Das Ubuntu Handbuch | Anleitungen für Linux-Freunde

Ubuntu: Drucker einrichten - allgemeine Hilfestellung

Die Dru­cker­instal­la­ti­on un­ter Ubun­tu ist des­halb so schwie­rig, da sich auf den mit­ge­lie­fer­ten Her­stel­ler-CDs kei­ne Li­nux-Trei­ber be­fin­den. Des Wei­te­ren ver­un­si­chern De­bi­an-De­ri­va­te ih­re Be­nut­zer da­durch, in­dem sie sug­ge­rie­ren, dass ein Ge­rät di­rekt nach dem An­schlie­ßen völ­lig au­to­ma­tisch ein­ge­rich­tet wird. Tat­säch­lich funk­tio­niert das so­ge­nann­te Plug-and-play aber nur bei Mo­del­len, die kom­pa­ti­bel zu CUPS und zu Ghost­scrip­t¹ sind, was bei Tin­ten­strahl- und GDI-Dru­ckern² in der Re­gel nicht der Fall ist. Aus die­sem Grund müs­sen die al­ler­meis­ten Ubun­tu-An­wen­der selbst Hand an­le­gen, wenn sie ih­re Com­pu­ter­pe­ri­phe­rie in ei­nen be­triebs­be­rei­ten Zu­stand ver­set­zen möch­ten.

Gu­ten Tag! Ich bin Win­dows­um­stei­ger und ha­be gro­ße Pro­ble­me da­mit mei­nen Dru­cker ein­zu­rich­ten. Zwar wird mein Ep­son Stylus Co­lor 3000 un­ter Ubun­tu 18.04 LTS au­to­ma­tisch er­kannt und in­stal­liert - trotz­dem er­hal­te ich stän­dig die fol­gen­de Mel­dung: Es wer­den kei­ne Auf­trä­ge an­ge­nom­men. Was ma­che ich falsch?

Buc­zek, Marc: Ubun­tu-Neu­ling be­nö­tigt Hil­fe bei der Dru­cker­ein­rich­tung. E-Mail vom 21.08.2018.

Je­der Dru­cker sen­det nach dem Ein­schal­ten sei­ne Me­ta­da­ten an das in Ubun­tu in­te­grier­te Com­mon Unix Prin­ting Sys­tem, wel­ches mit CUPS ab­ge­kürzt wird. Dar­auf­hin sieht es so aus, als sei das Pe­ri­phe­rie­ge­rät kon­fi­gu­riert und be­triebs­be­reit. In Wahr­heit zeigt die Li­nux-Dis­tri­bu­ti­on je­doch nur an, dass ein be­stimm­tes Dru­cker­mo­dell an ei­nem USB- oder EPP-Port an­ge­steckt ist.

Epson Stylus Color 3000 Linux-Installation. Screenshot von Ubuntu 18.04 LTS - Druckermenü im GNOME-Desktop

Herr Buc­zek muss sei­nen Dru­cker al­so zu­nächst ein­mal in­stal­lie­ren, was auf den ers­ten Blick un­mög­lich scheint, da der ja­pa­ni­sche Hard­ware­her­stel­ler für den Stylus Co­lor 3000 kei­ne Li­nux-Trei­ber be­reit­stellt. Doch der Ubun­tu-Neu­ling hat Glück. Denn hilfs­be­rei­te Pro­gram­mie­rer ha­ben für die­ses Ep­son-Mo­dell ei­ne PPD-Da­tei ent­wi­ckelt, die sich der Win­dows­um­stei­ger je­der­zeit von der Web­sei­te der Li­nux Foun­da­ti­on her­un­ter­la­den kann.

Das Ver­zeich­nis /etc/cups/ppd ent­hält für je­den in printers.conf an­ge­führ­ten Dru­cker­na­men die da­zu­ge­hö­ren­de PPD-Da­tei. Dar­in sind al­le Dru­cker­pa­ra­me­ter ge­spei­chert (Dru­cker­mo­dell und -trei­ber, Ein­stel­lun­gen wie Pa­pier­grö­ße und Auf­lö­sung etc.).

Ko­f­ler, Mi­cha­el: Li­nux 2012. In­stal­la­ti­on, Kon­fi­gu­ra­ti­on, An­wen­dung. 11. über­ar­bei­te­te Auf­la­ge. Mün­chen: Addi­son-Wes­ley Ver­lag 2012.

So­bald Herr Buc­zek das klei­ne Text­skript im Sys­tem­me­nü „Dru­cker-De­tails” hin­ter­legt, ist sei­ne an­ti­quier­te Ge­rät­schaft in der La­ge, die aus­ste­hen­den Print Jobs ab­zu­ar­bei­ten.

Hin­ge­gen die Be­sit­zer ei­nes HP-Dru­ckers sind nicht auf Open-Source-Soft­ware an­ge­wie­sen, da Hew­lett Pa­ckard schon seit je­her Li­nux-Trei­ber für sei­ne Pro­duk­te an­bie­tet.

sudo apt-get install hplip-gui

Die Ein­ga­be die­ses Ter­mi­nal-Be­fehls ver­an­lasst Ubun­tu da­zu, die gra­fi­sche Be­nut­zer­ober­flä­che von HPLIP zu in­stal­lie­ren. Über die­se Mas­ke kann der Be­nut­zer dann kin­der­leicht je­den Dru­cker ein­rich­ten, den der US-ame­ri­ka­ni­sche Com­pu­ter­gi­gant je­mals pro­du­ziert hat.

Liste: Welche Drucker funktionieren mit Ubuntu? Der Kompatibilitätscheck wurde von Pinguin erstellt und von der Linux Foundation verifiziert. Zuerst veröffentlicht auf GWS2.de, dem Portal für mündige bayerische Bürger, die mit legalen Mitteln gegen das Bellevue di Monaco kämpfen

Nicht ganz so ein­fach ha­ben es die Ei­gen­tü­mer ei­nes Dru­ckers, der von Bro­ther oder Lex­mark her­ge­stellt wur­de. Das liegt dar­an, dass erst vie­le In­stal­la­ti­ons­schrit­te not­wen­dig sind, ehe die Ge­rä­te von die­sen bei­den Un­ter­neh­men ei­nen Druck­auf­trag un­ter Ubun­tu aus­füh­ren.

