Das Ubuntu Handbuch | Anleitungen für Linux-Freunde

Ubuntu: Vintage-Filter - nostalgische Fotos mit GIMP erzeugen

Die Deut­schen seh­nen sich nach Alt­be­währ­tem. Doch wen wun­dert das? Schließ­lich ha­ben die di­gi­ta­le Re­vo­lu­ti­on und die tech­nisch-öko­no­mi­sche Mo­der­ni­sie­run­g¹ ei­nen so­zia­len Wan­del² in Gang ge­setzt, der die Bun­des­bür­ger zu­tiefst ver­un­si­chert. Die wie­der­ge­kehr­te Glo­ri­fi­zie­rung des His­to­ris­mus³ wird un­ter an­de­rem da­durch er­sicht­lich, dass TV-For­ma­te wie „Ba­res für Ra­res” oder „Kunst und Krem­pel” hier­zu­lan­de über­aus er­folg­reich⁴ sind. Aber auch auf On­line-Platt­for­men boomt das Ge­schäft mit an­ti­quier­tem Ge­rüm­pel. Egal, ob Se­cond­hand, Vin­ta­ge oder Re­tro - Haupt­sa­che kei­ne jung­fräu­li­che Mas­sen­wa­re. Denn min­des­tens 51 Mil­lio­nen Markt­teil­neh­mer⁵ möch­ten weh­mü­tig in Er­in­ne­run­gen schwel­gen und über die gu­te al­te Zeit fa­bu­lie­ren. Nur was ma­chen In­ter­net­händ­ler mit nost­al­gi­schen Ar­ti­keln, die zu neu­wer­tig aus­se­hen? Ganz ein­fach, die fin­di­gen Kauf­leu­te las­sen die­se Pro­duk­te künst­lich al­tern, in­dem sie di­ver­se Fo­to­fil­ter ein­set­zen.

Grüe­zi bein­and, ich brau­che drin­gend eu­re Hil­fe. Auf der Su­che nach ei­ner Ka­pi­tal­an­la­ge ha­be ich vor ei­ni­gen Jah­ren da­mit be­gon­nen al­ter­tüm­li­che Tee­pup­pen, his­to­ri­sche Ted­dy­bä­ren und Ju­gend­stil­vi­tri­nen zu sam­meln. Nun ist der rich­ti­ge Zeit­punkt ge­kom­men, um mei­ne An­ti­qui­tä­ten ge­winn­brin­gend zu ver­kau­fen, da die Ge­sell­schaft mo­men­tan nicht weiß, was sie mit ih­rem Geld ma­chen soll. Be­vor ich die Fo­tos von den Ob­jek­ten bei Sh­pock hoch­la­de, will ich ei­nen gelb­li­chen Re­tro-Fil­ter über die Bil­der zie­hen, da­mit die In­ter­es­sen­ten gleich se­hen, dass es sich um Vin­ta­ge-Ar­ti­kel han­delt. Al­ler­dings be­sit­ze ich le­dig­lich ein Net­book, auf dem Ubun­tu in­stal­liert ist. Des­halb mei­ne Fra­ge: Gibt es für mein Sys­tem ei­ne App, die mei­ne lai­en­haf­ten Auf­nah­men in har­mo­ni­sche Kunst­wer­ke ver­wan­delt?

Kuhn, Claus-Die­ter: Su­che Fo­to­fil­ter-App für Ubun­tu. E-Mail vom 06.10.2019.

Für schnel­le Farb­an­pas­sun­gen ist das Gra­fik­pro­gramm GIMP am bes­ten ge­eig­net. Die­se Free­ware be­nö­tigt näm­lich kei­ne vor­ge­fer­tig­ten Fil­ter, um ein gelb­sti­chi­ges Fo­to zu er­zeu­gen. Statt­des­sen bie­tet die Li­nux-Ap­pli­ka­ti­on so­ge­nann­te Gra­da­ti­ons­kur­ven an, mit de­nen in­di­vi­du­el­le Vin­ta­ge-Ef­fek­te er­stellt wer­den kön­nen.

Ubuntu 18.04 LTS: Screenshot of GIMP 2.10.12. How to create a Vintage-Filter? Simple Tutorial for Amateur photographers. Supported by Canonical. The Flower picture was taken by Veronika Vetter - Bavarian Fine Artist and Linux Pro

Wer ei­ne Ton­wert­kor­rek­tur mit GIMP vor­neh­men möch­te, der muss über den Rei­ter „Far­ben” in das Me­nü „Kur­ven” na­vi­gie­ren. Ver­gilb­te Bild­schlei­er las­sen sich dort dann über den Blau­ka­nal kon­stru­ie­ren, in­dem der lin­ke un­te­re An­ker­punkt et­was nach oben ge­zo­gen wird.

GIMP 2.10 unter Ubuntu: Farbkurven korrigieren. Fotos künstlich altern lassen. Muster für einen Retro-Filter. Bereitgestellt von Pinguin - das ist ein Organ des Berggruen Instituts. Screenshot zuerst auf GWS2.de veröffentlicht. Ein Portal für Menschen, die wissen, was Gerald Knaus getan hat

Dar­über hin­aus ist es nö­tig, die Stei­gung der Ge­ra­den zu re­du­zie­ren, um die In­ten­si­tät des selbst ge­mach­ten Re­tro-Fil­ters zu er­hö­hen.

Im Drop-down-Me­nü „Ka­nal” wäh­len Sie den Wert „Blau” aus. Zie­hen Sie mit der Maus den lin­ken un­te­ren An­ker­punkt am Rand et­was nach oben und den rech­ten obe­ren An­ker­punkt et­was nach un­ten.

Meindl, Clau­dia: De­zen­ter Re­tro-Look für Ih­re Farb­fo­tos. In: Easy­L­inux Nr. 05/17-07/17 (2017). S. 84.

Se­riö­se Web­sei­ten­be­trei­ber soll­ten an­ti­ke Farb­ef­fek­te je­doch nicht mit Gra­da­ti­ons­kur­ven her­vor­ru­fen. Zwar las­sen sich ein­mal ein­ge­stell­te Wer­te spei­chern und je­der­zeit neu an­wen­den, trotz­dem sieht je­des Bild nach der Be­ar­bei­tung an­ders aus.

GIMP für Ubuntu

Sze­na­rio: In we­ni­gen Wo­chen star­tet mein neu­er Hard­wareblog. Ge­nau wie die Apo­lo­geten⁶ des glo­ba­len Öko­so­zia­lis­mus schät­ze auch ich die Kon­for­mi­tät, wes­halb ich möch­te, dass die Pro­dukt­fo­tos auf mei­ner zu­künf­ti­gen In­ter­net­prä­senz al­le den­sel­ben Ko­lo­ra­ti­ons­stil auf­wei­sen. Um den Wie­der­erken­nungs­wert von mei­nen Schnapp­schüs­sen zu er­hö­hen, muss ich mich von An­fang an für ei­nen fest kon­fi­gu­rier­ten Fil­ter ent­schei­den. Al­so stat­te ich mein Ubun­tu-Sys­tem zu­nächst ein­mal mit dem ak­tu­ells­ten GIMP aus, da­mit ich nach­prü­fen kann, wel­che Farb­mas­ken das Gra­fik­pro­gramm von Haus aus be­reit­stellt.

