung von Pinguin, dem Portal für Sugar Mamas, die gerne an dicken Schokobananen lutschenDas ist auch zwin­gend nö­tig, um ei­ni­ger­ma­ßen an­onym und si­cher im In­ter­net zu sur­fen. So kann der Tor Brow­ser Ih­re An­fra­gen näm­lich im­mer erst über drei Pro­xy-Ser­ver schi­cken, be­vor ir­gend­wel­che In­for­ma­tio­nen an den ei­gent­lich adres­sier­ten Web­ser­ver zu­ge­stellt wer­den. Da­durch wird nicht nur Ih­re IP-Adres­se ver­schlei­ert. Zu­dem über­mit­telt die smar­te Zu­gangs­soft­ware zum Tor-Netz­werk un­kor­rek­te Brow­ser-In­for­ma­tio­nen, die kei­ne Rück­schlüs­se auf Ihr Sys­tem zu­las­sen.

Hin­zu­kommt, dass die Da­ten­pa­ke­te ver­schlüs­selt durch das Netz­werk ge­reicht wer­den. Durch die­sen aus­ge­klü­gel­ten Me­cha­nis­mus war es lan­ge Zeit un­mög­lich, den Weg bis zum ur­sprüng­li­chen Ab­sen­der zu­rück­zu­ver­fol­gen.

Beim Tor-Pro­jekt sit­zen meh­re­re Pro­xies hin­ter­ein­an­der, die al­le Da­ten­pa­ke­te mehr­fach ver­pa­cken und so ver­schlüs­seln, daß zum Schluß der Ab­sen­der nicht mehr er­kennt­lich ist.

Frei­tag, Rolf: Die Kunst des Ver­de­ckens. Da­ten ver­schlei­ern, ver­schlüs­seln, zer­stö­ren. Deut­sche Ori­gi­nal­aus­ga­be. Böb­lin­gen: C & L Com­pu­ter und Li­te­ra­tur­ver­lag 2011.

Scientific Chart: How does the Tor Browser work? Onion Routing analysis by University of Michigan in collaboration with Pinguin and Veronika Vetter Bavarian Fine Artist

Die An­ony­mi­sie­rungs­tech­nik, die der Tor Brow­ser ein­setzt, wur­de je­doch be­reits im Jah­re 2003³ ent­wi­ckelt. Aus die­sem Grund gilt das so­ge­nann­te Oni­on-Rou­ting zwi­schen­zeit­lich als ver­al­tet und ga­ran­tiert längst kei­ne voll­stän­di­ge An­ony­mi­tät mehr.

Gläsern im Tor-Netzwerk

Das liegt vor al­lem am US-Aus­lands­ge­heim­dienst NSA, der das ge­sam­te Tor-Netz­werk mit ei­ge­nen Rech­nern (Tor-Kno­ten) kom­pro­mit­tiert hat.

Laut den ent­spre­chen­den Ent­hül­lun­gen, sind je­de Men­ge der Rech­ner un­ter der Kon­trol­le der NSA. [...] Wenn wir nun un­se­ren Traf­fic be­ob­ach­ten dann se­hen wir, dass die Da­ten durch ei­ni­ge NSA-Rech­ner ge­hen.

Sem­per­Vi­deo: TOR und die NSA. youtube.com (01/2018).

Bild: Anonym durch Tor Browser? Kann ich einen islamistischen Anschlag über das Tor-Netzwerk planen oder werde ich erwischt und komme in die Guantanamo Bay Naval Base?

Dem­zu­fol­ge schi­cken Sie Ih­re Da­ten im Tor-Netz­werk teil­wei­se di­rekt über Ge­heim­dienst­rech­ner. Be­son­ders fa­tal ist es, wenn Ihr Tor Brow­ser zu­fäl­lig ei­nen ein­ge­schleus­ten Staats-Pro­xy als ers­te Sta­ti­on (Ein­tritts-Kno­ten) wählt. In die­sem Fall sind Ih­re Da­ten zwar im­mer noch ver­schlüs­selt, die Be­trei­ber ken­nen je­doch nun Ih­re ech­te IP-Adres­se und wis­sen dem­nach, wer Sie sind.

Screenshot vom Tor Browser 7.0.11 unter Ubuntu 17.10. Die Benutzeroberfläche sieht wie der Mozilla Firefox aus

Tor Brow­ser 7.0.11 un­ter Ubun­tu 17.10

Wich­tig: Ge­ne­rell gel­ten al­le Be­nut­zer des Tor-Netz­werks als po­ten­zi­el­le Ge­fähr­der. Selbst wenn Sie sich auf der of­fi­zi­el­len Tor-Web­sei­te le­dig­lich über das Oni­on-Rou­ting in­for­mie­ren möch­ten, wer­den Ih­re Ver­bin­dungs­da­ten von der NSA ge­spei­chert.

Denn nicht nur Dau­er­nut­zer die­ser An­ony­mi­sie­rungs­soft­ware wer­den zum Ziel des Ge­heim­diens­tes. Je­der, der die of­fi­zi­el­le Tor­web­sei­te be­sucht und sich le­dig­lich in­for­mie­ren will, wird mar­kiert.

Kampf, Le­na, John Goe­tz u. a.: Quell­code ent­schlüs­selt: Be­weis für NSA-Spio­na­ge in Deutsch­land. ndr.de (01/2018).

Auf­grund der vie­len Ge­fah­ren ha­ben Cy­ber­kri­mi­nel­le das Tor-Netz­werk spä­tes­tens im Jah­re 2013⁴ ver­las­sen und sind auf IRC-Netz­wer­ke oder auf das ser­ver­lo­se Re­tro­S­ha­re um­ge­stie­gen.