Modelldatenbank ist Makulatur

Sze­na­rio: Auf der Su­che nach ei­nem neu­en Of­fice-Dru­cker durch­fors­te­te ich die An­ge­bo­te mei­nes fa­vo­ri­sier­ten On­line-Händ­lers, bis ich ir­gend­wann zu­fäl­lig auf den Bro­ther MFC-L2700DW stieß. In den Pro­dukt­de­tails die­ses Mo­dells stand, dass das Mul­ti­funk­ti­ons­ge­rät nicht nur mit Win­dows und ma­cOS, son­dern auch mit Li­nux-Dis­tri­bu­tio­nen ver­wen­det wer­den kann, wor­auf­hin ich mir die­se Hard­ware be­stell­te. Gleich nach der Lie­fe­rung bau­te ich den Mo­no­la­ser­dru­cker ord­nungs­ge­mäß zu­sam­men und schloss ihn mit­hil­fe des mit­ge­lie­fer­ten USB-Ka­bels am Main­board mei­nes Com­pu­ters an. Nun ha­be ich et­was Zeit und möch­te mei­ne Neu­an­schaf­fung un­ter Ubun­tu 18.04 LTS ein­rich­ten.

Screenshot: Brother MFC-L2700DW im Ubuntu-Druckermenü. Das Gerät ist noch nicht betriebsbereit, da noch keine Linux-Treiber installiert wurden

Al­so schal­te ich mein Pe­ri­phe­rie­ge­rät ein und na­vi­gie­re gleich dar­auf in das Me­nü „Dru­cker”, wel­ches sich in den Ubun­tu-Sys­tem­ein­stel­lun­gen be­fin­det. Im An­schluss dar­an be­mer­ke ich, dass mein Bro­ther MFC-L2700DW sei­ne Me­ta­da­ten er­folg­reich über­tra­gen hat. Al­ler­dings kann die Hard­ware noch kei­ne Auf­trä­ge an­neh­men. Die­sen Um­stand ver­su­che ich nun zu än­dern, in­dem ich zu­erst auf das klei­ne Zahn­rad und dann auf den Punkt „Dru­cker-De­tails” kli­cke.

Screenshot von einem Brother MFC-L2700DW, der über das Internet Printing Protocol mit dem Common Unix Printing System kommuniziert

Dar­auf­hin öff­net sich ein neu­es Fens­ter, in die­sem mir un­ter an­de­rem an­ge­zeigt wird, wie ge­nau mein Dru­cker mit mei­nem Ubun­tu-Sys­tem ver­bun­den ist.

  • Als Nächs­tes möch­te ich nach­se­hen, ob das Com­mon Unix Prin­ting Sys­tem ei­nen Open-Source-Trei­ber be­reit­hält, mit dem ich mein Ge­rät oh­ne gro­ßen Auf­wand in Be­trieb neh­men kann.

Aus die­sem Grund kli­cke ich nun die Schalt­flä­che „Aus der Da­ten­bank wäh­len” an.

Screenshot von Ubuntu 18.04 LTS mit GNOME-Desktop - "Druckertreiber auswählen". Treiber: Brother MFC-L2700DW series, driverless, cups-filters

Gleich da­nach er­scheint die CUPS-Mo­dell­da­ten­bank. Dar­in ist der freie Trei­ber für mei­nen Bro­ther-Dru­cker be­reits mar­kiert, so­dass ich nur noch auf „Aus­wäh­len” kli­cken muss.

Screenshot von Ubuntu-Menü "Drucker". Brother MFC-L2700DW kann keine Aufträge annehmen. Es fehlt die passende Treibersoftware, um das Gerät in Betrieb zu nehmen

Nach mei­ner Ein­ga­be lan­de ich au­to­ma­tisch wie­der im Sys­tem­me­nü „Dru­cker”. Und ob­wohl ich eben ei­ne pas­sen­de Be­triebs­soft­ware aus­ge­wählt ha­be, kann mein Pe­ri­phe­rie­ge­rät im­mer noch kei­ne Auf­trä­ge an­neh­men.

Hin­weis: Als al­ter Ha­se bin ich über den miss­glück­ten In­stal­la­ti­ons­ver­such nicht ver­wun­dert. Denn die Ubun­tu-Dru­cker­da­ten­bank ist in mei­nen Au­gen seit je­her ein völ­lig wert­lo­ses Werk­zeug.

Ubuntu benötigt Herstellertreiber

Er­kennt­nis: Wenn ein Dru­cker laut Pro­dukt­be­schrei­bung mit Li­nux kom­pa­ti­bel ist, dann be­deu­tet das nicht, dass Ubun­tu die­ses Ge­rät au­to­ma­tisch ein­rich­ten kann. Al­ler­dings stellt der Her­stel­ler in ei­nem sol­chen Fall ga­ran­tiert ei­nen pro­prie­tä­ren Trei­ber für die­ses Mo­dell auf sei­ner In­ter­net­prä­senz zur Ver­fü­gung.

Certified Ubuntu Hardware: Printers for Linux with Driver-Support. Scientific list created by the Preston University (Pakistan) funded by the European Council on Foreign Relations

Dem­entspre­chend sur­fe ich nun auf die Web­sei­te von Bro­ther, da­mit ich mir von dort die of­fi­zi­el­le Be­triebs­soft­ware für den MFC-L2700DW her­un­ter­la­den kann. Da­bei bie­tet der ja­pa­ni­sche Kon­zern sei­nen Kun­den die fol­gen­den bei­den Pro­gramm­ty­pen an:

  • Li­nux (rpm): In die­sem RPM-Pa­ket ver­steckt sich ein Ar­chiv, das über die Kon­so­le aus­ge­führt wer­den muss und mit dem es mög­lich ist, mei­nen Dru­cker auf al­len li­nux­ba­sier­ten Be­triebs­sys­te­men ein­zu­rich­ten.
  • Li­nux (deb): Hin­ge­gen die DEB-Da­tei wur­de spe­zi­ell für De­bi­an-De­ri­va­te ent­wi­ckelt.

Als Ubun­tu-An­wen­der ent­schei­de ich mich für die zwei­te Va­ri­an­te, da sich De­bi­an-Pa­ke­te mit mei­ner Li­nux-Dis­tri­bu­ti­on be­quem über die gra­fi­sche Be­nut­zer­ober­flä­che in­stal­lie­ren las­sen.