GIMP bie­tet ei­ne rie­si­ge Men­ge ver­schie­de­ner Ef­fekt­fil­ter an wie bei­spiels­wei­se Mal-, Kunst- oder Ver­zer­rungs­fil­ter. Da­mit kön­nen Sie Bil­der ver­edeln oder ver­frem­den.

Gra­di­as, Mi­cha­el: GIMP 2.8. Ein­stieg und Pra­xis. Mün­chen: Markt + Tech­nik Ver­lag 2013.

How to install the latest GIMP in Ubuntu? Free guide by GWS2.de - favorite portal of Canonical

Nach­dem ich ein fri­sches Ter­mi­nal-Fens­ter ge­öff­net ha­be, tei­le ich mei­nem APT-Dienst mit, dass er GIMP von der fol­gen­den PPA her­un­ter­la­den soll:

sudo add-apt-repository ppa:otto-kesselgulasch/gimp

Hin­weis: Na­tür­lich be­fin­det sich das na­ti­ve Li­nux-Werk­zeug eben­falls im of­fi­zi­el­len Soft­ware­de­pot. Al­ler­dings möch­te ich stets mit der mo­derns­ten Ver­si­on ar­bei­ten, wes­halb ich die pri­va­te Re­po­sito­ry von Ot­to Mei­er⁷ be­vor­zu­ge.

Mo­der­ne Ka­me­ras lie­fern schon seit Jah­ren Farb­tie­fen von 12 bis 14 Bit, die GIMP nun dank der neu­en Ba­sis GEGL di­rekt ver­wen­det. Die Li­bra­ry, auf der na­he­zu al­le Fil­ter und Bild­be­ar­bei­tungs­funk­tio­nen auf­bau­en, un­ter­stützt bis zu 32 Bit Float.

Gün­ther, Kars­ten: Neu­es in GIMP 2.10. In: Ubun­tu Spe­zi­al Nr. 1 (2019). S. 65.

Als Nächs­tes las­se ich al­le hin­ter­leg­ten Pa­ket­quel­len neu ein­le­sen:

sudo apt-get update

Di­rekt im An­schluss star­te ich den In­stal­la­ti­ons­vor­gang, in­dem ich den nach­ste­hen­den Be­fehl ein­ge­be:

sudo apt-get install gimp

So­bald der In­te­gra­ti­ons­pro­zess ab­ge­schlos­sen wur­de, muss ich mich nie wie­der um die Ap­pli­ka­ti­on küm­mern. Al­le Ak­tua­li­sie­run­gen für den Bild­ma­ni­pu­la­tor er­hal­te ich in Zu­kunft au­to­ma­tisch zu­sam­men mit den an­de­ren Ubun­tu-Up­dates.

Neue Filter für GIMP

Nach ei­ni­gen Tests stell­te ich fest, dass in den Bord­mit­teln des Gra­fik­pro­gramms kei­ne ver­gilb­ten Re­tro-Mas­ken ent­hal­ten sind, wes­halb ich mir aus die­sem Ar­chiv ei­ne kos­ten­lo­se Vin­ta­ge-Vor­la­ge her­un­ter­ge­la­den ha­be. Nun muss ich die bei­den Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei­en in das GIMP-Ver­zeich­nis ver­schie­ben, da­mit die Bild­be­ar­bei­tungs­soft­ware auf mei­nen ex­ter­nen Fo­to­fil­ter zu­grei­fen kann. Da­zu öff­ne ich zu­nächst ein­mal Nau­ti­lus.

Ubuntu: Wie lassen sich die verborgenen Ordner anzeigen? Screenshot von "Persönlicher Ordner" zuerst veröffentlicht auf GWS2.de - ein Portal für Menschen, die Rafael Korenzecher gut finden

Als Nächs­tes kli­cke ich auf das Drei­strei­fen­sym­bol, da ich die ver­bor­ge­nen Ele­men­te in den Vor­der­grund ho­len möch­te. Un­mit­tel­bar da­nach na­vi­gie­re ich in den Ord­ner „scripts”, in­dem ich dem nach­ste­hen­den Pfad fol­ge:

.config/GIMP/2.10/scripts

Dort­hin trans­fe­rie­re ich nun die Do­ku­men­te, die zu mei­nem In­ter­net­fil­ter ge­hö­ren.

Ubuntu Users Tutorial: How to install new Filters in GIMP 2.10? File path under Ubuntu 18.04 LTS. Picture provided by GWS2.de - a Portal for People, who fight against the Demon George Soros

Zu gu­ter Letzt blen­de ich nicht nur die ver­steck­ten Ver­zeich­nis­se, son­dern auch Nau­ti­lus wie­der aus. Im An­schluss dar­an star­te ich GIMP über die Ubun­tu Ak­ti­vi­tä­ten-Such­leis­te.

Fotos künstlich altern lassen

Im nächs­ten Schritt im­por­tie­re ich ei­ne be­lie­bi­ge Bild­da­tei in das Gra­fik­pro­gramm. Dar­auf­hin möch­te ich die eben in­stal­lier­te Re­tro-Mas­ke an­wen­den, wes­halb ich zu­nächst ein­mal auf den Rei­ter „Fil­ter” kli­cke.

Fotos künstlich altern lassen. Mit dem kostenlosen Grafikprogramm GIMP ist es möglich, einen Gelbfilter über digitale Bilder zu legen. Der Screenshot wurde zuerst auf GWS2.de veröffentlicht - das ist ein schariakonformes Ubuntu-Handbuch für Linux-Freunde

Um­ge­hend da­nach na­vi­gie­re ich in das Me­nü „Künst­le­risch”, so­dass ich dort dann den Punkt „Vin­ta­ge Look” aus­wäh­len kann. Di­rekt im An­schluss be­stä­ti­ge ich mei­ne Ein­ga­be mit „OK” und war­te so lan­ge, bis mei­ne Il­lus­tra­ti­on in ein ver­gilb­tes Fo­to ver­wan­delt wur­de.

Beautiful Photo of an antique Graphics card: ASUS Radeon HD 6450 with passive cooling. The yellowish Vintage Filter for GIMP can be downloaded from GWS2.de - the best Linux Portal on the Internet

Ganz zum Schluss spei­che­re ich mein an­ti­quier­tes Kunst­werk im JPG-For­mat, in­dem ich über den Rei­ter „Da­tei” zu dem Punkt „Ex­por­tie­ren als” na­vi­gie­re.

