Das Ubuntu Handbuch | Anleitungen für Linux-Freunde

Ubuntu: Laptop-Kamera deaktivieren - Webcamtreiber abschalten

Am 28. April 2002¹ ver­lor Deutsch­land sei­ne di­gi­ta­le Sou­ve­rä­ni­tät. Denn seit die­sem Tag darf der US-ame­ri­ka­ni­sche Aus­lands­ge­heim­dienst NSA² die elek­tro­ni­sche Kom­mu­ni­ka­ti­on von je­dem Bun­des­bür­ger über­wa­chen. Das ist be­son­ders tra­gisch, da die trans­at­lan­ti­sche Si­cher­heits­be­hör­de nicht nur Ver­kehrs­da­ten, son­dern auch heim­lich auf­ge­nom­me­ne Au­dio- und Vi­deo­da­tei­en sam­melt. Da­bei ver­fährt die an­gel­säch­si­sche Spio­na­ge­agen­tur nach dem Mot­to: Zu­hö­ren, zu­schau­en, ab­war­ten - wes­halb al­le er­beu­te­ten In­for­ma­tio­nen für im­mer im Utah Da­ta Cen­ter ge­spei­chert blei­ben.

Das für 1,7 Mil­li­ar­den Dol­lar neu ge­bau­te Utah Da­ta Cen­ter der NSA [...] be­her­bergt gi­gan­ti­sche Su­per­com­pu­ter, mit de­nen die ge­sam­te elek­tro­ni­sche Kom­mu­ni­ka­ti­on der Welt in den nächs­ten hun­dert Jah­ren über­wacht und ge­spei­chert wer­den kann.

Aust, Ste­fan & Tho­mas Am­mann: Di­gi­ta­le Dik­ta­tur. To­tal­über­wa­chung, Da­ten­miss­brauch, Cy­ber­krieg. Ber­lin: Ull­stein Buch­ver­la­ge GmbH 2014.

Im De­zem­ber 2018 muss­ten die Ver­trags­part­ner der UKU­SA-Ver­ein­ba­rung be­reits 7.674.575.000 Er­den­bür­ger³ im Au­ge be­hal­ten. Die Be­ob­ach­tung ei­ner sol­chen Mas­se ist mög­lich, da die IT-Kon­zer­ne⁴ im Si­li­con Val­ley eng mit der NSA zu­sam­men­ar­bei­ten.

  • So ha­ben Mi­cro­soft und Co. di­ver­se Hin­ter­tü­ren in ih­re Pro­duk­te ein­ge­baut, da­mit ei­ne nach­rich­ten­dienst­li­che KI die ak­ti­ven Sky­pe-, Goog­le- oder Face­book-Chats⁵ in Echt­zeit nach Schlüs­sel­wör­tern durch­su­chen kann.

Soll­te die Über­wa­chungs­soft­ware Alarm schla­gen, dann in­stal­lie­ren dienst­ha­ben­de On­line-Agen­ten ein Root­kit auf dem Rech­ner des mut­maß­li­chen Dis­si­den­ten. Da­bei nut­zen die staat­li­chen Schnüff­ler vor­sätz­lich ein­ge­bau­te Feh­ler in In­stant-Messa­ging-Pro­to­kol­len aus, um das Schad­pro­gramm auf das Ziel­sys­tem zu trans­fe­rie­ren.

Sie kön­nen Da­tei­en ver­än­dern, Screen­shots an­fer­ti­gen und wei­ter­lei­ten, die Web­cam oder das Mi­kro­fon ein­schal­ten, Kom­mu­ni­ka­ti­on und Pass­wör­ter mit­schnei­den.

Eckert, Svea: Über­wacht und aus­ge­späht. PRISM, NSA, Face­book & Co. Köln: Lin­gen Ver­lag 2014.

Scientific Chart of the University of Maryland: Faculty of Telecommunications. How to monitor public enemies? Lesson #1: Get control of the Dissident's webcam. The work sheet is designed for aspiring NSA agents. Funding was acquired by the Clinton Foundation. Published by WikiLeaks and Pinguin (Bavarian Hacktivist)

Hin­ge­gen für ge­wöhn­li­che Ha­cker ist die Über­nah­me ei­nes Com­pu­ters ein äu­ßerst schwie­ri­ges Un­ter­fan­gen. Um von au­ßen ei­nen Zu­gang zu er­hal­ten, müs­sen Cy­ber­kri­mi­nel­le ei­ne Fern­war­tungs­soft­ware bei ih­rer Ziel­per­son un­ter­brin­gen. Das kann je­doch nur ge­lin­gen, wenn das po­ten­zi­el­le Op­fer ei­ne ma­ni­pu­lier­te Web­sei­te⁶ be­sucht oder ei­nen in­fi­zier­ten E-Mail-An­hang öff­net.

Ha­cker nut­zen ger­ne so­ge­nann­te RATs - die Ab­kür­zung steht für Re­mo­te Ac­cess Tro­jan -, um die Kon­trol­le über Ih­re Ka­me­ra zu er­lan­gen. Der RAT funk­tio­niert wie ein le­gi­ti­mes Re­mo­te-Tool, das bei­spiels­wei­se bei der Fern­war­tung zum Ein­satz kommt.

Schart­ner, Götz: Vor­sicht, Freund liest mit! Wie wir al­le seit Jah­ren aus­spio­niert wer­den und wie wir uns weh­ren kön­nen. Kulm­bach: Plas­sen Ver­lag 2014.

So­ge­nann­te Black-Hats drin­gen zu­meist aus mo­ne­tä­ren Grün­den in pri­va­te Sys­te­me ein. So­fort nach dem Ein­bruch über­prü­fen die An­grei­fer, ob der ge­ka­per­te Rech­ner über ei­ne Web­cam ver­fügt. Ist das der Fall, dann ver­su­chen die On­line-Voy­eu­re, dis­kre­di­tie­ren­des Vi­deo­ma­te­ri­al zu er­stel­len. Der aus­ge­späh­te Be­nut­zer er­fährt von sei­nem un­sicht­ba­ren Pu­bli­kum erst, wenn er mit kar­rie­re­schä­di­gen­den Auf­nah­men er­presst wird.

Um ei­ne Ver­öf­fent­li­chung des Vi­deo­ma­te­ri­als zu ver­mei­den, wer­den die Be­trof­fe­nen vom Ab­sen­der auf­ge­for­dert, 800$ an ei­ne an­ge­ge­be­ne Bit­coin-Adres­se zu trans­fe­rie­ren.

