Das Ubuntu Handbuch | Anleitungen für Linux-Freunde

Fremdes WLAN, eigene Regeln: Ubuntu mit Gufw absichern

En­de Au­gust kom­men vie­le Deut­sche aus dem Ba­de­ur­laub zu­rück und brin­gen oft klei­ne Über­ra­schun­gen aus dem Aus­land mit. Wäh­rend Rei­se­di­ar­rhö und Son­nen­brand eta­blier­te Sou­ve­nirs sind, ha­ben man­che Da­men in­zwi­schen auch ei­ne be­fruch­te­te Ei­zel­le mit im Ge­päck. Ent­we­der, weil sie sich ei­ner In-vi­tro-Fer­ti­li­sa­ti­on un­ter­zo­gen ha­ben – oder weil sie ei­nem un­ge­schütz­ten One-Night-Stand nicht wi­der­ste­hen konn­ten. An­de­re wie­der­um be­mer­ken schon in der Ho­tel­an­la­ge, dass ir­gend­et­was mit ih­rem Lap­top nicht stimmt. Die Goog­le-Su­che lie­fert plötz­lich merk­wür­di­ge Er­geb­nis­se, der Web­brow­ser lässt ver­stö­ren­de Mel­dun­gen auf­plop­pen und über­all ist Wer­bung. Oben­drein klemmt nicht nur der E-Mail-Ver­sand, son­dern auch der Auf­ruf ganz ge­wöhn­li­cher Web­sei­ten ist nicht mehr mög­lich. „Das muss am Ho­tel-WLAN lie­gen“, denkt man sich und hofft das Bes­te. Das Sys­tem ist aber mög­li­cher­wei­se be­reits nach­hal­tig kom­pro­mit­tiert. Ge­nau wie Ta­blet­ten ge­gen Übel­keit, Son­nen­milch und Ver­hü­tungs­mit­tel ge­hört mitt­ler­wei­le auch ei­ne Fire­wall in die Rei­se­apo­the­ke.

ℹ️ Durch die fort­schrei­ten­de Di­gi­ta­li­sie­rung, Soft­ware-as-a-Ser­vice und KI-ge­stütz­tes So­cial En­gi­nee­ring hat das The­ma Fire­wal­ling sein Schat­ten­da­sein be­en­det. Noch vor we­ni­gen Jah­ren sa­hen selbst Li­nux-Zeit­schrif­ten bei ei­nem ty­pi­schen Desk­top-Sys­tem nicht im­mer ei­nen zwin­gen­den Grund, zu­sätz­lich ei­ne Soft­ware-Fire­wal­l¹ ein­zu­set­zen. Heu­te ge­hört ein sinn­voll kon­fi­gu­rier­ter Port- und Pa­ket­fil­ter zu­min­dest auf ei­nen Mo­bil­com­pu­ter, un­ab­hän­gig vom ver­wen­de­ten Be­triebs­sys­tem.

Die gän­gigs­te Soft­ware-Fire­wall in al­len De­bi­an-De­ri­va­ten ist Gufw. Wo­bei das le­dig­lich die Be­nut­zer­ober­flä­che für UFW (Un­com­pli­ca­ted Fire­wall) ist, die wie­der­um das Li­nux-Frame­work nf­ta­bles kon­fi­gu­riert.

sudo apt install ufw gufw

Bis 2025 funk­tio­nier­te Gufw nach dem Mot­to: be­quem, ein­fach, schön und nützlich!² Be­son­ders be­liebt war das Schutz­werk­zeug we­gen sei­ner vor­de­fi­nier­ten Pro­fi­le, die der Be­nut­zer je nach Stand­ort mit we­ni­gen Klicks ak­ti­vie­ren konn­te.

Split-Screen-Vergleich der Gufw-Firewall unter Ubuntu 24.04 LTS und Ubuntu 26.04 LTS. Links zeigt Gufw ein vordefiniertes Profil „Öffentlich“ mit auswählbaren Standortprofilen. Rechts ist Gufw 26.04.0 ohne Profil-Auswahl dargestellt; Eingehende und ausgehende Verbindungen stehen auf „Verweigern“. Erkenntnis von Sascha Vetter - Netzwerk- und Systemadministrator

Bei die­ser ein­fa­chen Vor­ge­hens­wei­se emp­fah­len³ plötz­lich ge­fühlt al­le Li­nux-Ex­per­ten, frem­de Netz­wer­ke grund­sätz­lich nur mit ak­ti­vier­tem Gufw zu be­tre­ten. Wir ta­ten es eben­falls – und un­se­re Le­ser dank­ten es uns.

Phil­ip Hil­ler: ufw + gufw in­stal­liert, Pro­fil = öf­fent­lich, Schie­be­reg­ler ak­ti­viert, er­le­digt. Herz­li­chen Dank für Ih­re Mü­he, Sie ha­ben mir sehr ge­hol­fen.

Vet­ter, Sa­scha: Ubun­tu: Fire­wall ein­schal­ten - Pro­fi­tipps für Gufw. pinguin.gws2.de (09/2026).

Mit Ubun­tu 26.04 LTS hat sich die Sa­che al­ler­dings leicht ver­än­dert. Gufw prä­sen­tiert nich­t⁴ mehr die­sel­be ein­fa­che Aus­wahl an Stand­ort­pro­fi­len, wie man sie aus frü­he­ren Ver­sio­nen kennt. Und das macht durch­aus Sinn. Es gibt näm­lich et­li­che Sze­na­ri­en, in de­nen ei­ne Fire­wall zum Ein­satz kom­men kann.

Sie kann un­ter an­de­rem als Kills­witch für ei­ne VPN-Ver­bin­dung die­nen, Netz­wer­ke von­ein­an­der ab­schot­ten oder ver­hin­dern, dass ein Pro­gramm un­ge­wollt nach Hau­se te­le­fo­niert. Ein pau­scha­les „Öf­fent­lich“, „Zu­hau­se“ oder „Bü­ro“ ist da­für schlicht nicht mehr zeit­ge­mäß und kann im schlimms­ten Fall le­dig­lich ein Ge­fühl von Si­cher­heit er­zeu­gen.

Datenblatt zur Firewall-Testumgebung mit Ubuntu 26.04 LTS x86_64, Kernel 7.0.0-30-generic und GNOME 50.1. Getestet wurde Gufw Firewall 26.04.0 als grafische Oberfläche (GUI) für UFW, installiert über APT. Das seit 2008 veröffentlichte und weiterhin aktive Projekt ist als langjährig etablierte Firewall-Lösung für Desktop- und Laptop-Systeme ausgewiesen. Mit einem Schwierigkeitsgrad von 3 von 4 eignet sich Gufw besonders für technisch versierte Heimanwender, die eine bewährte Software-Firewall einsetzen möchten. Zuerst auf GWS2.de veröffentlicht - das Ubuntu Handbuch

An­de­rer­seits ist es für Lai­en oh­ne Netz­werk­kennt­nis­se fast un­mög­lich, ei­ne Fire­wall von Grund auf sinn­voll zu kon­fi­gu­rie­ren. Ge­nau hier be­ginnt un­ser klei­nes Ur­laubs­aben­teu­er.