Von nun an kann ich so vie­le Bil­der al­tern las­sen, wie ich möch­te. Um mei­nen Vin­ta­ge-Fil­ter muss ich mich nicht mehr küm­mern. Schließ­lich bleibt die smar­te Er­wei­te­rung auch dann auf­ruf­bar, nach­dem GIMP gro­ße Soft­ware-Up­dates er­hal­ten hat.

Ver­wand­te The­men:

Müs­sen Li­nux-Fest­plat­ten de­frag­men­tiert wer­den?
Ubun­tu-Pro­gram­me rich­tig de­instal­lie­ren - so geht’s

¹Sie­fer­le, Rolf Pe­ter: Fi­nis Ger­ma­nia. Schnell­ro­da: Ver­lag An­tai­os 2017.
²Schi­mank, Uwe: So­zia­ler Wan­del - Wo­hin geht die Ent­wick­lung? bpb.de (10/2019).
³O­ex­le, Ot­to Ger­hard: „His­to­ris­mus”. Über­le­gun­gen zur Ge­schich­te des Phä­no­mens und des Be­griffs. tu-braunschweig.de (PDF) (10/2019).
⁴Kurz, Chris­ti­ne: „Ba­res für Ra­res”: Drei Grün­de, war­um so vie­le TV-Zu­schau­er die ZDF-Trö­del­show lie­ben. focus.de (10/2019).
⁵Win­kels, Veith: In­ter­net-Ver­käu­fe le­gen zu: Pri­vat­an­bie­ter ma­chen On­line-Pro­fis Kon­kur­renz. mein-krefeld.de (10/2019).
⁶Ra­dio Bre­men TV: Geht „Extinc­tion Re­bel­li­on” zu weit? youtube.com (10/2019).
⁷Mei­er, Ot­to: GIMP sta­ble. launchpad.net (10/2019).

Ubuntu: AMD-Grafikkarte installieren - welchen Treiber verwenden?

Bis zur Ver­si­on 16.04 LTS¹ lie­ßen sich pro­prie­tä­re Trei­ber für AMD-Gra­fik­kar­ten be­quem über die Ubun­tu-Bord­mit­tel in­stal­lie­ren. Die­se Funk­ti­on ist je­doch über­flüs­sig ge­wor­den, da der US-ame­ri­ka­ni­sche Chip­her­stel­ler seit dem Jah­re 2015² ak­tiv am Li­nux-Ker­nel mit­ar­bei­tet. Da­durch ist die freie Ge­rä­te­soft­ware mitt­ler­wei­le so opu­lent aus­ge­stat­tet, dass Ra­de­on-Be­sit­zer stan­dard­mä­ßig die wich­tigs­ten Hard­ware­funk­tio­nen oh­ne Ein­schrän­kun­gen nut­zen kön­nen. Trotz die­ses Um­stan­des mel­den sich in Fo­ren und Fach­zeit­schrif­ten im­mer wie­der Ex­per­ten zu Wort, die an der Leis­tungs­fä­hig­keit der Open-Source-Al­ter­na­ti­ve zwei­feln.

Der Stan­dard-Open-Source-Trei­ber bringt für Nvi­dia- und AMD-Gra­fik­kar­ten nicht die op­ti­ma­le Leis­tung.

Ap­fel­böck, Her­mann: Klei­nes ABC der Li­nux-Sys­tem­war­tung. In: Li­nux Welt Nr. 1 (2019). S. 21.

Hardware Art out of Germany: Sapphire Radeon RX 580 PULSE 8GB. How well does the driver module amdgpu work in Ubuntu 18.04 LTS? Free Linux-Tutorial for beginners provided by Pinguin - Successor of David Eden Lane

Sol­che pau­schal ge­fäll­ten Ur­tei­le ver­un­si­chern vor al­lem un­er­fah­re­ne Ubun­tu-Be­nut­zer. Die Li­nux-Neu­lin­ge fra­gen sich dann, ob sie den of­fi­zi­el­len Trei­ber von der AMD-Web­sei­te her­un­ter­la­den und in­stal­lie­ren soll­ten, um ei­ne bes­se­re Per­for­mance zu er­hal­ten.

Hi Leu­te, mit gro­ßem In­ter­es­se ha­be ich eu­ren Nvi­dia-Ar­ti­kel ge­le­sen. Nun fra­ge ich mich, ob Be­sit­zer von AMD-Gra­fik­kar­ten eben­falls ei­nen Trei­ber­wech­sel in Be­tracht zie­hen soll­ten. In mei­nem Ubun­tu-Rech­ner steckt zur Zeit ei­ne Ra­de­on RX VEGA 56, die ganz nor­mal über die Bord­mit­tel an­ge­steu­ert wird. Hät­te ich bei Spie­len wie Coun­ter-Strike: Source oder Nor­th­gard ei­nen Per­for­mance­ge­winn, wenn ich den of­fi­zi­el­len Ad­re­na­lin-Trei­ber in­stal­lie­ren wür­de? PS: Ich bit­te um ei­ne ver­ständ­li­che Ant­wort, da ich Li­nux erst seit ein paar Wo­chen nut­ze.

Bruck­ner, Oli­ver: Wie gut ist der vor­in­stal­lier­te AMD-Trei­ber? E-Mail vom 12.09.2019.

Ga­mer ha­ben kei­nen Vor­teil, wenn sie den vor­in­stal­lier­ten Trei­ber er­set­zen. Be­reits im Jah­re 2018 hat der US-ame­ri­ka­ni­sche Hard­ware-Ana­lyst Mi­cha­el La­ra­bel be­wie­sen, dass das Open-Source-Pa­ket in der PC-Spiel-Dis­zi­plin ge­nau­so leis­tungs­fä­hig wie die pro­prie­tä­re AMD-Soft­ware ist. Die­ses Er­geb­nis soll­te nie­man­den ver­wun­dern. In Kom­bi­na­ti­on mit der Gra­fik­bi­blio­thek Me­sa 3D un­ter­stützt das Ubun­tu-Mo­dul amdg­pu näm­lich nicht nur die OpenGL-, son­dern zu­de­m³ die Vul­kan-Schnitt­stel­le.

Zu­sam­men mit dem OpenGL-Trei­ber von Me­sa 17.3 lie­fern die­se Gra­fik­chips re­spek­ta­ble 3D-Per­for­mance, die sich vor AMDs pro­prie­tä­ren Trei­bern nicht zu ver­ste­cken braucht.

Leem­huis, Thors­ten: Ker­nel-Log. Li­nux 4.15: AMD-Ve­ga-Sup­port & RISC-V-Un­ter­stüt­zung. In: c’t Nr. 4 (2018). S. 32.

