Das Ubuntu Handbuch | Anleitungen für Linux-Freunde

Ace Stream unter Ubuntu: Installation, Funktionsweise und Praxistipps

Un­ter­hal­tung hält dich un­ten. Ei­ne alt­her­ge­brach­te Weis­heit, die mit Blick auf die deutsch­spra­chi­ge Me­di­en­land­schaft ste­tig an Wahr­heit ge­winnt. Trotz­dem ge­ben die Men­schen ne­ben der ver­pflich­ten­den Rund­funk­ge­bühr Un­sum­men für Strea­ming-Abos aus. Die Share Eco­no­my – „Du wirst nichts be­sit­zen und glück­lich sein“ – ist al­so längst Rea­li­tät ge­wor­den. Da­ge­gen spricht zu­nächst we­nig, schließ­lich kos­tet ein Ki­no­be­such in­zwi­schen mehr als ein Net­flix-Mo­nats­abo. Man­che för­dern oben­drein das Un­ter­schich­ten­fern­se­hen¹, in­dem sie Diens­te wie sim­pliTV oder Joyn zu­sätz­lich abon­nie­ren. Im Jahr 2022 kon­su­mier­ten die Deut­schen erst­mals län­ger be­zahl­te² als kos­ten­lo­se Vi­deo­in­hal­te. Kein Wun­der, schließ­lich sind die all­seits be­lieb­ten Fuß­ball-Live-Über­tra­gun­gen eben­falls kos­ten­pflich­tig. Doch auf­ge­passt: Ge­ra­de vor dem Hin­ter­grund, dass Vi­deo­streams be­son­ders häu­fig am Lap­top ab­ge­spielt wer­den, könn­te Ace Stream ei­ne Mög­lich­keit sein, die mo­nat­li­chen Un­ter­hal­tungs­kos­ten zu sen­ken. Ins­be­son­de­re für Ubun­tu-Nut­zer und Netz­werk­ad­mi­nis­tra­to­ren ist das smar­te Live-P2P-Vi­deo-Netz­werk ei­ne in­ter­es­san­te Do­mä­ne, in der das Tor zur glo­ba­len Fern­seh­welt ge­öff­net wird.

Britney Spears - Slumber Party ft. Tinashe im VLC via Ace Stream. Ubuntu 24.04 LTS - Juli 2026

Mu­sik-TV im VLC via Ace Stream in HD-Qua­li­tät.

Ace Stream lässt sich un­ter Ubun­tu vor­zugs­wei­se via Snap mit ei­nem ein­zi­gen Ter­mi­nal-Be­fehl in­stal­lie­ren:

sudo snap install acestreamplayer

Dar­auf­hin lädt die Li­nux-Dis­tri­bu­ti­on drei ei­gen­stän­di­ge Pro­gram­me her­un­ter:

  • ACE Play­er HD
  • ACE mpv
  • Ace Stream En­gi­ne

Wäh­rend­des­sen die ers­ten bei­den Kom­po­nen­ten le­dig­lich op­tio­nal nutz­ba­re Vi­deo-Play­er sind, han­delt es sich beim letz­ten Teil um das Zu­gangs­por­tal zum Ace-Netz­werk. Da­mit die Wie­der­ga­be funk­tio­niert, muss die Ace Stream En­gi­ne stets ge­star­tet sein. Nach dem Öff­nen er­scheint sie als Sym­bol im In­fo­be­reich (Tray) der Task­leis­te und ar­bei­tet im Hin­ter­grund.

Der Screenshot zeigt die Anwendungsübersicht von Ubuntu 24.04.4 LTS mit aktivierter Suchfunktion im dunklen Yaru-Design. Im oberen Bereich befindet sich das Suchfeld, in das bereits der Begriff „ACE“ eingegeben wurde. Links im Suchfeld ist das Lupensymbol zur Kennzeichnung der Suchfunktion zu sehen, während rechts ein kleines Symbol zum Löschen der Eingabe eingeblendet wird. Direkt unterhalb des Suchfeldes erscheint als Suchergebnis die Anwendung AceStreamEngine. Das Programmsymbol besteht aus einem kreisförmig angeordneten Pfeilmotiv in den Farben Gelb, Orange, Rot, Lila, Blau und Grün. Die Pfeile bilden zusammen einen geschlossenen Kreislauf und symbolisieren den Datenaustausch innerhalb des Peer-to-Peer-Netzwerks. Unterhalb des Symbols befindet sich die Bezeichnung „AceStreamEngine“. Das Suchergebnis ist mit einem blauen Rahmen hervorgehoben, wodurch deutlich wird, dass die Anwendung aktuell ausgewählt ist und unmittelbar gestartet werden kann. Der Screenshot verdeutlicht, dass die Ace Stream Engine nach erfolgreicher Installation vollständig in die Desktop-Umgebung von Ubuntu integriert wird und sich wie jede andere Anwendung komfortabel über die Suchfunktion des Systems starten lässt. GWS2.de - Juli 2026

Ace Stream ba­siert grund­sätz­lich auf der Bit­Tor­rent-Tech­no­lo­gie, weist je­doch ei­ni­ge Be­son­der­hei­ten auf. Im Ge­gen­satz zu klas­si­schen Bit­Tor­rent-Cli­ents, die haupt­säch­lich für den Aus­tausch kom­plet­ter Da­tei­en ent­wi­ckelt wur­den, ist Ace Stream auf die Über­tra­gung von Live-Vi­deo­streams op­ti­miert. Die Tech­no­lo­gie selbst ist neu­tral und kann so­wohl für le­ga­le als auch für nicht li­zen­zier­te In­hal­te ein­ge­setzt wer­den.

Ace Stream unter Ubuntu. Kostenlose Anleitung zum Fußball schauen - Juli 2026

Vie­le TV-Sta­tio­nen ver­zich­ten gänz­lich auf die Peer-to-Peer-Fä­hig­kei­ten und über­tra­gen ih­re In­hal­te auf ei­nen zen­tra­len Web­ser­ver, der den Vi­deo-Stream per HTTP (Port 80) an die Zu­schau­er aus­lie­fert. Vor al­lem we­nig fre­quen­tier­ten Sen­der nut­zen das Ace-Stream-Netz­werk so, um ihr Pro­gramm sta­bil und welt­weit zu ver­brei­ten.

Die unter Ubuntu 24.04.4 LTS entstandene Bildcollage veranschaulicht anschaulich einen Sonderfall der Ace-Stream-Technologie, bei dem ein Videostream nicht über das Peer-to-Peer-Netzwerk, sondern direkt von einem zentralen Webserver empfangen wird. Die Collage wurde von Veronika Helga Vetter im Juli 2026 erstellt und setzt sich aus drei inhaltlich zusammengehörenden Bereichen zusammen. Im oberen Bereich ist ein Ausschnitt des Netzwerk-Analyseprogramms Sniffnet zu sehen. Die dargestellten Netzwerkverbindungen zeigen ausschließlich eine TCP-Verbindung zwischen dem lokalen Rechner mit der privaten IP-Adresse 10.0.0.9 und dem Server 136.243.42.146. Auffällig ist dabei, dass die Gegenstelle über den HTTP-Port 80 kommuniziert und Sniffnet den Dienst folgerichtig als „http“ erkennt. Die Gegenrichtung zeigt dieselbe Verbindung mit den vertauschten Quell- und Zieladressen. Diese Darstellung macht deutlich, dass der Videostream in diesem Beispiel unmittelbar von einem gewöhnlichen HTTP-Server stammt und nicht von anderen Teilnehmern des Ace-Stream-Netzwerks. Links unten ist das Kontextmenü der Ace Stream Engine eingeblendet. Neben der aktuellen Downloadrate werden dort auch die Werte „UL: 0.0“ sowie „Helping: 0“ angezeigt. Insbesondere der Wert Helping: 0 ist von Bedeutung, da er darauf hinweist, dass der eigene Rechner momentan keine Videodaten an andere Teilnehmer weiterverteilt. Während bei einem klassischen Peer-to-Peer-Stream empfangene Datenpakete unmittelbar an weitere Peers übertragen werden, fungiert der Rechner in diesem Szenario ausschließlich als Empfänger des Videostreams. Der rechte Teil der Collage greift diese technische Situation grafisch auf. Dargestellt ist ein stilisierter HTTP-Server (Port 80), von dem ein Pfeil direkt zu einem lächelnden Linux-Pinguin mit erhobenem Daumen führt. Unter dem Pinguin befindet sich die Beschriftung „DU“, wodurch die direkte Datenübertragung zwischen Server und Zuschauer symbolisiert wird. Die Illustration verdeutlicht, dass der Stream ohne zwischengeschaltete Peer-to-Peer-Verbindungen direkt vom Server bezogen wird. Die Collage zeigt damit eindrucksvoll, dass Ace Stream nicht ausschließlich auf Peer-to-Peer-Verbindungen angewiesen ist. Insbesondere bei weniger stark frequentierten TV-Sendern oder Nischenprogrammen kann die Ace Stream Engine den Videostream direkt über eine gewöhnliche HTTP-Verbindung von einem zentralen Server beziehen. In einem solchen Fall werden die empfangenen Daten nicht an andere Teilnehmer weiterverteilt, sondern ausschließlich lokal wiedergegeben. Dieses hybride Übertragungsmodell erlaubt es Ace Stream, je nach Verfügbarkeit von Peers und Auslastung des Netzwerks flexibel zwischen einer klassischen Serververbindung und der Peer-to-Peer-Verteilung zu wechseln. Das Ubuntu Handbuch

Die Grund­idee von Ace Stream be­steht je­doch dar­in, dass ei­ne Quel­le ei­nen HD-Vi­deo­stream an ei­ne sehr gro­ße An­zahl von Zu­schau­ern über­tra­gen kann, oh­ne die ge­sam­te Upload-Band­brei­te selbst be­reit­stel­len zu müs­sen.

  • Ähn­lich wie bei an­de­ren Peer-to-Peer-Netz­wer­ken gibt der Emp­fän­ger ein­ge­hen­de Da­ten­pa­ke­te an an­de­re Teil­neh­mer wei­ter.

Da­durch ver­teilt sich die be­nö­tig­te Band­brei­te auf al­le ver­bun­de­nen Peers und das Netz­werk ska­liert mit stei­gen­der Zu­schau­er­zahl. In klas­si­schen File­sha­ring-Netz­wer­ken wie Bit­Tor­rent oder Ka­dem­lia müs­sen Port­wei­ter­lei­tun­gen im Rou­ter oder VPN-Dienst ein­ge­rich­tet wer­den, da­mit an­de­re Teil­neh­mer di­rek­te Ver­bin­dun­gen zum ei­ge­nen Rech­ner auf­bau­en kön­nen.