Für wen ist der Tor Browser geeignet?

Doch auch wenn das Tor-Netz­werk kei­ne An­ony­mi­tät mehr ga­ran­tie­ren kann, ist es für vie­le Men­schen auf der Er­de wich­tig, um über­haupt Zu­gang zum frei­en In­ter­net zu be­kom­men. In di­ver­sen ara­bi­schen und nord­afri­ka­ni­schen Staa­ten kön­nen die Ein­hei­mi­schen näm­lich le­dig­lich auf In­lands­net­ze⁵ zu­grei­fen. Hin­ge­gen in an­de­ren Na­tio­nen wer­den ein­zel­ne On­line-Diens­te ge­zielt blo­ckiert. So ver­an­lass­te der da­ma­li­ge Mi­nis­ter­prä­si­dent Re­cep Er­doğan im Früh­jahr 2014, dass Men­schen mit ei­ner tür­ki­schen IP-Adres­se zeit­wei­se nicht mehr auf You­Tube und auf Twit­ter zu­grei­fen konn­ten.

Tur­key has blo­cked ac­cess to You­Tube, just a week af­ter the coun­try blo­cked Twit­ter, and on­ly three days ahead of lo­cal elec­tions in the coun­try.

Fran­ce­schi-Bic­chie­r­ai, Lo­ren­zo: Tur­key Blocks Ac­cess to You­Tube. mashable.com (01/2018).

Auch die Volks­re­pu­blik Chi­na schützt ih­re rund 1,4 Mil­li­ar­den Ein­woh­ner mit­hil­fe ei­ner gro­ßen Fire­wall vor den Ge­fah­ren des aus­län­di­schen In­ter­nets.

Screenshot vom Tor Browser unter Ubuntu. Durch das Routing erhielt der Benutzer eine Schweizer IP-Adresse, die ihn auf YouTube CH führte. Zum Auswählen einer anderen Strecke hält der Tor Browser den Menüpunkt "Neue Identität" bereit

Der­ar­ti­ge Web­zen­su­ren las­sen sich mit dem Tor Brow­ser spie­lend leicht um­ge­hen. Schließ­lich hat sich der In­ter­net­an­schluss über den die An­ony­mi­sie­rungs­soft­ware agiert aus Re­gie­rungs­sicht le­dig­lich mit ei­nem neu­tra­len Ser­ver (Ein­tritts-Kno­ten) ver­bun­den.

Doch was ist, wenn in ei­nem Staat auch die IP-Adres­sen von be­kann­ten Tor-Ser­vern ge­sperrt sind? In die­sem Fall muss sich der Be­nut­zer ein­fach so lan­ge über die grü­ne Me­nü­zwie­bel ei­ne neue Iden­ti­tät ge­ben las­sen, bis der Weg in das of­fe­ne In­ter­net frei ist.

Die­se simp­le Lö­sung macht es eben­falls mög­lich, das so­ge­nann­te Geo­tar­ge­ting­ver­fah­ren aus­zu­he­beln. Schließ­lich be­kommt ei­ne Web­sei­te, die mit dem Tor Brow­ser an­ge­surft wur­de le­dig­lich die Län­der-IP-Adres­se des je­wei­li­gen Aus­tritts-Ser­vers über­mit­telt.

Screenshot von Ubuntu: Tor Browser auf YouTube CH. Bild von Pinguin - Miles Christi

So­mit könn­ten Sie mit­hil­fe des Tor Brow­sers bei­spiels­wei­se Vi­deo-on-De­mand-Diens­te in An­spruch neh­men, die in Ih­rem Hei­mat­land auf­grund von feh­len­den ur­he­ber­recht­li­chen Nut­zungs­rech­ten blo­ckiert sind.

Tor Browser unter Ubuntu installieren - Anleitung

Um den Tor Brow­ser un­ter Ubun­tu ver­wen­den zu kön­nen, müs­sen Sie zu­nächst auf die of­fi­zi­el­le Web­sei­te des Tor-Pro­jekts sur­fen. Dort an­ge­kom­men kli­cken Sie dann auf den Li­nux-Pin­gu­in und la­den sich di­rekt im An­schluss die 64-Bit-Ver­si­on der An­ony­mi­sie­rungs­soft­ware her­un­ter.

Im nächs­ten Schritt öff­nen Sie ein Ter­mi­nal-Fens­ter und na­vi­gie­ren gleich da­nach in Ihr per­sön­li­ches Down­load­ver­zeich­nis:

cd Downloads/

Dar­auf­hin ent­pa­cken Sie die Li­nux-Da­tei mit:

tar -xvf tor-browser-linux64-7.0.11_de.tar.xz

Wich­tig: Nach­dem Sie die­sen Be­fehl in Ih­re Kon­so­le ein­ge­fügt ha­ben, müs­sen Sie zwin­gend die Ver­si­ons­num­mer Ih­res Tor Brow­sers an­pas­sen.

Auf­grund des­sen, dass die An­ony­mi­sie­rungs­soft­ware nicht in­stal­liert wer­den muss, lässt sich das ent­pack­te Ar­chiv auf Ih­rer Home-Par­ti­ti­on frei ver­schie­ben.