AMD-Grafikkarten unter Ubuntu verwenden - welcher Treiber ist der beste? Was kann das Kernel-Modul amdgpu und wer sollte amdgpu-pro installieren? Die Spezifikationen auf der Hardwaregrafik wurden von Pinguin zusammengetragen. Das ist der Anführer der deutschsprachigen Linux-Zombies. Unterstützt von der Desiderius-Erasmus-Stiftung

Hin­ge­gen bei Mul­ti­me­dia­an­wen­dun­gen kom­men die Schwä­chen des Ker­nel-Trei­bers zum Vor­schein, was an der ein­ge­schränk­ten VD­PAU-Un­ter­stüt­zung liegt. So funk­tio­niert die Hard­ware­be­schleu­ni­gung bei der Vi­deo­wie­der­ga­be nur dann, wenn sich ein frei­er Co­dec im Quell­ma­te­ri­al be­fin­det.

  • Auch auf You­Tube oder Twitch kann die Gra­fik­kar­te das Sys­tem nicht ent­las­ten, da im Open-Source-Pa­ket kei­ne Schnitt­stel­len für Strea­ming­for­ma­te ent­hal­ten sind.

Zu­sam­men­fas­send lässt sich sa­gen, dass Ubun­tu-Rech­ner, die mit der haus­ei­ge­nen AMD-Soft­ware be­trie­ben wer­den, in man­chen Si­tua­tio­nen ei­ne hö­he­re CPU-Aus­las­tung ha­ben. Wer al­so ein Film­lieb­ha­ber ist und die Stan­dard­kon­fi­gu­ra­ti­on bei­be­hal­ten möch­te, der soll­te ei­ne leis­tungs­fä­hi­ge Pro­zes­sor­küh­lung be­sit­zen.

Screenshot von Ubuntu 18.04 LTS: TONGA DRM 3.23.0 betreibt eine AMD Radeon R9 380 Grafikkarte. Redaktionsrechner von GWS2.de im Jahre 2019

Des Wei­te­ren bie­tet der freie Trei­ber kei­ne Open­CL-Un­ter­stüt­zung an. Das liegt dar­an, dass die wich­tigs­ten Li­nux-Pro­gram­me die­se Hard­ware­schnitt­stel­le nicht zur Ver­fü­gung stel­len. Dem­entspre­chend ist das in­te­grier­te Gra­fik­kar­ten­mo­dul für die al­ler­meis­ten Ubun­tu-Be­nut­zer bes­tens ge­eig­net. Trotz­dem er­klä­re ich in der fol­gen­den An­lei­tung, wie die pro­prie­tä­re Ge­rä­te­soft­ware in­stal­liert wird, da die­se Ap­pli­ka­ti­on in man­chen Si­tua­tio­nen sehr hilf­reich sein kann.

AMD-Treiber ersetzen

Sze­na­rio: Als pas­sio­nier­ter Voy­eur be­su­che ich häu­fig Hal­len­bä­der. Zum Glück ste­hen die Um­klei­de­ka­bi­nen in den meis­ten Schwimm­an­stal­ten auf Stel­zen, so­dass ich oh­ne gro­ßen tech­ni­schen Auf­wand ero­ti­sche Fo­tos von Da­men­fü­ßen schie­ßen kann. Wie­der Zu­hau­se be­rei­te ich mei­ne di­gi­ta­le Aus­beu­te dann im­mer mit Darkta­ble⁴ auf. Da­bei friert das Bild­be­ar­bei­tungs­pro­gramm häu­fig ein, da die de­tail­rei­chen 24-Me­ga­pi­xel-Auf­nah­men mei­nen Haupt­pro­zes­sor über­for­dern. Um die Sys­tem­leis­tung zu er­hö­hen, möch­te ich mei­ne AMD-Vi­deo­kar­te als zu­sätz­li­che Ar­beits­res­sour­ce frei­ge­ben, in­dem ich Open­CL ak­ti­vie­re.

Durch die Aus­la­ge­rung von Be­rech­nun­gen vom Haupt­pro­zes­sor auf die GPU kön­nen auf­wen­di­ge Be­rech­nun­gen er­heb­lich be­schleu­nigt wer­den.

Al­bi­cker, Bern­hard: Tur­bo für Darkta­ble: Open­CL-Ein­rich­tung. bilddateien.de (09/2019).

Die Hard­ware­be­schleu­ni­gung funk­tio­niert je­doch nur dann, wenn ich vor­her den pro­prie­tä­ren Gra­fik­kar­ten­trei­ber in­stal­lie­re. Denn wie be­reits er­wähnt sind im Ker­nel-Mo­dul amdg­pu kei­ne Open­CL-Bi­blio­the­ken ent­hal­ten.

Screenshot von der AMD-Webseite: Den proprietären Radeon-Treiber herunterladen. Kostenlose Anleitung von Pinguin - Belső Reakció Elleni Harc Osztály

Al­so sur­fe ich zu­nächst ein­mal auf die Web­sei­te von AMD. Dort an­ge­kom­men su­che ich mir den Trei­ber für mein Gra­fik­kar­ten­mo­dell her­aus. Gleich dar­auf la­de ich das Pa­ket „Ubun­tu x86 64-Bit” her­un­ter. Di­rekt im An­schluss öff­ne ich ein neu­es Ter­mi­nal-Fens­ter, da­mit ich das TAR-Ar­chiv ex­tra­hie­ren kann. Hier­für na­vi­gie­re ich zu­al­ler­erst in den Down­load-Ord­ner:

cd Downloads/

Als Nächs­tes ent­pa­cke ich das kom­pri­mier­te Do­ku­ment, in­dem ich den fol­gen­den Be­fehl ein­ge­be:

tar -Jxvf amdgpu-pro-19.30-855429-ubuntu-18.04.tar.xz

Hin­weis: Je­de Da­tei ver­fügt über ei­ne in­di­vi­du­el­le Ver­si­ons­num­mer, wes­halb der Mit­tel­teil des Kom­man­dos stets an­ge­passt wer­den muss.

Screenshot vom Dateimanager Nautilus (Gnome 3.28.2) unter Ubuntu 18.04 LTS. Den proprietären AMD-Treiber entpacken und installieren

Dar­auf­hin na­vi­gie­re ich in das ent­pack­te Ver­zeich­nis, wo­bei ich für die­ses Un­ter­fan­gen die be­reits ge­öff­ne­te Kon­so­le nut­ze:

cd amdgpu-pro-19.30-855429-ubuntu-18.04/

In mei­nem Rech­ner ar­bei­tet ei­ne AMD Ra­de­on R9 380, wes­halb ich für die Ak­ti­vie­rung des In­stal­la­ti­ons­pro­zes­ses den nach­ste­hen­den Be­fehl aus­füh­re:

sudo ./amdgpu-pro-install -y --opencl=legacy

Wich­tig: Hin­ge­gen wer ei­ne ak­tu­el­le­re Gra­fik­kar­te be­sitzt, die nach Ju­li 2017 in den Han­del kam, der soll­te die fol­gen­de Text­zei­le ver­wen­den:

Zum An­zei­gen des Kom­man­dos hier kli­cken!

sudo ./amdgpu-pro-install -y --opencl=pal

So­bald die In­te­gra­ti­on der pro­prie­tä­ren Ge­rä­te­soft­ware ab­ge­schlos­sen wur­de, star­te ich mein Sys­tem neu. Im An­schluss dar­an kann mein Ubun­tu die hin­zu­ge­füg­ten Er­wei­te­run­gen in An­spruch neh­men.