Blei­ben wir al­so bei un­se­rem Ba­de­ur­laub – ge­nau­er ge­sagt bei ei­nem All-in­clu­si­ve-Ho­tel mit meh­re­ren hun­dert Gäs­ten. Beim Ein­che­cken er­hal­ten wir ei­ne Kar­te mit den WLAN-Cre­den­ti­als. Die für uns re­le­van­te SSID heißt „Starhotel_Guest“ und das Pass­wort lau­tet „star­ho­tel“.

Was vie­len nicht klar ist: Nach der Ein­ga­be die­ser Zu­gangs­da­ten ist das Ge­rät nicht „im In­ter­net“. Es ist zu­nächst Teil­neh­mer des Ho­tel-Gast-Netz­werks und er­hält ty­pi­scher­wei­se ei­ne IP-Kon­fi­gu­ra­ti­on so­wie ein De­fault Gate­way, über das der In­ter­net­zu­gang her­ge­stellt wird. Ob die Gäs­te da­bei tat­säch­lich in ei­nem ge­mein­sa­men Lay­er-2-Netz lan­den oder durch VLANs be­zie­hungs­wei­se Cli­ent-Iso­la­ti­on von­ein­an­der ge­trennt wer­den, hängt von der Kon­fi­gu­ra­ti­on des Ho­tel­netz­werks ab.

💬 Und ge­nau hier liegt das Pro­blem: Wir wis­sen es schlicht nicht.

Es ist au­ßer­dem ei­ne Il­lu­si­on zu glau­ben, dass in je­der die­ser Bet­ten­bur­gen ei­ne IT-Ab­tei­lung sitzt, die den Da­ten­ver­kehr rund um die Uhr über­wacht und je­den Teil­neh­mer per­sön­lich be­schützt. In der Pra­xis muss die In­fra­struk­tur vor al­lem funk­tio­nie­ren. Das Ma­nage­ment hofft, mög­lichst sta­bil durch die Sai­son zu kom­men und den ex­ter­nen Dienst­leis­ter nur dann an­ru­fen zu müs­sen, wenn wirk­lich gar nichts mehr geht.

Illustration eines Laptop-Nutzers in einem öffentlichen Hotel-WLAN, umgeben von vier möglichen Netzwerkgefahren. Links oben versucht ein Angreifer mit einem gefälschten Access Point als „Evil Twin“, den Datenverkehr des Hotelgastes abzufangen. Links unten ist ein weiterer Gast mit einem veralteten und mit Schadsoftware infizierten Windows-7-Laptop dargestellt, von dem aus nach erreichbaren Geräten und offenen Ports gesucht werden kann. Rechts oben überwacht ein neugieriger Netzwerkadministrator den Netzwerkverkehr und kann dabei technische Verbindungsdaten erfassen. Rechts unten symbolisiert eine vermummte Gestalt mit Fernglas das unbekannte Risiko von Überwachung und Datenspionage in fremden Netzwerken. Die Pfeile führen zu dem Laptop des zentralen Benutzers und verdeutlichen die möglichen Angriffs- und Überwachungswege. Ein blaues Firewall-Symbol schützt den Laptop; darunter steht „Eine Firewall kann schützen.“ Die Grafik wurde von Veronika Helga Vetter erstellt. Das ist eine renommierte Photoshop-Künstlerin aus Linz in Oberösterreich. Finanziert von Computerheld Linz - PC-Vor-Ort-Service mit Fokus auf Systemsicherheit

Für den ein­zel­nen Netz­werk­teil­neh­mer kön­nen dar­aus ver­schie­de­ne Ri­si­ken ent­ste­hen:

  • Ro­gue AP: Im Nach­bar­zim­mer könn­te ein ge­fälsch­ter Ac­cess Point mit ei­ner iden­ti­schen oder täu­schend ähn­li­chen SSID ste­hen. Log­ge ich mich ver­se­hent­lich in ei­nen sol­chen „Evil Twin“ ein, kann ein An­grei­fer ver­su­chen, mei­nen Da­ten­ver­kehr um­zu­lei­ten, Zu­gangs­da­ten ab­zu­grei­fen oder wei­te­re So­cial-En­gi­nee­ring-An­grif­fe ge­gen mich durch­zu­füh­ren.
  • In­fi­zier­te Teil­neh­mer: Der Win­dows-7-Lap­top ei­nes an­de­ren Gas­tes ent­hält ak­ti­ve Mal­wa­re und be­ginnt da­mit, das lo­ka­le Netz­werk nach er­reich­ba­ren Ge­rä­ten, Frei­ga­ben und an­de­ren An­griffs­zie­len ab­zu­su­chen.
  • Neu­gie­ri­ger Ad­min: Der Be­trei­ber des Netz­werks sieht nicht au­to­ma­tisch den In­halt je­der ver­schlüs­sel­ten Ver­bin­dung. Tech­ni­sche Me­ta­da­ten wie IP-Adres­sen, DNS-An­fra­gen oder Ver­bin­dungs­zei­ten kön­nen je­doch durch­aus sicht­bar sein. Bei ver­al­te­ten oder un­ver­schlüs­sel­ten Pro­to­kol­len sieht die Sa­che noch schlech­ter aus: Wer bei­spiels­wei­se IMAP oh­ne TLS oder an­de­re un­ver­schlüs­sel­te Diens­te ver­wen­det, lie­fert sei­ne di­gi­ta­le Post un­ter Um­stän­den tat­säch­lich wie ei­ne Post­kar­te ab.

Ge­ne­rell möch­te ich au­ßer­dem nicht, dass je­des Ge­rät im Ho­tel­netz­werk erst ein­mal her­aus­fin­det, dass mein Lap­top über­haupt exis­tiert. Ich möch­te mein di­gi­ta­les Bit­rau­schen so ge­ring und so ka­na­li­siert wie mög­lich hal­ten.

Alles abriegeln - Default Deny

Das BSI emp­fiehlt, Fil­ter­re­geln so zu kon­fi­gu­rie­ren, dass nur un­be­dingt not­wen­di­ge Zu­grif­fe er­laubt sind. Der Fo­kus soll­te da­bei auf den Funk­tio­nen des Web-Brow­sers, des Mail-Cli­ents so­wie des Be­triebs­sys­tems lie­gen.