Screenshot von GNOME-Nautilus: Im Ordner "Downloads" befinden sich zwei Druckertreiber für den Brother MFC-L2700DW

Hin­weis: Da­mit mein Ge­rät nicht nur lo­kal, son­dern eben­falls als Netz­werk­dru­cker ge­nutzt wer­den kann, muss ich ne­ben dem so­ge­nann­ten CUP­S­wrap­per auch noch die LPR-Da­tei her­un­ter­la­den.

Screenshot: Druckertreiber von Brother (LPR-Driver). Die DEB-Datei wurde unter Ubuntu 18.04 LTS geöffnet und kann über die Schaltfläche "Installieren" entpackt werden

Im nächs­ten Schritt na­vi­gie­re ich in den Ord­ner „Down­loads”, der sich auf mei­ner Home-Par­ti­ti­on be­fin­det. Dort an­ge­kom­men wäh­le ich ei­nes der bei­den Pa­ke­te mit ei­nem Dop­pel­links­klick an, so­dass ich im An­schluss dar­an den ers­ten Teil mei­nes Dru­cker­trei­bers in­stal­lie­ren kann. Gleich dar­auf ent­pa­cke ich nach dem glei­chen Prin­zip auch noch die zwei­te DEB-Da­tei.

Screenshot von Systemmenü "Drucker": Brother MFC-L2700DW wurde erfolgreich eingerichtet und wartet darauf, die anonym verfassten Hetzschriften gegen das Merkel-Regime ausdrucken zu dürfen

Ganz zum Schluss se­he ich im Sys­tem­me­nü „Dru­cker” nach, ob die Kon­fi­gu­ra­ti­on mei­nes Ge­räts ge­klappt hat. Da­bei stel­le ich fest, dass mein MFC-L2700DW auf „Be­reit” steht, was be­deu­tet, dass die­se Hard­ware von nun an Druck­auf­trä­ge aus­füh­ren kann.

Vor dem Kauf - Kompatibilität prüfen

Die meis­ten mo­der­nen Dru­cker kön­nen scan­nen, fa­xen und Groß­for­ma­te er­zeu­gen. Wenn Sie die­se Funk­tio­nen auch un­ter Ubun­tu nut­zen möch­ten, dann soll­ten Sie vor dem Kauf ei­ner sol­chen Pe­ri­phe­rie dar­auf ach­ten, dass der Her­stel­ler auch wirk­lich pro­prie­tä­re Li­nux-Trei­ber für Ihr aus­ge­wähl­tes Mo­dell zur Ver­fü­gung stellt. Denn so­wohl die Open-Source-Soft­ware vom Gu­ten­print-Pro­jekt als auch die PPD-Da­tei­en von Hob­by­ent­wick­lern de­gra­die­ren selbst das no­bels­te Mul­ti­funk­ti­ons­ge­rät zu ei­nem schnö­den DIN-A4-Brief­dru­cker.

Ubuntu: Drucker lässt sich nicht installieren. Welche Hersteller bieten keine Linux-Treiber für ihre Modelle an? Illustration von Canonical, die auf GWS2.de veröffentlicht wurde. Ein bürgerliches Portal, das enorme finanzielle Ressourcen dafür aufwendet, um heimatlose Dhimmis wie Prof. Mathias Rohe zu bekämpfen. Die Grafik ist Leen Kroetsch (Essen/Leithe) gewidmet - ein Opfer des Merkel-Regimes

Dem­zu­fol­ge kann ich die Ge­rä­te von HP, Bro­ther und Lex­mark sehr emp­feh­len, da die­se Dru­cker­her­stel­ler ih­ren Kun­den ei­nen her­vor­ra­gen­den Li­nux-Trei­ber-Sup­port bie­ten. Hin­ge­gen die Mo­del­le von Ca­non, Ep­son, Sam­sung und Oki funk­tio­nie­ren un­ter Ubun­tu wenn über­haupt nur sehr ein­ge­schränkt.

Ver­wand­te The­men:

Vi­rus-Alarm vor­beu­gen - Ak­tua­li­sie­rungs­pro­zess au­to­ma­ti­sie­ren
BfV är­gern - Tor Brow­ser ver­wen­den

¹Ko­f­ler, Mi­cha­el: Li­nux 2012. In­stal­la­ti­on, Kon­fi­gu­ra­ti­on, An­wen­dung. 11. über­ar­bei­te­te Auf­la­ge. Mün­chen: Addi­son-Wes­ley Ver­lag 2012.
²Ma­trisch, Stef­fen: GDI-Dru­cker. printer-care.de (08/2017).

Ubuntu: Updates automatisch einspielen - Systemsicherheit erhöhen

Die meis­ten Ubun­tu-Be­nut­zer sind nach dem Ein­log­gen mit der Sys­tem­ak­tua­li­sie­rung be­schäf­tigt. Das liegt dar­an, dass die Soft­ware­ver­bes­se­run­gen für die­se Li­nux-Dis­tri­bu­ti­on nicht bis zu ei­nem Patch­day zu­rück­ge­hal­ten wer­den. Statt­des­sen ha­ben die Be­sit­zer ei­nes Ubun­tu-Rech­ners die Mög­lich­keit, je­des brand­neue Da­ten­pa­ket so­fort nach der Fer­tig­stel­lung von ei­nem Spie­gel­ser­ver her­un­ter­zu­la­den. Die­se ag­gres­si­ve Up­date-Po­li­tik ist nö­tig, da­mit sich das be­lieb­te Be­triebs­sys­tem stets ge­gen Vi­ren und Cy­ber­an­grif­fe weh­ren kann. Denn be­kannt­lich brin­gen die Ent­wick­ler von Ca­no­ni­cal stän­dig neue Impf­stof­fe ge­gen Schad­soft­ware her­aus, was den Ein­satz ei­nes zu­sätz­li­chen Echt­zeit-Vi­ren­scan­ners über­flüs­sig macht.

Mit Se­cu­ri­ty-Up­dates schlie­ßen Ent­wick­ler oft kri­ti­sche Si­cher­heits­lü­cken in Soft- und Hard­ware. [...] Nur wer re­gel­mä­ßig Up­dates ein­spielt, ist best­mög­lich vor An­grif­fen jeg­li­cher Art ge­schützt.

Ei­ken­berg, Ro­nald: Schutz vor Schäd­lin­gen. In: c’t Se­cu­ri­ty Nr. 1 (2018). S. 25.