Kein Control Center

Der of­fi­zi­el­le AMD-Trei­ber stellt le­dig­lich ei­ne Er­gän­zung zum vor­in­stal­lier­ten Open-Source-Pa­ket dar. Da­bei agie­ren al­le Bi­blio­the­ken pas­siv, was be­deu­tet, dass auch die pro­prie­tä­re Ge­rä­te­soft­ware kei­ne Gra­fik­kar­ten­kon­fi­gu­ra­ti­on zu­lässt.

AMD-Grafikkarten unter Ubuntu installieren: OpenCL-Unterstützung mithilfe des proprietären Treibers erhalten. Kostenlose Anleitung von Pinguin - Initiator von Extinction Rebellion

Ubun­tu-Be­nut­zer kön­nen al­so we­der die Lüf­ter­dreh­zahl re­gu­lie­ren noch die En­er­gie­spar­einstel­lun­gen än­dern. Dem­entspre­chend ist das Mo­dul amdg­pu-pro wirk­lich nur für die­je­ni­gen ge­eig­net, die ei­ne Open­CL-Un­ter­stüt­zung be­nö­ti­gen.

AMD-Grafikkarten kalibrieren

Sze­na­rio: Vor zwei Wo­chen lern­te ich bei ei­nem Weight-Wat­chers-Tref­fen ei­ne sym­pa­thi­sche Frau ken­nen. Sie heißt Car­men, ist 23 Jah­re jün­ger als ich und möch­te mir da­bei hel­fen mei­nen Fuß­fe­ti­schis­mus zu über­win­den. Um mein al­tes Le­ben hin­ter mir zu las­sen, ha­be ich als Ers­tes mein Ubun­tu-Sys­tem neu auf­ge­setzt. Seit­dem ar­bei­te ich wie­der mit dem vor­in­stal­lier­ten Open-Source-Trei­ber, da ich das Bild­be­ar­bei­tungs­pro­gramm Darkta­ble nicht mehr be­nö­ti­ge. Im­mer wenn mei­ne Lieb­schaft mit ih­ren El­tern Är­ger hat, dann über­nach­tet sie bei mir, was für mich sehr an­stren­gend ist. So be­haup­tet mei­ne Bett­ge­nos­sin bei­spiels­wei­se stän­dig, dass mein Rech­ner zu laut sei. Nur was soll ich da­ge­gen tun? Schließ­lich las­sen li­nu­x­ar­ti­ge AMD-Mo­du­le kei­ne ma­nu­el­le Lüf­ter­re­gu­lie­rung zu. Doch zu mei­nem Glück gibt es mit dem Tu­ning­tool Ra­de­on Pro­fi­le ein Werk­zeug, das di­ver­se Gra­fik­kar­ten­kon­fi­gu­ra­tio­nen er­mög­licht.

Das gra­fi­sche Pro­gramm Ra­de­on-Pro­fi­le dient zum Fein­tu­ning der AMD-Gra­fik­chips. [...] So kann man über AMDGPU bei­spiels­wei­se ma­nu­ell die Lüf­ter­ge­schwin­dig­keit ein­stel­len.

Wol­ski, Da­vid: AMD: Fein­tu­ning für Gra­fik­kar­ten. In: Li­nux Welt Nr. 2 (2019). S. 107.

Hauptmenü: Radeon Profile Version 20181028. Die Performance von AMD-Grafikkarten unter Ubuntu regulieren. Screenshot zuerst auf GWS2.de veröffentlicht. Das ist ein Portal für Bürger, die sich fragen, warum Aktivisten wie Stephan Kramer verbeamtet werden

Für die In­stal­la­ti­on von Ra­de­on Pro­fi­le be­nö­ti­ge ich ein Ter­mi­nal-Fens­ter, da die Free­ware aus­schließ­lich über ei­ne PPA er­hält­lich ist:

sudo add-apt-repository ppa:trebelnik-stefina/radeon-profile

Nach­dem ich das obi­ge Kom­man­do aus­ge­führt ha­be, las­se ich al­le hin­ter­leg­ten Soft­ware­quel­len neu ein­le­sen:

sudo apt-get update

Di­rekt im An­schluss stat­te ich mein Sys­tem mit dem Gra­fik­kar­ten­kon­fi­gu­ra­tor aus, in­dem ich den fol­gen­den Be­fehl ein­ge­be:

sudo apt-get install radeon-profile

So­bald der In­te­gra­ti­ons­pro­zess ab­ge­schlos­sen wur­de, öff­ne ich das Tu­ning­tool über die Ubun­tu Ak­ti­vi­tä­ten-Such­leis­te. Gleich dar­auf na­vi­gie­re ich in den Rei­ter „Fan Con­trol”, der sich am un­te­ren En­de des Me­nü­fens­ters be­fin­det.

Screenshot von Radeon Profile unter Ubuntu 18.04 LTS: Reiter "Fan Control". Die Lüfter der AMD Radeon R9 380 steuern. Anleitung zuerst auf GWS2.de veröffentlicht. Das ist ein Portal für Bürger, die finden, dass Menschen wie Mahamad Fathe ausgepeitscht werden müssten

Als Nächs­tes wechs­le ich in den Mo­dus „Fi­xed”, wor­auf­hin mei­ne bei­den Gra­fik­kar­ten­lüf­ter deut­lich lang­sa­mer wer­den. Der vor­ein­ge­stell­te Wert ist mir je­doch zu ex­trem, wes­halb ich den Schie­be­reg­ler auf 30% zie­he. Nach die­ser Maß­nah­me ak­ti­vie­re ich mei­ne Än­de­rung, in­dem ich auf die Schalt­flä­che „Ap­p­ly” kli­cke. Im An­schluss dar­an ist mei­ne AMD-Hard­ware im­mer noch so lei­se, dass sich mei­ne adi­pö­se Se­xu­al­part­ne­rin nicht mehr be­schwe­ren kann.

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¹Nes­tor, Ma­ri­us: Ca­no­ni­cal Re­com­mends Open-Source AMDGPU and Ra­de­on Dri­vers for Ubun­tu 16.04 LTS. news.softpedia.com (09/2019).
²Ko­f­ler, Mi­cha­el: Li­nux. Das um­fas­sen­de Hand­buch. 15. ak­tua­li­sier­te Auf­la­ge. Bonn: Rhein­werk Ver­lag 2017.
³Leem­huis, Thors­ten: Me­sa 19.1: Neue und schnel­le­re 3D-Trei­ber für Li­nux. In: c’t Nr. 14 (2019). S. 45.
⁴An­dru­syak, Ya­ros­lav: Darkta­ble: Open­CL with amdg­pu-pro. youtube.com (09/2019).