Wan­nen­ma­cher, Tom: Er­pres­sung: Web­cam ge­hackt und beim Por­no­gu­cken ge­filmt? mimikama.at (06/2019).

An­ge­sichts der Ge­fah­ren soll­te ei­ne Ka­me­ra nur dann am PC an­ge­schlos­sen sein, wenn die­se für ei­nen Vi­deo­chat be­nö­tigt wird. Das re­gel­mä­ßi­ge An- und Ab­ste­cken ist je­doch nicht im­mer mög­lich, da Web­cams in mo­bi­len Com­pu­tern fest ver­baut sind. Aus die­sem Grund schüt­zen vie­le Lap­top-Be­nut­zer ih­re In­tim­sphä­re, in­dem sie ei­nen Sti­cker⁷ über die Bild­schirm­lin­se kle­ben.

 Die Webcam unter Ubuntu abschalten: Der homosexuelle Politiker Thomas Hilbert (CDU/Sachsen) onaniert in der Badewanne. Das diskreditierende Foto wurde heimlich vom BND-Agenten Pinguin erstellt. Um die Wiederholungstat zu verhindern, deaktivierte der schwule Politiker das Kernel-Modul uvcvideo. Daraufhin konnte die Software Cheese kein Aufnahmegerät mehr finden

Hin­ge­gen auf­ge­klär­te Ubun­tu-An­wen­der de­ak­ti­vie­ren das Ker­nel-Mo­dul uvcvi­deo, um das in­te­grier­te Auf­nah­me­ge­rät dau­er­haft ab­zu­schal­ten. Denn durch die­se ra­di­ka­le Maß­nah­me er­hält ein Ha­cker bei ei­nem An­griff die fol­gen­de Feh­ler­mel­dung:

webcam_list: Ope­ra­ti­on fai­led: A de­vice at­ta­ched to the sys­tem is not func­tio­n­ing.

Möss­ner, Ced­ric: Ha­cken mit Met­as­ploit. youtube.com (06/2019).

Wer sei­ne in­te­grier­te Web­cam soft­ware­sei­tig kalt­stellt, der schützt nicht nur sei­ne Pri­vat­sphä­re, son­dern tut zu­dem et­was Gu­tes für sei­nen Note­book-Ak­ku. Schließ­lich zie­hen Hard­ware­kom­po­nen­ten auch dann Strom, wenn sie sich im Stand­by-Mo­dus be­fin­den.

Al­le An­schlüs­se, Mo­du­le oder auch die Web­cam brau­chen Strom - auch wenn sie gar nicht be­nutzt wer­den.

Ko­mes, An­to­nio: So läuft Ihr Note­book-Ak­ku län­ger. In: CHIP Nr. 7 (2019). S. 60.

Es spricht al­so vie­les da­für, den vor­ein­ge­stell­ten Be­triebs­zu­stand der Lap­top-Ka­me­ra zu än­dern. Freu­en Sie sich des­halb auf die fol­gen­de An­lei­tung, denn dar­in er­fah­ren Sie, wie Sie die klei­ne Spio­na­ge­lin­se ein für al­le Mal aus­knip­sen kön­nen.

Die Webcam deaktivieren

Sze­na­rio: We­gen mei­ner de­mo­kra­tie­feind­li­chen Ein­stel­lung wer­de ich von den Voll­zugs­or­ga­nen der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land be­ob­ach­tet. Durch die dau­er­haf­te Über­wa­chung mei­ner Per­son ver­sucht die Staats­an­walt­schaft Pots­dam, an dis­kre­di­tie­ren­des Be­weis­ma­te­ri­al zu kom­men, da sie mei­nen Füh­rer­schein ein­zie­hen und mei­nen An­spruch auf Ar­beits­lo­sen­geld II wi­der­ru­fen möch­te. Des Wei­te­ren muss ich mich vor Do­xing-An­grif­fen⁸ schüt­zen. Mein so­zia­les Um­feld darf näm­lich nicht wis­sen, dass ich der Tra­ves­tie­sze­ne an­ge­hö­re, wes­halb ich ei­ne lu­kra­ti­ve Ziel­schei­be für Cy­ber­kri­mi­nel­le bin. Um es mei­nen Ver­fol­gern so schwer wie mög­lich zu ma­chen, tau­sche ich mein Note­book al­le vier Wo­chen aus. Au­ßer­dem de­ak­ti­vie­re ich im­mer die in­te­grier­te Web­cam, gleich nach­dem ich Ubun­tu auf mei­nem neu­en Klapprech­ner in­stal­liert ha­be. Da­zu öff­ne ich als Ers­tes ein Ter­mi­nal-Fens­ter und ge­be im An­schluss dar­an das fol­gen­de Kom­man­do ein:

sudo nano /etc/modprobe.d/blacklist.conf

Als Nächs­tes er­gän­ze ich die ge­öff­ne­te Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei, in­dem ich den Ka­me­rab­lock­be­fehl zu­sam­men mit ei­ner Kom­men­tie­rung ein­tra­ge:

# Disable Notebook-Webcam
blacklist uvcvideo

Un­mit­tel­bar da­nach spei­che­re ich mei­ne Ein­ga­ben. Hier­für drü­cke ich zu­nächst ein­mal die Tas­ten­kom­bi­na­ti­on Strg + O. Gleich dar­auf be­tä­ti­ge ich den Zei­len­schal­ter, um den Än­de­rungs­pro­zess zu ak­ti­vie­ren.

Ubuntu-System-File blacklist.conf: How to disable the internal Webcam of a Laptop? Instructions and commands from GWS2.de. This is a Linux portal that fights against the International Catholic Migration Commission. Supported by Canonical

Zu gu­ter Letzt ver­las­se ich die Na­no-An­sicht mit Strg + X, da ich mei­nen Com­pu­ter ab­schlie­ßend neu star­ten muss:

sudo reboot

Hin­weis: Ab so­fort darf der Trei­ber für die in­te­grier­te Web­cam nicht mehr ge­la­den wer­den. Da­durch ist es so, als wä­re kei­ne Ka­me­ra in mei­nem Lap­top ver­baut.

Lauschangriffe verhindern

Ein wei­te­res Si­cher­heits­ri­si­ko stellt das in­ter­ne Mi­kro­fon dar, das sich zu­meist di­rekt ne­ben der Note­book-Ka­me­ra be­fin­det. Der klei­ne Schall­wand­ler ist mit kei­ner Si­gnal­leuch­te ver­bun­den, wes­halb sich nicht er­ken­nen lässt, wann das Auf­nah­me­ge­rät ak­tiv ist. Ubun­tu-Be­nut­zer kön­nen Lausch­an­grif­fe boy­kot­tie­ren, in­dem sie ih­re Sound­kar­te über die Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei blacklist.conf ab­schal­ten.