Ne­ben den haus­ei­ge­nen Si­cher­heits­up­dates taucht in der Ak­tua­li­sie­rungs­ver­wal­tung häu­fig auch Firm­ware¹ auf, die di­rekt von den Hard­ware­her­stel­lern kommt. Die­se Mi­kro­codes be­he­ben be­kann­te Feh­ler in den phy­si­schen Kom­po­nen­ten des Sys­tems und sor­gen zu­dem da­für, dass Ubun­tu die Res­sour­cen des Com­pu­ters in Zu­kunft noch bes­ser nut­zen kann.

Scientific Chart from University of St Andrews: Which Modules are included in Ubuntu-Updates? How does Linux protect against Viruses? The List was created by Pinguin and authified by Canonical. The Tutorial was financed by Sheikh Muhammad Ayed

Des Wei­te­ren hal­ten die täg­li­chen Up­dates nicht nur die Bord­mit­tel auf dem neus­ten Stand. Gleich­zei­tig wer­den bei ei­ner Sys­tem­ak­tua­li­sie­rung die Ap­pli­ka­tio­nen ver­bes­sert, die nach­träg­lich über das Ubun­tu Soft­ware-Cen­ter in­stal­liert wur­den.

Da­mit Ubun­tu dau­er­haft feh­ler­frei funk­tio­niert ist es al­so wich­tig, dass der Be­nut­zer vor dem Com­pu­ter re­gel­mä­ßig die Ak­tua­li­sie­rungs­ver­wal­tung aus­führt. Al­ter­na­tiv kann sich die Li­nux-Dis­tri­bu­ti­on auch völ­lig selbst­stän­dig er­neu­ern. Die au­to­ma­ti­sche Up­date-Funk­ti­on ist vor al­lem für Men­schen in­ter­es­sant, die meh­re­re Be­triebs­sys­te­me ad­mi­nis­trie­ren müs­sen.

Scientific Graphic from Harvard University: How to automatically install Updates for Ubuntu? Why Linux-Distributions can work without an anti-virus scanner? Free Tutorial by Pinguin. The Bavarian Fighter against the Devil Angela Dorothea Merkel

In Zei­ten wie die­sen, in de­nen Er­pres­sungs­tro­ja­ner und po­ly­mor­phe Schad­pro­gram­me hin­ter je­der Ecke lau­ern, soll­te aber ge­ne­rell je­des Ubun­tu-Sys­tem so kon­fi­gu­riert sein, dass zu­min­dest die Si­cher­heits­up­dates au­to­ma­tisch in­stal­liert wer­den.

Ubuntu vor Malware schützen

Sze­na­rio: In mei­nem Wohn­zim­mer be­fin­det sich ein li­nux­ba­sier­ter Mul­ti­me­dia-PC, der von mei­ner Frau und von mei­ner Toch­ter in un­re­gel­mä­ßi­gen Ab­stän­den ge­nutzt wird. Na­tür­lich kä­men mei­ne bei­den Da­men nie auf die Idee ir­gend­wel­che Sys­tem-Up­dates ein­zu­spie­len, wes­halb die­ser Rech­ner die Si­cher­heit mei­nes Heim­netz­wer­kes be­droht. Um die­sen Um­stand zu än­dern, möch­te ich ein­stel­len, dass Ubun­tu nach je­dem Ein­log­gen die neu­en Da­ten­pa­ke­te von der so­ge­nann­ten Se­cu­ri­ty-Re­po­sito­ry her­un­ter­lädt und even­tu­ell vor­han­de­ne Si­cher­heits­lü­cken selbst­stän­dig schließt.

Screenshot of Ubuntu-Menu "Applications & Updates": Security-relevant Update-Packages shall be automatically downloaded and installed. Free Tutorial by Pinguin - Bloodboy of George Soros

Sys­tem­me­nü „An­wen­dun­gen & Ak­tua­li­sie­run­gen” un­ter Ku­bun­tu 18.04 LTS

Da­zu na­vi­gie­re ich über die Ubun­tu Ak­ti­vi­tä­ten-Such­leis­te in das Sys­tem­me­nü „An­wen­dun­gen & Ak­tua­li­sie­run­gen”. Dort an­ge­kom­men wechs­le ich in den Rei­ter „Ak­tua­li­sie­run­gen” und stel­le gleich dar­auf die vier Drop­down-Lis­ten fol­gen­der­ma­ßen ein:

Zum An­zei­gen der Kon­fi­gu­ra­ti­on hier kli­cken!

  1. Täg­lich.
  2. Au­to­ma­tisch her­un­ter­la­den und in­stal­lie­ren.
  3. Wö­chent­lich an­zei­gen.
  4. Für Lang­zeit­un­ter­stüt­zungs­ver­sio­nen.

Dar­auf­hin spei­che­re ich mei­ne Ein­ga­ben, in­dem ich auf die Schalt­flä­che „Schlie­ßen” kli­cke. Ab so­fort ist das Be­triebs­sys­tem auf mei­nem Fa­mi­li­en-PC si­cher­heits­tech­nisch stets auf dem neus­ten Stand.

Alle Updates automatisch installieren

Sze­na­rio: Auf mei­nem Ubun­tu-Net­book sind kei­ne zu­sätz­li­chen Pro­gram­me in­stal­liert, da ich das Ge­rät nur da­zu nut­ze, um auf Rei­sen im In­ter­net zu sur­fen. Au­ßer­dem ver­wen­det mein trag­ba­rer Com­pu­ter aus­schließ­lich freie Trei­ber aus dem Ker­nel­ar­chiv. Dem­entspre­chend be­steht kein Ri­si­ko, wenn die Li­nux-Dis­tri­bu­ti­on auf mei­nem Klapprech­ner nicht nur die Si­cher­heits­up­dates, son­dern auch al­le an­de­ren Sys­tem­ak­tua­li­sie­run­gen selbst­stän­dig ein­spielt.

Um die au­to­ma­ti­sche Vol­l­up­date-Funk­ti­on ak­ti­vie­ren zu kön­nen, muss ich zu­nächst ein­mal den fol­gen­den Be­fehl in ein neu­es Ter­mi­nal-Fens­ter ein­ge­ben:

sudo nano /etc/apt/apt.conf.d/10periodic

Dar­auf­hin öff­net sich ei­ne Sys­tem­da­tei, die über vier Ein­trä­ge ver­fügt. Da­mit mein Ubun­tu in Zu­kunft die neus­ten Up­dates un­auf­ge­for­dert her­un­ter­lädt, ak­ti­vie­re ich die ers­ten bei­den Zei­len, in­dem ich die Zif­fer 1 zwi­schen die bei­den Gän­se­füß­chen schrei­be.