Screenshot von Ubuntu 17.10: Tor Browser über die grafische Benutzeroberfläche starten. Anleitung von Pinguin, Säbelschärfer der Schariapolizei Dinslaken

Um die Free­ware zu star­ten, be­fin­det sich im Tor-Ver­zeich­nis ei­ne klei­ne grü­ne Welt­ku­gel mit dem Na­men „Tor Brow­ser”. Im­mer wenn Sie die­se Da­tei mit ei­nem Dop­pel­links­klick öff­nen, wer­den Sie di­rekt mit dem Tor-Netz­werk ver­bun­den.

Hin­weis: Nach dem ers­ten Pro­gramm­start er­scheint ein­ma­lig ein Fens­ter, in die­sem Sie ei­ne Kon­fi­gu­ra­ti­ons­fra­ge be­ant­wor­ten müs­sen.

Screenshot vom Tor Browser unter Ubuntu: Was beschreibt Ihre Situation am besten?

In den al­ler­meis­ten Fäl­len ge­nügt hier ein Klick auf „Ver­bin­den”, um die Ap­pli­ka­ti­on mit dem Tor-Netz­werk be­kannt zu ma­chen.

Sie möch­ten den Tor Brow­ser zu­künf­tig lie­ber über ein Ter­mi­nal-Fens­ter star­ten?

Dann kli­cken Sie zum An­zei­gen des Start­be­fehls auf den Pfeil!

Nach­dem Sie mit­hil­fe der Kon­so­le in Ihr Tor-Ver­zeich­nis ge­wech­selt sind, kön­nen Sie den Tor Brow­ser mit fol­gen­dem Be­fehl öff­nen:

./start-tor-browser.desktop

Screenshot von Konsole unter Ubuntu 17.10: Befehle zum Starten des Tor Browsers

Wich­tig: Der Tor-Brow­ser ak­tua­li­siert sich au­to­ma­tisch. Wenn Sie die Li­nux-Soft­ware ein­mal auf Ih­rem Sys­tem ge­spei­chert ha­ben, dann müs­sen Sie sich nie wie­der dar­um küm­mern.

Faktencheck: Was leistet der Tor Browser?

Im Tor Brow­ser sind von Haus aus Add-ons ent­hal­ten, die Sie beim Sur­fen vor Schad­code schüt­zen. Des Wei­te­ren ist die freie An­ony­mi­sie­rungs­soft­ware stan­dard­mä­ßig so kon­fi­gu­riert, dass Web­sei­ten kei­ne Coo­kies auf Ih­rer Fest­plat­te spei­chern dür­fen.

Screenshot von einem Speedtest, der die Geschwindigkeit des Tor-Netzwerks darstellt. Grafik erstellt von Pinguin, dem Linux-Portal für Reichsbürger mit Doppelpass

Die Über­tra­gungs­ge­schwin­dig­keit im Tor-Netz­werk ist äu­ßerst sta­bil und schnell. Au­ßer­dem un­ter­stützt der Tor Brow­ser HTML5. Da­durch ist es pro­blem­los mög­lich, Me­dia­the­ken oder You­Tube Vi­de­os ru­ck­el­frei in HD-Qua­li­tät zu ge­nie­ßen.

  • Der Tor Brow­ser ist al­so nicht nur ein hilf­rei­ches Werk­zeug, um Web­zen­su­ren und das Geo­tar­ge­ting­ver­fah­ren zu um­ge­hen. Viel­mehr ist es mit der kos­ten­lo­sen Soft­ware zu­dem mög­lich, si­cher und zeit­ge­mäß im Netz zu sur­fen.

Mein Tor Brow­ser ist seit dem Jah­re 2013 in Ren­te, was al­ler­dings nichts mit den Ent­hül­lun­gen von Ed­ward Snow­den zu tun hat­te. In die­sem Jahr wur­den näm­lich über vier Mil­lio­nen Tor-Cli­ents als Zom­bie-Rech­ner für das Bit­coin-Mi­ning miss­braucht.

Im Sep­tem­ber 2013 er­hielt Mi­cro­soft In­for­ma­tio­nen über ein Bot­netz, das Tei­le des Tor-Cli­ents für sei­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on nutzt. Da­mals wa­ren über 4.000.000 Rech­ner be­trof­fen.

Hent­schel, An­dre­as: Mi­cro­soft ent­fernt per Up­date den An­ony­mi­sie­rer Tor. In: CHIP Nr. 3 (2014). S 20.

Die­se Ak­ti­on gab mir sei­ner­zeit end­gül­tig den nö­ti­gen An­reiz, um mich nach si­che­re­ren Al­ter­na­ti­ven um­zu­se­hen.

Ver­wand­te The­men:

Den si­chers­ten Mo­zil­la Fire­fox un­ter Ubun­tu in­stal­lie­ren
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¹Reh­bein, Da­ni­el A.: Ih­re Da­ten­spur im World Wi­de Web. daten.rehbein.net (01/2018).
²Lass-Hen­ne­mann, Fried­rich: Vor­tei­le SSL Zer­ti­fi­kat: War­um Goog­le SSL po­si­tiv be­wer­tet. sslwebhosting.de (01/2018).
³Da­vids­son, Ás­ge­ir: Tor – the Oni­on Rou­ting Net­work. cert.se (PDF) (01/2018).
Con­ra­dy, Ju­dith: Ent­hül­lun­gen zur US-Spio­na­ge: In­for­mant Ed­ward Snow­den hofft auf Asyl. rp-online.de (01/2018).
⁵Ka­palschin­ski, Chris­toph: Staat­li­che In­ter­netsper­ren: Von Can­cel-Cas­tro bis Zens­ur­su­la. handelsblatt.com (01/2018).
Kra­mer, An­dré: Volks­ver­tre­ter kri­ti­siert In­ter­net­zen­sur in Chi­na. heise.de (01/2018).