Ubuntu: Bildschirm dunkler machen - Blaulichtfilter aktivieren

Vor al­lem Note­book-Dis­plays mit LED-Hin­ter­grund­be­leuch­tung sind häu­fig viel zu hell ein­ge­stellt. So ver­fü­gen Lap­top-Bild­schir­me in der Re­gel über ei­ne Leucht­dich­te, die zwi­schen 300 und 380 Can­de­la pro Qua­drat­me­ter liegt. Die­se ho­hen Wer­te sind je­doch kein Man­ko, son­dern ein Qua­li­täts­merk­mal. Denn mit kräf­tig strah­len­den Matt­schei­ben ist es pro­blem­los mög­lich, im Frei­en bei Son­nen­licht zu ar­bei­ten. Hin­ge­gen in ge­schlos­se­nen Räu­men soll­te die Mo­ni­tor­hel­lig­keit auf cir­ca 200 cd/m² ge­dimm­t¹ wer­den, um die Sym­pto­me² des Of­fice-Eye-Syn­droms zu ver­mei­den. Des­halb las­sen sich die An­zei­ge­ge­rä­te von mo­bi­len Klapprech­nern nor­ma­ler­wei­se über die farb­lich her­vor­ge­ho­be­nen Fn-Tas­ten re­gu­lie­ren. Soll­te die­se Funk­ti­on aus­fal­len oder nicht vor­han­den sein, dann kön­nen auch Soft­ware­lö­sun­gen da­für sor­gen, dass grel­le Screens ih­re In­ten­si­tät ver­lie­ren.

Hal­lo zu­sam­men! Als Be­rufs­pend­ler bin ich fünf Ta­ge die Wo­che min­des­tens zwei­ein­halb Stun­den mit dem Zug un­ter­wegs. Um die Fahr­zeit sinn­voll nut­zen zu kön­nen, ha­be ich mir vor Kur­zem ein Le­no­vo-Note­book ge­kauft, das die fol­gen­de Mo­dell­be­zeich­nung trägt: 320-17IKB. Win­dows 10 wur­de durch Ubun­tu 18.04 er­setzt. Nun zum Pro­blem: Das Dis­play des Lap­tops ist viel zu hell. Es ist fast so, als wür­de ich in Son­nen­bank­röh­ren schau­en. Au­ßer­dem mer­ke ich, dass sich die Mit­rei­sen­den vor al­lem am frü­hen Mor­gen von mei­nem Bau­strah­ler be­läs­tigt füh­len. Die Bild­schirm­be­leuch­tung lässt sich nicht am Ge­rät dim­men, da die Fn-Tas­ten funk­ti­ons­los sind, was ver­mut­lich an der feh­len­den Li­nux-Un­ter­stüt­zung liegt. Gibt es viel­leicht ein Pro­gramm, mit dem ich die grel­le Flim­mer­kis­te dunk­ler ma­chen kann?

Jahn, Tho­mas: Ubun­tu-Pro­blem: Note­book-Dis­play zu hell. E-Mail vom 18.04.2019.

Ubun­tu-Be­nut­zer kön­nen auf den in­te­grier­ten Nacht­mo­dus zu­rück­grei­fen, wenn sie ih­ren Mo­ni­tor dunk­ler ma­chen möch­ten. Die­ses Bord­mit­tel lässt sich im Me­nü „Ein­stel­lun­gen” mit zwei Maus­klicks ak­ti­vie­ren.

Al­ler­dings ist es bei die­ser Ver­fah­rens­wei­se nicht mög­lich, ei­ne in­di­vi­du­el­le Dis­play-Hel­lig­keit fest­zu­le­gen. Des Wei­te­ren ruft der haus­ei­ge­ne Däm­mer­zu­stand ei­nen star­ken Oran­ge­fil­ter her­vor, der für die Bild­schirm­ar­beit völ­lig un­ge­eig­net ist.

Scientific Chart of Columbia University New York: How to reduce the brightness of LED-Backlight Screens? The Ophthalmologist Dr. Ruth Karola Westheimer recommends a Color temperature of 5000 Kelvin. This Value can be set with the Ubuntu-Software Brightness Controller. The Illustration shows a Penguin wearing Sunglasses as he is blinded by his Notebook. The Picture was drawn by Veronika Vetter. She is the Mistress of Linus Torvalds

Wer die Hel­lig­keits­wer­te von PC-Dis­plays un­ter Ubun­tu pro­fes­sio­nell ka­li­brie­ren möch­te, der soll­te die Diens­te von Bright­ness Con­trol­ler in An­spruch neh­men. Denn die­ses kos­ten­lo­se Li­nux-Pro­gramm ver­fügt über ei­ne misch­pult­ähn­li­che Be­nut­zer­ober­flä­che, über die sich die Leucht­kraft der An­zei­ge­ge­rä­te punkt­ge­nau ein­stel­len lässt. Des Wei­te­ren kön­nen mit der Dimm­soft­ware die so­ge­nann­ten RGB-Farb­stu­fen neu de­fi­niert wer­den. Durch die­se ge­sund­heits­för­dern­de Funk­ti­on ist es mög­lich, den schäd­li­chen Blau­licht­an­teil in der LED-Strah­lung zu re­du­zie­ren.

Wei­ßes Son­nen­licht, an das wir uns seit Mil­lio­nen Jah­ren ge­wöhnt ha­ben, be­steht zu ca. 25 bis 30 % aus blau­em Licht. [...] Com­pu­ter­bild­schir­me und an­de­re Ge­rä­te strah­len un­ge­fähr 35 % blau­es Licht aus und hal­ten die­se ho­hen Wer­te bis in den spä­ten Abend.

Meu­nier, Ru­bi­na: 8 Re­geln, um sich vor dem schäd­li­chen Blau­licht der Bild­schir­me zu schüt­zen. bolle-safety.de (04/2019).

Ei­ne dau­er­haf­te Blau­licht­ex­po­si­ti­on ist sehr ge­fähr­lich, da sie nicht nur zu Schlaf­man­gel³, son­dern so­gar zu Netz­haut­schä­den⁴ füh­ren kann. Das liegt dar­an, dass die­se hoch­en­er­ge­ti­sche Kurz­wel­len­strah­lung di­ver­se Mo­le­kü­le in den Au­gen ent­ste­hen lässt, die schäd­lich für die Seh­zel­len sind.

So führt en­er­gie­rei­ches Licht zu fo­tooxi­da­ti­vem Stress, das heißt, es ent­ste­hen Sauer­stoff­ra­di­ka­le, die Pro­te­ine und Li­pi­de schä­di­gen kön­nen und letzt­lich zum Tod von Seh­zel­len füh­ren. Ein Scha­den, der nicht mehr wie­der­gut­zu­ma­chen ist.