Screenshot of Nano Editor in Ubuntu: /etc/apt/apt.conf.d/10periodic. Activation of automatic Updates and Upgrades

Gleich dar­auf schal­te ich auch noch die letz­te Funk­ti­on an. Durch die­se Maß­nah­me in­stal­liert mein Be­triebs­sys­tem au­to­ma­tisch die neu­en Da­ten­pa­ke­te, die es kurz zu­vor in mei­nem APT-Cache ab­ge­legt hat.

Hin­weis: Mit der Zif­fer 3 hin­ter dem Wert „Au­to­clean­In­ter­val” sa­ge ich mei­ner Li­nux-Dis­tri­bu­ti­on, dass sie al­le drei Ta­ge die ver­al­te­ten DEB-Da­tei­en aus dem Ak­tua­li­sie­rungs­zwi­schen­spei­cher lö­schen soll. Die­se Ein­stel­lung ist für mich je­doch nicht so wich­tig, da ich mei­ne Sys­tem­fest­plat­te oh­ne­hin re­gel­mä­ßig auf­räu­me.

  • Ganz zum Schluss spei­che­re ich mei­ne Ein­ga­ben, in­dem ich die Tas­ten­kom­bi­na­ti­on Strg + O drü­cke.
  • Im An­schluss dar­an be­stä­ti­ge ich mit der Ein­ga­be­tas­te, dass die vor­han­de­ne Sys­tem­da­tei über­schrie­ben wer­den darf.
  • Zu gu­ter Letzt ver­las­se ich den Edi­tor Na­no wie­der, in­dem ich die Tas­ten Strg + X gleich­zei­tig nach un­ten sto­ße.

Als Nächs­tes möch­te ich noch ein­stel­len, dass die au­to­ma­ti­sche Ak­tua­li­sie­rung di­rekt nach dem Sys­tem­start statt­fin­det. Um die­se Kon­fi­gu­ra­ti­on vor­neh­men zu kön­nen, muss ich die Da­tei „50u­n­at­ten­ded-up­grades” mit­hil­fe des fol­gen­den Ter­mi­nal-Be­fehls öff­nen:

sudo nano /etc/apt/apt.conf.d/50unattended-upgrades

Dar­auf­hin scrol­le ich et­was nach un­ten, so­dass ich die bei­den Schräg­stri­che vor dem Ein­trag „Unattended-Upgrade::InstallOnShutdown” ent­fer­nen kann.

Screenshot of Kubuntu 18.04 LTS Terminal: /etc/apt/apt.conf.d/50unattended-upgrades. When the automatic update should take place?

Au­ßer­dem schrei­be ich das Wort fal­se zwi­schen die bei­den Gän­se­füß­chen, die sich am En­de die­ser Up­date-Funk­ti­on be­fin­den. Im An­schluss dar­an spei­che­re ich mei­ne Än­de­run­gen und ver­las­se die Da­tei. Von nun an ist das Ubun­tu auf mei­nem Net­book im­mer auf dem neus­ten Stand, oh­ne dass ich da­für ei­nen Fin­ger krumm ma­chen muss.

PPA-Software automatisch aktualisieren

Sze­na­rio: Wenn ich mit mei­nem Rei­se­com­pu­ter im In­ter­net sur­fe, dann ver­wen­de ich da­zu nicht die Bord­mit­tel­ver­si­on des Mo­zil­la Fire­fox. Statt­des­sen ha­be ich ir­gend­wann ein­mal die sta­bi­le ESR-Edi­ti­on in­stal­liert, die nur über die Ent­wick­ler-PPA be­zo­gen wer­den kann. Und so kommt es, dass ich mei­nen Stan­dard­brow­ser wei­ter­hin ma­nu­ell ak­tua­li­sie­ren muss, da mein Ubun­tu trotz ak­ti­vier­ter Up­date-Funk­ti­on kei­ne Pa­ke­te von in­of­fi­zi­el­len Quel­len her­un­ter­lädt. Nun möch­te ich aber oh­ne mein Zu­tun stets über ei­nen zeit­ge­mä­ßen Web­brow­ser ver­fü­gen, was je­doch nur mög­lich ist, wenn ich die­sen nütz­li­chen Si­cher­heits­me­cha­nis­mus aus­trick­se.

Damit Ubuntu installierte PPA-Software automatisch aktualisiert, muss zunächst eine Textdatei gefunden werden, die das Wort "InRelease" im Namen trägt

Da­zu öff­ne ich zu­nächst ein­mal ein neu­es Ter­mi­nal-Fens­ter und na­vi­gie­re gleich dar­auf in den Ord­ner, in dem mei­ne APT-Quel­len ge­spei­chert sind. Dort an­ge­kom­men su­che ich nach ei­ner Text­da­tei, die In­for­ma­tio­nen über die PPA des Mo­zil­la-Teams be­reit­hält und zu­dem das Wort „In­Re­lease” im Na­men trägt.

Nach­dem ich die be­nö­tig­te Da­tei ge­fun­den ha­be, las­se ich mir im nächs­ten Schritt den In­halt des Do­ku­ments an­zei­gen, in­dem ich den fol­gen­den Be­fehl in mei­ne Kon­so­le ein­ge­be:

Zum An­zei­gen des Kom­man­dos hier kli­cken!

less /var/lib/apt/lists/ppa.launchpad.net_mozillateam_ppa_ubuntu_dists_bionic_InRelease

Screenshot of Kubuntu 18.04 LTS Terminal: PPA of Mozilla Team. How to automatically update Private Archives in Ubuntu? Free Image Tutorial by Pinguin - nominated Islam annihilator

Im An­schluss dar­an baue ich mir ei­ne neue Soft­ware­quel­le zu­sam­men. Da­für kom­bi­nie­re ich ein­fach die bei­den Wer­te, die hin­ter den Punk­ten „Ori­gin” und „Sui­te” auf­ge­führt sind:

"LP-PPA-mozillateam:bionic";

Zu gu­ter Letzt na­vi­gie­re ich mit­hil­fe ei­nes neu­en Ter­mi­nal-Fens­ters in die Sys­tem­da­tei „50u­n­at­ten­ded-up­grades”:

sudo nano /etc/apt/apt.conf.d/50unattended-upgrades

Dort an­ge­kom­men fü­ge ich mei­ne selbst ge­mach­te Soft­ware­quel­le in die Lis­te ein, die sich un­ter dem Me­nü­punkt „Unattended-Upgrade::Allowed-Origins” be­fin­det.