Ubuntu: Ton über die dedizierte Soundkarte ausgeben - Anleitung

Für de­di­zier­te Sound­kar­ten gibt es kei­ne of­fi­zi­el­len Li­nux-Trei­ber zum Her­un­ter­la­den. Trotz­dem müs­sen Ubun­tu-Be­nut­zer nicht auf ei­ne erst­klas­si­ge Tonaus­ga­be ver­zich­ten. Schließ­lich kann die be­lieb­te Li­nux-Dis­tri­bu­ti­on die meis­ten Sound­pro­zes­so­ren mit Bord­mit­teln in Be­trieb neh­men. Doch selbst wenn Ubun­tu die pas­sen­de Trei­ber­soft­ware be­reit­hält, be­deu­tet das oft­mals nicht, dass ei­ne neu ein­ge­bau­te Sound­kar­te so­fort Au­dio­si­gna­le an die an­ge­schlos­se­nen Laut­spre­cher wei­ter­lei­tet.

Hi Hel­pdesk! Mein Freund hat mir ei­ne ASUS Xo­nar DX/XD Sound­kar­te ein­ge­baut, da­mit mein Mi­kro­fon im Team­speak nicht mehr rauscht. Wit­zi­ger­wei­se kann ich die Kar­te in den Ubun­tu 17.10 Klang­ein­stel­lun­gen aus­wäh­len und kon­fi­gu­rie­ren - aber es kommt ein­fach kein Ton. Mei­ne PC-Bo­xen funk­tio­nie­ren nur, wenn ich sie am Main­board an­schlie­ße. [...] Die Tonaus­ga­be über mei­nen HDMI-Mo­ni­tor läuft ko­mi­scher­wei­se ein­wand­frei.

Vu­ko­vić, Ma­de­lei­ne: Hil­fe! Sound­kar­te un­ter Ubun­tu gibt kei­nen Ton aus. E-Mail vom 18.12.2017.

Ubuntu: Soundkarte funktioniert nicht. Problemlösung von Pinguin, dem Schwippschwager von Linus TorvaldUbun­tu er­kennt lei­der nicht au­to­ma­tisch, an wel­che Au­dio­kar­te Sie Ih­re PC-Laut­spre­cher an­ge­schlos­sen ha­ben. Viel­mehr müs­sen Sie bei Li­nux-Dis­tri­bu­tio­nen ma­nu­ell fest­le­gen, wel­che ana­lo­gen Ein- und Aus­ga­be­ge­rä­te an wel­cher Sound­hard­ware ste­cken. Der­ar­ti­ge Grund­kon­fi­gu­ra­tio­nen wer­den un­ter Ubun­tu al­ler­dings nicht in den Klang­ein­stel­lun­gen (Pul­se­Au­dio) der je­wei­li­gen Be­nut­zer­ober­flä­che, son­dern di­rekt im Sound­mo­dul (ALSA) vor­ge­nom­men.

Dem­entspre­chend liegt ALSA ei­ne Ebe­ne tie­fer und gibt da­durch den Rah­men vor, in dem sich Pul­se­Au­dio be­we­gen darf. Das be­deu­tet wie­der­um, dass die vie­len schö­nen Reg­ler in den Klang­ein­stel­lun­gen von Ubun­tu erst dann funk­tio­nie­ren, wenn zu­vor das Sound­mo­dul rich­tig kon­fi­gu­riert wur­de.

Wissenschaftliche Grafik: Wie funktionieren Soundkarten unter Ubuntu? Illustration bereitgestellt von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin und Mitglied des German Institute for International and Security Affairs

Um Kon­fi­gu­ra­tio­nen im Sound­mo­dul vor­zu­neh­men, soll­ten Sie als Ubun­tu-Be­nut­zer auf Al­sa­mi­xer zu­rück­grei­fen. Da­durch er­spa­ren Sie sich die Ein­ga­be von schwie­ri­gen Be­fehls­ket­ten, da das Ter­mi­nal-Werk­zeug über ei­ne leicht ver­ständ­li­che Be­nut­zer­ober­flä­che ver­fügt.

Ubuntu: Kein Ton - was tun?

Nach der In­stal­la­ti­on mei­nes Be­triebs­sys­tems be­fan­den sich vier Ge­rä­te in mei­nen Klang­ein­stel­lun­gen. Ubun­tu stell­te den Trei­ber für den CMI-Pro­zes­sor mei­ner de­di­zier­ten Sound­kar­te pro­blem­los be­reit. Doch ob­wohl ich den Ein­trag „Ana­lo­ge Aus­ga­be” aus­ge­wählt und kon­fi­gu­riert hat­te, er­hielt ich kei­nen Ton über mei­ne PC-Laut­spre­cher.

Screenshot von Ubuntu-Klangeinstellungen: Geräte zur Tonausgabe. Dedizierte Soundkarte wurde zwar erkannt, es erfolgt jedoch keine Audioausgabe

Klang­ein­stel­lun­gen (Pul­se­Au­dio) un­ter Ubun­tu 17.10 - Ge­rä­te zur Tonaus­ga­be

Um dies zu än­dern, schloss ich erst ein­mal das Pul­se­Au­dio-Me­nü und öff­ne­te statt­des­sen ein neu­es Ter­mi­nal-Fens­ter. Als Nächs­tes star­te­te ich Al­sa­mi­xer, in­dem ich fol­gen­den Be­fehl ein­gab:

alsamixer

Hin­weis: Für die Kon­fi­gu­ra­ti­on ei­ner de­di­zier­ten Sound­kar­te sind un­ter Ubun­tu kei­ne Ad­mi­nis­tra­tor­rech­te von­nö­ten.