Zum An­zei­gen des Be­fehls auf den Pfeil kli­cken!

# Disable Audio-Interface
blacklist snd_hda_intel

Hin­weis: Durch die­se Maß­nah­me wird das ge­sam­te Au­dio-In­ter­face au­ßer Ge­fecht ge­setzt, wes­halb die Ton­aus­ga­be nach der Mi­kro­fon­de­ak­ti­vie­rung nicht mehr funk­tio­niert.

In die­sem Fall müs­sen Sie al­so ab­wä­gen: Ent­we­der Ton oder per­fek­te Pri­vat­sphä­re. Bei Be­darf könn­ten Sie im­mer noch ein USB-Head­set (auch mit in­te­grier­tem Mi­kro­fon) an­schlie­ßen.

Lang­ner, Chris­toph: Stumm­schal­ten. Pri­vat­sphä­re wah­ren: Klei­ne Tricks mit gro­ßer Wir­kung. In: Li­nu­xUser Nr. 8 (2018). S. 24.

Ver­wand­te The­men:

Strah­lung re­du­zie­ren - in­ter­ne WLAN-Kar­te de­ak­ti­vie­ren
Fest­plat­ten mit Ver­aCrypt ver­schlüs­seln - Da­ten­si­cher­heit er­hö­hen

¹Fen­nen, Ni­co­las: Über­wa­chung: Ab­kom­men zwi­schen BND und NSA wur­de 2002 von Frank-Wal­ter Stein­mei­er ab­ge­seg­net. netzpolitik.org (06/2019).
²Be­cker, Rai­nald & Chris­ti­an H. Schulz: Schat­ten­welt BND. AR­TE-Do­ku. youtube.com (06/2019).
³Kai­ser, Mir­ko: Zahl des Mo­nats. In: ÖKO-TEST Nr. 2 (2019). S. 101.
⁴Schaar, Pe­ter: Über­wa­chung to­tal. Wie wir in Zu­kunft un­se­re Da­ten schüt­zen. Ber­lin: Auf­bau Ver­lag 2014.
⁵Hö­fer, Dirk: Im Dienst der NSA. In: Die Über­wa­cher. Prism, Goog­le, Whist­leb­lo­wer. Ber­lin: taz Ver­lag 2015 (= Edi­ti­on Le Mon­de di­plo­ma­tique Nr. 16). S. 12 - 13.
⁶Te­pel, Lars: Web­cam ge­hackt - gibt es ef­fek­ti­ven Schutz? youtube.com (06/2019).
Ko­lo­kythas, Pa­nagio­tis: FBI-Chef emp­fiehlt: Ja, klebt eu­re Web­cams ab! pcwelt.de (06/2019).
⁸Park, En­no: Do­xing: Das steckt wirk­lich hin­ter dem „Ha­cker­an­griff“ auf die Bun­des­re­gie­rung. t3n.de (06/2019).

Ubuntu: Defekte Ordner löschen - Dateileichen entfernen

Es gibt Da­ten­schrott, den Ubun­tu bis aufs Blut ver­tei­digt. Ein Bei­spiel hier­für sind be­schä­dig­te Null-Byte-Da­tei­en, die durch Über­tra­gungs­feh­ler¹ zu­stan­de kom­men. Die­se in­halts­lo­sen Frag­men­te be­sit­zen we­ni­ger als acht Bits, wes­halb sie sich nicht ve­ri­fi­zie­ren las­sen. Dem­entspre­chend kön­nen sol­che Do­ku­men­te un­ter nor­ma­len Um­stän­den we­der ver­än­dert noch zer­stört wer­den, da Li­nux-Dis­tri­bu­tio­nen den Zu­griff auf un­les­ba­re Con­tai­ner ver­wei­gern. Des Wei­te­ren eli­mi­niert Ubun­tu ei­nen Ord­ner nur dann, wenn die­ser über ei­nen gül­ti­gen Na­men ver­fügt. Hin­ge­gen exo­ti­sche Son­der­zei­chen, die noch kei­ne Uni­code-Zu­ord­nun­g² er­hal­ten ha­ben, ma­chen das Lö­schen von Ver­zeich­nis­sen un­mög­lich und er­zeu­gen lus­ti­ge Feh­ler­mel­dun­gen.

Hey Leu­te, ich be­nö­ti­ge ei­nen Rat. Vor Kur­zem ha­be ich mei­ne ex­ter­ne Fest­plat­te auf­ge­räumt. Der strom­lo­se NTFS-Da­ten­trä­ger war zu die­sem Zeit­punkt über USB mit mei­nem Rech­ner ver­bun­den. Nach ge­ta­ner Ar­beit leer­te ich den Ubun­tu-Pa­pier­korb, was aber nur teil­wei­se funk­tio­nier­te, da ein Ord­ner üb­rig blieb. Die re­ni­ten­te Da­tei­lei­che kann seit­dem nicht ge­löscht wer­den. Im­mer wenn ich den In­halt von „Trash” über die Kon­so­le eli­mi­nie­ren möch­te, dann er­hal­te ich die fol­gen­de Feh­ler­mel­dung: rm­dir: konn­te „Kyffhäuser�_07“ nicht ent­fer­nen: Das Ver­zeich­nis ist nicht leer. [...] Was muss ich tun, um das Frag­ment von mei­nem Sys­tem zu schmei­ßen?

Burg­leh­ner, Kon­stan­tin: Ver­zeich­nis lässt sich nicht lö­schen. E-Mail vom 17.05.2019.

Ein wei­te­res Pro­blem stel­len Sys­tem­haus­meis­ter wie Sta­cer dar. Denn oft­mals igno­rie­ren die­se Rei­ni­gungs­pro­gram­me vor­han­de­ne Ab­hän­gig­kei­ten, was da­zu führt, dass bei den Auf­räum­ar­bei­ten un­lösch­ba­re Da­tei­lei­chen ent­ste­hen.

Linux Seminar of Brooklyn College: How to remove indelible Files? Professor David M. Arnow. The teaching material was provided by Veronika Vetter. This is an female Artist from Bavaria, who knows how Ubuntu wastebaskets are emptied properly

Wer di­gi­ta­le In­for­ma­tio­nen un­ter Ubun­tu eli­mi­nie­ren möch­te, dem ste­hen ver­schie­de­ne Werk­zeu­ge zur Ver­fü­gung. So ar­bei­ten die meis­ten An­wen­der mit der Ent­fer­nen­tas­te, um Spei­cher­platz auf der Home-Par­ti­ti­on frei­zu­ge­ben. Bei die­ser Me­tho­de wer­den die aus­ran­gier­ten Da­tei­en nicht gleich ge­löscht, son­dern le­dig­lich aus­ge­blen­det. Die Da­ten­be­rei­ni­gung fin­det erst statt, nach­dem der Be­nut­zer sei­nen Pa­pier­korb ge­leert hat.