Das Dekobild des Artikels zeigt eine humorvoll gestaltete Szene rund um Ace Stream unter Ubuntu und greift zahlreiche Elemente auf, die den Inhalt des Beitrags widerspiegeln. Im oberen linken Bereich befindet sich die Überschrift „AceStream unter Ubuntu“, die das Thema der Illustration unmittelbar erkennen lässt. Im Mittelpunkt des Bildes sitzt ein fröhlicher Linux-Pinguin an einem Schreibtisch vor einem großen Computermonitor. Der Pinguin trägt eine dunkle Baseballkappe und einen Kapuzenpullover und verfolgt sichtlich begeistert eine Live-Übertragung auf dem Bildschirm. Geöffnet ist der VLC Media Player, in dem ein Fußballspiel der Weltmeisterschaft wiedergegeben wird. Zu sehen ist eine Nahaufnahme eines portugiesischen Spielers während einer Spielunterbrechung. Das Senderlogo DAZN sowie die eingeblendete Spielpaarung Brasilien gegen Japan verdeutlichen, dass es sich um eine internationale Sportübertragung handelt. Der dargestellte VLC Media Player besitzt die für Ubuntu typische Menüleiste mit den Einträgen Medien, Wiedergabe, Audio, Video, Untertitel, Werkzeuge und Hilfe und vermittelt damit den Eindruck einer ganz normalen Wiedergabe eines Netzwerkstreams. Die gesamte Szene spielt in einem gemütlichen Arbeits- und Gamingzimmer, das zahlreiche kleine Details bereithält. Auf dem Schreibtisch stehen eine geöffnete Tüte Tortilla-Chips, eine Dose Spezi sowie ein leerer Dönerkarton – typische Begleiter eines langen Fußballabends. Direkt daneben befindet sich eine große Kaffeetasse mit der augenzwinkernden Aufschrift „Kein Plan. Kein Ziel. Hauptsache Fußball.“. Vor dem Schreibtisch schläft entspannt eine Katze in ihrem Körbchen und unterstreicht die gemütliche Atmosphäre. Im Hintergrund sind weitere persönliche Gegenstände zu erkennen. Neben dem Schreibtisch steht ein beleuchteter Computer mit Sichtfenster, auf dessen Gehäuse eine kleine Fußballspieler-Trophäe platziert wurde. An der Wand hängt ein großes Bild eines Fußballstadions, wodurch das Thema Sport zusätzlich aufgegriffen wird. Auf einem Regal stehen mehrere Flaschen sowie ein eingerahmtes Foto, während sich auf dem Boden Wäsche und Schuhe befinden. Diese bewusst leicht chaotische Umgebung vermittelt den Eindruck eines authentischen Wohnzimmers während eines spannenden Fußballabends. Die Illustration greift damit den roten Faden des gesamten Artikels auf. Der Pinguin symbolisiert Ubuntu beziehungsweise Linux, während der VLC Media Player stellvertretend für die komfortable Wiedergabe eines von der Ace Stream Engine bereitgestellten Videostreams steht. Das Motiv verdeutlicht, dass sich hochauflösende Live-Übertragungen unter Ubuntu mit frei verfügbarer Software unkompliziert genießen lassen. Gleichzeitig vermittelt die Szene eine lockere und sympathische Atmosphäre und dient als passender visueller Abschluss des Beitrags. Cartoon von Veronika Helga Vetter - Webkünstlerin seit 2011 (Linz/Oberösterreich)

ℹ️ Bei Ace Stream ist dies für die rei­ne Wie­der­ga­be nicht er­for­der­lich. Zwar lauscht die Ace Stream En­gi­ne stan­dard­mä­ßig auf Port 8621 (TCP und UDP), sie kann je­doch auch oh­ne ma­nu­ell ein­ge­rich­te­te Port­wei­ter­lei­tung Ver­bin­dun­gen zu an­de­ren Peers auf­bau­en und Vi­deo­streams zu­ver­läs­sig emp­fan­gen.

Zu­dem wur­de die Ace Stream En­gi­ne in den letz­ten Jah­ren so stark wei­ter­ent­wi­ckelt, dass die meis­ten Peer-Grup­pen aus le­dig­lich drei gleich­star­ken Teil­neh­mern be­stehen, die sich Da­ten­pa­ke­te über auf­recht­erhal­te­ne TCP-Ver­bin­dun­gen hin und her schi­cken.

Die unter Ubuntu 24.04.4 LTS entstandene Bildcollage zeigt den klassischen Betriebsmodus von Ace Stream, bei dem die Übertragung eines Videostreams vollständig über ein Peer-to-Peer-Netzwerk erfolgt. Die Collage wurde von Veronika Helga Vetter im Juli 2026 erstellt und kombiniert eine Netzwerkanalyse mit einer grafischen Darstellung der Datenverteilung. Im oberen Bereich ist ein Ausschnitt des Netzwerk-Analyseprogramms Sniffnet zu sehen. Dort werden mehrere gleichzeitig aufgebaute TCP-Verbindungen dargestellt, die über den für Ace Stream typischen Port 8641 kommunizieren. Der lokale Rechner mit der privaten IP-Adresse 10.0.0.9 ist dabei gleichzeitig mit den beiden öffentlichen Gegenstellen 95.214.234.48 und 91.209.70.8 verbunden. Die Netzwerkübersicht zeigt sowohl ausgehende als auch eingehende TCP-Verbindungen, wodurch deutlich wird, dass der Rechner nicht ausschließlich Daten empfängt, sondern gleichzeitig aktiv am Datenaustausch mit anderen Teilnehmern des Peer-to-Peer-Netzwerks beteiligt ist. Im linken unteren Bereich ist das Kontextmenü der Ace Stream Engine eingeblendet. Neben der aktuellen Downloadrate fällt insbesondere der Eintrag „Helping: 2“ auf. Dieser Wert zeigt an, dass der eigene Rechner derzeit zwei andere Teilnehmer beim Verteilen des Videostreams unterstützt. Obwohl in diesem Beispiel kein klassischer Uploadwert ausgewiesen wird, bestätigt der Helping-Wert, dass die empfangenen Videodaten nicht nur lokal wiedergegeben, sondern gleichzeitig an andere Teilnehmer des Netzwerks weitergeleitet werden. Die rechte Bildhälfte veranschaulicht dieses Prinzip grafisch. Im Mittelpunkt befindet sich ein Linux-Pinguin, der stellvertretend für den eigenen Rechner vor einem Computer sitzt und einen laufenden Videostream betrachtet. Von diesem zentralen Teilnehmer führen Datenverbindungen zu den beiden Peers „Peer A“ und „Peer B“. Die Verbindungspfeile verdeutlichen, dass der Rechner gleichzeitig Datenpakete empfängt und bereits erhaltene Videodaten unmittelbar wieder an andere Teilnehmer weitergibt. Die beiden dargestellten Peers sind ihrerseits wiederum mit weiteren Teilnehmern verbunden, wodurch das typische, vermaschte Peer-to-Peer-Netzwerk entsteht. Jeder Teilnehmer fungiert dabei sowohl als Empfänger als auch als Verteiler von Datenpaketen und trägt damit zur Bandbreite und Stabilität des gesamten Netzwerks bei. Die Collage verdeutlicht damit das grundlegende Funktionsprinzip von Ace Stream. Im Gegensatz zu einer klassischen Server-Client-Architektur stammt der Videostream nicht ausschließlich von einem zentralen Server. Stattdessen verteilen zahlreiche miteinander verbundene Teilnehmer die einzelnen Datenpakete untereinander. Jeder Zuschauer wird automatisch zu einem aktiven Bestandteil des Netzwerks und unterstützt die Übertragung des Live-Streams, indem bereits empfangene Videodaten an weitere Peers weitergegeben werden. Dieses Verfahren ermöglicht eine besonders effiziente Verteilung von HD-Live-Streams und sorgt dafür, dass die verfügbare Gesamtbandbreite mit der Anzahl der verbundenen Teilnehmer wächst. Collage von Sascha Vetter - Netzwerk- und Systemadministrator Linz Oberösterreich in Kooperation mit Computerheld Linz

Streams für Ace Stream

Nach der gan­zen Netz­werk­theo­rie stellt sich na­tür­lich die Fra­ge, wo­her die Stream-Links über­haupt stam­men. Bis vor ei­ni­gen Jah­ren war es oft not­wen­dig, zwie­lich­ti­ge Web­sei­ten zu durch­su­chen, bei de­nen nie ganz klar war, ob der Play-But­ton tat­säch­lich ei­nen Stream star­tet oder auf ei­ne Phis­hing-Sei­te führt.

  • Die Ent­wick­ler von Ace Stream ha­ben die­ses Pro­blem er­kannt und stel­len die Stream-Links in­zwi­schen über ei­ne ei­ge­ne Such­ma­schi­ne be­reit.

Dort las­sen sich nicht nur TV-Sen­der aus al­ler Welt fin­den, son­dern auch ak­tu­el­le Live-Events und Sport­über­tra­gun­gen.

Der Screenshot zeigt die offizielle Ace Stream Suchmaschine, über die sich sowohl TV-Sender als auch aktuelle Live-Ereignisse komfortabel durchsuchen lassen. Im oberen Bereich der Webseite befindet sich eine große Suchleiste, in die bereits der Suchbegriff „England ENG - DR Congo COD“ eingegeben wurde. Rechts daneben ist die blau hervorgehobene Schaltfläche „Search“ zu sehen, mit der die Suche gestartet wird. Direkt unterhalb der Suchleiste erscheint eine Ergebnisliste mit mehreren verfügbaren Streams zum ausgewählten Fußballspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 2026. Die Suchmaschine stellt dabei verschiedene Sprachversionen desselben Ereignisses bereit. Im dargestellten Beispiel werden Übertragungen in Polnisch, Deutsch, Französisch und Russisch angeboten. Dadurch können Nutzer gezielt die gewünschte Kommentarsprache auswählen, anstatt lediglich nach einem bestimmten Fernsehsender suchen zu müssen. Jeder Eintrag verfügt über mehrere Aktionssymbole. Das erste Symbol mit dem Wiedergabe-Dreieck dient zum direkten Öffnen des Streams. Das daneben befindliche Kamerasymbol kopiert den entsprechenden Ace-Stream-Link in die Zwischenablage. Besonders hervorgehoben ist im Screenshot das rechts außen dargestellte Symbol zum Kopieren des Stream-Links, auf das ein blauer Pfeil zeigt. Nach einem Klick befindet sich der Ace-Stream-Link in der Zwischenablage und kann anschließend beispielsweise im VLC Media Player über „Medien → Netzwerkstream öffnen“ beziehungsweise die Tastenkombination Strg + N eingefügt werden. Voraussetzung für die Wiedergabe ist, dass die Ace Stream Engine bereits im Hintergrund gestartet wurde. Sie empfängt den Stream aus dem Ace-Stream-Netzwerk und stellt ihn anschließend lokal für den gewählten Mediaplayer bereit. Der Screenshot verdeutlicht außerdem einen wesentlichen Vorteil der offiziellen Ace Stream Suchmaschine gegenüber vielen inoffiziellen Streaming-Portalen. Statt auf unbekannten Webseiten nach Stream-Links suchen zu müssen, können Nutzer gezielt nach TV-Sendern wie ORF, ARD oder ZDF sowie nach konkreten Live-Ereignissen suchen. Gerade bei internationalen Sportveranstaltungen werden häufig mehrere Sprachversionen desselben Spiels angeboten, sodass die gewünschte Übertragung mit wenigen Mausklicks gefunden und gestartet werden kann. Von der Fussball-Weltmeisterschaft empfohlen - Juli 2026

Mit ei­nem Klick auf das Ka­me­ra­sym­bol ne­ben dem ge­wünsch­ten Ein­trag wird der ent­spre­chen­de Ace-Stream-Link in die Zwi­schen­ab­la­ge ko­piert.

  • An­schlie­ßend lässt sich im VLC Me­dia Play­er über die Tas­ten­kom­bi­na­ti­on „Strg + N” das Fens­ter Netz­werk­adres­se öff­nen auf­ru­fen.
  • Dort wird der zu­vor ko­pier­te Link mit „Strg + V” ein­ge­fügt und der Stream-In­halt über die Schalt­flä­che „Wie­der­ga­be“ ge­star­tet.

Nach we­ni­gen Se­kun­den be­ginnt der Vi­deo­stream mit dem Auf­bau. Vor­aus­set­zung hier­für ist, dass die Ace Stream En­gi­ne be­reits im Hin­ter­grund läuft und als Sym­bol im In­fo­be­reich (Tray) der Task­leis­te auf ein­ge­hen­de Stream-An­fra­gen war­tet.