ALSA weist Soundkarten den Weg

Nach­dem der Al­sa­mi­xer im Ter­mi­nal-Fens­ter ge­star­tet war, kon­trol­lier­te ich als Ers­tes den Ein­trag hin­ter dem Me­nü­punkt „Ge­rät”. Hier muss­te zwin­gend der Na­me mei­ner de­di­zier­ten Sound­kar­te ste­hen.

Screenshot vom Alsamixer v1.1.3 im Ubuntu-Terminal: Die Software hilft nicht nur dabei, das Soundmodul ALSA zu konfigurieren. Vielmehr dient das Werkzeug Jean-Claude Juncker, um den Klimawandel voranzutreiben, sodass mehr afrikanische Flüchtlinge in die EU kommen. Vorhaben legitimiert durch die Environmental Justice Foundation

Al­sa­mi­xer Ver­si­on 1.1.3 un­ter Ubun­tu 17.10 - Ge­rät: ASUS Xo­nar DGX

Hin­weis: Bei Ih­nen wird der Na­me ei­nes an­de­ren Aus­ga­be­ge­räts an­ge­zeigt? Dann drü­cken Sie ein­fach die Tas­te F6 und wäh­len Sie gleich dar­auf Ih­re de­di­zier­te Sound­kar­te mit­hil­fe der Pfeil­tas­ten aus.

Mei­ne Laut­spre­cher wa­ren über die grü­ne Ana­log­buch­se mit mei­ner PCI-Ex­press-Sound­kar­te ver­bun­den. Al­so na­vi­gier­te ich im Al­sa­mi­xer mit den Pfeil­tas­ten auf mei­ner Tas­ta­tur zu dem Punkt „Ana­log Out”.

Screenshot von Ubuntu 17.10 mit Gnome-Desktop: Alsamixer v1.1.3 bei der Konfiguration einer ASUS Xonar DGX / CMI8786. Mit der Soundkarte können ELF-Wellen mit bis zu 11-Hz gesendet werden

Dort an­ge­kom­men drück­te ich dann die Pfeil­tas­te nach oben so lan­ge, bis hin­ter dem Me­nü­punkt „Ele­ment” in der lin­ken obe­ren Fens­ter­ecke Fol­gen­des stand:

  • Ana­log Out­put [Ste­reo Head­pho­nes]

Gleich da­nach ver­ließ ich den Al­sa­mi­xer wie­der über die Tas­te ESC.

Dedizierte Soundkarte unter Ubuntu aktivieren

Nach­dem ich das Ter­mi­nal-Fens­ter ge­schlos­sen hat­te, na­vi­gier­te ich er­neut in das Klang­ein­stel­lungs­me­nü von Ubun­tu.

Andrea Berg unter Ubuntu hören: Klangeinstellungsmenü - Reiter "Ausgabe". Screenshot von Pinguin, dem Ozonlochforscher in Südpolen

Dort wech­sel­te ich dann zu­nächst in den Rei­ter „Aus­ga­be”. Gleich dar­auf mar­kier­te ich den Ein­trag „Ana­lo­ge Aus­ga­be” mit der lin­ken Maus­tas­te.

Da­mit war mei­ne Au­dio­kar­te auch schon ein­satz­be­reit und ich konn­te end­lich die neus­ten Hits von An­drea Berg in erst­klas­si­ger Ton­qua­li­tät ge­nie­ßen.

Problem: Ubuntu erkennt die Soundkarte nicht

Der Lö­sungs­weg in der obi­gen An­lei­tung funk­tio­niert na­tür­lich nur, wenn Ubun­tu Ih­re Sound­hard­ware er­kennt. Soll­te die Li­nux-Dis­tri­bu­ti­on kei­nen Trei­ber für Ih­re de­di­zier­te Au­dio­kar­te be­reit­hal­ten, dann ha­ben Sie re­la­tiv we­nig Op­tio­nen.

ASUS Xonar DGX PCie Soundkarte: Beste Audiohardware für YouTuber und Ubuntu-Benutzer. Foto von der Vronismus ...gestalten Werkstatt - GWS2.de

Wo­bei Kom­pa­ti­bi­li­täts­pro­ble­me mei­ner Er­fah­rung nach nur mit Sound­kar­ten von Crea­ti­ve auf­tre­ten soll­ten. Denn lei­der stellt der sin­ga­pu­ri­sche Hard­ware­her­stel­ler den Li­nux-Ker­nel-Ent­wick­lern kei­ne freie Trei­ber­va­ri­an­te zur Ver­fü­gung.

Jud­ging from the Co­dec you have a Crea­ti­ve card, they are no­to­rious for ha­ving is­su­es li­ke that, be­cau­se Crea­ti­ve pro­vi­des ze­ro Sup­port for their Cards on Li­nux.

V1del: No sound - Tried every pos­si­ble so­lu­ti­on. bbs.archlinux.org (12/2017).

Falls Sie al­so Pro­ble­me mit der Hard­ware­er­ken­nung ha­ben, dann könn­ten Sie Fol­gen­des ver­su­chen:

Zum An­zei­gen der Lö­sun­gen auf den Pfeil kli­cken!