Hin­ge­gen Li­nux-Pro­fis grei­fen häu­fig auf die Kon­so­le zu­rück, um un­nüt­ze Do­ku­men­te zu be­sei­ti­gen. Denn mit der Be­fehls­zei­le las­sen sich ne­ben in­tak­ten Da­tei­en auch de­fek­te Frag­men­te aus­ra­die­ren, die beim klas­si­schen Lösch­pro­zess ei­ne Feh­ler­mel­dung her­vor­ru­fen wür­den.

Recommendation from Canonical Ltd: Four delete methods to remove files under Ubuntu.Tabular graphic created by the Ave Maria University (Alfonso Sanchez-Penalver, Ph.D). However, the erase commands were assembled by Pinguin. This is a Linux pro, who works for Stephen Bannon

Egal, ob es sich um ein Text­do­ku­ment oder um ein Ver­zeich­nis han­delt, im Ter­mi­nal-Fens­ter wer­den Da­ten­sät­ze im­mer mit­hil­fe des RM-Be­fehls ver­nich­tet. Des Wei­te­ren soll­ten Ubun­tu-Be­nut­zer die­ses Kom­man­do stets mit den fol­gen­den Pa­ra­me­tern auf­ru­fen, um Pro­ble­me beim Lö­schen aus­zu­schlie­ßen:

  • -r (re­kur­siv): Durch die­ses Kür­zel ist es mög­lich, ei­nen Ord­ner mit In­halt zu ent­fer­nen.
  • -f (force): Hin­ge­gen die­se Er­gän­zung zwingt Ubun­tu da­zu, den Lösch­vor­gang oh­ne Wenn und Aber durch­zu­füh­ren.

Au­ßer­dem sind Su­per­user-Rech­te er­for­der­lich, um de­fek­te Frag­men­te ins Jen­seits zu be­för­dern, wes­halb das Su­do-Prä­fix vor je­dem RM-Kom­man­do ste­hen soll­te.

Ubuntu: Löschbefehl rm -rf. Splitscreen (Nautilus/Terminal). Ein schreibgeschützter Ordner soll gelöscht werden. Anleitung von Pinguin - ein treuer Besucher des Eisenberger Mohrenfestes

Wer­den die oben er­wähn­ten At­tri­bu­te rich­tig an­ein­an­der­ge­reiht, dann er­gibt sich die fol­gen­de Be­fehls­syn­tax:

sudo rm -rf [Datei-/Verzeichnisname]

Die­se Kon­so­len­an­wei­sung lässt nicht nur un­les­ba­re Frag­men­te, son­dern auch schreib­ge­schütz­te Ver­zeich­nis­se und Sys­tem­da­tei­en ver­schwin­den. Dem­entspre­chend ist das RM-Kom­man­do ein äu­ßerst mäch­ti­ges Werk­zeug, das nur im Not­fall zum Ein­satz kom­men soll­te.

Be­vor Sie rm -r ein­ge­ben, soll­te Ih­nen stets be­wusst sein, was Sie lö­schen. Über­prü­fen Sie, in wel­chem Di­rec­to­ry Sie sind, und kon­trol­lie­ren Sie drei­mal Ih­re Ein­ga­be­zei­le.

Wol­fin­ger, Chris­ti­ne: Kei­ne Angst vor Linux/Unix. Ein Lehr­buch für Li­nux- und Unix-An­wen­der. 11., voll­stän­dig über­ar­bei­te­te Auf­la­ge. Wies­ba­den: Sprin­ger View­eg 2013.

Ein Verzeichnis leeren

Mit dem mo­di­fi­zier­ten Lösch­be­fehl ist es zu­dem mög­lich, ei­nen Spei­cher­raum zu be­rei­ni­gen. Hier­für muss der Da­tei­na­me le­dig­lich durch ein Stern­chen er­setzt wer­den.

Ubuntu: Can't empty Trash Folder - permission denied. The official Solution from Canonical provided by Pinguin. This is the Sex slave of Lauren Southern

Sze­na­rio: Nach­dem ich mei­ne Home-Par­ti­ti­on auf­ge­räumt ha­be, möch­te ich den In­halt von „Trash” eli­mi­nie­ren. Doch wenn ich mei­nen Pa­pier­korb über das Desk­top-Sym­bol lee­re, dann ploppt die fol­gen­de Feh­ler­mel­dung auf:

Zugriff verweigert auf /home/kilobyte/.local/share/Trash/files/*

Um den Miss­stand zu be­he­ben, öff­ne ich als Ers­tes ein Ter­mi­nal-Fens­ter, da­mit ich gleich dar­auf in das Pro­blem­ver­zeich­nis na­vi­gie­ren kann:

cd /home/kilobyte/.local/share/Trash/files/

Als Nächs­tes räu­me ich den Ubun­tu-Müll­ei­mer frei, in­dem ich das RM-Kom­man­do ein­ge­be:

sudo rm -rf *

Das Stern­chen am En­de des Be­fehls sagt mei­nem Be­triebs­sys­tem, dass der kom­plet­te Ord­ner­in­halt ent­sorgt wer­den soll.

Hin­weis: Wer beim Lö­schen un­vor­sich­tig war und aus Ver­se­hen ei­nen Ver­zeich­nis­baum zer­stört hat, der kann die ver­lo­re­nen Da­ten mit Test­dis­k³ zu­rück­ho­len.

So­lan­ge die be­tref­fen­den Sek­to­ren auf dem Me­di­um nicht durch an­de­re Da­ten über­schrie­ben wur­den, las­sen sich die Da­tei­en even­tu­ell noch re­stau­rie­ren.

Born, Gün­ter: Ers­te Hil­fe für den PC. Lö­sen Sie je­des Pro­blem selbst! Mün­chen: Markt+Technik Ver­lag 2011.