💬 Aus Sicht ei­nes Netz­werk­ad­mi­nis­tra­tors sind Mail-Pro­gram­me wie Thun­der­bird oder Out­look aus meh­re­ren Per­spek­ti­ven ein zu­sätz­li­ches Ri­si­ko. Vor al­lem dann, wenn meh­re­re Post­fä­cher ver­schie­de­ner An­bie­ter kon­fi­gu­riert sind. Des­halb ist es in öf­fent­li­chen Netz­wer­ken rat­sam, die Web­mail-Zu­gän­ge der je­wei­li­gen An­bie­ter zu ver­wen­den.

Gufw-Firewall unter Ubuntu 26.04 LTS mit aktiviertem Default-Deny-Prinzip. Der Firewall-Status ist eingeschaltet, während sowohl eingehende als auch ausgehende Verbindungen auf „Verweigern“ gesetzt sind. Damit werden zunächst sämtliche nicht ausdrücklich erlaubten Netzwerkverbindungen blockiert. Das grüne Schildsymbol visualisiert den aktiven Schutz der Firewall. Die Konfiguration bildet die Ausgangsbasis für die anschließend gezielt freigegebenen Netzwerkverbindungen. GWS2.de

Ei­ne Fire­wall nach dem Prin­zip De­fault De­ny be­ginnt mit ei­ner ein­fa­chen, aber wir­kungs­vol­len Idee: Erst ein­mal wird al­les blo­ckiert, was nicht aus­drück­lich er­laubt ist. In Gufw ist hier­für die Aus­wahl „Ver­wei­gern“ so­wohl bei „Ein­ge­hend“ als auch bei „Aus­ge­hend“ er­for­der­lich.

Hin­ter die­ser kom­plett ge­schlos­se­nen Brand­mau­er ist es an­schlie­ßend sinn­voll, zu­nächst die rei­bungs­lo­se Funk­ti­on des Be­triebs­sys­tems si­cher­zu­stel­len. Un­ter Ubun­tu ge­hört da­zu auch die Schnitt­stel­le lo (Loop­back / 127.0.0.1), über die Pro­gram­me mit an­de­ren Diens­ten auf dem­sel­ben Rech­ner kom­mu­ni­zie­ren kön­nen.

Horizontale Split-Screen-Darstellung der Loopback-Schnittstelle unter Ubuntu 26.04 LTS. Im oberen Bereich zeigt Sniffnet die Schnittstelle „lo“ mit den lokalen Adressen 127.0.0.1 und ::1. Darunter ist die entsprechende Gufw-Firewall-Regel „Loopback“ zu sehen: Für die Schnittstelle „lo“ werden eingehende und ausgehende Verbindungen für TCP und UDP erlaubt. Die Regel gilt ausschließlich für die interne Kommunikation des Ubuntu-Systems, da Datenverkehr über die Loopback-Schnittstelle den Rechner nicht verlässt und somit nicht ins Internet gelangt. Linux-Firewall Einstellungen vom Profi

Kei­ne Sor­ge: Was über Loop­back über­tra­gen wird, ver­lässt den Rech­ner nicht und kann da­her auch nicht über die­se Schnitt­stel­le ins In­ter­net ge­lan­gen.

Benötigte IP-Adresse

So­bald die in­ter­nen Richt­li­ni­en ge­setzt sind, geht es dar­um, ein­zel­ne Schuss­schar­ten in die Brand­mau­er zu fle­xen. Um über­haupt Teil des Ho­tel-Netz­werks zu wer­den, muss uns der DHCP-Ser­ver ei­ne IP-Adres­se zu­wei­sen kön­nen.

Nach dem Ver­bin­den mit „Starhotel_Guest“ hat un­ser Mo­bil­com­pu­ter zu­nächst selbst noch kei­ne IP-Adres­se. Er schickt des­halb ei­nen DHCP-Broad­cast ins Netz­werk:

0.0.0.0:68 → 255.255.255.255:67

Sinn­ge­mäß ruft un­ser Ubun­tu-Cli­ent da­mit ins Netz­werk: „Wer hat ei­ne IP-Adres­se für mich?“ Der DHCP-Ser­ver hört auf UDP-Port 67 und ant­wor­tet dem Cli­ent über UDP-Port 68. Da­mit die­ser Vor­gang un­se­re frisch er­rich­te­te Brand­mau­er pas­sie­ren kann, müs­sen in Gufw zwei Re­geln ge­setzt wer­den:

DHCP to Ser­ver

  • Richt­li­nie: Er­lau­ben
  • Rich­tung: Aus­ge­hend
  • Schnitt­stel­le: en­pXXX
  • Pro­to­koll: UDP
  • Von: 68 Nach: 67

Un­se­re in­ne­ren Tor­wäch­ter las­sen da­mit DHCP-An­fra­gen des Cli­ents in Rich­tung DHCP-Ser­ver vor­über­zie­hen.

Horizontaler Split-Screen mit zwei Gufw-Firewall-Regeln für DHCP unter Ubuntu 26.04 LTS. Oben ist die Regel „DHCP to Server“ dargestellt: Sie erlaubt ausgehenden UDP-Datenverkehr über die Netzwerkschnittstelle enp3s0 vom Quellport 68 zum Zielport 67 des DHCP-Servers. Unten zeigt die Regel „DHCP to Client“ die Gegenrichtung: Eingehender UDP-Datenverkehr wird über enp3s0 vom Quellport 67 des DHCP-Servers zum Zielport 68 des Ubuntu-Clients erlaubt. Beide Regeln sind erforderlich, damit der Rechner seine IP-Konfiguration per DHCP beziehen und die zugewiesene Netzwerkadresse anschließend erneuern kann. Firewall in öffentlichen Hotspots - Empfehlung von Sascha Vetter - Netzwerkadministrator

Ser­ver to DHCP

  • Richt­li­nie: Er­lau­ben
  • Rich­tung: Ein­ge­hend
  • Schnitt­stel­le: en­pXXX
  • Pro­to­koll: UDP
  • Von: 67 Nach: 68

Auch die Ant­wort des DHCP-Ser­vers darf un­se­re Fire­wall durch­que­ren. Die dau­er­haf­te Bei­be­hal­tung die­ser Re­gel bleibt sinn­voll, denn DHCP ist nicht mit der ers­ten IP-Zu­wei­sung er­le­digt. Der Cli­ent muss sei­ne Lea­se spä­ter er­neu­ern. Bei ei­ner Ver­län­ge­rung kann der DHCP-Ser­ver di­rekt an­ge­spro­chen wer­den; auch da­bei wird UDP 67/68 ver­wen­det.

So bleibt un­ser Ubun­tu-Rech­ner im Netz­werk re­gis­triert, oh­ne dass bei je­der Er­neue­rung der Ver­bin­dung ei­ne DHCP-Kon­fi­gu­ra­ti­on von Hand an­ge­sto­ßen wer­den muss - Stich­wort Cap­ti­ve Por­tal (hier­zu spä­ter mehr).