Der unter Ubuntu 24.04.4 LTS entstandene Screenshot zeigt einen über Ace Stream empfangenen Live-Stream der Fußball-Weltmeisterschaft 2026, der im VLC Media Player wiedergegeben wird. Als Übertragung dient in diesem Beispiel der türkische Sportsender TRT Spor, da deutschsprachige Übertragungen nicht zu jedem Zeitpunkt oder für jede Begegnung verfügbar sind. Der Screenshot verdeutlicht, dass sich internationale Live-Übertragungen mit Ace Stream problemlos in einem herkömmlichen Mediaplayer wiedergeben lassen. Im oberen Bereich des VLC-Fensters ist zu erkennen, dass kein lokales Video geöffnet wurde, sondern ein von der Ace Stream Engine bereitgestellter Netzwerkstream abgespielt wird. In der Titelleiste erscheint die URL des lokalen HTTP-Streams (getstream?...), über den die Ace Stream Engine die empfangenen Videodaten an den VLC Media Player übergibt. Für den VLC handelt es sich dabei lediglich um einen gewöhnlichen Netzwerkstream, während sämtliche Aufgaben wie Peer-Suche, Datenempfang, Buffering und gegebenenfalls die Weiterverteilung der Videodaten vollständig von der Ace Stream Engine im Hintergrund übernommen werden. Das Videobild zeigt eine Szene aus dem WM-Spiel Mexiko gegen England. Eingeblendet sind der Spielstand, die Spielzeit sowie das Senderlogo TRT Spor. Auffällig ist die hohe Bildqualität der Übertragung. Das Bild wird in hoher Auflösung dargestellt und zeigt selbst bei schnellen Kamerabewegungen oder detailreichen Szenen keine sichtbaren Kompressionsartefakte oder Aussetzer. Gerade bei internationalen Sportübertragungen mit vielen gleichzeitigen Zuschauern spielt die Peer-to-Peer-Technologie von Ace Stream ihre Stärken aus. Statt sämtliche Daten von einem einzelnen Streaming-Server zu beziehen, werden die Videopakete zwischen zahlreichen Teilnehmern des Netzwerks verteilt. Jeder Zuschauer trägt – sofern der Stream im Peer-to-Peer-Modus arbeitet – einen kleinen Teil der benötigten Bandbreite bei. Dadurch verteilt sich die Last auf viele Teilnehmer, wodurch auch hochauflösende Live-Streams stabil übertragen werden können. Ein weiterer Vorteil dieser Lösung besteht darin, dass sämtliche Funktionen des VLC Media Players uneingeschränkt zur Verfügung stehen. So können beispielsweise die Lautstärke angepasst, Vollbildmodus und Seitenverhältnis geändert, Untertitel verwaltet oder Audio- und Videoeinstellungen individuell angepasst werden. Für den Anwender unterscheidet sich die Wiedergabe eines Ace-Streams somit kaum von der eines gewöhnlichen Netzwerkstreams oder einer lokalen Videodatei. Die eigentliche Peer-to-Peer-Kommunikation bleibt vollständig im Hintergrund verborgen und wird von der Ace Stream Engine übernommen, während VLC ausschließlich für die komfortable Wiedergabe des Videostreams zuständig ist. Handbuch für Linux-Freunde Juli 2026

Die Qua­li­tät der Ace-Streams hat sich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren deut­lich ver­bes­sert. Die meis­ten TV-Sen­der wer­den in­zwi­schen in 720p, vie­le so­gar in Full HD (1080p) über­tra­gen. Um ei­ne mög­lichst ru­ck­el­freie Wie­der­ga­be zu ge­währ­leis­ten, emp­fiehlt es sich, in den Ein­stel­lun­gen der Ace Stream En­gi­ne den Live Buf­fer auf min­des­tens 24 Se­kun­den zu er­hö­hen.

Der unter Ubuntu 24.04.4 LTS entstandene Screenshot zeigt das Einstellungsfenster der Ace Stream Engine, in dem sich verschiedene Parameter zur Optimierung der Streamingqualität anpassen lassen. Während die Standardeinstellungen bereits für viele Übertragungen ausreichend sind, können insbesondere bei hochauflösenden Live-Streams individuelle Anpassungen die Wiedergabestabilität deutlich verbessern. Im oberen Bereich des Dialogfensters befinden sich mehrere allgemeine Optionen, beispielsweise zur automatischen Ermittlung der maximalen Downloadgeschwindigkeit oder zum Verhalten der Engine während des Vorpufferns eines Streams. Den Schwerpunkt des Screenshots bilden jedoch die konfigurierbaren Werte für Puffergrößen und Bandbreitenbegrenzungen. Besonders hervorgehoben ist der Eintrag „Live buffer“, dessen Wert in diesem Beispiel auf 24 Sekunden erhöht wurde. Standardmäßig verwendet die Ace Stream Engine einen Puffer von 12 Sekunden, was bei Live-Übertragungen mit schwankender Internetverbindung oder kurzfristigen Verzögerungen einzelner Peers gelegentlich zu Bildrucklern oder kurzen Unterbrechungen führen kann. Durch die Verdopplung des Puffers auf 24 Sekunden steht der Engine ein deutlich größerer Zwischenspeicher zur Verfügung. Kurzfristige Schwankungen im Peer-to-Peer-Netzwerk können dadurch ausgeglichen werden, ohne dass sich diese unmittelbar auf die Wiedergabe auswirken. Ebenfalls angepasst wurde das Download-Limit, das in diesem Beispiel auf 1.700 KB/s festgelegt ist. Dieser Wert orientiert sich an der für hochauflösende Live-Streams benötigten Datenrate und sorgt dafür, dass ausreichend Bandbreite für eine flüssige Wiedergabe zur Verfügung steht, ohne den Internetanschluss unnötig zu belasten. Zusätzlich wurde das Upload-Limit auf 512 KB/s begrenzt. Da Ace Stream als Peer-to-Peer-Netzwerk arbeitet und empfangene Videodaten bei Bedarf an andere Teilnehmer weitergibt, verhindert diese Einstellung, dass die eigene Internetleitung durch einen zu hohen Upload ausgelastet wird. Gleichzeitig bleibt genügend Upload-Kapazität erhalten, um weiterhin aktiv zum Netzwerk beizutragen und andere Zuschauer beim Empfang des Streams zu unterstützen. Mit dieser Konfiguration lässt sich die Wiedergabe von 1080p-Live-Streams in der Praxis deutlich stabilisieren. Insbesondere bei stark nachgefragten Sportübertragungen sorgt der vergrößerte Live-Puffer dafür, dass kurzzeitige Schwankungen im Peer-to-Peer-Netzwerk abgefangen werden können. Zusammen mit einer sinnvoll begrenzten Bandbreitennutzung ergibt sich eine ruckelfreie und zuverlässige Wiedergabe, ohne den eigenen Internetanschluss oder das Netzwerk anderer Teilnehmer unnötig zu belasten. Erkenntnis von Sascha Vetter - Netzwerk- und Systemadministrator

Wer sich den In­ter­net­an­schluss mit an­de­ren Per­so­nen teilt, soll­te au­ßer­dem be­den­ken, dass für ei­nen sta­bi­len HD-Stream ei­ne dau­er­haft ver­füg­ba­re Down­load­ra­te von rund 1.500 KB/s (ca. 1,5 MB/s) er­for­der­lich ist. Steht die­se Band­brei­te nicht kon­ti­nu­ier­lich zur Ver­fü­gung, kann es zu Bild­ruck­lern oder kur­zen Un­ter­bre­chun­gen kom­men.

ℹ️ Rund um Ace Stream hal­ten sich bis heu­te zahl­rei­che My­then. Im­mer wie­der wird die Soft­ware mit dem Dark­net oder an­ony­men Tausch­bör­sen in Ver­bin­dung ge­bracht. Tat­säch­lich trifft bei­des nicht zu. Ace Stream ist ein ge­wöhn­li­ches Peer-to-Peer-Netz­werk, das über das „un­ver­schlei­er­te” In­ter­net kom­mu­ni­ziert. Die Soft­ware nutzt stan­dar­di­sier­te TCP- und UDP-Ver­bin­dun­gen und lässt sich mit Netz­werk­werk­zeu­gen wie Wireshark oder Sniff­net pro­blem­los ana­ly­sie­ren. We­der kom­men Oni­on-Rou­ting noch an­de­re An­ony­mi­sie­rungs­tech­ni­ken zum Ein­satz.

Ver­wand­te The­men:

Al­te Vi­deo-DVDs un­ter Ubun­tu ab­spie­len – so funktioniert’s
Kei­ne Lust auf Peer-to-Peer? Fern­se­hen un­ter Ubun­tu mit Free­tux­TV

¹S­poerr, Kath­rin: Wo Un­ter­schich­ten zu Hau­se sind. welt.de (06/2026).
²Link, Mi­cha­el: Vi­deo­strea­ming: Zah­len, Da­ten, Fak­ten. In: c’t Nr. 2 (2023). S. 142.

Sniffnet unter Ubuntu: Welche Verbindungen baut das System auf – und warum Phishing dabei eine größere Rolle spielt als Malware

„End­lich bin ich vor Mal­wa­re si­cher“, dach­te sich der lang­jäh­ri­ge Win­dows-Nut­zer nach dem Um­stieg auf Ubun­tu. In der Pra­xis trifft die­ser weit ver­brei­te­te Glau­be je­doch höchs­tens auf klas­si­sche Vi­ren und Wür­mer zu, die heu­te oh­ne­hin kaum noch ei­ne Rol­le spie­len. Der Si­cher­heits­my­thos rund um Li­nux-Dis­tri­bu­tio­nen macht vie­le An­wen­der so­gar an­fäl­li­ger für So­cial-En­gi­nee­ring-An­grif­fe. Schließ­lich funk­tio­nie­ren Phis­hing-Mails platt­form­über­grei­fend. Vie­le ver­bin­den mit Phis­hing zu­nächst Key­log­ger, Iden­ti­täts­dieb­stahl oder an­de­re For­men der Kon­ten­über­nah­me. Die ers­te Stu­fe ei­nes er­folg­rei­chen An­griffs ist je­doch meist die Kom­pro­mit­tie­rung des Brow­sers. Und nur weil Fire­fox als Snap-Pa­ket in ei­ner Sand­box läuft, schützt das nicht vor bös­ar­ti­gen Er­wei­te­run­gen, Brow­ser-Ex­ploits, Cryp­to­jack­in­g¹ oder ge­fälsch­ten Down­loads.

ℹ️ Laut BSI² zäh­len Phis­hing und Sextor­ti­on zu den größ­ten Cy­ber-Be­dro­hun­gen für Pri­vat­an­wen­der. Wäh­rend Li­nux vie­le au­to­ma­ti­sier­te At­ta­cken wie Power­Shell-Drop­per³ be­reits auf tech­ni­scher Ebe­ne aus­bremst, sind So­cial-En­gi­nee­ring-An­grif­fe da­von weit­ge­hend un­be­rührt. Sie grei­fen nicht das Be­triebs­sys­tem an, son­dern den Men­schen vor dem Bild­schirm.
Die abgebildete Collage zeigt drei unterschiedliche Phishing-Kampagnen, die auf einem Ubuntu-System im regulären E-Mail-Verkehr eingegangen sind. Die Beispiele verdeutlichen eindrucksvoll, warum der Wechsel von Windows zu Linux zwar das Risiko klassischer Malware-Infektionen reduziert, jedoch keinen wirksamen Schutz vor modernen Social-Engineering-Angriffen bietet. Allen drei Nachrichten ist gemeinsam, dass sie nicht versuchen, Sicherheitslücken im Betriebssystem auszunutzen. Stattdessen setzen die Angreifer auf psychologische Manipulation. Durch gefälschte Login-Codes, angebliche Sicherheitswarnungen, vermeintlich dringende Benachrichtigungen oder zeitkritische Handlungsaufforderungen soll der Empfänger dazu gebracht werden, einen Link anzuklicken und anschließend Zugangsdaten preiszugeben. Aus technischer Sicht spielt dabei keine Rolle, ob die E-Mail unter Ubuntu, Windows oder macOS gelesen wird. Der Angriff findet nicht auf Kernel-Ebene statt, sondern zielt direkt auf den Anwender. Wird der enthaltene Link geöffnet, startet sich in allen drei Fällen der Webbrowser. Ab diesem Zeitpunkt greifen dieselben Mechanismen wie auf jeder anderen Plattform: Gefälschte Login-Portale, nachgeahmte Unternehmenswebseiten oder täuschend echte Sicherheitsabfragen versuchen, Benutzername, Passwort, Kreditkartendaten oder Zwei-Faktor-Codes abzugreifen. Besonders problematisch ist dabei, dass moderne Phishing-Seiten häufig professionell gestaltet sind und über gültige HTTPS-Zertifikate verfügen. Viele Nutzer verbinden das Schloss-Symbol in der Adressleiste fälschlicherweise mit Vertrauenswürdigkeit, obwohl es lediglich die verschlüsselte Übertragung bestätigt. Selbst ein vollständig aktualisiertes Ubuntu-System kann den Anwender nicht davor schützen, sensible Daten freiwillig auf einer gefälschten Webseite einzugeben. Die gezeigten Beispiele verdeutlichen daher eine wichtige Erkenntnis: Während Linux viele technische Angriffsvektoren wirksam entschärft, bleiben Phishing, Identitätsdiebstahl und Social Engineering weitgehend plattformunabhängig. Die größte Angriffsfläche moderner Systeme ist heute häufig nicht das Betriebssystem selbst, sondern der Mensch vor dem Bildschirm. Das Ubuntu Handbuch Juni 2026

Phis­hing ist un­ter Li­nux ge­nau­so ge­fähr­lich wie un­ter Win­dows.