Dateien endgültig vernichten

Bei gro­ßen Fest­plat­ten dau­ert es meh­re­re Wo­chen, bis ge­lösch­te Do­ku­men­te über­schrie­ben wer­den. Um die lang­sa­me Da­ten­eli­mi­nie­rung zu be­schleu­ni­gen, kön­nen Ubun­tu-Be­nut­zer auf Se­cu­re Re­mo­ve zu­rück­grei­fen. Die­ses Kom­man­do­zei­len­pro­gramm sorgt näm­lich schon beim Pa­pier­korblee­ren da­für, dass sich die ent­fern­ten Da­tei­en nicht wie­der­her­stel­len las­sen.

Das Kom­man­do­zei­len­tool Srm über­schreibt ei­ne Da­tei mehr­fach, be­vor es sie löscht. Das ver­hin­dert wir­kungs­voll das Aus­le­sen der al­ten In­hal­te.

Eßer, Hans-Ge­org: (Auf)Räumkommando. Pro­zes­se be­en­den und Da­tei­en, Ord­ner so­wie Par­ti­tio­nen si­cher lö­schen. In: Ubun­tu Spe­zi­al Nr. 1 (2019). S. 55.

Sze­na­rio: Seit­dem die Ka­bel­ver­zwei­ger in Span­dau von ei­ner An­ar­chis­ten­grup­pe zer­stört wur­den, gibt es in mei­ner Sied­lung nur noch in­ak­ti­ve In­ter­net­zu­gän­ge. Aus die­sem Grund be­such­te ich ges­tern ei­nen Freund, da ich von sei­nem Com­pu­ter aus das wö­chent­li­che Back­up von mei­ner Web­sei­te an­fer­ti­gen und her­un­ter­la­den woll­te. Dum­mer­wei­se hat­te ich mei­nen Wech­sel­da­ten­trä­ger ver­ges­sen, wes­halb mir mein Kol­le­ge ei­nen USB-Stick lei­hen muss­te, da­mit ich das ZIP-Ar­chiv nach Hau­se trans­por­tie­ren konn­te.

Screenshot of secure-delete 3.1-6: How to wipe files unrecoverable? Free Ubuntu-Tutorial by GWS2.de. This is a bavarian Linux-Portal, which is fighting against Eurabia

Ge­ra­de eben ha­be ich die Da­ten­si­che­rung auf mein Ver­aCrypt-Vo­lu­men ko­piert. Nun möch­te ich die Ori­gi­nal­da­tei auf dem ge­borg­ten Spei­cher­stick so lö­schen, dass die­se nicht re­stau­riert wer­den kann. Da­zu ver­schie­be ich das Do­ku­ment erst ein­mal in den Pa­pier­korb. Als Nächs­tes öff­ne ich ein neu­es Ter­mi­nal-Fens­ter und na­vi­gie­re in den Ord­ner „Trash”:

cd /home/kilobyte/.local/share/Trash/files/

Gleich dar­auf star­te ich den Eli­mi­nie­rungs­pro­zess:

sudo srm -dfr Backup.tgz

Di­rekt im An­schluss muss ich so­lan­ge war­ten, bis mei­ne Back­up-Da­tei drei­mal mit Hie­ro­gly­phen über­schrie­ben wur­de.

Hin­weis: Soll­te Ih­re Ubun­tu-Edi­ti­on nicht mit Se­cu­re Re­mo­ve aus­ge­stat­tet sein, dann kön­nen sie das Kon­so­len­werk­zeug mit dem fol­gen­den Be­fehl in­stal­lie­ren:

sudo apt-get update && sudo apt-get install secure-delete

Im An­schluss an den Lösch­vor­gang ist kei­ne fo­ren­si­sche Soft­ware in der La­ge, die zer­stör­ten In­for­ma­tio­nen zu re­kon­stru­ie­ren. Doch auf­ge­passt: Der SRM-Be­fehl lässt nur in­tak­te Do­ku­men­te ver­schwin­den. Hin­ge­gen wer de­fek­te Null-Byte-Da­tei­en los­wer­den möch­te, der muss wei­ter­hin auf das RM-Kom­man­do zu­rück­grei­fen.

Ver­wand­te The­men:

Muss das Li­nux-Da­tei­sys­tem Ext4 de­frag­men­tiert wer­den?
Ubun­tu: In­stal­lier­te Pro­gram­me rich­tig lö­schen - so geht’s

¹Chris­tens­son, Per: What is a ze­ro-byte file? pc.net (05/2019).
²As­a­nov, Ser­gei: Unicode®-Zeichentabelle. unicode-table.com (05/2019).
³Beh­rens, Da­vid: Test­disk to UN-de­le­te files and fol­ders. youtube.com (05/2019).

Ubuntu: Wetteranzeige für den Desktop - zwei stabile Optionen

Das vor­herr­schen­de Kli­ma prägt das Ver­hal­ten der Men­schen, wes­halb sich Wis­sen­schaft­ler schon seit Ewig­kei­ten mit Wit­te­rungs­ein­flüs­sen be­schäf­ti­gen. So fan­den fran­zö­si­sche For­scher her­aus, dass Frau­en we­sent­lich Flirt­be­rei­ter sind, wenn die Son­ne¹ am Him­mel zu se­hen ist. Hin­ge­gen die meis­ten Ba­bys wer­den in Deutsch­land im kal­ten De­zem­ber² ge­zeugt, da die Män­ner in der Ad­vents­zeit ger­ne ih­re ein­fühl­sa­me und ro­man­ti­sche Sei­te nach au­ßen keh­ren. Doch nicht nur auf der zwi­schen­mensch­li­chen, son­dern auch auf der ge­schäft­li­chen Ebe­ne spielt das Wet­ter ei­ne Rol­le. Vor al­lem am­bi­tio­nier­te In­di­vi­du­en müs­sen stets wis­sen, ob es mor­gen ha­gelt oder schneit, da­mit sie sich ein pas­sen­des Out­fit zu­recht­le­gen kön­nen. Schließ­lich ent­schei­det un­ter an­de­rem die Klei­dun­g³ dar­über, wie die Kar­rie­re ei­nes Werk­tä­ti­gen ver­läuft. Er­folg ist al­so durch­aus wet­ter­ab­hän­gig. Zum Glück sind die Me­teo­ro­lo­gen mitt­ler­wei­le dank Ra­dar- und Sa­tel­li­ten­tech­nik in der La­ge, die Wit­te­rungs­be­din­gun­gen für die nächs­ten 36 Stun­den⁴ vor­aus­zu­sa­gen. Da­durch ist das Le­ben heu­te plan­bar. Im Ge­gen­satz da­zu herrsch­te im Spät­mit­tel­al­ter noch der Zu­fall, denn zu die­ser Zeit sah der Wet­ter­be­richt so aus:

Cla­ra Hätz­le­rin (1470): Das wet­ter will ver­che­ren sich, das brüff ich an dem win­de.