ℹ️ IPv6 bleibt au­ßen vor. Gufw legt für je­de Re­gel au­to­ma­tisch auch ei­ne pas­sen­de IP­v6-Re­gel an. In WLAN-Hot­spots spielt IPv6 je­doch kei­ne Rol­le. Des­halb lö­schen wir die au­to­ma­tisch er­zeug­te IP­v6-Re­gel über das Mi­nus­sym­bol.

Das Internet

Für die al­ler­meis­ten Men­schen ist das In­ter­net das, was im Web­brow­ser pas­siert. Das ist für un­se­re Fire­wall-Kon­fi­gu­ra­ti­on so­gar prak­tisch: Wir kön­nen den Web­ver­kehr auf ei­nen ein­zi­gen Ziel­port kon­zen­trie­ren.

Für ver­schlüs­sel­te Web­sei­ten kom­men heu­te haupt­säch­lich zwei Pro­to­kol­le zum Ein­satz: HTTPS über TCP und HTTP/3 über QUIC und da­mit UDP. Bei­de ver­wen­den stan­dard­mä­ßig den Ziel­port 443. Des­halb öff­nen wir in der Fire­wall zu­nächst aus­schließ­lich den aus­ge­hen­den Ver­kehr zum Ziel­port 443.

Gufw-Firewall-Regel „HTTPS“ unter Ubuntu 26.04 LTS. Die Regel erlaubt ausgehenden TCP-Datenverkehr über die Netzwerkschnittstelle enp3s0 zum Zielport 443. Damit werden verschlüsselte HTTPS-Verbindungen des Ubuntu-Systems ins Internet ermöglicht. Die Quelladresse und der Quellport bleiben unbeschränkt, während ausschließlich der Zielport 443 für ausgehende Verbindungen freigegeben wird

Das ist al­ler­dings nur die hal­be Mie­te. Da­mit aus „www.example.de“ über­haupt ei­ne IP-Adres­se wird, be­nö­tigt un­ser Rech­ner noch das Do­main Na­me Sys­tem. Oh­ne DNS weiß der Brow­ser zwar, wo­hin er möch­te – aber nicht, wel­che IP-Adres­se er an­spre­chen soll.

Gufw-Firewall unter Ubuntu 26.04 LTS mit aktivierter Firewall und vollständiger Übersicht der für ein öffentliches WLAN freigegebenen Regeln. Erlaubt werden Loopback-Verbindungen sowie DHCP über UDP-Port 67 und 68, HTTPS über TCP-Port 443, QUIC über UDP-Port 443 und DNS über UDP-Port 53. Die Regeln gelten auf der Netzwerkschnittstelle enp3s0. Eingehende und ausgehende Verbindungen stehen grundsätzlich auf „Verweigern“, sodass ausschließlich die ausdrücklich freigegebenen Verbindungen zugelassen werden. Damit sind typische Internetanwendungen wie Websurfen, Streaming und YouTube möglich, während nicht benötigter Netzwerkverkehr durch das Default-Deny-Prinzip blockiert bleibt. Übersicht von Sascha Vetter - Linux-Netzwerkadministrator und Security Professional 2026

Klas­si­sches DNS ver­wen­det nor­ma­ler­wei­se den UDP-Port 53. Auch die­ser aus­ge­hen­de Da­ten­ver­kehr muss des­halb zu­nächst durch un­se­re Fire­wall ge­las­sen wer­den.

  • Al­ler­dings ist klas­si­sches DNS un­ver­schlüs­selt. Ein An­grei­fer im sel­ben Netz­werk kann DNS-An­fra­gen des­halb grund­sätz­lich mit­le­sen und dar­aus ab­lei­ten, wel­che Do­mains auf­ge­ru­fen wer­den. Noch un­an­ge­neh­mer wird es, wenn DNS-Ant­wor­ten ma­ni­pu­liert wer­den.

Doch kei­ne Sor­ge: Die­ses klei­ne Schlupf­loch kön­nen wir auf dem Cli­ent schlie­ßen. Fire­fox un­ter­stützt DNS über HTTPS (DoH). Da­bei wer­den die DNS-An­fra­gen ver­schlüs­selt über ei­ne HTTPS-Ver­bin­dung über­tra­gen. So­bald Fire­fox DoH ver­wen­det, muss der Brow­ser für sei­ne DNS-Auf­lö­sung nicht mehr auf das klas­si­sche DNS über UDP/53 zu­rück­grei­fen.

Firefox 155.0.1 unter Ubuntu zeigt die erweiterten Einstellungen für DNS über HTTPS (DoH). DNS-Anfragen werden dabei verschlüsselt über HTTPS übertragen und als Anbieter ist Cloudflare ausgewählt. Die Option „Benutzerdefiniert“ ist aktiviert und Firefox warnt, wenn kein sicheres DNS verfügbar ist. Durch DNS über HTTPS kann die klassische DNS-Kommunikation über UDP-Port 53 entfallen: Die DNS-Anfragen werden stattdessen über eine verschlüsselte HTTPS-Verbindung über Port 443 übertragen. Damit kann die Firewall-Konfiguration auf HTTPS beschränkt werden, wenn auf klassisches DNS verzichtet werden soll. Gleichzeitig wird der vom Hotel bereitgestellte DNS-Server umgangen, sodass dort vorgenommene DNS-basierte Sperren oder Manipulationen nicht mehr greifen. DNS über HTTPS verhindert allerdings nicht jede Form einer Webseitensperre, da diese auch auf anderen Ebenen des Netzwerks erfolgen kann. GWS2.de September 2026

Nach un­se­rem zu­vor de­fi­nier­ten De­fault-De­ny-Prin­zip und den Emp­feh­lun­gen des BSI ha­ben wir nun die für un­ser Sze­na­rio not­wen­di­gen Ver­bin­dun­gen frei­ge­schal­tet. Al­les an­de­re bleibt dicht.

  • Pro­to­kol­le und Diens­te wie IMAP, POP3, ICMP, NTP, Net­BI­OS, Tor, Steam, Mi­cro­soft RPC, SMB und vie­le wei­te­re kön­nen mit die­ser Fire­wall-Kon­fi­gu­ra­ti­on nicht nach in­nen oder au­ßen kom­mu­ni­zie­ren.

Für un­se­ren Ho­tel­auf­ent­halt be­deu­tet das: Der Web­brow­ser bleibt das ein­zi­ge be­wusst ge­öff­ne­te Tor zur di­gi­ta­len Au­ßen­welt, was Ubun­tu auch mit ei­nem ein­ge­schränk­ten In­ter­net­sym­bol an­zeigt.