Po­ten­zi­ell un­er­wünsch­te An­wen­dun­gen im Web­brow­ser las­sen sich un­ter Ubun­tu re­la­tiv ein­fach mit dem Sys­tem­rei­ni­ger Bleach­Bit ent­fer­nen. Auch ei­ne Neu­in­stal­la­ti­on des Fire­fox ist ein leich­tes Un­ter­fan­gen. So­bald of­fen­sicht­li­che Auf­fäl­lig­kei­ten wie Sca­re­ware-Mel­dun­gen, ma­ni­pu­lier­te Start­sei­ten oder ein­ge­schli­che­ne Er­wei­te­run­gen be­sei­tigt wur­den, soll­te nach ei­nem er­folg­rei­chen Phis­hing-Vor­fall un­be­dingt die Netz­werk­schicht über­prüft wer­den.

  • Kon­kret stellt sich da­bei die Fra­ge: Wel­che Ver­bin­dun­gen baut der Web­brow­ser selbst­stän­dig auf?

Hier­zu muss­ten Netz­werk­ad­mi­nis­tra­to­ren frü­her um­fang­rei­che Log­files prü­fen. Dank mo­der­ner Pro­gram­me wie Sniff­net kann heu­te selbst ein Heim­an­wen­der den Da­ten­ver­kehr sei­nes Sys­tems na­he­zu in Echt­zeit be­ob­ach­ten und nach­voll­zie­hen, wel­che Hosts und Diens­te kon­tak­tiert wer­den.

Der Screenshot zeigt die Hauptansicht des Open-Source-Werkzeugs Sniffnet während einer laufenden Netzwerkanalyse unter Ubuntu. Als überwachte Netzwerkschnittstelle wurde die kabelgebundene Ethernet-Verbindung enp4s0 ausgewählt. Zum Zeitpunkt der Aufnahme wurden insgesamt 2.474 Netzwerkpakete erfasst, von denen 1.343 eingehend und 1.131 ausgehend waren. Paketverluste traten nicht auf. Die darüber dargestellte Verlaufsgrafik visualisiert die Datenfrequenz im Zeitverlauf und verdeutlicht, wie sich eingehender und ausgehender Netzwerkverkehr gegenseitig ergänzen. Auffällig sind mehrere Lastspitzen, die auf aktive Kommunikation mit verschiedenen Internetdiensten hindeuten.Im unteren Bereich listet Sniffnet die aktuell erkannten Netzwerkpartner auf. Neben lokalen Geräten innerhalb des Heimnetzes kommuniziert das System mit einer Vielzahl externer Server. Darunter befinden sich unter anderem Infrastrukturkomponenten von Telegram Messenger, Facebook, Amazon AWS, Fastly sowie dem deutschen Hosting-Anbieter Hetzner. Diese Verbindungen sind für moderne Desktop-Systeme durchaus typisch, da viele Anwendungen Inhalte über sogenannte Content-Delivery-Netzwerke (CDNs) beziehen oder dauerhaft mit Cloud-Diensten verbunden bleiben. Besonders interessant ist die Zuordnung der Verbindungen zu einzelnen Anwendungen. Firefox verursacht mit Abstand den größten Teil des Netzwerkverkehrs und ist für mehr als 1.500 erfasste Pakete verantwortlich. Dahinter folgen Thunderbird, WhatsApp Desktop, Telegram und Signal Desktop. Die Darstellung macht deutlich, dass moderne Messenger selbst im Leerlauf regelmäßig Daten austauschen und dauerhaft Verbindungen zu ihren jeweiligen Server-Infrastrukturen aufrechterhalten. Die Service-Übersicht zeigt zudem, welche Netzwerkprotokolle und Dienste aktuell genutzt werden. Den größten Anteil nimmt erwartungsgemäß HTTPS ein, das für verschlüsselte Webverbindungen verwendet wird. Darüber hinaus sind IMAPS-Verbindungen für den E-Mail-Abruf über Thunderbird sichtbar. DNS-Anfragen, lokale Netzwerkdienste sowie vereinzelte HTTP-Verbindungen ergänzen das Bild. Für einen Netzwerkadministrator ist diese Zusammenfassung besonders wertvoll, da sie einen schnellen Überblick darüber liefert, welche Programme aktiv kommunizieren und welche Netzwerkdienste dabei genutzt werden. Der Screenshot verdeutlicht eindrucksvoll, dass ein moderner Linux-Desktop auch ohne auffällige Aktivitäten kontinuierlich mit zahlreichen internen und externen Systemen kommuniziert. Die eigentliche Stärke von Sniffnet liegt dabei weniger in der tiefgehenden Paketanalyse als vielmehr in der übersichtlichen Visualisierung dieser Kommunikationsbeziehungen. Dadurch lassen sich ungewöhnliche Verbindungen, unbekannte Hosts oder auffällige Netzwerkaktivitäten bereits auf den ersten Blick erkennen. GWS2.de - Juni 2026

Sniff­net stellt über­sicht­lich dar, wel­che Diens­te nach Hau­se te­le­fo­nie­ren.

Da­bei könn­te Sniff­net je­de Da­ten­schnitt­stel­le aus­le­sen, die ein Com­pu­ter als Tor zur Au­ßen­welt nutzt. Der Weg ins bö­se In­ter­net führt al­ler­dings aus­schließ­lich über IEEE 802.11 bzw. die RJ-Steck­ver­bin­dung, wes­halb die­se bei­den Ver­kehrs­quel­len von größ­ter Be­deu­tung sind.

Sniffnet 1.5.0 unter Ubuntu 24.04.4 LTS - ein Test von GWS2.de

Im vor­lie­gen­den Bei­spiel hat Ubun­tu die ka­bel­ge­bun­de­ne Netz­werk­schnitt­stel­le als enp4s0 er­kannt. Sie kom­mu­ni­ziert in­ner­halb des lo­ka­len Netz­werks un­ter der IP­v4-Adres­se 10.0.0.9. Nach ei­nem Klick auf die Schalt­flä­che „Start!“ be­ginnt Sniff­net da­mit, den ge­sam­ten Da­ten­ver­kehr die­ser Ether­net-Schnitt­stel­le in Echt­zeit zu er­fas­sen und gra­fisch auf­zu­be­rei­ten.

Ein Klasse A Netzwerk IP-Adressbereich: 1.0.0.0 unter Ubuntu weist daraufhin, dass der Betreiber des Systems ein professioneller Netzwerkadministrator ist

Wer kein aus­ge­bil­de­ter Netz­werk­ad­mi­nis­tra­tor ist und sein Sys­tem auf ver­däch­ti­ge Ak­ti­vi­tä­ten über­prü­fen möch­te, soll­te zu­nächst ei­nen Blick auf den Rei­ter Ser­vice wer­fen. Wer­den aus­ge­hen­de HTTP-Ver­bin­dun­gen über Port 80 ins In­ter­net auf­ge­baut, lohnt sich ei­ne ge­naue­re Un­ter­su­chung. Zwar ist HTTP nicht grund­sätz­lich bös­ar­tig, se­riö­se Web­sei­ten und On­line­diens­te set­zen je­doch aus­schließ­lich auf ver­schlüs­sel­te HTTPS-Ver­bin­dun­gen.

ℹ️ Web­ober­flä­chen von Rou­tern, Smart-TVs, NAS-Sys­te­men oder lo­ka­len Si­cher­heits­lö­sun­gen nut­zen häu­fig HTTP über Port 80. So­lan­ge die Kom­mu­ni­ka­ti­on in­ner­halb des ei­ge­nen Net­zes statt­fin­det und das Sub­netz nicht ver­lässt, be­steht kein Grund zur Sor­ge.

Der Screenshot zeigt die Detailansicht einer einzelnen Netzwerkverbindung innerhalb von Sniffnet. Im Mittelpunkt steht eine aktive Kommunikation zwischen dem Firefox-Browser auf dem lokalen Ubuntu-System und einem externen Server aus dem Netzwerk von Cloudflare. Die Aufnahme verdeutlicht anschaulich, wie sich einzelne Verbindungen bis auf Prozess-, Protokoll- und Gegenstellenebene nachvollziehen lassen. Im oberen Bereich werden zunächst die genutzten Netzwerkdienste und Programme zusammengefasst. HTTPS dominiert den Netzwerkverkehr mit mehr als 1.300 erfassten Paketen deutlich. Daneben sind DNS-Anfragen (Domain), IMAPS-Verbindungen für den E-Mail-Abruf sowie vereinzelte XMPP- und Zeroconf-Dienste sichtbar. Auf Programmebene fällt insbesondere Firefox auf, der mehrere hundert Netzwerkpakete verursacht und damit erwartungsgemäß den größten Teil des Datenverkehrs erzeugt. Zusätzlich sind Signal Desktop, Telegram, WhatsApp Desktop und Thunderbird aktiv. Die darunterliegende Verbindungstabelle listet einzelne Kommunikationsbeziehungen auf. Hervorgehoben ist eine Verbindung zwischen der lokalen IPv4-Adresse 10.0.0.9 und der öffentlichen IP-Adresse 104.16.144.111 über Port 443. Die Kommunikation erfolgt über das UDP-Protokoll. Da moderne Webseiten zunehmend auf HTTP/3 setzen, welches auf QUIC und damit auf UDP basiert, handelt es sich hierbei um ein völlig normales Kommunikationsmuster eines aktuellen Webbrowsers. Im Detailfenster wird die Gegenstelle anschließend genauer aufgeschlüsselt. Als Quelle erscheint die Socket-Adresse 104.16.144.111 auf Port 443. Die zugehörige ASN-Zuordnung weist die Verbindung eindeutig dem CDN-Anbieter Cloudflare zu. Cloudflare betreibt weltweit verteilte Serverinfrastrukturen und wird von Millionen Webseiten genutzt, um Inhalte schneller auszuliefern sowie DDoS-Schutz und weitere Sicherheitsfunktionen bereitzustellen. Als Ziel wird das lokale Ubuntu-System mit der IPv4-Adresse 10.0.0.9 dargestellt. Die zugehörige MAC-Adresse erlaubt zusätzlich eine Zuordnung auf Netzwerkebene innerhalb des lokalen Heimnetzes. Sniffnet visualisiert damit nicht nur die beteiligten Endpunkte, sondern auch die technischen Eigenschaften der Verbindung bis hinunter zur Hardware-Adresse. Besonders interessant ist der untere Bereich des Screenshots. Dort wurde die IP-Adresse zusätzlich mit einem Geotraceroute-Dienst untersucht. Dieser ordnet die Cloudflare-IP einem Standort in Angola zu. Solche Geolokalisierungsdaten sollten jedoch mit Vorsicht interpretiert werden. Große CDN-Anbieter wie Cloudflare betreiben weltweit verteilte Netzwerke, deren tatsächlicher Datenpfad häufig von den Angaben öffentlicher Geodatenbanken abweicht. Eine vermeintlich exotische Gegenstelle ist daher nicht automatisch verdächtig. Erst die Kombination aus Prozess, Dienst, Betreiber und Kommunikationsverhalten erlaubt eine sinnvolle Bewertung der Verbindung. Der Screenshot zeigt exemplarisch, wie sich mit Sniffnet verdächtige Netzwerkaktivitäten von gewöhnlichem Internetverkehr unterscheiden lassen. Gleichzeitig wird deutlich, dass moderne Anwendungen selbst bei alltäglichen Tätigkeiten wie dem Surfen im Web mit einer Vielzahl unterschiedlicher Server und Infrastrukturanbieter kommunizieren. Ein Test von Sascha Vetter - Netzwerk- und Systemadministrator

Wer­den aus­schließ­lich HTTPS-Ver­bin­dun­gen an­ge­zeigt, bie­tet ein Links­klick auf das Fire­fox-Sym­bol die nächs­te Mög­lich­keit, nach un­er­war­te­tem Da­ten­ver­kehr zu su­chen. Ver­ein­facht dar­ge­stellt läuft ge­wöhn­li­ches Sur­fen im In­ter­net fol­gen­der­ma­ßen ab – die The­men DNS-Auf­lö­sung und NAT ein­mal au­ßen vor ge­las­sen:

  • Der Brow­ser öff­net ei­nen tem­po­rä­ren High­port und sen­det ei­ne An­fra­ge an ei­nen Web­ser­ver.
  • Der Web­ser­ver be­ant­wor­tet die An­fra­ge und über­trägt die an­ge­for­der­ten In­hal­te üb­li­cher­wei­se über Port 443 mit­tels HTTPS.