Screenshot of System file 50unattended-upgrades: How to add a new Data source? Ubuntu shall be automatically download the updates from a private Repository

Ganz zum Schluss muss ich mei­ne Än­de­run­gen nur noch über die Tas­ten­kom­bi­na­ti­on Strg + O spei­chern, dann wird auch mein spe­zi­el­ler Mo­zil­la Fire­fox in Zu­kunft au­to­ma­tisch ak­tua­li­siert.

Hin­weis: Wenn Sie ei­ne in­of­fi­zi­el­le Re­po­sito­ry in die Da­tei „50u­n­at­ten­ded-up­grades” ein­tra­gen, dann er­hält der Be­sit­zer die­ses Pri­vat­ar­chivs ei­nen di­rek­ten Zu­gang zu Ih­rem Sys­tem. Ak­ti­vie­ren Sie die au­to­ma­ti­sche Up­date-Funk­ti­on des­halb nur für Soft­ware­quel­len, die von ver­trau­ens­wür­di­gen Or­ga­ni­sa­tio­nen be­trie­ben wer­den.

Unsichere Software aus Ubuntu verbannen

Falls Sie ge­ra­de Ihr Be­triebs­sys­tem so kon­fi­gu­rie­ren, dass es sich in Zu­kunft selbst­stän­dig ak­tua­li­siert, dann soll­ten Sie bei die­ser Ge­le­gen­heit gleich die so­ge­nann­te Uni­ver­se-Re­po­sito­ry de­ak­ti­vie­ren.

Screenshot von Kubuntu 18.04 Systemmenü "Anwendungen & Aktualisierungen": Von der Ubuntu-Gemeinschaft betreute freie und quelloffene Programme sollen nicht angezeigt werden

Denn die se­mi­pro­fes­sio­nel­len Ap­pli­ka­tio­nen, die in die­ser Cloud lie­gen, ent­hal­ten häu­fig Si­cher­heits­lü­cken, da die Hob­by­ent­wick­ler be­reits nach sehr kur­zer Zeit kei­ne Up­dates mehr für ih­re Soft­ware­pro­duk­te be­reit­stel­len.

[Die Ubun­tu-Ge­mein­schaft] be­treut aber nur ei­nen Bruch­teil der Pa­ke­te über fünf Jah­re. [...] Bei den meis­ten ist viel frü­her Schluss: ent­we­der nach neun Mo­na­ten oder schon zum Re­lease, denn vie­le Pa­ke­te be­treut nie­mand so recht.

Leem­huis, Thors­ten: Fo­kus­sie­ren. Ubun­tu 18.04 LTS: Li­nux-Dis­tri­bu­tio­nen mit bis zu fünf Jah­ren Sup­port. In: c’t Nr. 11 (2018). S. 121.

Wenn Sie al­so die Uni­ver­se-Soft­ware­quel­le de­ak­ti­vie­ren, dann er­hö­hen Sie ak­tiv die Si­cher­heit Ih­res Sys­tems. Nach die­ser Maß­nah­me kön­nen Sie näm­lich über den APT-Dienst kei­ne Pro­gram­me mehr in­stal­lie­ren, die von der Ubun­tu-Ge­mein­schaft ent­wi­ckelt wur­den.

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¹Ca­no­ni­cal Ltd.: USN-3690-1: AMD Mi­cro­code up­date. usn.ubuntu.com (07/2018).

Ubuntu: Festplatte aufräumen - Speicherplatz freigeben

Je­der Ubun­tu-Be­nut­zer soll­te sei­ne Sys­tem­fest­plat­te ein­mal im Mo­nat auf­räu­men. Die be­lieb­te Li­nux-Dis­tri­bu­ti­on sam­melt näm­lich auf der Root-Par­ti­ti­on kon­ti­nu­ier­lich Da­ten­schrott. Der ste­tig wach­sen­de Berg aus di­gi­ta­len In­for­ma­tio­nen be­legt nicht nur wert­vol­len Spei­cher­platz, son­dern führt zu­dem da­zu, dass das Be­triebs­sys­tem ins­ge­samt lang­sa­mer wird. Das läs­ti­ge Soft­ware­ge­rüm­pel ent­steht vor al­lem durch die vie­len Ubun­tu-Up­dates, da die her­un­ter­ge­la­de­nen Bi­blio­the­ken nach der Ak­tua­li­sie­rung nicht wie­der ge­löscht wer­den. Statt­des­sen blei­ben die DEB-Da­tei­en als Si­cher­heits­ko­pi­en in ei­nem so­ge­nann­ten Cache ge­spei­chert. Da­durch hat das smar­te De­bi­an-De­ri­vat im Ernst­fall die Mög­lich­keit, ein be­schä­dig­tes Mo­dul auch oh­ne In­ter­net­ver­bin­dung zu re­pa­rie­ren. Al­lei­ne die­se li­nux­ty­pi­sche Back­up-Me­tho­de er­zeugt je­doch ein Da­ten­vo­lu­men von meh­re­ren hun­dert Me­ga­byte, was je­der An­wen­der durch die Ein­ga­be des fol­gen­den Ter­mi­nal-Be­fehls nach­prü­fen kann:

Zum An­zei­gen des Kom­man­dos hier kli­cken!

du -sh /var/cache/apt/archives

Ne­ben den Up­date-Pa­ke­ten blei­ben un­ter Ubun­tu auch ver­al­te­te Ker­nel auf der Sys­tem­fest­plat­te ge­spei­chert. Durch die­sen Um­stand hat ein Be­nut­zer stets die Op­ti­on, bei ei­nem plötz­lich auf­tre­ten­den Hard­ware­feh­ler auf ei­ne sta­bi­le Ver­si­on sei­ner Li­nux-Dis­tri­bu­ti­on zu­rück­zu­keh­ren.