Ubuntu 26.04 LTS zeigt in der oberen Systemleiste eine eingeschränkte Netzwerkverbindung an. Das Symbol weist darauf hin, dass die aktivierte Firewall mit den zuvor konfigurierten Regeln den Netzwerkverkehr bewusst einschränkt. GWS2.de

Einziges Problem – das Captive Portal

Wer sich mit ei­nem öf­fent­li­chen Hot­spot ver­bin­det, wird in al­ler Re­gel zu­nächst auf ein Cap­ti­ve Por­tal ge­lei­tet. Da­bei han­delt es sich um ei­ne in­ter­ne Web­sei­te des Netz­werk­be­trei­bers, auf der man bei­spiels­wei­se be­stä­ti­gen muss, dass man die AGB ge­le­sen hat.

Fiktives Captive Portal des Hotels „Starhotel“ auf einem Smartphone. Die lokale Webseite wird über eine unverschlüsselte HTTP-Verbindung zu connect.starhotel.com aufgerufen. Die Login-Seite fordert den Gast auf, die allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzerklärung zu akzeptieren und anschließend auf „Verbinden“ zu klicken. Da das Captive Portal im dargestellten Szenario über HTTP auf Port 80 erreichbar ist, muss dieser Port vorübergehend in der Firewall freigegeben werden. Mit der zuvor vollständig geschlossenen Default-Deny-Konfiguration kann die lokale Anmeldeseite zunächst nicht aufgerufen werden. GWS2.de

Pro­blem: In un­se­rem Ho­tel­sze­na­rio wird die­se un­ver­schlüs­sel­te Log­in-Sei­te über HTTP und da­mit über TCP-Port 80 be­reit­ge­stellt. Für den An­mel­de­pro­zess müs­sen wir des­halb ei­ne tem­po­rä­re Re­gel er­stel­len und die­sen Port öff­nen.

Gufw-Firewall-Regel „Captive Portal – HTTP“ unter Ubuntu 26.04 LTS. Die Regel erlaubt ausgehenden TCP-Datenverkehr über die Netzwerkschnittstelle enp3s0 zum Zielport 80. Damit kann die unverschlüsselte HTTP-Verbindung zum Captive Portal des Hotel-WLANs hergestellt und die Anmeldeseite aufgerufen werden. Die Freigabe ist als temporäre Ausnahme gedacht: Für die einmalige Anmeldung kann Port 80 geöffnet und die Verbindung zum Hotel-WLAN hergestellt werden. Nach erfolgreicher Anmeldung sollte die Regel wieder aus Gufw entfernt werden, sodass HTTP-Verbindungen ins Internet weiterhin durch das Default-Deny-Prinzip blockiert bleiben. GWS2.de

Nach der er­folg­rei­chen An­mel­dung ist es wich­tig, die­se Port-80-Re­gel wie­der zu lö­schen. Im In­ter­net kön­nen sich hin­ter die­sem Port näm­lich HTTP-Phis­hing-Sei­ten ver­ber­gen, bei de­nen je­de Ein­ga­be un­ver­schlüs­selt ge­spei­chert wird. Un­ser Mo­bil­com­pu­ter hält in Zu­kunft über die oben ge­öff­ne­ten Ports 67 und 68 Kon­takt mit dem DHCP-Ser­ver, so­dass wir wäh­rend un­se­res Ho­tel­auf­ent­halts nicht mehr zum Cap­ti­ve Por­tal um­ge­lei­tet wer­den.

💬 Der Fort­schritt durch KI bringt mas­sen­wei­se Schwach­stel­len in gän­gi­gen Pro­to­kol­len her­vor und er­leich­tert es An­grei­fern, So­cial-En­gi­nee­ring-At­ta­cken durch­zu­füh­ren. Ei­ne sau­ber kon­fi­gu­rier­te Soft­ware-Fire­wall ist des­halb ein wich­ti­ger Bau­stein, um die Kon­trol­le über das ei­ge­ne Ge­rät zu be­hal­ten. Aus mei­ner Er­fah­run­g⁵ weiß ich: Geld­ver­lust durch Phis­hing, pein­li­ches Sextor­ti­on und Da­ten­ab­fluss pas­sie­ren stän­dig – es spricht aus Scham nur kaum je­mand dar­über. Ei­ne Fire­wall kann vie­les da­von ver­hin­dern oder zu­min­dest ab­schwä­chen und ge­hört ge­ra­de in öf­fent­li­chen Netz­wer­ken zum Pflicht­pro­gramm.

ℹ️ Für das Jahr 2025 ga­ben 11 %⁶ der deut­schen In­ter­net­nut­zer (rund 8 Mil­lio­nen Men­schen) an, Op­fer von Cy­ber­kri­mi­na­li­tät ge­wor­den zu sein. Im Vor­jahr wa­ren es nur nur 7 %. Zu den häu­figs­ten Vor­fäl­len zähl­ten Be­trug beim On­line-Shop­ping, er­folg­rei­ches Phis­hing und da­mit un­be­rech­tig­ter Zu­griff auf On­line-Ac­counts.

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¹Wol­ski, Da­vid: Si­cher sur­fen mit Li­nux. In: Li­nux Welt Nr. 3 (2020). S. 25.
²Bär­waldt, Erik: In­ko­gni­to: All­tags­taug­li­ches ge­här­te­tes De­bi­an-De­ri­vat Sep­tor Li­nux. In: Li­nux User Nr 8 (2019) S. 20.
³Lam­precht, Ste­phan: Si­cher­heits­werk­zeug für Li­nux. In: Li­nux Welt Nr. 4 (2022). S. 62.
⁴Die drei vor­de­fi­nier­ten Pro­fi­le kön­nen über den Rei­ter „Be­ar­bei­ten” im Un­ter­punkt „Ein­stel­lun­gen” via „Show pro­files” ein­ge­blen­det wer­den.
⁵Vet­ter, Ve­ro­ni­ka Hel­ga: Phis­hing-Mails er­ken­nen: Wie ein ein­zi­ger Klick Ih­ren PC kom­pro­mit­tie­ren kann. computerheld-linz.at (09/2026).
⁶Eig­ner, Isa­bel­la: Kri­mi­nal­ti­ät im In­ter­net. Ri­si­ko­be­wuss­ter Leicht­sinn. In: Stif­tung Wa­ren­test Nr. 7 (2026). S. 74.

Sniffnet unter Ubuntu: Welche Verbindungen baut das System auf – und warum Phishing dabei eine größere Rolle spielt als Malware

„End­lich bin ich vor Mal­wa­re si­cher“, dach­te sich der lang­jäh­ri­ge Win­dows-Nut­zer nach dem Um­stieg auf Ubun­tu. In der Pra­xis trifft die­ser weit ver­brei­te­te Glau­be je­doch höchs­tens auf klas­si­sche Vi­ren und Wür­mer zu, die heu­te oh­ne­hin kaum noch ei­ne Rol­le spie­len. Der Si­cher­heits­my­thos rund um Li­nux-Dis­tri­bu­tio­nen macht vie­le An­wen­der so­gar an­fäl­li­ger für So­cial-En­gi­nee­ring-An­grif­fe. Schließ­lich funk­tio­nie­ren Phis­hing-Mails platt­form­über­grei­fend. Vie­le ver­bin­den mit Phis­hing zu­nächst Key­log­ger, Iden­ti­täts­dieb­stahl oder an­de­re For­men der Kon­ten­über­nah­me. Die ers­te Stu­fe ei­nes er­folg­rei­chen An­griffs ist je­doch meist die Kom­pro­mit­tie­rung des Brow­sers. Und nur weil Fire­fox als Snap-Pa­ket in ei­ner Sand­box läuft, schützt das nicht vor bös­ar­ti­gen Er­wei­te­run­gen, Brow­ser-Ex­ploits, Cryp­to­jack­in­g¹ oder ge­fälsch­ten Down­loads.