Beim Ab­ru­fen klas­si­scher Web­sei­ten er­folgt die Kom­mu­ni­ka­ti­on über TCP. Strea­ming-Diens­te wie You­Tube nut­zen da­ge­gen häu­fig das UDP-ba­sier­te QUIC-Pro­to­koll, das eben­falls über Port 443 ar­bei­tet. Bei­de Va­ri­an­ten sind voll­kom­men nor­mal. Er­scheint ei­ne Ver­bin­dung den­noch ver­däch­tig, ge­nügt ein Links­klick auf den je­wei­li­gen Ein­trag. Sniff­net lie­fert an­schlie­ßend zu­sätz­li­che In­for­ma­tio­nen zur Ge­gen­stel­le, dar­un­ter den Be­trei­ber des Ziel­sys­tems, die ver­wen­de­te IP-Adres­se und oft­mals auch den geo­gra­fi­schen Stand­ort. Rei­chen die­se An­ga­ben nicht aus, kann die be­tref­fen­de IP-Adres­se zu­sätz­lich mit ei­nem Geo­tra­ce­rou­te-Dienst un­ter­sucht wer­den.

Computerheld Linz PC-Vor-Ort-Service präsentiert: Sniffnet für Ubuntu. Mithilfe des Open-Source-Tools können Netzwerkadministratoren erkennen, ob ein Phishing-Angriff erfolgreich war. Der Cartoon wurde von Veronika Helga Vetter gezeichnet - das ist eine Webkünstlerin, die das Internet seit 2011 bereichert. Zuerst auf GWS2.de veröffentlicht - Juni 2026

Sniffnet installieren

Sniff­net ist ein platt­form­über­grei­fen­des Open-Source-Werk­zeug zur Ana­ly­se des Netz­werk­ver­kehrs. Die In­stal­la­ti­ons­da­tei soll­te idea­ler­wei­se di­rekt von der Her­stel­ler­web­sei­te be­zo­gen wer­den. Ubun­tu-Nut­zer la­den am bes­ten das DEB-Pa­ket für die am­d64-Ar­chi­tek­tur her­un­ter. Die­ses lässt sich an­schlie­ßend per Rechts­klick kom­for­ta­bel mit der in­te­grier­ten An­wen­dungs­in­stal­la­ti­on öff­nen und in­stal­lie­ren.

Der Screenshot zeigt die Installation von Sniffnet unter Ubuntu anhand des offiziellen DEB-Pakets. Im oberen Bereich ist die heruntergeladene Installationsdatei „Sniffnet_LinuxDEB_amd64.deb“ zu sehen. Über das Kontextmenü wird die Datei per Rechtsklick mit der integrierten Ubuntu-Funktion „Anwendungsinstallation öffnen“ gestartet. Dadurch entfällt die Installation über das Terminal, was insbesondere für Linux-Einsteiger den Einstieg erleichtert. Im unteren Bereich des Screenshots ist die Anwendungsübersicht von Ubuntu dargestellt. Nach erfolgreicher Installation wurde der Begriff „Sniffnet“ in das Suchfeld eingegeben, woraufhin das Programm unmittelbar gefunden wird. Das markante Programmsymbol mit dem stilisierten Netzwerk-Hut wird dabei deutlich hervorgehoben. Der Anwender kann die Software anschließend direkt aus dem Anwendungsmenü starten, ohne weitere Konfigurationsschritte durchführen zu müssen. Die Aufnahme verdeutlicht den für Ubuntu typischen Installationsablauf von DEB-Paketen. Während viele Open-Source-Werkzeuge traditionell über Paketmanager oder Terminalbefehle installiert werden, bietet Sniffnet zusätzlich einen komfortablen grafischen Installationsweg. Dadurch eignet sich das Programm auch für Anwender, die bislang wenig Erfahrung mit der Linux-Kommandozeile gesammelt haben. Nach der Installation steht das Werkzeug unmittelbar für die Analyse des Netzwerkverkehrs zur Verfügung und kann wie jede andere Desktop-Anwendung über die Ubuntu-Anwendungsübersicht gestartet werden. GWS2.de - Juni 2026

Ne­ben dem Web­brow­ser, der auf den meis­ten Sys­te­men die größ­te An­zahl an Ver­bin­dun­gen auf­baut, sind vor al­lem die Desk­top-Apps von Mes­sen­gern wie Te­le­gram, Si­gnal und Whats­App in­ter­es­sant. Whats­App baut bei­spiels­wei­se ei­ne TCP-Ver­bin­dung zu ei­nem na­he­lie­gen­den Face­book-Ser­ver auf und schickt dar­über un­spek­ta­ku­lär Da­ten­pa­ke­te hin und her.

Der Screenshot zeigt die Detailansicht einer einzelnen Netzwerkverbindung der Desktop-Anwendung WhatsApp innerhalb von Sniffnet. Die Verbindung wurde über einen Zeitraum von knapp vier Minuten beobachtet und umfasst insgesamt 28 übertragene Datenpakete. Dabei handelt es sich um eine verschlüsselte HTTPS-Kommunikation über das TCP-Protokoll, wie sie für moderne Messenger-Dienste typisch ist. Im linken Bereich der Ansicht werden zunächst die wichtigsten Verbindungsparameter zusammengefasst. Als verwendeter Dienst wird HTTPS angezeigt, während die Anwendung eindeutig als „whatsapp-desktop“ identifiziert wurde. Die Kommunikation erfolgt somit nicht über den Webbrowser, sondern direkt über den nativen Desktop-Client von WhatsApp. Die rechte Seite des Fensters zeigt die beteiligten Kommunikationspartner. Als Quelle fungiert das lokale Ubuntu-System mit der IPv4-Adresse 10.0.0.9. Der verwendete Quellport 60250 wurde vom Betriebssystem dynamisch aus dem Bereich der sogenannten Highports vergeben. Solche temporären Ports werden von Anwendungen genutzt, um ausgehende Verbindungen aufzubauen und stellen ein normales Verhalten dar. Als Ziel wird die öffentliche IP-Adresse 31.13.84.51 auf Port 443 angezeigt. Port 443 ist der Standardport für verschlüsselte HTTPS-Kommunikation und wird von nahezu allen modernen Cloud-Diensten verwendet. Besonders aufschlussreich ist die zusätzliche Zuordnung der Gegenstelle. Sniffnet löst die Verbindung bis auf den vollständig qualifizierten Domainnamen „whatsapp-cdn-shv-01-vie1.fbcdn.net“ auf. Bereits der Hostname verrät wichtige Informationen über die Infrastruktur. Die Bezeichnung „fbcdn.net“ verweist auf das Content-Delivery-Netzwerk von Meta, dem Mutterkonzern von Facebook, WhatsApp und Instagram. Der Bestandteil „vie“ deutet zudem auf einen Infrastrukturstandort im Raum Wien hin, wodurch die Daten nicht zwangsläufig über weit entfernte Rechenzentren geleitet werden müssen. Zusätzlich wird die Gegenstelle dem Autonomen System AS32934 zugeordnet, das offiziell von Facebook beziehungsweise Meta betrieben wird. Diese Information ist für Netzwerkadministratoren besonders hilfreich, da sich dadurch nachvollziehen lässt, welchem Unternehmen eine Verbindung tatsächlich gehört. Anstatt lediglich eine anonyme IP-Adresse zu sehen, wird die Kommunikationsbeziehung direkt einem bekannten Betreiber zugeordnet. Der Screenshot verdeutlicht exemplarisch, wie Messenger-Anwendungen dauerhaft verschlüsselte Verbindungen zu ihrer Server-Infrastruktur aufrechterhalten. Für sich genommen stellt eine solche Verbindung keinerlei Auffälligkeit dar. Im Gegenteil: Die Kommunikation mit Servern aus dem Meta-Netzwerk ist für WhatsApp Desktop zwingend erforderlich, um Nachrichten zu empfangen, Medien zu synchronisieren und Benachrichtigungen in Echtzeit bereitzustellen. Gerade diese Transparenz macht den praktischen Nutzen von Sniffnet aus. Der Anwender kann auf einen Blick erkennen, welches Programm kommuniziert, wohin die Daten übertragen werden und welchem Betreiber die jeweilige Gegenstelle gehört. GWS2.de - Juni 2026

Wer re­gel­mä­ßig An­ge­bo­te zu Ghost Job­s⁴ oder ge­fälsch­te Ge­winn­be­nach­rich­ti­gun­gen er­hält – oder mög­li­cher­wei­se selbst auf die be­kann­te Booking.com-Masche⁵ her­ein­ge­fal­len ist – soll­te die Ver­bin­dun­gen sei­ner Whats­App-Desk­top-App ge­nau­er un­ter die Lu­pe neh­men.

  • Glei­ches gilt für Te­le­gram, wo KI-ge­stütz­te So­cial-En­gi­nee­ring-Tech­ni­ken mitt­ler­wei­le zum All­tag ge­hö­ren. Be­son­ders ver­brei­tet ist dort der so­ge­nann­te Lie­bes­be­trug. Da­bei wer­den Op­fer von frem­den Ac­counts mit at­trak­ti­ven Pro­fil­bil­dern oft über Wo­chen oder Mo­na­te um­garnt, bis sie be­reit­wil­lig Geld über­wei­sen oder per­sön­li­che In­for­ma­tio­nen preis­ge­ben.

Aus Sicht ei­nes Netz­werk­ad­mi­nis­tra­tors lässt sich ge­gen sol­che Be­trugs­ma­schen we­nig aus­rich­ten. Häu­fig dient der Mes­sen­ger le­dig­lich als Kon­takt­ka­nal. Nicht sel­ten wird die Cat­fi­shing-Ma­sche je­doch ge­nutzt, um das Op­fer auf ei­ne Phis­hing-Web­sei­te zu lot­sen, die an­schlie­ßend den Web­brow­ser kom­pro­mit­tiert.

ℹ️ Sniff­net er­reicht zwar nicht den Funk­ti­ons­um­fang des Bran­chen­stan­dards Wireshark, bie­tet Pri­vat­an­wen­dern je­doch ei­nen deut­lich leich­te­ren Ein­stieg in die Netz­werk­ana­ly­se. Die über­sicht­li­che Open-Source-Soft­ware macht Netz­werk­ver­kehr sicht­bar und hilft da­bei, un­ge­wöhn­li­che Ver­bin­dun­gen so­wie ver­däch­ti­ge Ak­ti­vi­tä­ten schnell zu er­ken­nen.

Ver­wand­te The­men:

Li­nux-Hard­ware oh­ne Trei­ber­cha­os: Die­se Web­cam funk­tio­niert so­fort
Der bes­te WLAN-Dru­cker für Ubun­tu? War­um Li­nux-Nut­zer bei Brot­her lan­den

¹Vet­ter, Ve­ro­ni­ka Hel­ga: Phis­hing-Mails er­ken­nen: Wie ein ein­zi­ger Klick Ih­ren PC kom­pro­mit­tie­ren kann. computerheld-linz.at (06/2026).
²Gei­ger, Joerg: Cle­ve­re Stra­te­gie ge­gen KI-An­grif­fe. In: CHIP Nr. 2 (2024). S. 45.
³Lo­renz, Ben­ja­min: Mal­wa­re-At­ta­cken per Blue­screen. In: CHIP Nr. 3 (2026). S. 18.
⁴Vet­ter, Sa­scha: Fest­plat­ten si­cher lö­schen un­ter Li­nux: Shre­dOS er­klärt (war­um der Pa­pier­korb wert­los ist). pinguin.gws2.de (06/2026).
⁵E­der, Leo: Stor­no-Fal­le auf Whats­app: Be­trü­ger nut­zen Da­ten­leck von Booking.com aus. swr3.de (06/2026).