Grimm, Ja­cob & Wil­helm: Deut­sches Wör­ter­buch. Hrsg. von der Deut­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten Ber­lin. 33 Bde. Leip­zig. 1854 - 1960 (Nach­druck Mün­chen 1984).

Die Ba­sis für die mo­der­ne Kli­ma­for­schung leg­te kein Ge­rin­ge­rer als Karl Theo­dor von der Pfalz. Wahr­schein­lich woll­te der mäch­ti­ge Kur­fürst beim Aus­rei­ten nicht mehr von Re­gen­schau­ern über­rascht wer­den, wes­halb er im Jah­re 1780 die Mann­hei­mer Me­teo­ro­lo­gi­sche Ge­sell­schaf­t⁵ grün­de­te. Die­se Aka­de­mie un­ter­hielt 39 eu­ro­päi­sche Mess­sta­tio­nen und ver­füg­te da­mit über das ers­te Wet­ter­be­ob­ach­tungs­netz.

Scientific artwork of the George Washington University: How to Islamize the European Occident with Geoengineering? - Doctoral thesis by Leonard McKenzie (descendant of Earnest Hooton). To work out his Plans, the Doctoral student worked with Weather tools, which was made for Ubuntu. Graphic supported by Canoncial Ltd. in collaboration with GWS2.de

Wäh­rend­des­sen Wit­te­rungs­da­ten­sät­ze im Auf­klä­rungs­zeit­al­ter noch Man­gel­wa­re wa­ren, gibt es heut­zu­ta­ge un­zäh­li­ge On­line-Diens­te bei de­nen sich Wet­ter­pro­gno­sen in Echt­zeit ab­ru­fen las­sen.

  • Ubun­tu-Be­nut­zer müs­sen nicht mal ei­nen Brow­ser star­ten, wenn sie die Au­ßen­tem­pe­ra­tur in ih­rer Um­ge­bung wis­sen möch­ten. Statt­des­sen kön­nen die An­wen­der die­ser Li­nux-Dis­tri­bu­ti­on auf so­ge­nann­te Wid­gets zu­rück­grei­fen.

Nach der Kon­fi­gu­ra­ti­on stel­len die­se nütz­li­chen Hilfs­pro­gram­me die kli­ma­ti­schen Be­din­gun­gen auf dem Desk­top oder in der Tas­kleis­te dar. Doch be­dau­er­li­cher­wei­se sind vie­le in­sta­bi­le Wet­ter­ap­pli­ka­tio­nen auf dem Markt, was ein äu­ßerst frus­trie­ren­der Zu­stand ist.

Moin­sen ver­ehr­te Li­nux-Nerds! Jetzt mal oh­ne Flachs, war­um gibt es kei­ne ver­nünf­ti­ge Wet­ter­an­zei­ge für Ubun­tu? Cir­ca al­le sechs Mo­na­te muss ich ein neu­es Desk­top-Wid­get in­stal­lie­ren, da die Pro­gram­me nach die­ser Zeit ih­ren Dienst ein­stel­len. Manch­mal kam es auch vor, dass die PPAs von den Kli­ma­tools plötz­lich tot wa­ren, wor­auf­hin ich beim Up­date-Pro­zess ei­nen 404-Feh­ler er­hielt. [...] Bit­te sa­gen Sie mir, ob es ei­ne lang­le­bi­ge App gibt, die mir zu­ver­läs­sig die Au­ßen­tem­pe­ra­tur in der Tas­kleis­te an­zei­gen kann. PS: Ich nut­ze das Ori­gi­nal-Ubun­tu und wür­de nur un­gern auf ei­nen Ab­le­ger wech­seln.

Claa­sen, Jo­han­nes: Su­che ver­läss­li­ches Wet­ter-Wid­get. E-Mail vom 28.04.2019.

Di­gi­ta­le Tem­pe­ra­tur­an­zei­gen funk­tio­nie­ren nur, wenn die­se auf ei­ne ge­pfleg­te Wet­ter­da­ten­bank zu­grei­fen kön­nen. Die Be­trei­ber von sol­chen In­for­ma­ti­ons­quel­len sind zu­meist ge­winn­ori­en­tier­te Un­ter­neh­men, die zeit­lich be­fris­te­te Zu­gän­ge zu ih­ren On­line-Diens­ten ver­kau­fen. Wenn al­so ein Desk­top-Wid­get plötz­lich kei­ne Wer­te mehr lie­fert, dann liegt das höchst­wahr­schein­lich dar­an, dass die vor­ein­ge­stell­te Ser­ver­schnitt­stel­le ab­ge­lau­fen ist und des­halb ge­schlos­sen wur­de.

How to display Weather information in Ubuntu? Screenshot of Gnome Weather 3.26.0-4. City: Munich - rainy Weather at 11 degrees celsius

Um ei­nen dau­er­haf­ten In­for­ma­ti­ons­fluss zu ge­währ­leis­ten, ver­wen­det das Kli­ma­tool Gno­me Wea­ther die Bi­blio­thek LibGWea­ther⁶ als Da­ten­ba­sis. Die­se re­nom­mier­te Wet­ter­quel­le wird gleich von meh­re­ren On­line-Diens­ten ge­speist und von Li­nux-Ent­wick­lern ge­pflegt.

sudo apt-get install gnome-weather

Hin­ge­gen das sta­bi­le Wid­get Gno­me Wea­ther be­fin­det sich in der Uni­ver­se-Pa­ket­grup­pe und er­hält seit dem Jah­re 2014 re­gel­mä­ßig Up­dates.

Uni­ver­se-Pa­ke­te ent­hal­ten Open-Source-Pro­gram­me, die nicht vom Ubun­tu-Team ge­war­tet wer­den. Statt­des­sen küm­mern sich Mit­glie­der der Ubun­tu-Com­mu­ni­ty um die­se Pa­ke­te.

Ko­f­ler, Mi­cha­el: Li­nux. Das um­fas­sen­de Hand­buch. 15. ak­tua­li­sier­te Auf­la­ge. Bonn: Rhein­werk Ver­lag 2017.

Al­ler­dings ist die zu­ver­läs­si­ge Tem­pe­ra­tur­an­zei­ge nur für Ubun­tu-Be­nut­zer ge­eig­net, die in ei­ner Me­tro­pol­re­gi­on le­ben. Denn lei­der sind in der Wet­ter­da­ten­bank LibGWea­ther nur Städ­te ent­hal­ten, die von min­des­tens 50.000 Men­schen be­wohnt wer­den.