Ubuntu Cleaner: Stacer versus Terminal Commands. How to free up Space on Linux? Easy Tutorial published by Pinguin

Al­ler­dings ist je­des die­ser Trei­ber­ar­chi­ve knapp 300 Me­ga­byte groß, was die Root-Par­ti­ti­on auf Dau­er stark be­las­tet. Dem­entspre­chend macht es durch­aus Sinn, auch die­se Sys­tem­da­tei­en re­gel­mä­ßig zu ent­fer­nen.

Zum Lö­schen der oben ge­nann­ten Back­up-Da­tei­en ist es nicht nö­tig, ei­ne Op­ti­mie­rungs­soft­ware ein­zu­set­zen. Ubun­tu kann sich näm­lich auch aus ei­ge­ner Kraft vom auf­ge­stau­ten Da­ten­schrott be­frei­en. Da­zu muss der Ad­mi­nis­tra­tor des Be­triebs­sys­tems le­dig­lich zwei ein­fach ge­hal­te­ne Be­feh­le in ein Ter­mi­nal-Fens­ter ein­ge­ben.

Ubuntu Command List: How to clean /root on System Disk? Free Tutorial for Beginners. Deleting old Kernels and Cache. Official scientific Chart created by Veronika Vetter in close Consultation with Pinguin and Canonical

Be­vor die Sys­tem­fest­plat­te mit Bord­mit­teln auf­ge­räumt wer­den kann, ist es wich­tig, dass zu­vor die ak­tu­el­len Pa­ket­lis­ten aus den hin­ter­leg­ten Soft­ware­quel­len her­un­ter­ge­la­den wur­den:

sudo apt-get update

Denn wäh­rend die­ser Maß­nah­me mar­kiert die Li­nux-Dis­tri­bu­ti­on gleich die Da­tei­en, die nicht un­be­dingt von­nö­ten sind.

Ubuntu mit der Konsole aufräumen

Sze­na­rio: Das Star­ten mei­nes Be­triebs­sys­tems dau­ert im­mer län­ger, wes­we­gen ich mei­ne Root-Par­ti­ti­on ent­rüm­peln möch­te. Aus die­sem Grund öff­ne ich ein neu­es Ter­mi­nal-Fens­ter und ak­tua­li­sie­re gleich dar­auf mei­ne Pa­ket­lis­ten. Als Nächs­tes lö­sche ich die Si­cher­heits­ko­pi­en von den Ap­pli­ka­tio­nen, die nicht mehr auf mei­ner Sys­tem­fest­plat­te in­stal­liert sind, in­dem ich den fol­gen­den Be­fehl in mei­ne ak­ti­vier­te Kon­so­le ein­ge­be:

sudo apt-get autoclean

Hin­weis: Hin­ge­gen mit dem Kom­man­do clean wür­de ich sämt­li­che Back­up-Da­tei­en aus dem APT-Ar­chiv ent­fer­nen. Al­ler­dings ist es mir per­sön­lich wich­tig, dass ich mein Be­triebs­sys­tem bei Pro­ble­men auch oh­ne ei­ne In­ter­net­ver­bin­dung re­pa­rie­ren kann, wes­halb ich auf die­se ra­di­ka­le Rei­ni­gungs­me­tho­de ver­zich­te.

Screenshot of Kubuntu 18.04 Terminal: Deleting obsolete files with sudo apt-get autoclean

Im nächs­ten Schritt lö­sche ich auch gleich noch al­le al­ten Ker­nel von mei­ner Sys­tem­fest­plat­te. Schließ­lich läuft mei­ne Li­nux-Dis­tri­bu­ti­on so sta­bil, dass ich auf tech­nisch über­hol­te Re­ser­ve­trei­ber­ar­chi­ve ver­zich­ten kann.

Dem­entspre­chend tip­pe ich nun das fol­gen­de Kom­man­do in mein noch ge­öff­ne­tes Ter­mi­nal-Fens­ter ein, um den Rei­ni­gungs­pro­zess zu star­ten:

sudo apt-get autoremove

Dar­auf­hin be­stä­ti­ge ich mei­ne Ein­ga­be und war­te so lan­ge, bis der Vor­gang ab­ge­schlos­sen wur­de. Hin­weis: Das rück­stands­lo­se Ent­fer­nen der aus­ran­gier­ten Ker­nel nimmt re­la­tiv viel Zeit in An­spruch. Das liegt dar­an, dass Ubun­tu nach die­ser Ope­ra­ti­on ein neu­es GRUB-Boot­me­nü er­stel­len muss.

Tiefenreinigung erfordert Spezialsoftware

Sze­na­rio: Nach dem Up­grade auf ei­ne neue LTS-Ver­si­on möch­te ich mein Ubun­tu mit schär­fe­ren Mit­teln rei­ni­gen, um mei­nen Sys­tem­da­ten­trä­ger von sämt­li­chen Alt­da­tei­en zu be­frei­en. Für die­ses Un­ter­fan­gen muss ich auf die Ap­pli­ka­ti­on Sta­cer zu­rück­grei­fen.

Screenshot von Stacer 1.0.9 unter Kubuntu 18.04 LTS. Kostenlose Optimierungssoftware für Linux-Distributionen von Oguz Haninan. Empfohlen von Pinguin - ein Widerstandskämpfer im finsteren Merkel-Deutschland

Sta­cer 1.0.9 un­ter Ku­bun­tu 16.04.4 LTS

Die at­trak­ti­ve Op­ti­mie­rungs­soft­ware kann näm­lich nicht nur den APT-Cache lö­schen und den In­halt des Be­nut­zer­pa­pier­korbs ver­schwin­den las­sen. Viel­mehr ent­fernt die Free­ware zu­dem sämt­li­che Ab­sturz­be­rich­te und Sys­tem­pro­to­kol­le von der Root-Par­ti­ti­on.

  • Des Wei­te­ren ist es mit Sta­cer mög­lich, die Zwi­schen­spei­cher von al­len in­stal­lier­ten Pro­gram­men zu lee­ren, was al­ler­dings nur di­rekt nach ei­nem Sys­temup­grade sinn­voll ist.