Warum deine Scans unter Ubuntu schlecht sind – und wie NAPS2 das Problem löst

En­de der 1990er Jah­re zog mit Win­dows 98 ei­ne neue Ge­rä­te­klas­se in vie­le deut­sche Haus­hal­te ein: der Flach­bett­scan­ner. Der USB-Stan­dard setz­te sich ge­ra­de durch, und plötz­lich ließ sich neue Hard­ware tat­säch­lich ein­fach kon­fi­gu­rie­ren. Gleich­zei­tig exis­tier­ten we­der er­schwing­li­che Di­gi­tal­ka­me­ras noch Smart­phones. Fo­tos la­gen in di­cken Fa­mi­li­en­al­ben und wer sie si­chern oder per E-Mail ver­schi­cken woll­te, leg­te Bild für Bild auf den Scan­ner und war­te­te ge­dul­dig, bis der Leucht­bal­ken sei­ne Run­de ge­dreht hat­te. Mit Smart­phones und Di­gi­tal­ka­me­ras ver­lor der klas­si­sche Flach­bett­scan­ner spä­ter an Be­deu­tung. Die Tech­nik ver­schwand je­doch nicht, son­dern wan­der­te in Mul­ti­funk­ti­ons­ge­rä­te. Dru­cken, ko­pie­ren, scan­nen – al­les in ei­nem Ge­rät. Ge­ra­de un­ter Ubun­tu war das al­ler­dings lan­ge Zeit ei­ne klei­ne Ge­dulds­pro­be. Bis zur CO­VID-19-Pan­de­mie war es näm­lich kei­ne Sel­ten­heit, dass Dru­cker aber be­son­ders Scan­ner erst nach et­was Re­cher­che und Bas­tel­ar­beit zu­ver­läs­sig funk­tio­nier­ten.

ℹ️ Frü­her muss­ten Scan­ner un­ter Li­nux vom Frame­work SANE (Scan­ner Ac­cess Now Easy)¹ un­ter­stützt wer­den. Fehl­te ein pas­sen­des Ba­ckend – et­wa bei vie­len Mo­del­len von Ca­non, Ep­son oder Lex­mark – ließ sich das Ge­rät oh­ne pro­prie­tä­ren Her­stel­ler­trei­ber nicht nut­zen.

Selbst wenn Ubun­tu den Scan­ner er­kann­te, lie­fer­te das SA­NE-Front­end Simp­le Scan – heu­te als „Do­ku­men­ten-Scan­ner“ be­kannt – oft nur mä­ßi­ge Er­geb­nis­se. Die Bild­qua­li­tät war häu­fig ent­täu­schend und bot deut­lich we­ni­ger Ein­stell­mög­lich­kei­ten als die Win­dows-Soft­ware der Her­stel­ler. Da al­ler­dings oh­ne­hin im­mer we­ni­ger Men­schen ernst­haft scann­ten, ar­ran­gier­ten sich die meis­ten An­wen­der still­schwei­gend mit die­sem Zu­stand.

Das abgebildete Multifunktionsgerät, ein Brother MFC-J4540DWXL, präsentiert sich in einer bewusst geöffneten Arbeitsstellung und gibt damit einen direkten Einblick in seine Kernfunktionen als Scan- und Drucksystem. Die geöffnete Scannerabdeckung legt die Glasfläche frei, die für Flachbettscans genutzt wird – ein zentrales Element des Artikels, da hier die Qualität der Digitalisierung von Dokumenten maßgeblich entsteht. Die klare, plane Scanfläche signalisiert bereits auf den ersten Blick: Hier entscheidet sich, ob ein Dokument sauber erfasst oder zur OCR-Katastrophe wird. Gleichzeitig ist die Frontklappe geöffnet, wodurch der Blick auf die eingesetzten Tintenpatronen freigegeben wird. Besonders auffällig: Die schwarze Patrone stammt offensichtlich nicht vom Originalhersteller, sondern von einem Drittanbieter. Das ist kein Zufall, sondern ein praxisnaher Hinweis auf die Alltagstauglichkeit des Geräts – auch mit alternativen Verbrauchsmaterialien arbeitet der Drucker stabil und zuverlässig, ohne sofort in Fehlermeldungen oder Einschränkungen zu verfallen. Für preisbewusste Anwender ein nicht zu unterschätzender Faktor. Das Gerät ist eingeschaltet, was sich durch das aktive Bedienfeld mit dem gut sichtbaren Brother-Logo und den Statusanzeigen zeigt. Dadurch wirkt das Bild nicht wie ein steriles Produktfoto, sondern wie eine echte Arbeitssituation – genau das, was man in einer praxisorientierten Umgebung erwarten würde. Insgesamt transportiert das Bild mehr als nur Hardware: Es zeigt ein funktionales Werkzeug für den Alltag. Der Brother MFC-J4540DWXL ist nicht nur ein klassischer Drucker, sondern ein vielseitiges Gerät, das insbesondere durch seine Unterstützung von eSCL (AirScan) auch im Linux-Umfeld punktet. Dadurch lässt er sich ohne proprietäre Treiber direkt mit Tools wie Simple Scan oder NAPS2 ansprechen – ein klarer Vorteil für Nutzer, die auf langfristige Kompatibilität und wartungsarme Systeme setzen. Als visuelles Element eignet sich das Gerät daher nicht nur zur Illustration, sondern auch als Statement: moderne Peripherie, die funktioniert, ohne dass man sich mit Treiberhölle und Hersteller-Gängelung herumschlagen muss. Foto von Veronika Helga Vetter - Computerheld Linz / GWS2.de / März 2026

Doch in der zwei­ten Hälf­te der 2020er-Jah­re er­lebt das Di­gi­ta­li­sie­rungs­ge­rät plötz­lich ei­ne klei­ne Re­nais­sance – aus­ge­rech­net dank KI. Wäh­rend Scan­ner jah­re­lang ein Ni­schen­da­sein führ­ten, ha­ben sie heu­te wie­der ei­nen ganz prak­ti­schen Zweck.

ℹ️ Le­sen war ges­tern. Un­an­ge­neh­me Brie­fe mit sei­ten­lan­gen Text­blö­cken von An­wäl­ten, Fi­nanz­äm­tern, Kran­ken­kas­sen, Schu­len oder Strom­an­bie­tern lan­den heu­te oft di­rekt auf dem Scan­ner. An­schlie­ßend wird das Do­ku­ment in ChatGPT oder Ge­mi­ni hoch­ge­la­den – und die KI for­mu­liert in we­ni­gen Se­kun­den ein pas­sen­des Ant­wort­schrei­ben, oh­ne dass man sich selbst durch ju­ris­ti­sche Flos­keln oder Be­hör­den­pro­sa kämp­fen muss.

Der Screenshot zeigt einen Ausschnitt aus einer eingescannten PDF-Datei einer behördlichen Anonymverfügung – also einem offiziell relevanten Dokument, das ursprünglich physisch erstellt, anschließend jedoch lediglich abfotografiert oder qualitativ minderwertig eingescannt und digital weiterverarbeitet wurde. Bereits auf den ersten Blick fällt die unruhige, leicht verwaschene Darstellung der Schrift auf: Die Buchstaben wirken nicht sauber abgegrenzt, sondern leicht ausgefranst und inhomogen, was auf eine unzureichende Scanauflösung oder eine fehlerhafte Nachbearbeitung hindeutet. Besonders kritisch ist die fehlende strukturelle Klarheit des Dokuments. Die typischen Merkmale eines hochwertigen OCR-Scans – klar definierte Textkanten, gleichmäßiger Kontrast und saubere Segmentierung der Inhalte – sind hier nicht gegeben. Stattdessen scheint es sich um ein reines Rasterbild zu handeln, bei dem Text und Hintergrund nicht getrennt verarbeitet wurden. Das führt dazu, dass der Inhalt für Texterkennungssysteme nur eingeschränkt oder fehlerhaft interpretierbar ist. In der Praxis bedeutet das: Automatisierte Weiterverarbeitung, Durchsuchbarkeit oder Integration in digitale Workflows sind massiv erschwert oder schlicht nicht möglich. Hinzu kommt die visuelle Wirkung: Trotz des offiziellen Charakters des Dokuments entsteht durch die mangelhafte Scanqualität ein unprofessioneller Gesamteindruck. Unschärfen, leichte Grauschleier im Hintergrund und eine insgesamt „flache“ Darstellung lassen das Dokument eher wie eine hastige Notlösung wirken als wie eine formell korrekte behördliche Mitteilung. Gerade in einem Kontext, in dem es um rechtlich relevante Inhalte wie Verkehrsverstöße geht, untergräbt eine solche Darstellung die wahrgenommene Seriosität der ausstellenden Stelle. Technisch betrachtet wäre dieses Problem heute trivial vermeidbar. Moderne Multifunktionsgeräte in Kombination mit aktuellen Softwarelösungen ermöglichen eine deutlich bessere Digitalisierung: Mit sauberen Scanprofilen, ausreichender DPI-Einstellung und aktivierter OCR lassen sich Dokumente erzeugen, die sowohl visuell klar als auch maschinenlesbar sind. Selbst unter Linux – etwa mit Tools wie NAPS2 oder über eSCL/AirScan direkt aus Anwendungen wie Simple Scan – ist eine hochwertige, treiberlose Scanpipeline problemlos umsetzbar. Das gezeigte Beispiel steht damit sinnbildlich für einen veralteten Workflow: Statt strukturierter Digitalisierung wurde lediglich ein Bild erzeugt. In einer Zeit, in der selbst Standard-Setups präzise OCR-Ergebnisse liefern, ist das nicht mehr zeitgemäß – weder technisch noch in der Außenwirkung. Blitzer in Schiedlberg (Oberösterreich) - Geld für die Staatskasse

Schlecht ein­ge­scann­te Do­ku­men­te – wie et­wa die­ser Be­hör­den­brief – brin­gen in der Pra­xis meh­re­re hand­fes­te Nach­tei­le mit sich:

  • KI-Sys­te­me ar­bei­ten nur dann zu­ver­läs­sig, wenn die zu­grun­de lie­gen­den Da­ten sau­ber er­fasst wur­den. Hoch­wer­ti­ge OCR-Scans lie­fern struk­tu­rier­te, gut les­ba­re Tex­te. Schlech­te Scans hin­ge­gen füh­ren zu feh­ler­haf­ter Zei­chen­er­ken­nung, was die Ge­nau­ig­keit von KI-An­wen­dun­gen mas­siv be­ein­träch­tigt.

  • Ein schwer les­ba­rer Scan wirkt un­pro­fes­sio­nell – un­ab­hän­gig da­von, ob er per E-Mail ver­schickt oder in di­gi­ta­len Sys­te­men ab­ge­legt wird. Ge­ra­de bei of­fi­zi­el­ler Kor­re­spon­denz kann das den Ein­druck von Nach­läs­sig­keit ver­mit­teln und das Image von Frei­be­ruf­lern oder Or­ga­ni­sa­tio­nen ne­ga­tiv be­ein­flus­sen.

Dar­über hin­aus ver­bes­sern qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge Scans auch die Bar­rie­re­frei­heit: Screen­rea­der kön­nen den Text deut­lich zu­ver­läs­si­ger er­fas­sen, was ins­be­son­de­re für Men­schen mit Seh­be­hin­de­run­gen ent­schei­dend ist.