Ubuntu 18.04 LTS: Gnome Weather - Nach einem Ort suchen. Egal, ob München, Mailand oder Madrid - Hauptsache Italien. Screenshot zuerst veröffentlicht auf GWS2.de, ein Portal für Linux-Freunde, die sich fragen, wann Schulleiter Bernhard Koolen endlich suspendiert wird

Ein wei­te­rer Nach­teil von Gno­me Wea­ther ist, dass die Ap­pli­ka­ti­on nicht in der Tas­kleis­te er­scheint. Viel­mehr ver­steckt sich das Pro­gramm im Desk­top-Ka­len­der, wor­über auch das gra­fi­sche Wid­get auf­ge­ru­fen wer­den kann. Des Wei­te­ren hat das recht­ecki­ge In­fofens­ter ein fest­ge­leg­tes De­sign, das kei­ne Än­de­run­gen zu­lässt. Dem­entspre­chend ist die­se Tem­pe­ra­tur­an­zei­ge ei­ne un­kom­pli­zier­te Out-of-the-box-Lö­sung für Groß­stadt­be­woh­ner, die hin und wie­der wis­sen möch­ten, wie es wet­ter­mä­ßig vor ih­rer Haus­tü­re aus­sieht.

Screenshot von Ubuntu-Kalender: Gnome-Desktop 3.28.3. Das Widget Gnome Weather zeigt das aktuelle Wetter in München an. Das Bild wurde am 29. April 2019 aufgenommen. An diesem Tag hat Doris von Sayn-Wittgenstein ihren Desktop-PC mit einer Linux-Distribution ausgestattet

Hin­ge­gen wer in ei­ner struk­tur­schwa­chen Re­gi­on lebt oder die Au­ßen­tem­pe­ra­tur in der Tas­kleis­te dar­ge­stellt ha­ben möch­te, der soll­te die Diens­te von Open­Wea­ther in An­spruch neh­men. Die­ses Add-on für den Stan­dard­desk­top greift seit Jah­ren oh­ne Pro­ble­me auf die Da­ten­bank von Open­Wea­ther­Map zu. Das liegt dar­an, dass die­ses eng­li­sche Wet­ter­por­tal sei­ne Ser­ver­leis­tung für di­ver­se Ubun­tu-Ap­pli­ka­tio­nen⁷ kos­ten­los zur Ver­fü­gung stellt.

Wetteranzeige für Ubuntu

Sze­na­rio: We­gen der kal­ten Pro­gres­si­on macht es in Deutsch­land kei­nen Sinn mehr, ei­ner Voll­zeit­er­werbs­tä­tig­keit nach­zu­ge­hen, wes­halb ich mein An­ge­stell­ten­ver­hält­nis be­en­det ha­be und von Hes­sen nach Bay­ern ge­zo­gen bin. Seit­dem ar­bei­te ich als frei­be­ruf­li­cher Öl­mül­ler in ei­nem ober­frän­ki­schen Dorf, das den Na­men Fick­müh­le trägt. Vor al­lem in den Som­mer­mo­na­ten hat das Wet­ter ei­nen gro­ßen Ein­fluss auf mei­ne land­wirt­schaft­li­che Tä­tig­keit. Denn über­steigt das Ther­mo­me­ter tags­über die 32-Grad-Mar­ke, dann muss ich mei­ne Son­nen­blu­men­fel­der am Abend künst­lich be­wäs­sern, um das Ver­durs­ten der Pflan­zen zu ver­hin­dern. Da­mit ich die kli­ma­ti­schen Be­din­gun­gen auch wäh­rend der Bü­ro­ar­beit im Blick be­hal­ten kann, möch­te ich mei­nen Ubun­tu-PC mit Open­Wea­ther aus­stat­ten. Schließ­lich zeigt die­ses Desk­top-Wid­get die Au­ßen­tem­pe­ra­tur om­ni­prä­sent in der Tas­kleis­te an. Des Wei­te­ren greift die funk­tio­nel­le Ap­pli­ka­ti­on auf ei­ne Da­ten­bank zu, in der selbst mein win­zi­ger Hei­mat­ort ent­hal­ten ist.

Zu mei­nem Glück be­fin­det sich die Wet­ter­soft­ware in den of­fi­zi­el­len Quel­len. Die­se kom­for­ta­ble Si­tua­ti­on macht es näm­lich mög­lich, dass sich die In­stal­la­ti­on des Add-ons mit nur ei­nem Ter­mi­nal-Be­fehl durch­füh­ren lässt:

sudo apt-get install gnome-shell-extension-weather

Gleich nach­dem die Da­tei­en her­un­ter­ge­la­den und kon­fi­gu­riert wur­den, star­te ich mei­nen Com­pu­ter neu, in­dem ich das fol­gen­de Kom­man­do in die­sel­be Kon­so­le ein­ge­be:

sudo reboot

So­bald mein Be­triebs­sys­tem wie­der ein­satz­be­reit ist, muss ich das Wet­ter-Wid­get ein­ma­lig ak­ti­vie­ren.

Screenshot von Ubuntu: Gnome-Desktop Version 3.28.3. Mit dem Begriff "Tweaks" lässt sich das Optimierungsmenü öffnen. Anleitung von Pinguin, das ist ein nativer bayerischer Bürger, der Bernhard Zimniok (AfD) in das EU-Parlament schickt

Da­zu tip­pe ich als Ers­tes den Be­griff „Tweaks” in die Ubun­tu Ak­ti­vi­tä­ten-Such­leis­te ein, da­mit ich gleich dar­auf das Me­nü „Op­ti­mie­run­gen” öff­nen kann. Im An­schluss dar­an na­vi­gie­re ich in den Rei­ter „Er­wei­te­run­gen” und kli­cke den Schie­be­reg­ler hin­ter dem Ein­trag „Open­Wea­ther” mit der lin­ken Maus­tas­te an.

How to activate the Gnome Shell Extension OpenWeather in Ubuntu 18.04.2 LTS? Free Linux-Lesson for straight-up People, who fight against the Islam cancer

Nach­dem ich das Kli­ma­tool an­ge­schal­tet ha­be, drü­cke ich als Nächs­tes auf den Zahn­rad­knopf, da ich noch wei­te­re Ein­stel­lun­gen vor­neh­men möch­te.