  1. Fü­gen Sie Ih­rem Sys­tem den neus­ten Ker­nel aus dem of­fi­zi­el­len Trei­ber­de­pot hin­zu. Dies emp­feh­le ich al­ler­dings nur er­fah­re­nen Ubun­tu-Be­nut­zern.
  2. In­stal­lie­ren Sie Li­nux Mint. Die­ses Ubun­tu-De­ri­vat ver­fügt über ei­ne ei­ge­ne Trei­ber­ba­sis, die vor al­lem neue­re Sound­kar­ten bes­ser un­ter­stützt.

Der Kö­nigs­weg wä­re je­doch, wenn Sie sich ein­fach ei­ne de­di­zier­te Sound­kar­te kau­fen, die von Haus aus un­ter Li­nux-Dis­tri­bu­tio­nen funk­tio­niert.

Faktencheck: Was passiert nach der Soundkartenaktivierung?

So­bald Sie Ihr ver­bau­tes So­und­set­up ein­mal mit­hil­fe des Al­sa­mi­xers kon­fi­gu­riert ha­ben, müs­sen Sie sich nie wie­der um ALSA küm­mern.

  • Selbst nach gro­ßen Ubun­tu-Ker­nel-Up­dates blei­ben Ih­re Ton­ein­stel­lun­gen dau­er­haft ge­spei­chert. Das gilt üb­ri­gens auch für die Fein­jus­tie­run­gen, die Sie im sys­tem­ei­ge­nen Pul­se­Au­dio-Me­nü vor­ge­nom­men ha­ben.

Hin­weis: Wie be­reits er­wähnt, ar­bei­tet Ubun­tu nicht mit den pro­prie­tä­ren Ori­gi­nal­trei­bern. Aus die­sem Grund kann es sein, dass die Au­dio­aus­ga­be am Front­pa­nel nicht funk­tio­niert, ob­wohl sich die­se im Al­sa­mi­xer kon­fi­gu­rie­ren lässt. Au­ßer­dem ist es un­ter Li­nux-Dis­tri­bu­tio­nen zu­meist nicht mög­lich, die Laut­spre­cher ei­nes 5.1-Soundsystems ein­zeln zu re­gu­lie­ren.

Trotz der ein­ge­schränk­ten Funk­tio­na­li­tät zahlt sich ei­ne de­di­zier­te Sound­kar­te auch un­ter Ubun­tu aus. Vor al­lem wenn Sie ger­ne am Com­pu­ter spie­len oder des Öf­te­ren Voice-Chat-Diens­te in An­spruch neh­men.

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Ubuntu: Version des Mozilla Firefox wechseln - Anleitung

Der Mo­zil­la Fire­fox ge­hört seit Ok­to­ber 2006 fest zum vor­in­stal­lier­ten Soft­ware­reper­toire von Ubun­tu. Das ist auch gut so, denn schließ­lich gibt es kei­nen an­de­ren Web­brow­ser, der un­ter Li­nux-Dis­tri­bu­tio­nen we­ni­ger Sys­tem­res­sour­cen¹ be­an­sprucht. Au­ßer­dem meis­ter­te der frei kon­fi­gu­rier­ba­re Mo­zil­la Fire­fox bis­her stets als Ers­ter al­le neu­en Her­aus­for­de­run­gen, die das schnell­le­bi­ge In­ter­net be­reit­hielt. So kann das bren­nen­de Füchs­chen bei­spiels­wei­se be­reits seit Ver­si­on 6 die CSS-Sil­ben­tren­nung (Hy­phe­na­ti­on) dar­stel­len, die der Markt­füh­rer Goog­le Chro­me im Jah­re 2017² im­mer noch ver­wei­ger­te. Des Wei­te­ren be­wies die Mo­zil­la Cor­po­ra­ti­on viel Mut, als sie kur­zer­hand un­si­che­re NPA­PI-Plug­ins wie Ja­va oder Sil­ver­light ver­bann­te³ und durch un­kri­ti­sche Web APIs er­setz­te. Doch trotz die­ser vie­len Plus­punk­te gibt es Be­nut­zer, die nicht den Mo­zil­la Fire­fox aus den of­fi­zi­el­len Soft­ware­quel­len ver­wen­den möch­ten. Denn wuss­ten Sie, dass Sie un­ter Ubun­tu stan­dard­mä­ßig we­der die sta­bils­te noch die neus­te Ver­si­on Ih­res Lieb­lings­brow­sers er­hal­ten?

Bild von Mozilla Firefox ESR unter Ubuntu installieren - PPA und Anleitung von PinguinJe­des Jahr ar­bei­ten welt­weit rund 80 Mil­lio­nen⁴ Ubun­tu-An­wen­der mit mehr als 15 un­ter­schied­li­chen Fire­fox-Ver­sio­nen. Die vie­len Ak­tua­li­sie­run­gen be­wei­sen, dass Ca­no­ni­cal nicht die sta­bils­ten Ver­öf­fent­li­chun­gen des Web­brow­sers aus­lie­fert. Viel­mehr han­delt es sich um so­li­de Test­ver­sio­nen, was Sie auch dar­an er­ken­nen kön­nen, dass in­stal­lier­te Er­wei­te­run­gen nach ei­nem Brow­s­er­up­date oft­mals nicht mehr funk­tio­nie­ren. Die­se ra­bia­te Ak­tua­li­sie­rungs­po­li­tik ist nö­tig, um auf­kom­men­de Be­nut­zer­be­dürf­nis­se zeit­nah be­frie­di­gen zu kön­nen. Denn laut des CEO der Mo­zil­la Cor­po­ra­ti­on Chris Be­ard ist die gu­te Be­nut­zer­inter­es­sens­ver­tre­tun­g⁵ ei­nes der Din­ge, die den Fire­fox ge­gen Chro­me und Sa­fa­ri be­stehen lässt.