ℹ️ Laut BSI² zäh­len Phis­hing und Sextor­ti­on zu den größ­ten Cy­ber-Be­dro­hun­gen für Pri­vat­an­wen­der. Wäh­rend Li­nux vie­le au­to­ma­ti­sier­te At­ta­cken wie Power­Shell-Drop­per³ be­reits auf tech­ni­scher Ebe­ne aus­bremst, sind So­cial-En­gi­nee­ring-An­grif­fe da­von weit­ge­hend un­be­rührt. Sie grei­fen nicht das Be­triebs­sys­tem an, son­dern den Men­schen vor dem Bild­schirm.
Die abgebildete Collage zeigt drei unterschiedliche Phishing-Kampagnen, die auf einem Ubuntu-System im regulären E-Mail-Verkehr eingegangen sind. Die Beispiele verdeutlichen eindrucksvoll, warum der Wechsel von Windows zu Linux zwar das Risiko klassischer Malware-Infektionen reduziert, jedoch keinen wirksamen Schutz vor modernen Social-Engineering-Angriffen bietet. Allen drei Nachrichten ist gemeinsam, dass sie nicht versuchen, Sicherheitslücken im Betriebssystem auszunutzen. Stattdessen setzen die Angreifer auf psychologische Manipulation. Durch gefälschte Login-Codes, angebliche Sicherheitswarnungen, vermeintlich dringende Benachrichtigungen oder zeitkritische Handlungsaufforderungen soll der Empfänger dazu gebracht werden, einen Link anzuklicken und anschließend Zugangsdaten preiszugeben. Aus technischer Sicht spielt dabei keine Rolle, ob die E-Mail unter Ubuntu, Windows oder macOS gelesen wird. Der Angriff findet nicht auf Kernel-Ebene statt, sondern zielt direkt auf den Anwender. Wird der enthaltene Link geöffnet, startet sich in allen drei Fällen der Webbrowser. Ab diesem Zeitpunkt greifen dieselben Mechanismen wie auf jeder anderen Plattform: Gefälschte Login-Portale, nachgeahmte Unternehmenswebseiten oder täuschend echte Sicherheitsabfragen versuchen, Benutzername, Passwort, Kreditkartendaten oder Zwei-Faktor-Codes abzugreifen. Besonders problematisch ist dabei, dass moderne Phishing-Seiten häufig professionell gestaltet sind und über gültige HTTPS-Zertifikate verfügen. Viele Nutzer verbinden das Schloss-Symbol in der Adressleiste fälschlicherweise mit Vertrauenswürdigkeit, obwohl es lediglich die verschlüsselte Übertragung bestätigt. Selbst ein vollständig aktualisiertes Ubuntu-System kann den Anwender nicht davor schützen, sensible Daten freiwillig auf einer gefälschten Webseite einzugeben. Die gezeigten Beispiele verdeutlichen daher eine wichtige Erkenntnis: Während Linux viele technische Angriffsvektoren wirksam entschärft, bleiben Phishing, Identitätsdiebstahl und Social Engineering weitgehend plattformunabhängig. Die größte Angriffsfläche moderner Systeme ist heute häufig nicht das Betriebssystem selbst, sondern der Mensch vor dem Bildschirm. Das Ubuntu Handbuch Juni 2026

Phis­hing ist un­ter Li­nux ge­nau­so ge­fähr­lich wie un­ter Win­dows.

Po­ten­zi­ell un­er­wünsch­te An­wen­dun­gen im Web­brow­ser las­sen sich un­ter Ubun­tu re­la­tiv ein­fach mit dem Sys­tem­rei­ni­ger Bleach­Bit ent­fer­nen. Auch ei­ne Neu­in­stal­la­ti­on des Fire­fox ist ein leich­tes Un­ter­fan­gen. So­bald of­fen­sicht­li­che Auf­fäl­lig­kei­ten wie Sca­re­ware-Mel­dun­gen, ma­ni­pu­lier­te Start­sei­ten oder ein­ge­schli­che­ne Er­wei­te­run­gen be­sei­tigt wur­den, soll­te nach ei­nem er­folg­rei­chen Phis­hing-Vor­fall un­be­dingt die Netz­werk­schicht über­prüft wer­den.

  • Kon­kret stellt sich da­bei die Fra­ge: Wel­che Ver­bin­dun­gen baut der Web­brow­ser selbst­stän­dig auf?

Hier­zu muss­ten Netz­werk­ad­mi­nis­tra­to­ren frü­her um­fang­rei­che Log­files prü­fen. Dank mo­der­ner Pro­gram­me wie Sniff­net kann heu­te selbst ein Heim­an­wen­der den Da­ten­ver­kehr sei­nes Sys­tems na­he­zu in Echt­zeit be­ob­ach­ten und nach­voll­zie­hen, wel­che Hosts und Diens­te kon­tak­tiert wer­den.