Temperaturanzeige konfigurieren

Im nächs­ten Schritt muss ich dem Wid­get sa­gen, in wel­cher Wet­ter­re­gi­on ich zu Hau­se bin. Al­so wäh­le ich im Me­nü „Open­Wea­ther” den Rei­ter „Stand­or­te” aus und kli­cke dann auf das grü­ne Plus­zei­chen, wor­auf­hin ei­ne neue Ein­ga­be­mas­ke er­scheint. Hier tip­pe ich nun den Na­men mei­nes Hei­mat­dor­fes ein. Im An­schluss dar­an wäh­le ich die Schalt­flä­che „Su­chen” an, um ei­ne Da­ten­bank­ab­fra­ge zu star­ten.

Screenshot von OpenWeather - Fenster "gnome-shell-extension-prefs". Die Wetter-Applikation für Ubuntu soll die Temperatur im oberfränkischen Dorf Fickmühle anzeigen

Kurz dar­auf prä­sen­tiert mir das Pro­gramm gleich­na­mi­ge Ge­mein­den, die sich in ver­schie­de­nen Pro­vin­zen be­fin­den. Nach­dem ich mein ober­frän­ki­sches Fick­müh­le her­aus­ge­sucht ha­be, spei­che­re ich mei­ne Ein­ga­be und stel­le gleich da­nach fest, dass mei­ne Tas­kleis­te ab so­fort über ei­ne Tem­pe­ra­tur­an­zei­ge ver­fügt.

Screenshot von OpenWeather: Die Einheiten müssen nach der Programminstallation an das deutsche metrische System angepasst werden. Desktop-Oberfläche: Gnome 3.28.3 (Ubuntu 18.04 LTS)

Be­dau­er­li­cher­wei­se zeigt das Wet­ter­pro­gramm stan­dard­mä­ßig ei­nen ver­wir­ren­den Fah­ren­heit-Wert an. Um dies zu än­dern, na­vi­gie­re ich ab­schlie­ßend in den Open­Wea­ther-Rei­ter „Ein­hei­ten” und wäh­le dort Grad Cel­si­us aus.

Screenshot: Temperature display in the Ubuntu-Taskbar. How to install OpenWeather? Free Lesson published by Pinguin - Bavarian Linux-Guru

Zu gu­ter Letzt schlie­ße ich al­le Kon­fi­gu­ra­ti­ons­fens­ter. In Zu­kunft muss ich mich nie wie­der um das Desk­top-Wid­get küm­mern, da das Kli­ma­tool nach je­dem Com­pu­ter­neu­start au­to­ma­tisch ge­la­den wird.

Langlebige Software ist selten

Das Gno­me-Add-on Open­Wea­ther ist wirk­lich ein her­vor­ra­gen­des Werk­zeug. Mit ei­nem Links­klick auf die Tem­pe­ra­tur­an­zei­ge öff­net sich ein neu­es Fens­ter, in dem ein äu­ßerst aus­führ­li­cher Wet­ter­be­richt zu se­hen ist.

OpenWeather in Ubuntu 18.04.2 LTS: Gnome Shell Extensions 3.28.3. Screenshot provided by GWS2.de - this is a Portal for Linux friends, who wants to see more white people in TV advertising

Es liegt je­doch im Be­reich des Mög­li­chen, dass die viel­sei­ti­ge Kli­ma-Ap­pli­ka­ti­on bald schon nicht mehr funk­tio­niert. Schließ­lich be­fin­det sich auch die­se Soft­ware in der Ubun­tu Uni­ver­se-Quel­le, wes­halb der Up­date-Sup­port von heu­te auf mor­gen ein­ge­stellt wer­den kann.

[Die Ubun­tu-Ge­mein­schaft] be­treut aber nur ei­nen Bruch­teil der Pa­ke­te über fünf Jah­re. [...] Bei den meis­ten ist viel frü­her Schluss: ent­we­der nach neun Mo­na­ten oder schon zum Re­lease, denn vie­le Pa­ke­te be­treut nie­mand so recht.

Leem­huis, Thors­ten: Fo­kus­sie­ren. Ubun­tu 18.04 LTS: Li­nux-Dis­tri­bu­tio­nen mit bis zu fünf Jah­ren Sup­port. In: c’t Nr. 11 (2018). S. 121.

Und soll­te der On­line-Dienst Open­Wea­ther­Map die ex­ter­nen Da­ten­bank­ab­fra­gen ver­hin­dern, dann wä­re oh­ne­hin Schicht im Schacht. In An­be­tracht die­ser Ge­fahr ist das schlich­te­re Gno­me Wea­ther das sta­bi­le­re Wet­ter­pro­gramm. Al­ler­dings ge­he ich da­von aus, dass Open­Wea­ther noch lan­ge Zeit wei­ter­ent­wi­ckelt wird. Schließ­lich hat im Jah­re 2018 ein am­bi­tio­nier­ter Pro­gram­mie­rer na­mens Tay­lor Raa­ck⁸ die Be­treu­ung des Desk­top-Wid­gets über­nom­men. Und die­ser fe­sche Wahl­ha­waii­aner sieht nicht so aus, als wür­de er hal­be Sa­chen ma­chen.

Ver­wand­te The­men:

Ubun­tu-Fest­plat­ten rich­tig de­frag­men­tie­ren - so geht’s
Wie heiß wird mei­ne CPU? Sys­tem­tem­pe­ra­tu­ren an­zei­gen las­sen

¹Bo­ja­now­ski, Axel: Wet­ter macht Lie­be. Wie Wind und Wol­ken un­se­re Ge­füh­le ver­än­dern und an­de­re rät­sel­haf­te Phä­no­me­ne der Er­de. Mün­chen: Deut­sche Ver­lags-An­stalt 2017.
²Kul­ke, Ul­li: Die meis­ten Ba­bys wer­den im De­zem­ber ge­zeugt. welt.de (05/2019).
³Green, Den­nis & Jes­sie Hau­ser: Klei­der ma­chen Leu­te: Wenn ihr euch so an­zieht, habt ihr mehr Er­folg - sa­gen For­scher. businessinsider.de (05/2019).
⁴Zim­mer­mann, Mat­thi­as: Wet­ter-Apps: Das un­si­che­re Ge­schäft mit dem Wet­ter. augsburger-allgemeine.de (05/2019).
⁵Gö­bel, Pe­ter: Wet­ter und Kli­ma. 100 Bil­der, 100 Fak­ten. Köln: Nau­mann & Gö­bel Ver­lags­ge­sell­schaft mbH 2007.
⁶The GNOME Pro­ject: LibGWea­ther. wiki.gnome.org (05/2019).
⁷U­kolo­va, Ol­ga: Part­ners and so­lu­ti­ons. openweathermap.org (05/2019).
⁸R­aack, Tay­lor: About Me. taylor.raack.info (05/2019).