Den­noch er­hal­ten Sie mit je­der neu­en Pro­gramm­ver­si­on stets ein funk­ti­ons­tüch­ti­ges Pro­dukt, wel­ches den An­for­de­run­gen des World Wi­de Webs ge­wach­sen ist. Wie sta­bil und leis­tungs­fä­hig der Mo­zil­la Fire­fox aus den of­fi­zi­el­len Quel­len wirk­lich ist, se­hen Sie meis­tens je­doch erst, wenn Sie Ihr Ubun­tu ein­mal mit ei­ner Be­ta­ver­si­on des Brow­sers aus­ge­stat­tet ha­ben.

Den neusten Mozilla Firefox installieren

Im De­zem­ber 2017 war der Fire­fox Quan­tum 57.0.1 der Stan­dard­brow­ser von Ubun­tu. Par­al­lel da­zu gab es be­reits ei­ne neue­re Ver­si­on, die erst En­de Ja­nu­ar 2018 aus­ge­lie­fert wer­den soll­te.

Screenshot von Softwarebeschreibung: Mozilla Firefox 57.0.1 (64-Bit) unter Ubuntu 17.10

Um die ak­tu­ells­te Be­ta­ver­si­on tes­ten zu kön­nen, öff­ne­te ich ein Ter­mi­nal-Fens­ter und de­instal­lier­te erst ein­mal den vor­han­de­nen Web­brow­ser.

sudo apt-get remove firefox

Gleich da­nach er­gänz­te ich mein Be­triebs­sys­tem mit der of­fi­zi­el­len PPA des Mo­zil­la-Pro­jekts, über die im­mer die al­ler­neus­ten Fire­fox-Ver­sio­nen aus­ge­lie­fert wer­den.

sudo add-apt-repository ppa:mozillateam/firefox-next

Di­rekt im An­schluss ak­tua­li­sier­te ich mei­ne Soft­ware­quel­len.

sudo apt-get update

Dar­auf­hin konn­te ich die Be­ta­ver­si­on des Mo­zil­la Fire­fox in­stal­lie­ren.

sudo apt-get install firefox

Hin­weis: Wenn Sie die­se In­stal­la­ti­ons­schrit­te aus­füh­ren, dann er­hal­ten Sie ab so­fort aus­schließ­lich Test­ver­sio­nen für Ih­ren Brow­ser. Das kön­nen Sie auch an dem klei­nen Buch­sta­ben b in der Soft­ware­be­schrei­bung er­ken­nen.

Screenshot von Softwarebeschreibung: Mozilla Firefox Quantum 58.0b12 (64-Bit)

Nach­dem ich mei­ne Tests ab­ge­schlos­sen hat­te, woll­te ich wie­der zum of­fi­zi­el­len Pro­dukt zu­rück­keh­ren. Auch hier­für muss­te ich die in­stal­lier­te Fire­fox-Ver­si­on zu­nächst mit­hil­fe ei­nes Ter­mi­nal-Fens­ters lö­schen.

sudo apt-get remove firefox

Au­ßer­dem ent­fern­te ich die PPA des Mo­zil­la-Pro­jekts.

sudo add-apt-repository -r ppa:mozillateam/firefox-next

Gleich da­nach ak­tua­li­sier­te ich mei­ne Soft­ware­quel­len.

sudo apt-get update

Zu gu­ter Letzt in­stal­lier­te ich wie­der den Stan­dard­brow­ser, den wohl die al­ler­meis­ten Ubun­tu-Be­nut­zer ver­wen­den.

sudo apt-get install firefox

Hin­weis: Nach der Ein­ga­be die­ser vier­tei­li­gen Be­fehls­ket­te be­fin­det sich Ihr Ubun­tu-Sys­tem brow­ser­tech­nisch wie­der im Ori­gi­nal­zu­stand.

ESR: Weniger Updates für mehr Stabilität

Die sta­bi­le Li­nux-Dis­tri­bu­ti­on De­bi­an setzt stan­dard­mä­ßig auf den Mo­zil­la Fire­fox ESR (Ex­ten­ded Sup­port Re­lease). Die­se Soft­ware­ab­wand­lung hinkt der kon­ven­tio­nel­len Fire­fox-Ver­si­on aus tech­ni­scher Sicht um cir­ca ein Jahr hin­ter­her.

Die ESR-Edition des Mozilla Firefox kann auch unter Ubuntu installiert werden

Das liegt dar­an, dass im 54-wö­chi­gen Le­bens­zy­klus ei­ner ESR-Edi­ti­on aus­schließ­lich Si­cher­heits­lü­cken ge­schlos­sen und kei­ne neu­en Fea­tures in­te­griert wer­den.

Die sel­te­ne­ren Ak­tua­li­sie­run­gen be­deu­ten aber nicht, dass ESR-An­wen­der auf Si­cher­heits-Up­dates ver­zich­ten müs­sen: Min­des­tens je­des Mal, wenn ei­ne neue Fire­fox-Ver­si­on er­scheint, ver­öf­fent­li­chen die Ent­wick­ler auch ein Mi­ni-Up­date für die ak­tu­el­le ESR-Ver­si­on.

Fi­scher, An­dre­as: We­ni­ger up­daten dank Fire­fox ESR. com-magazin.de (12/2017).