Der Screenshot zeigt einen direkten Vergleich zweier Scan-Ergebnisse desselben Dokuments in einer vertikalen Split-Ansicht. Im oberen Bereich wurde das Dokument mit NAPS2 inklusive aktivierter OCR-Funktion erfasst, während im unteren Bereich das identische Dokument mit dem unter Ubuntu standardmäßig verfügbaren Tool Simple Scan digitalisiert wurde. Beide Ergebnisse werden in einer typischen PDF-Ansicht dargestellt, inklusive Suchfeld – ein entscheidendes Detail für die Bewertung der Texterkennung. Im oberen Segment fällt sofort die höhere Scanqualität auf. Die Weißflächen wirken deutlich homogener und frei von störendem Bildrauschen („Griesel“), was auf eine saubere Verarbeitung und bessere Signalaufbereitung beim Scanprozess hinweist. Auch die Graustufen sind klar differenziert und tendieren zu einem neutralen, gleichmäßigen Grau, anstatt in fleckige oder kontrastarme Bereiche zu kippen. Das Schriftbild ist scharf, die Kanten sind sauber definiert – ideale Voraussetzungen für eine zuverlässige OCR-Erkennung. Diese funktioniert hier auch erwartungsgemäß: Im Suchfeld wurde exemplarisch nach einem Begriff gesucht, und das System ist in der Lage, den Text innerhalb des Dokuments korrekt zu identifizieren und anzuspringen. Das ist ein klares Indiz dafür, dass es sich nicht nur um ein einfaches Rasterbild handelt, sondern um ein strukturiertes, maschinenlesbares PDF mit hinterlegter Textebene. Genau das ist die Grundlage für moderne Workflows, etwa für Archivierung, Volltextsuche oder KI-gestützte Weiterverarbeitung. Im unteren Bereich hingegen zeigt sich das Ergebnis von Simple Scan – und damit die typischen Limitierungen des Bordmittels. Die Scanfläche wirkt sichtbar unruhiger, mit leichtem Hintergrundrauschen und weniger konsistenten Grauwerten. Der Text erscheint weicher, teilweise minimal verschwommen, wodurch die Kantenschärfe leidet. Noch gravierender ist jedoch das Fehlen einer funktionierenden OCR-Ebene: Trotz identischer Suchanfrage kann kein Treffer erzielt werden, was darauf hinweist, dass entweder gar keine Texterkennung stattgefunden hat oder diese nicht korrekt eingebettet wurde. Technisch betrachtet handelt es sich hier also um den Unterschied zwischen einem reinen Bildscan und einem vollwertigen, durchsuchbaren Dokument. Während NAPS2 standardmäßig ein qualitativ hochwertiges, OCR-optimiertes Ergebnis liefert, bleibt Simple Scan auf einem funktionalen, aber letztlich unzureichenden Niveau stehen. Für einfache Zwecke mag das genügen – für professionelle Anwendungen, saubere Archivierung oder automatisierte Verarbeitung jedoch nicht. Der Vergleich macht damit deutlich: Wer unter Ubuntu Wert auf hochwertige Scans legt, kommt an spezialisierten Tools wie NAPS2 in Kombination mit eSCL/AirScan kaum vorbei. Das Bordmittel erfüllt seinen Zweck – mehr aber auch nicht. Ein Vergleich vom TÜV Rheinland-Pfalz in Kooperation mit pinguin.gws2.de - deutschsprachiges Ubuntu-Handbuch März 2026

Ubun­tu-An­wen­der soll­ten da­her das funk­ti­ons­ar­me Bord­mit­tel mei­den und statt­des­sen auf NAPS2 set­zen. Die quell­of­fe­ne Soft­ware² ar­bei­tet zu­ver­läs­sig mit mo­der­nen eS­CL-Scan­nern zu­sam­men und er­mög­licht das Spei­chern von Do­ku­men­ten in den For­ma­ten PDF, PNG, JPEG und TIFF.

ℹ️ eS­CL (AirScan) ba­siert auf HTTP/HTTPS und er­mög­licht die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit Scan­nern oh­ne her­stel­ler­spe­zi­fi­sche Trei­ber. Der Stan­dard wird von vie­len Her­stel­lern (z. B. HP, Brot­her, Ep­son) un­ter­stützt und ver­mei­det pro­prie­tä­re Ab­hän­gig­kei­ten. Für Ubun­tu-Nut­zer be­deu­tet das: bes­se­re Lang­zeit­kom­pa­ti­bi­li­tät und deut­lich ge­rin­ge­rer War­tungs­auf­wand.

NAPS2 installieren

Für die In­stal­la­ti­on der leis­tungs­fä­hi­gen Scan-Soft­ware NAPS2 un­ter Ubun­tu ist zu­nächst der Down­load der pas­sen­den In­stal­la­ti­ons­da­tei er­for­der­lich. Da­zu wird die of­fi­zi­el­le Web­sei­te des Pro­jekts auf­ge­ru­fen und die ak­tu­el­le DEB-Da­tei für 64-Bit-Sys­te­me (x64) her­un­ter­ge­la­den.

Der Screenshot zeigt einen Ausschnitt der offiziellen Download-Seite von NAPS2 im Bereich „Linux“ und stellt die verschiedenen Installationsoptionen übersichtlich in Tabellenform dar. Im Fokus steht dabei die Auswahl der passenden Installationspakete für unterschiedliche Systemarchitekturen und Paketformate. Im oberen Bereich der Tabelle sind die klassischen distributionsspezifischen Pakete gelistet. Für Debian-basierte Systeme wie Ubuntu wird ein „Installer (x64)“ im DEB-Format angeboten, der mit einer Dateigröße von 16,4 MB ausgewiesen ist. Diese Variante ist für die meisten Desktop-Systeme die richtige Wahl, da sie sich nahtlos in das Paketmanagement von Ubuntu integriert. Alternativ steht auch eine ARM64-Version bereit, die insbesondere für energieeffiziente Systeme oder spezielle Hardwareplattformen relevant ist. Zusätzlich werden RPM-Pakete für Red-Hat-basierte Distributionen wie Fedora oder Rocky Linux angeboten, ebenfalls jeweils für x64 und ARM64. Darunter folgen Flatpak-Pakete, die distributionsunabhängig eingesetzt werden können. Diese Variante bringt ihre eigenen Abhängigkeiten mit und eignet sich besonders für Umgebungen, in denen eine möglichst isolierte und portable Installation bevorzugt wird. Allerdings kann es hier – je nach Setup – zu Einschränkungen bei der Scanneranbindung kommen, insbesondere wenn proprietäre oder spezielle SANE-Treiber benötigt werden. Die Tabelle selbst ist klar strukturiert: Links wird die jeweilige Architektur und Installationsart angegeben, mittig das Paketformat (z. B. „deb“, „rpm“, „flatpak“) und rechts die jeweilige Dateigröße. Diese Darstellung ermöglicht es auch weniger technikaffinen Nutzern, schnell die passende Version für ihr System zu identifizieren. Unterhalb der Tabelle befindet sich ein Zeitstempel („Last updated August 30, 2025“), der auf die Aktualität der bereitgestellten Version hinweist. Ergänzend werden weiterführende Links angeboten, darunter Changelog, Prüfsummen (Hashes), GPG-Schlüssel sowie der Quellcode. Diese Elemente sind insbesondere für fortgeschrittene Nutzer relevant, die Wert auf Integritätsprüfung, Nachvollziehbarkeit und Transparenz legen – typische Merkmale eines etablierten Open-Source-Projekts. Insgesamt vermittelt der Screenshot einen technisch aufgeräumten und professionellen Eindruck. Die klare Trennung nach Plattform, Architektur und Paketformat unterstreicht den Anspruch von NAPS2, als plattformübergreifende Scanlösung für unterschiedliche Einsatzszenarien zu fungieren – von klassischen Desktop-Systemen bis hin zu spezialisierten Linux-Setups. GWS2.de - März 2026

Nach dem Down­load be­fin­det sich die Da­tei üb­li­cher­wei­se im Ver­zeich­nis „Down­loads“. Ein Dop­pel­klick führt un­ter Ubun­tu da­zu, das Pa­ket mit der Ar­chiv­ver­wal­tung zu öff­nen – tech­nisch mög­lich, aber nicht ziel­füh­rend. Der kor­rek­te Weg ist ein Rechts­klick auf die Da­tei, ge­folgt von „Öff­nen mit“ und an­schlie­ßend „An­wen­dungs­zen­trum“. Da­durch wird das Pa­ket sau­ber als in­stal­lier­ba­re Soft­ware er­kannt.

Der Screenshot zeigt eine dreiteilige, vertikal angeordnete Darstellung des Installationsprozesses von NAPS2 unter Ubuntu 24.04.4 LTS und bildet damit den kompletten Weg von der heruntergeladenen Datei bis zur installierten Anwendung ab. Im oberen Bereich ist der Dateimanager („Persönlicher Ordner > Downloads“) zu sehen. Dort liegt die zuvor heruntergeladene Installationsdatei „naps2-8.2.1-linux-x64.deb“, die visuell durch ein typisches Paket-Icon hervorgehoben wird. Rechts daneben erscheint eine kontextbezogene Aktion mit dem Hinweis „Mit Anwendungszentrum öffnen“, was bereits den korrekten Installationsweg signalisiert. Dieser Schritt ist entscheidend, da Ubuntu DEB-Pakete standardmäßig nicht immer direkt als Softwareinstallation interpretiert, sondern alternativ auch mit weniger geeigneten Werkzeugen öffnen kann. Der mittlere Abschnitt zeigt das Ubuntu-Anwendungszentrum nach dem Öffnen der DEB-Datei. Die Anwendung „naps2“ wird hier mit einer kurzen Beschreibung („Scan documents to PDF and more, as simply as possible.“) dargestellt. Ergänzend werden technische Metadaten wie die Paketgröße (17,16 MB) sowie Lizenzinformationen angezeigt. Zentral im Fokus steht die grüne Schaltfläche „Installieren“, über die der eigentliche Installationsprozess angestoßen wird. Dieser Schritt integriert die Software sauber in das System und sorgt dafür, dass Abhängigkeiten korrekt behandelt werden. Im unteren Bereich ist schließlich das Ergebnis der erfolgreichen Installation zu sehen. In der Anwendungsübersicht von Ubuntu wurde nach „NAPS2“ gesucht, wodurch das entsprechende Programm-Icon angezeigt wird. Das Icon selbst zeigt stilisiert einen Flachbettscanner mit eingelegtem Dokument – passend zur Funktion der Software. Die Anwendung ist damit vollständig installiert und kann direkt gestartet werden. Insgesamt verdeutlicht der Screenshot einen sauberen, nachvollziehbaren Installationsablauf unter Ubuntu: vom manuellen Download eines DEB-Pakets über die systemkonforme Installation im Anwendungszentrum bis hin zur Integration in die grafische Oberfläche. Gerade für Nutzer, die nicht ausschließlich mit der Kommandozeile arbeiten möchten, stellt dieser Weg eine praxisnahe und zuverlässige Methode dar. Deutsches Ubuntu-Handbuch

Im nächs­ten Schritt öff­net sich das Ubun­tu-An­wen­dungs­zen­trum mit ei­ner De­tail­an­sicht des Pa­kets. Dort steht ei­ne grü­ne Schalt­flä­che „In­stal­lie­ren“ be­reit, über die der In­stal­la­ti­ons­vor­gang ge­star­tet wird. Ge­ge­be­nen­falls weist Ubun­tu dar­auf hin, dass es sich um Soft­ware ei­nes Dritt­an­bie­ters han­delt. Die­ser Hin­weis ist rein for­ma­ler Na­tur: NAPS2 ist ein eta­blier­tes Open-Source-Pro­jekt, das seit vie­len Jah­ren ak­tiv ge­pflegt wird und sich in der Pra­xis als zu­ver­läs­sig und un­kri­tisch er­wie­sen hat.