Der Screenshot zeigt die Hauptansicht des Open-Source-Werkzeugs Sniffnet während einer laufenden Netzwerkanalyse unter Ubuntu. Als überwachte Netzwerkschnittstelle wurde die kabelgebundene Ethernet-Verbindung enp4s0 ausgewählt. Zum Zeitpunkt der Aufnahme wurden insgesamt 2.474 Netzwerkpakete erfasst, von denen 1.343 eingehend und 1.131 ausgehend waren. Paketverluste traten nicht auf. Die darüber dargestellte Verlaufsgrafik visualisiert die Datenfrequenz im Zeitverlauf und verdeutlicht, wie sich eingehender und ausgehender Netzwerkverkehr gegenseitig ergänzen. Auffällig sind mehrere Lastspitzen, die auf aktive Kommunikation mit verschiedenen Internetdiensten hindeuten.Im unteren Bereich listet Sniffnet die aktuell erkannten Netzwerkpartner auf. Neben lokalen Geräten innerhalb des Heimnetzes kommuniziert das System mit einer Vielzahl externer Server. Darunter befinden sich unter anderem Infrastrukturkomponenten von Telegram Messenger, Facebook, Amazon AWS, Fastly sowie dem deutschen Hosting-Anbieter Hetzner. Diese Verbindungen sind für moderne Desktop-Systeme durchaus typisch, da viele Anwendungen Inhalte über sogenannte Content-Delivery-Netzwerke (CDNs) beziehen oder dauerhaft mit Cloud-Diensten verbunden bleiben. Besonders interessant ist die Zuordnung der Verbindungen zu einzelnen Anwendungen. Firefox verursacht mit Abstand den größten Teil des Netzwerkverkehrs und ist für mehr als 1.500 erfasste Pakete verantwortlich. Dahinter folgen Thunderbird, WhatsApp Desktop, Telegram und Signal Desktop. Die Darstellung macht deutlich, dass moderne Messenger selbst im Leerlauf regelmäßig Daten austauschen und dauerhaft Verbindungen zu ihren jeweiligen Server-Infrastrukturen aufrechterhalten. Die Service-Übersicht zeigt zudem, welche Netzwerkprotokolle und Dienste aktuell genutzt werden. Den größten Anteil nimmt erwartungsgemäß HTTPS ein, das für verschlüsselte Webverbindungen verwendet wird. Darüber hinaus sind IMAPS-Verbindungen für den E-Mail-Abruf über Thunderbird sichtbar. DNS-Anfragen, lokale Netzwerkdienste sowie vereinzelte HTTP-Verbindungen ergänzen das Bild. Für einen Netzwerkadministrator ist diese Zusammenfassung besonders wertvoll, da sie einen schnellen Überblick darüber liefert, welche Programme aktiv kommunizieren und welche Netzwerkdienste dabei genutzt werden. Der Screenshot verdeutlicht eindrucksvoll, dass ein moderner Linux-Desktop auch ohne auffällige Aktivitäten kontinuierlich mit zahlreichen internen und externen Systemen kommuniziert. Die eigentliche Stärke von Sniffnet liegt dabei weniger in der tiefgehenden Paketanalyse als vielmehr in der übersichtlichen Visualisierung dieser Kommunikationsbeziehungen. Dadurch lassen sich ungewöhnliche Verbindungen, unbekannte Hosts oder auffällige Netzwerkaktivitäten bereits auf den ersten Blick erkennen. GWS2.de - Juni 2026

Sniff­net stellt über­sicht­lich dar, wel­che Diens­te nach Hau­se te­le­fo­nie­ren.

Da­bei könn­te Sniff­net je­de Da­ten­schnitt­stel­le aus­le­sen, die ein Com­pu­ter als Tor zur Au­ßen­welt nutzt. Der Weg ins bö­se In­ter­net führt al­ler­dings aus­schließ­lich über IEEE 802.11 bzw. die RJ-Steck­ver­bin­dung, wes­halb die­se bei­den Ver­kehrs­quel­len von größ­ter Be­deu­tung sind.

Sniffnet 1.5.0 unter Ubuntu 24.04.4 LTS - ein Test von GWS2.de

Im vor­lie­gen­den Bei­spiel hat Ubun­tu die ka­bel­ge­bun­de­ne Netz­werk­schnitt­stel­le als enp4s0 er­kannt. Sie kom­mu­ni­ziert in­ner­halb des lo­ka­len Netz­werks un­ter der IP­v4-Adres­se 10.0.0.9. Nach ei­nem Klick auf die Schalt­flä­che „Start!“ be­ginnt Sniff­net da­mit, den ge­sam­ten Da­ten­ver­kehr die­ser Ether­net-Schnitt­stel­le in Echt­zeit zu er­fas­sen und gra­fisch auf­zu­be­rei­ten.

Ein Klasse A Netzwerk IP-Adressbereich: 1.0.0.0 unter Ubuntu weist daraufhin, dass der Betreiber des Systems ein professioneller Netzwerkadministrator ist

Wer kein aus­ge­bil­de­ter Netz­werk­ad­mi­nis­tra­tor ist und sein Sys­tem auf ver­däch­ti­ge Ak­ti­vi­tä­ten über­prü­fen möch­te, soll­te zu­nächst ei­nen Blick auf den Rei­ter Ser­vice wer­fen. Wer­den aus­ge­hen­de HTTP-Ver­bin­dun­gen über Port 80 ins In­ter­net auf­ge­baut, lohnt sich ei­ne ge­naue­re Un­ter­su­chung. Zwar ist HTTP nicht grund­sätz­lich bös­ar­tig, se­riö­se Web­sei­ten und On­line­diens­te set­zen je­doch aus­schließ­lich auf ver­schlüs­sel­te HTTPS-Ver­bin­dun­gen.

ℹ️ Web­ober­flä­chen von Rou­tern, Smart-TVs, NAS-Sys­te­men oder lo­ka­len Si­cher­heits­lö­sun­gen nut­zen häu­fig HTTP über Port 80. So­lan­ge die Kom­mu­ni­ka­ti­on in­ner­halb des ei­ge­nen Net­zes statt­fin­det und das Sub­netz nicht ver­lässt, be­steht kein Grund zur Sor­ge.