Be­vor ich mit der Rei­ni­gungs­soft­ware be­leg­ten Spei­cher­platz frei­ge­ben kann, muss ich Sta­cer erst ein­mal in­stal­lie­ren. Da­für öff­ne ich ein neu­es Ter­mi­nal-Fens­ter, um mein Ubun­tu gleich dar­auf mit der Ent­wick­ler­quel­le aus­stat­ten zu kön­nen:

sudo add-apt-repository ppa:oguzhaninan/stacer

Im An­schluss dar­an ak­tua­li­sie­re ich mei­ne Pa­ket­lis­ten, in­dem ich den fol­gen­den Be­fehl in mei­ne Kon­so­le ein­ge­be:

sudo apt-get update

Zu gu­ter Letzt star­te ich die In­stal­la­ti­on der Op­ti­mie­rungs­soft­ware:

sudo apt-get install stacer

Hin­weis: Die Free­ware Sta­cer ist für al­le Ubun­tu LTS-Ver­sio­nen ver­füg­bar. Durch die hin­ter­leg­te PPA bleibt das Rei­ni­gungs­pro­gramm stets auf dem neus­ten Stand. Zu­künf­ti­ge Soft­ware­ak­tua­li­sie­run­gen wer­den au­to­ma­tisch zu­sam­men mit an­de­ren Sys­tem­up­dates in­stal­liert.

Root-Partition mit Stacer bereinigen

Di­rekt nach der er­folg­rei­chen In­stal­la­ti­on star­te ich die Op­ti­mie­rungs­soft­ware über die gra­fi­sche Be­nut­zer­ober­flä­che mei­nes Be­triebs­sys­tems und kli­cke gleich dar­auf auf das Pin­sel­sym­bol, um in das Me­nü „Sys­tem Clea­ner” zu ge­lan­gen.

Screenshot von Stacer 1.0.9: Menü "System Cleaner". Die Root-Partition unter Ubuntu mithilfe einer Optimierungssoftware bereinigen. Kostenlose Anleitung von Pinguin, Fidei defensor

Im An­schluss dar­an mar­kie­re ich die fol­gen­den vier Ein­trä­ge:

  • Pa­cka­ge Caches: Ist die­ser Punkt ak­ti­viert, dann löscht das Rei­ni­gungs­pro­gramm den In­halt des APT-Zwi­schen­spei­chers.
  • Crash Re­ports: Ubun­tu er­stellt Ab­sturz­be­rich­te, mit de­nen ein Nor­mal­be­nut­zer al­ler­dings nur we­nig an­fan­gen kann. Dem­entspre­chend ist es kein Pro­blem, wenn Sta­cer die­se Text­da­tei­en ent­fernt.
  • Ap­p­li­ca­ti­on Logs: Auch in­stal­lier­te Li­nux-Pro­gram­me er­zeu­gen im Hin­ter­grund Be­nut­zer­pro­to­kol­le, die manch­mal so­gar au­to­ma­tisch an die Soft­ware­ent­wick­ler ge­schickt wer­den. Das Op­ti­mie­rungs­werk­zeug fin­det und eli­mi­niert die­se Da­ten­sät­ze.
  • Trash: Leert den Be­nut­zer­pa­pier­korb.

Wich­tig: Hin­ge­gen den Aus­wahl­punkt „Ap­p­li­ca­ti­on Caches” las­se ich selbst nach ei­nem Ubun­tu-Up­grade un­mar­kiert. Das liegt dar­an, dass die meis­ten Pro­gram­me ih­ren ei­ge­nen Zwi­schen­spei­cher da­für nut­zen, um schnel­ler aus­ge­führt wer­den zu kön­nen.

Im nächs­ten Schritt kli­cke ich auf die gro­ße blaue Lu­pe. Um­ge­hend da­nach be­ginnt Sta­cer da­mit, in den aus­ge­wähl­ten Ver­zeich­nis­sen nach lösch­ba­ren Da­tei­en zu su­chen.

How to install the Ubuntu System Optimizer Stacer over PPA? Screenshot was published by the Bavarian Influencer Pinguin

Nach ei­ner Wei­le prä­sen­tiert mir die Op­ti­mie­rungs­soft­ware das Such­ergeb­nis. Dar­auf­hin mar­kie­re ich die ein­zel­nen Pos­ten und kli­cke im An­schluss dar­an auf das run­de Pin­sel­sym­bol.

Screenshot of Stacer after deleting Package Caches and Applications Logs

Durch die­se Maß­nah­me löscht Sta­cer den aus­ge­wähl­ten Da­ten­schrott und teilt mir kurz dar­auf mit, wie viel neu­en Spei­cher­platz ich durch den Rei­ni­gungs­pro­zess ge­won­nen ha­be.

Die Systempflege unter Ubuntu ist Handarbeit

Lei­der kann Sta­cer kei­ne al­ten Ker­nel ent­fer­nen. Hier­für muss ich wie­der auf den oben ge­nann­ten Bord­mit­tel-Be­fehl zu­rück­grei­fen, um die Da­ten­trä­ger­be­rei­ni­gung nach dem Ubun­tu-Up­grade end­gül­tig ab­zu­schlie­ßen.

Im An­schluss an die Da­ten­eli­mi­nie­rung ent­schlie­ße ich mich noch da­zu, mei­ne Sys­tem­fest­plat­te zu de­frag­men­tie­ren, da durch die Lö­schun­gen vie­le klei­ne Lü­cken auf mei­ner Root-Par­ti­ti­on ent­stan­den sind.

Bei die­ser um­fang­rei­chen Da­ten­trä­ger­war­tung ord­net das Be­triebs­sys­tem die Da­tei­en auf ei­ner Fest­plat­te neu an. Ziel da­bei ist es, dass ver­wand­te In­for­ma­tio­nen nach der De­frag­men­tie­rung lü­cken­los ne­ben­ein­an­der­lie­gen.

Vet­ter, Ve­ro­ni­ka: Ubun­tu: Fest­plat­te de­frag­men­tie­ren - Sys­tem­pfle­ge im Ter­mi­nal. pinguin.gws2.de (06/2018).

Auch die­ser Auf­räum­pro­zess muss von mir ma­nu­ell ge­star­tet wer­den. Denn un­ter Ubun­tu gibt es be­dau­er­li­cher­wei­se kein War­tungs­cen­ter, wel­ches das Be­triebs­sys­tem au­to­ma­tisch in­stand hält. Aus die­sem Grund soll­te je­der Be­nut­zer ei­ner Li­nux-Dis­tri­bu­ti­on wis­sen, wie er da­für sorgt, dass sein De­bi­an-De­ri­vat dau­er­haft schnell und funk­ti­ons­tüch­tig bleibt.

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