Der Screenshot zeigt eine klar strukturierte Übersicht eines Systemprofils mit der Bezeichnung „Systemprofil – Testumgebung“ und dient offensichtlich der transparenten Dokumentation der eingesetzten Hard- und Softwarebasis. Im oberen Bereich ist ein Zeitstempel („Stand: 03/2026“) angegeben, was die Aktualität der Testumgebung unterstreicht und für Nachvollziehbarkeit sorgt. Die Darstellung ist in mehrere logisch getrennte Abschnitte gegliedert, die jeweils durch farblich hervorgehobene Überschriften voneinander abgegrenzt sind. Im Bereich „System“ werden die grundlegenden Plattformdaten aufgeführt. Als Betriebssystem kommt Ubuntu 24.04.4 LTS in der 64-Bit-Variante zum Einsatz, kombiniert mit dem Linux-Kernel 6.14.0-37-generic. Als Desktop-Umgebung wird GNOME in Version 46.0 verwendet. Ergänzend dazu ist das eingesetzte Hardwaremodell angegeben: ein Brother MFC-J4540DW(XL), also ein Multifunktionsgerät mit Scan-, Druck- und Kopierfunktion – zentral für die im Artikel behandelte Thematik. Der zweite Abschnitt „Software“ fokussiert sich auf die konkret eingesetzte Anwendung. Hier wird NAPS2 in Version 8.2.1.0 genannt, klassifiziert als Scanner-Software. Als Bezugsquelle ist explizit die Installation über eine DEB-Datei angegeben, was darauf hindeutet, dass die Software manuell installiert und nicht über ein klassisches Paketrepository bezogen wurde. Im dritten Bereich „Support & Einordnung“ wird die Software kontextuell bewertet. Die Erstveröffentlichung von NAPS2 wird auf das Jahr 2009 datiert, was auf eine lange Entwicklungs- und Reifephase hinweist. Der Punkt „Langzeit“ ist mit „Ja“ gekennzeichnet, was impliziert, dass es sich um ein nachhaltig gepflegtes Projekt handelt. Das „Niveau“ wird visuell über eine mehrstufige Balkenanzeige dargestellt, die ein mittleres bis gehobenes technisches Level signalisiert. Abschließend wird der typische Einsatzbereich definiert: Desktop- und Laptop-Systeme. Rechts im Bild befindet sich ein stilisiertes Emblem mit einem Pinguin – eine klare visuelle Referenz auf das Linux-Ökosystem. Ergänzt wird dieses Branding durch die Domain „pinguin.gws2.de“, was auf die Herkunft oder den Kontext der Dokumentation hinweist. Insgesamt vermittelt der Screenshot einen sehr strukturierten, fast schon technischen Datenblatt-Charakter. Die Kombination aus klaren Systemparametern, Softwareeinordnung und visuellem Branding sorgt für eine hohe Informationsdichte bei gleichzeitig guter Lesbarkeit – ideal für nachvollziehbare Test- und Vergleichsumgebungen. GWS2.de

Ubuntu-Scanner konfigurieren

Di­rekt nach dem ers­ten Pro­gramm­start emp­fiehlt es sich, links auf „Neu­es Pro­fil“ zu kli­cken. Da­durch wird ein Kon­fi­gu­ra­ti­ons­dia­log ge­öff­net, über den sich ein Sc­an­pro­fil an­le­gen lässt. Über die Schalt­flä­che „Ge­rät wäh­len“ kann an­schlie­ßend ein er­kann­ter Scan­ner aus der Lis­te aus­ge­wählt wer­den.

So­fern vom Ge­rät un­ter­stützt, soll­te der Trei­ber-Typ ma­nu­ell von „SANE“ auf „ESCL” um­ge­stellt wer­den.

  • In der Pra­xis führt das häu­fig zu sta­bi­le­ren Ver­bin­dun­gen, bes­se­rer Ge­rä­te­er­ken­nung im Netz­werk so­wie kon­sis­ten­te­ren Scan-Er­geb­nis­sen – ins­be­son­de­re bei mo­der­nen Mul­ti­funk­ti­ons­ge­rä­ten.

Gleich­zei­tig ent­fällt die Ab­hän­gig­keit von dis­tri­bu­ti­ons­spe­zi­fi­schen SA­NE-Ba­ckends oder pro­prie­tä­ren Her­stel­ler­trei­bern.

Der Screenshot zeigt eine dreigeteilte Ansicht der Benutzeroberfläche von NAPS2 und dokumentiert den Prozess der Profilerstellung sowie der Geräteauswahl unter Linux. Im oberen Bereich ist die Hauptoberfläche der Anwendung zu sehen, in der die zentralen Funktionen über eine Symbolleiste erreichbar sind. Neben Optionen wie „Scannen“, „Profile“, „Optische Texterkennung“, „Importieren“ und „PDF speichern“ ist insbesondere der Bereich „Profile“ hervorgehoben. Ein Dropdown-Menü ist geöffnet, aus dem der Punkt „Neues Profil“ ausgewählt wurde – der Einstiegspunkt für die individuelle Konfiguration eines Scanvorgangs. Im mittleren Abschnitt wird daraufhin das Fenster „Profileinstellungen“ angezeigt. Hier können grundlegende Parameter für ein neues Scanprofil definiert werden. Dazu gehört unter anderem ein frei wählbarer Anzeigename, unter dem das Profil später gespeichert und wiederverwendet werden kann. Zentral ist jedoch die Auswahl des Scan-Geräts, die über die Schaltfläche „Gerät wählen“ initiiert wird. Dieser Schritt ist entscheidend, da hier die Schnittstelle zwischen Software und physischem Scanner festgelegt wird. Der untere Bereich zeigt den darauf folgenden Dialog „Gerät auswählen“, in dem verschiedene Anbindungsoptionen zur Verfügung stehen. Links ist der klassische „SANE-Treiber“ aufgeführt, der unter Linux traditionell für Scannerzugriffe verwendet wird. Daneben wird jedoch der „eSCL Treiber“ (AirScan) als aktive Auswahl angezeigt. Dieser moderne Ansatz nutzt standardisierte Netzwerkprotokolle auf Basis von HTTP/HTTPS und ermöglicht eine treiberlose Kommunikation mit kompatiblen Geräten. In der Liste wird zudem ein konkretes Gerät erkannt: ein Brother MFC-J4540DW, erreichbar über eine lokale IP-Adresse (10.0.0.11), was auf eine Netzwerkverbindung hindeutet. Zusätzlich stehen Optionen wie „Manuelle IP“ zur direkten Adressierung eines Geräts sowie „Immer fragen“ zur flexiblen Auswahl bei jedem Scanvorgang zur Verfügung. Die Benutzerführung ist dabei klar strukturiert: Über die Schaltflächen „Auswählen“ und „Abbrechen“ kann der Vorgang abgeschlossen oder verworfen werden. Insgesamt zeigt der Screenshot exemplarisch den Unterschied zwischen klassischer, backend-basierter Scanneranbindung über SANE und moderner, netzwerkbasierter Kommunikation via eSCL. Letztere bietet in vielen Fällen eine stabilere und wartungsärmere Lösung, insbesondere bei aktuellen Multifunktionsgeräten im Netzwerkbetrieb. Bildbearbeitung Veronika Helga Vetter - GWS2.de (März 2026)

In­ner­halb des­sel­ben Pro­fil-Me­nüs las­sen sich zu­dem zen­tra­le Sc­an­pa­ra­me­ter de­fi­nie­ren. Da­zu zäh­len un­ter an­de­rem die Auf­lö­sung (DPI), die ge­wünsch­te Sei­ten­grö­ße so­wie die Farb­tie­fe (z. B. Schwarz­weiß, Grau­stu­fen oder Far­be). Ei­ne sau­be­re Vor­kon­fi­gu­ra­ti­on spart hier lang­fris­tig Zeit und sorgt für re­pro­du­zier­ba­re, qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge Scan-Er­geb­nis­se.

OCR-Texterkennung aktivieren

Um ge­scann­te Do­ku­men­te spä­ter in­ner­halb ei­nes PDF-Rea­ders durch­su­chen zu kön­nen, muss in NAPS2 zu­nächst die op­ti­sche Zei­chen­er­ken­nung (OCR) ein­ge­rich­tet wer­den. Da­zu führt der Weg über die Schalt­flä­che „Op­ti­sche Tex­terken­nung“.

Der Screenshot zeigt eine zweigeteilte Ansicht der OCR-Konfiguration innerhalb von NAPS2 und dokumentiert sowohl den Download der benötigten Sprachpakete als auch die anschließende Einrichtung der Texterkennung für den Scanprozess. Im oberen Bereich ist das Dialogfenster „OCR-Sprachpaket herunterladen“ geöffnet. Dieses erscheint, sobald die optische Texterkennung erstmals genutzt wird und noch keine passenden Sprachdaten vorhanden sind. Die Benutzeroberfläche bietet eine Auswahl verschiedener Sprachen, darunter Englisch, Deutsch, Arabisch, Französisch, Chinesisch und Griechisch. In diesem Fall wurden „English“ und „German“ aktiviert, was für den typischen Einsatz im deutschsprachigen Umfeld sinnvoll ist, da viele Dokumente gemischtsprachige Inhalte enthalten können. Unterhalb der Auswahl wird die geschätzte Downloadgröße von 19,9 MB angezeigt – ein Hinweis darauf, dass es sich um externe OCR-Daten handelt, die lokal nachgeladen werden müssen. Über die Schaltfläche „Download“ startet der automatisierte Abruf dieser Sprachpakete, die im Hintergrund von der Tesseract-OCR-Engine genutzt werden. Der untere Abschnitt zeigt im Anschluss das Fenster „Texterkennung einrichten“, in dem die eigentliche OCR-Konfiguration vorgenommen wird. Hier ist die Option „PDF mittels OCR durchsuchbar machen“ aktiviert, wodurch NAPS2 nach dem Scanvorgang automatisch eine Textebene in das erzeugte PDF einbettet. Als Texterkennungssprache ist „German“ ausgewählt, was die Erkennungsgenauigkeit für deutschsprachige Dokumente optimiert. Zusätzlich stehen mehrere Feinabstimmungen zur Verfügung. Der OCR-Modus ist auf „Am besten“ gesetzt, was in der Regel eine ausgewogene Kombination aus Geschwindigkeit und Genauigkeit darstellt. Die Option „Weißabgleich korrigieren und Rauschen entfernen“ ist aktiviert und sorgt für eine Vorverarbeitung des Scanbildes, bei der Kontrast optimiert und Störartefakte reduziert werden – ein entscheidender Faktor für präzise Texterkennung. Ebenfalls aktiv ist „OCR nach dem Scannen automatisch starten“, wodurch der gesamte Prozess ohne manuelle Zwischenschritte abläuft. Insgesamt verdeutlicht der Screenshot den vollständigen Workflow der OCR-Einrichtung in NAPS2: vom initialen Download der benötigten Sprachdaten bis hin zur automatisierten Integration der Texterkennung in den Scanprozess. Die klare Struktur und die praxisnahen Voreinstellungen ermöglichen auch weniger erfahrenen Nutzern eine schnelle und effektive Einrichtung, während gleichzeitig genügend Optionen für eine technisch saubere Feinjustierung vorhanden sind. Grafik-Bearbeitung von Veronika Helga Vetter - CEO Computerheld Linz (März 2026)Stan­dard­mä­ßig ist nur Eng­lisch vor­ausge­wählt. Für den deutsch­spra­chi­gen Ein­satz emp­fiehlt es sich, zu­sätz­lich „Ger­man“ zu ak­ti­vie­ren und an­schlie­ßend auf „Down­load“ zu kli­cken.

  • NAPS2 lädt dar­auf­hin au­to­ma­tisch die er­for­der­li­chen OCR-Da­ten (ba­sie­rend auf der Tes­seract-En­gi­ne) her­un­ter und in­te­griert die­se di­rekt in die An­wen­dung.

Nach er­folg­rei­cher Ein­rich­tung ist NAPS2 in der La­ge, ge­scann­te Do­ku­men­te nicht nur als Bild zu spei­chern, son­dern ei­ne durch­such­ba­re Text­ebe­ne in die PDF-Da­tei ein­zu­bet­ten. Da­durch wer­den In­hal­te auf­find­bar, ko­pier­bar und für wei­ter­füh­ren­de An­wen­dun­gen wie Ar­chi­vie­rung, Voll­text­su­che oder KI-ge­stütz­te Ana­ly­se nutz­bar ge­macht.

ℹ️ So­bald die OCR-Sprach­pa­ke­te in­te­griert wur­den, steht ei­ne zu­sätz­li­che Op­ti­on zur Ver­fü­gung, mit der sich Bild­rau­schen au­to­ma­tisch re­du­zie­ren lässt. In Kom­bi­na­ti­on mit ak­ti­vier­ter Tex­terken­nung und op­ti­mal ge­setz­ten Pa­ra­me­tern ent­ste­hen so ge­sto­chen schar­fe, durch­such­ba­re PDF-Do­ku­men­te.

Ver­wand­te The­men:

Ge­scann­te Do­ku­men­te nach­träg­lich mit dem Ter­mi­nal durch­such­bar ma­chen
Han­dy-Vi­de­os für Tik­Tok schnei­den: So­cial-Me­dia-Star mit Open-Source-Tools

¹Opitz, Ru­dolf: Fo­tos für Pin­gui­ne: Scan­ner mit Li­nux nut­zen. In: c’t Nr. 12 (2021) S. 146.
²Zis­ler, Ha­rald: Sei­te für Sei­te. Kom­pak­tes Scan-Zen­trum Naps2. In: Li­nux User Nr. 9 (2025). S. 46.