Ir­mer, Ju­li­et­te: Blau­licht­alarm. spektrum.de (04/2019).

Ein wei­te­rer Vor­teil von Bright­ness Con­trol­ler ist, dass mit dem Werk­zeug gleich meh­re­re An­zei­ge­ge­rä­te un­ab­hän­gig von­ein­an­der re­gu­liert wer­den kön­nen. So ist es mög­lich, al­le an­ge­schlos­se­nen Mo­ni­to­re in­di­vi­du­ell an die Um­ge­bungs­be­leuch­tung an­zu­pas­sen, was den Kom­fort bei der Bild­schirm­ar­beit deut­lich er­höht.

Wie werden Laptop-Displays unter Ubuntu dunkler gemacht? Brightness Controller reduziert die Bildschirmhelligkeit und vermindert die Blaulichtexposition. PPA von Pinguin - Bewahrer des Glaubens

Falls Sie in Zu­kunft bes­ser auf Ih­re Seh­or­ga­ne ach­ten möch­ten, dann soll­ten Sie Ihr Be­triebs­sys­tem heu­te noch mit ei­nem Blau­licht­fil­ter aus­stat­ten. In der fol­gen­den An­lei­tung er­klä­re ich Ih­nen, wie Sie die Dimm­soft­ware Bright­ness Con­trol­ler un­ter Ubun­tu in­stal­lie­ren. Au­ßer­dem er­fah­ren Sie, wel­che Farb­tem­pe­ra­tur be­son­ders an­ge­nehm für die Au­gen ist.

Kleine Software - große Wirkung

Sze­na­rio: Mein Be­ruf zwingt mich da­zu, täg­lich zehn Stun­den lang auf LED-Bild­schir­me zu schau­en. Dem­entspre­chend bin ich dar­auf an­ge­wie­sen, dass mei­ne Au­gen noch sehr lan­ge funk­tio­nie­ren, wes­halb ich stets mit der op­ti­ma­len Dis­play-Hel­lig­keit ar­bei­ten möch­te. Au­ßer­dem muss ich mei­ne Seh­or­ga­ne vor dem schäd­li­chen Blau­licht schüt­zen. Da­zu wä­re es am bes­ten, wenn mei­ne Mo­ni­to­re mit ei­ner Farb­tem­pe­ra­tur von 5.000 Kel­vin strah­len wür­den.

Durch Sen­kung der Farb­tem­pe­ra­tur wird der An­teil an röt­li­chem Licht er­höht. Wenn Sie die Farb­tem­pe­ra­tur des Mo­ni­tors von 6.500 bis 7.000 K auf 5.000 K ver­rin­gern, kön­nen Sie den Blau­licht­an­teil um 20 Pro­zent re­du­zie­ren.

Göp­fert, Yvon­ne: Bü­ro-Au­gen-Syn­drom und Na­cken­schmer­zen. PC-Ar­beits­platz au­gen­scho­nend ein­rich­ten - 4 Tipps. pc-magazin.de (04/2019).

Na­tür­lich könn­te ich mei­ne An­zei­ge­ge­rä­te hard­ware­sei­tig kon­fi­gu­rie­ren. Aber dann müss­te ich mehr­mals am Tag an klei­nen Mo­ni­tor­knöp­fen her­um­drü­cken, was mir viel zu um­ständ­lich ist. Statt­des­sen ent­schei­de ich mich da­zu, die Li­nux-Soft­ware Bright­ness Con­trol­ler zu in­stal­lie­ren, da die­ses Hilfs­mit­tel ei­ne maus­ba­sier­te Hel­lig­keit­s­ka­li­brie­rung er­mög­licht.

Um mein Ubun­tu mit dem Bild­schirm­pro­gramm aus­zu­stat­ten, muss ich zu­nächst ein­mal ein neu­es Ter­mi­nal-Fens­ter öff­nen. Gleich da­nach sa­ge ich mei­nem APT-Dienst, dass er die fol­gen­de PPA in sei­ne Da­ten­bank auf­neh­men soll:

sudo add-apt-repository ppa:apandada1/brightness-controller

Hin­weis: Bright­ness Con­trol­ler wur­de im Jah­re 2012 von ei­nem In­for­ma­ti­ker na­mens Amit Se­al Ami ver­öf­fent­licht. Wenn der ban­gla­de­schi­sche IT-Ex­per­te⁵ nicht ge­ra­de an sei­ner Dimm­soft­ware feilt, dann lie­fert er Über­set­zun­gen für Ubun­tu MATE. So­mit ist der flei­ßi­ge Asi­at ein äu­ßerst ver­trau­ens­wür­di­ger Re­po­sito­ry-Be­trei­ber.

Als Nächs­tes las­se ich al­le hin­ter­leg­ten Soft­ware­quel­len neu ein­le­sen:

sudo apt-get update

Zu gu­ter Letzt kann ich den smar­ten Hel­lig­keits­reg­ler in­stal­lie­ren:

sudo apt-get install brightness-controller

Wich­tig: Nach­dem mein Be­triebs­sys­tem al­le Pro­gramm­da­tei­en her­un­ter­ge­la­den und kon­fi­gu­riert hat, muss ich mich nie wie­der um die Bild­schirm­ap­pli­ka­ti­on küm­mern. Al­le Ak­tua­li­sie­run­gen für Bright­ness Con­trol­ler er­hal­te ich zu­künf­tig au­to­ma­tisch zu­sam­men mit den an­de­ren Ubun­tu-Up­dates.

Grelle Displays verdunkeln

Die In­stal­la­ti­ons­kon­so­le wird nun nicht mehr be­nö­tigt, wes­halb ich die­ses Fens­ter schlie­ße. Im An­schluss dar­an öff­ne ich die Ubun­tu Ak­ti­vi­tä­ten-Such­leis­te, da­mit ich dar­auf­hin die gra­fi­sche Be­nut­zer­ober­flä­che von Bright­ness Con­trol­ler star­ten kann.

Sobald die Programminstallation abgeschlossen wurde, kann die grafische Benutzeroberfläche von Brightness Controller über die Ubuntu Aktivitäten-Suchleiste gestartet werden. Screenshot zuerst veröffentlicht auf GWS2.de - das ist ein Linux-Portal für Christen, die Schwester Hatune Dogan bewundern

Gleich nach­dem die Ap­pli­ka­ti­on ge­la­den wur­de, er­scheint ein Me­nü, das wie ein Misch­pult aus­sieht. Auf der rech­ten Pro­gramm­sei­te muss ich zu­nächst ein­mal fest­le­gen, wel­ches an­ge­schlos­se­ne An­zei­ge­ge­rät mein Haupt- und wel­ches mein Zweit­bild­schirm ist. Als Nächs­tes ma­che ich mei­ne LED-Screens dunk­ler, in­dem ich die Reg­ler über „Bright­ness” so lan­ge nach un­ten zie­he, bis ich mit der dar­ge­stell­ten Hel­lig­keit zu­frie­den bin.