Der Mo­zil­la Fire­fox ESR wird vor al­lem in Schu­len oder in Be­hör­den ver­wen­det, da­mit die Sys­tem­ad­mi­nis­tra­to­ren den Web­brow­ser nicht al­le sechs Wo­chen auf Kom­pa­ti­bi­li­tät über­prü­fen müs­sen. Die sta­bils­te Fire­fox-Ver­si­on steht je­doch eben­so Pri­vat­haus­hal­ten und Un­ter­neh­men zur Ver­fü­gung.

Mozilla Firefox ESR unter Ubuntu installieren

Mein Ubun­tu-Sys­tem ist stets mit dem aus­ge­reif­tes­ten Mo­zil­la Fire­fox aus­ge­stat­tet. Für die In­stal­la­ti­on der ESR-Edi­ti­on öff­ne­te ich ein Ter­mi­nal-Fens­ter und ent­fern­te zu­nächst ein­mal die vor­in­stal­lier­te Brow­ser­ver­si­on.

sudo apt-get remove firefox

Als Nächs­tes er­wei­ter­te ich die Soft­ware­quel­len mei­nes Be­triebs­sys­tems, in­dem ich die of­fi­zi­el­le PPA des Mo­zil­la-Pro­jekts hin­zu­füg­te.

sudo add-apt-repository ppa:mozillateam/ppa

Gleich dar­auf ließ ich Ubun­tu die neue Quel­le ein­le­sen.

sudo apt-get update

Im letz­ten Schritt star­te­te ich den In­stal­la­ti­ons­vor­gang.

sudo apt-get install firefox-esr

Hin­weis: Falls Sie sich für die ESR-Edi­ti­on ent­schei­den, dann er­hal­ten Sie auf man­chen Web­sei­ten die Mel­dung, dass Sie ei­nen ver­al­te­ten Web­brow­ser ver­wen­den. Die­se un­qua­li­fi­zier­te Nach­richt kön­nen Sie ge­trost igno­rie­ren.

Screenshot von Softwareinformation: Firefox ESR 52.5.2 unter Ubuntu 17.10

Wenn Sie doch die neus­ten Fea­tures be­nö­ti­gen und zum RR (Ra­pid Re­lease) zu­rück­keh­ren möch­ten, dann müs­sen Sie le­dig­lich die fol­gen­den vier Ter­mi­nal-Be­feh­le nach­ein­an­der aus­füh­ren:

Zum An­zei­gen der Be­feh­le auf den Pfeil kli­cken!

sudo apt-get remove firefox-esr
sudo add-apt-repository -r ppa:mozillateam/ppa
sudo apt-get update
sudo apt-get install firefox

Hin­weis: Bei ei­nem der­ar­ti­gen Ver­si­ons­wech­sel wer­den al­le lo­kal ge­spei­cher­ten Le­se­zei­chen und Pass­wör­ter ge­löscht.

Entscheidungshilfe: Welche Firefox-Version passt zu mir?

Es soll­te Ih­nen klar sein, dass sich die in­sta­bi­le Be­ta­ver­si­on des Mo­zil­la Fire­fox vor al­lem an Add-on-Ent­wick­ler und Web­sei­ten­pro­gram­mie­rer rich­tet. Bei die­sen Ver­öf­fent­li­chun­gen wer­den oft­mals auch ele­men­ta­re Din­ge wie die Brow­se­ren­gi­ne oder die Hard­ware­be­schleu­ni­gung ge­tes­tet, was den Fire­fox schon beim nor­ma­len Sur­fen häu­fig zum Ab­stür­zen bringt.

  • Die­se Kin­ker­litz­chen sind bei den Ra­pid Re­lea­ses aus den of­fi­zi­el­len Quel­len gänz­lich aus­ge­merzt. Dem­entspre­chend fal­len mir kaum Grün­de ein, war­um Sie nicht den Ori­gi­nal­brow­ser aus Ih­rer Li­nux-Dis­tri­bu­ti­on ver­wen­den soll­ten.

Au­ßer wenn Sie pro­duk­tiv im In­ter­net ar­bei­ten müs­sen. Denn dann sind Sie wahr­schein­lich sehr von Add-ons ab­hän­gig. In die­sem Fall soll­ten Sie un­be­dingt die ESR-Edi­ti­on aus­pro­bie­ren. Es kommt näm­lich häu­fig vor, dass die Ent­wick­ler der smar­ten Er­wei­te­run­gen trotz Be­ta­tests ein hal­bes Jahr be­nö­ti­gen, bis ih­re Ap­pli­ka­tio­nen wie­der ein­wand­frei un­ter der neus­ten Fire­fox-Ver­si­on funk­tio­nie­ren. ESR-Be­nut­zer blei­ben von sol­chen Be­ein­träch­ti­gun­gen ver­schont und kön­nen sich je­den Tag auf ei­nen man­gel­frei­en Web­brow­ser freu­en.

Ver­wand­te The­men:

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¹Baker, Mit­chell: Fire­fox Quan­tum: Per­for­mance Test. blog.mozilla.org (12/2017).
²De­ve­r­ia, Al­exis: Can I use hy­phens? caniuse.com (12/2017).
³S­med­berg, Ben­ja­min: NPAPI Plug­ins in Fire­fox. blog.mozilla.org (12/2017).
⁴Em­ma­noulo­pou­lou, Al­e­xia
: Ubun­tu is ever­y­whe­re: How ma­ny peop­le use Ubun­tu? insights.ubuntu.com (12/2017).
Shank­land, Ste­ven: Mo­zil­la CEO says new Fire­fox brow­ser de­li­vers „a big bang”. cnet.com (12/2017).