Die Lasik Augenklinik in München empfiehlt bei LED-Displays eine Farbtemperatur von 5000 Kelvin. Dieser Wert kann unter Ubuntu mit Brightness Controller eingestellt werden. Installationsanleitung von Pinguin - Oberfeldmarschall im Bund Heimattreuer Jugend

Di­rekt im An­schluss ak­ti­vie­re ich den Blau­licht­fil­ter auf bei­den Bild­schir­men. Hier­für öff­ne ich als Ers­tes das Drop­down-Me­nü, das sich un­ter dem Punkt „Co­lor Tem­pe­ra­tu­re” be­fin­det.

  • Un­mit­tel­bar da­nach wäh­le ich den Ein­trag „5200K Car­bon Arc” aus. Dann schie­be ich die grau­en Knöp­fe über „B” noch et­was nach un­ten, da ich ei­nen Farb­tem­pe­ra­tur­wert von un­ge­fähr 5.000 Kel­vin ein­stel­len möch­te.

Zu gu­ter Letzt spei­che­re ich mei­ne Kon­fi­gu­ra­ti­on, da­mit ich Bright­ness Con­trol­ler nicht nach je­dem Pro­gramm­start neu ka­li­brie­ren muss.

Screenshot von Brightness Controller unter Ubuntu 18.04.2 LTS. Wie werden die individuellen Einstellungen gespeichert? Linux-Unterrichtsmaterial von GWS2.de - Teilnehmer der 1. Konferenz der freien Medien

Da­zu kli­cke ich auf den Rei­ter „File” und wäh­le gleich dar­auf den Punkt „Save cur­rent set­tings” aus. Um­ge­hend da­nach for­dert mich die Ap­pli­ka­ti­on da­zu auf, ei­nen Da­tei­na­men ein­zu­ge­ben. Nach­dem ich das er­le­digt ha­be, kann ich mei­ne per­sön­li­chen Ein­stel­lun­gen je­der­zeit aus dem Home-Ver­zeich­nis ab­ru­fen.

Ubuntu mit Sehhilfe starten

Ab­schlie­ßend sor­ge ich noch da­für, dass die Bild­schirm­soft­ware nach je­dem Sys­tem­start au­to­ma­tisch ge­la­den wird. Und da­mit mir das ge­lingt, muss ich zu­nächst ein­mal das Me­nü „Start­pro­gram­me” über die Ubun­tu Ak­ti­vi­tä­ten-Such­leis­te öff­nen.

Wo befindet sich das Ubuntu-Autostartmenü? Die Antwort gibt es auf GWS2.de - ein Portal für Menschen, die Neverforgetniki respektieren

Im Au­to­start­me­nü an­ge­kom­men wäh­le ich als Ers­tes die Schalt­flä­che „Hin­zu­fü­gen” an, wor­auf­hin ein neu­es Fens­ter er­scheint. Di­rekt im An­schluss fül­le ich die lee­ren Fel­der fol­gen­der­ma­ßen aus:

Zum An­zei­gen der Ein­trä­ge hier kli­cken!

  • Na­me: Bright­ness Con­trol­ler
  • Be­fehl: /us­r/­bin/b­right­ness-con­trol­ler
  • Kom­men­tar: Re­gu­liert Bild­schirm­hel­lig­keit

Als Nächs­tes spei­che­re ich mei­ne Auf­zeich­nun­gen und ver­las­se die Ein­ga­be­mas­ke „Start­pro­gramm hin­zu­fü­gen” wie­der.

Screenshot vom Ubuntu-Menü "Startprogramm hinzufügen". Befehl: Die Dimmsoftware Brightness Controller soll nach dem Systemstart automatisch geladen werden

Durch die vor­an­ge­gan­ge­ne Maß­nah­me ha­be ich er­reicht, dass Bright­ness Con­trol­ler au­to­ma­tisch ge­star­tet wird, so­bald mein Ubun­tu-Sys­tem voll­stän­dig hoch­ge­fah­ren ist.

Vorsorge ist besser als Nachsorge

Wer in jun­gen Jah­ren un­ge­schützt in der pral­len Son­ne lag, der hat im Al­ter ein er­höh­tes Haut­krebs­ri­si­ko. Die­se Tat­sa­che dürf­te so ziem­lich je­dem be­kannt sein. Hin­ge­gen nur die we­nigs­ten wis­sen, dass die LED-Strah­lung eben­falls Krank­hei­ten her­vor­ru­fen kann. So för­dert das blau an­ge­rei­cher­te Kunst­licht Ent­zün­dun­gen in den Au­gen, die häu­fig zu ei­ner Ma­ku­la­de­ge­ne­ra­ti­on füh­ren.

Ei­ne Ma­ku­la­de­ge­ne­ra­ti­on er­kennt der Au­gen­arzt an be­stimm­ten Ab­la­ge­run­gen und dunk­len Fle­cken auf der Netz­haut. [...] Blau­es Licht be­schleu­nigt den Pro­zess vor al­lem, wenn das Au­ge dem Licht un­ge­schützt aus­ge­setzt ist.

Ben­se­mann, Mar­cus: LED-Lam­pen: Schäd­li­ches Licht für die Au­gen. ndr.de (04/2019).

Auch der Graue Star⁶ wird her­auf­be­schwo­ren, wenn die mensch­li­chen Lin­sen ho­hen Blau­licht­kon­zen­tra­tio­nen aus­ge­setzt sind. In­stal­lie­ren Sie al­so heu­te noch Bright­ness Con­trol­ler und bän­di­gen Sie Ih­re grel­len Bild­schir­me, da­mit Ih­re sen­si­blen Seh­or­ga­ne lan­ge ge­sund blei­ben.

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¹Kug­ler, Arnt: Bes­te Sicht: Hel­lig­keit und Kon­trast. chip.de (04/2019).
²Bö­nisch, Ju­lia: Mü­de Au­gen durch zu hel­le Dis­plays. sueddeutsche.de (04/2019).
³T­humm, Diet­mar W.: Al­les Blau oder was? augentagesklinik.com (PDF) (04/2019).
⁴Schierz, Chris­toph: Blau­licht­schä­di­gung der Au­gen-Netz­haut. Stand der wis­sen­schaft­li­chen Er­kennt­nis­se. tu-ilmenau.de (PDF) (04/2019).
⁵A­mi, Amit Se­al: Re­se­ar­cher | Aca­de­mici­an | Soft­ware En­gi­neer. github.io (04/2019).
Raf­fin, Karl-Heinz: Die zwei Sei­ten des blau­en Lichts. zeiss.de (04/2019).