Der Screenshot zeigt die Detailansicht einer einzelnen Netzwerkverbindung innerhalb von Sniffnet. Im Mittelpunkt steht eine aktive Kommunikation zwischen dem Firefox-Browser auf dem lokalen Ubuntu-System und einem externen Server aus dem Netzwerk von Cloudflare. Die Aufnahme verdeutlicht anschaulich, wie sich einzelne Verbindungen bis auf Prozess-, Protokoll- und Gegenstellenebene nachvollziehen lassen. Im oberen Bereich werden zunächst die genutzten Netzwerkdienste und Programme zusammengefasst. HTTPS dominiert den Netzwerkverkehr mit mehr als 1.300 erfassten Paketen deutlich. Daneben sind DNS-Anfragen (Domain), IMAPS-Verbindungen für den E-Mail-Abruf sowie vereinzelte XMPP- und Zeroconf-Dienste sichtbar. Auf Programmebene fällt insbesondere Firefox auf, der mehrere hundert Netzwerkpakete verursacht und damit erwartungsgemäß den größten Teil des Datenverkehrs erzeugt. Zusätzlich sind Signal Desktop, Telegram, WhatsApp Desktop und Thunderbird aktiv. Die darunterliegende Verbindungstabelle listet einzelne Kommunikationsbeziehungen auf. Hervorgehoben ist eine Verbindung zwischen der lokalen IPv4-Adresse 10.0.0.9 und der öffentlichen IP-Adresse 104.16.144.111 über Port 443. Die Kommunikation erfolgt über das UDP-Protokoll. Da moderne Webseiten zunehmend auf HTTP/3 setzen, welches auf QUIC und damit auf UDP basiert, handelt es sich hierbei um ein völlig normales Kommunikationsmuster eines aktuellen Webbrowsers. Im Detailfenster wird die Gegenstelle anschließend genauer aufgeschlüsselt. Als Quelle erscheint die Socket-Adresse 104.16.144.111 auf Port 443. Die zugehörige ASN-Zuordnung weist die Verbindung eindeutig dem CDN-Anbieter Cloudflare zu. Cloudflare betreibt weltweit verteilte Serverinfrastrukturen und wird von Millionen Webseiten genutzt, um Inhalte schneller auszuliefern sowie DDoS-Schutz und weitere Sicherheitsfunktionen bereitzustellen. Als Ziel wird das lokale Ubuntu-System mit der IPv4-Adresse 10.0.0.9 dargestellt. Die zugehörige MAC-Adresse erlaubt zusätzlich eine Zuordnung auf Netzwerkebene innerhalb des lokalen Heimnetzes. Sniffnet visualisiert damit nicht nur die beteiligten Endpunkte, sondern auch die technischen Eigenschaften der Verbindung bis hinunter zur Hardware-Adresse. Besonders interessant ist der untere Bereich des Screenshots. Dort wurde die IP-Adresse zusätzlich mit einem Geotraceroute-Dienst untersucht. Dieser ordnet die Cloudflare-IP einem Standort in Angola zu. Solche Geolokalisierungsdaten sollten jedoch mit Vorsicht interpretiert werden. Große CDN-Anbieter wie Cloudflare betreiben weltweit verteilte Netzwerke, deren tatsächlicher Datenpfad häufig von den Angaben öffentlicher Geodatenbanken abweicht. Eine vermeintlich exotische Gegenstelle ist daher nicht automatisch verdächtig. Erst die Kombination aus Prozess, Dienst, Betreiber und Kommunikationsverhalten erlaubt eine sinnvolle Bewertung der Verbindung. Der Screenshot zeigt exemplarisch, wie sich mit Sniffnet verdächtige Netzwerkaktivitäten von gewöhnlichem Internetverkehr unterscheiden lassen. Gleichzeitig wird deutlich, dass moderne Anwendungen selbst bei alltäglichen Tätigkeiten wie dem Surfen im Web mit einer Vielzahl unterschiedlicher Server und Infrastrukturanbieter kommunizieren. Ein Test von Sascha Vetter - Netzwerk- und Systemadministrator

Wer­den aus­schließ­lich HTTPS-Ver­bin­dun­gen an­ge­zeigt, bie­tet ein Links­klick auf das Fire­fox-Sym­bol die nächs­te Mög­lich­keit, nach un­er­war­te­tem Da­ten­ver­kehr zu su­chen. Ver­ein­facht dar­ge­stellt läuft ge­wöhn­li­ches Sur­fen im In­ter­net fol­gen­der­ma­ßen ab – die The­men DNS-Auf­lö­sung und NAT ein­mal au­ßen vor ge­las­sen:

  • Der Brow­ser öff­net ei­nen tem­po­rä­ren High­port und sen­det ei­ne An­fra­ge an ei­nen Web­ser­ver.
  • Der Web­ser­ver be­ant­wor­tet die An­fra­ge und über­trägt die an­ge­for­der­ten In­hal­te üb­li­cher­wei­se über Port 443 mit­tels HTTPS.

Beim Ab­ru­fen klas­si­scher Web­sei­ten er­folgt die Kom­mu­ni­ka­ti­on über TCP. Strea­ming-Diens­te wie You­Tube nut­zen da­ge­gen häu­fig das UDP-ba­sier­te QUIC-Pro­to­koll, das eben­falls über Port 443 ar­bei­tet. Bei­de Va­ri­an­ten sind voll­kom­men nor­mal. Er­scheint ei­ne Ver­bin­dung den­noch ver­däch­tig, ge­nügt ein Links­klick auf den je­wei­li­gen Ein­trag. Sniff­net lie­fert an­schlie­ßend zu­sätz­li­che In­for­ma­tio­nen zur Ge­gen­stel­le, dar­un­ter den Be­trei­ber des Ziel­sys­tems, die ver­wen­de­te IP-Adres­se und oft­mals auch den geo­gra­fi­schen Stand­ort. Rei­chen die­se An­ga­ben nicht aus, kann die be­tref­fen­de IP-Adres­se zu­sätz­lich mit ei­nem Geo­tra­ce­rou­te-Dienst un­ter­sucht wer­den.

Computerheld Linz PC-Vor-Ort-Service präsentiert: Sniffnet für Ubuntu. Mithilfe des Open-Source-Tools können Netzwerkadministratoren erkennen, ob ein Phishing-Angriff erfolgreich war. Der Cartoon wurde von Veronika Helga Vetter gezeichnet - das ist eine Webkünstlerin, die das Internet seit 2011 bereichert. Zuerst auf GWS2.de veröffentlicht - Juni 2026

Sniffnet installieren

Sniff­net ist ein platt­form­über­grei­fen­des Open-Source-Werk­zeug zur Ana­ly­se des Netz­werk­ver­kehrs. Die In­stal­la­ti­ons­da­tei soll­te idea­ler­wei­se di­rekt von der Her­stel­ler­web­sei­te be­zo­gen wer­den. Ubun­tu-Nut­zer la­den am bes­ten das DEB-Pa­ket für die am­d64-Ar­chi­tek­tur her­un­ter. Die­ses lässt sich an­schlie­ßend per Rechts­klick kom­for­ta­bel mit der in­te­grier­ten An­wen­dungs­in­stal­la­ti­on öff­nen und in­stal­lie­ren.

Der Screenshot zeigt die Installation von Sniffnet unter Ubuntu anhand des offiziellen DEB-Pakets. Im oberen Bereich ist die heruntergeladene Installationsdatei „Sniffnet_LinuxDEB_amd64.deb“ zu sehen. Über das Kontextmenü wird die Datei per Rechtsklick mit der integrierten Ubuntu-Funktion „Anwendungsinstallation öffnen“ gestartet. Dadurch entfällt die Installation über das Terminal, was insbesondere für Linux-Einsteiger den Einstieg erleichtert. Im unteren Bereich des Screenshots ist die Anwendungsübersicht von Ubuntu dargestellt. Nach erfolgreicher Installation wurde der Begriff „Sniffnet“ in das Suchfeld eingegeben, woraufhin das Programm unmittelbar gefunden wird. Das markante Programmsymbol mit dem stilisierten Netzwerk-Hut wird dabei deutlich hervorgehoben. Der Anwender kann die Software anschließend direkt aus dem Anwendungsmenü starten, ohne weitere Konfigurationsschritte durchführen zu müssen. Die Aufnahme verdeutlicht den für Ubuntu typischen Installationsablauf von DEB-Paketen. Während viele Open-Source-Werkzeuge traditionell über Paketmanager oder Terminalbefehle installiert werden, bietet Sniffnet zusätzlich einen komfortablen grafischen Installationsweg. Dadurch eignet sich das Programm auch für Anwender, die bislang wenig Erfahrung mit der Linux-Kommandozeile gesammelt haben. Nach der Installation steht das Werkzeug unmittelbar für die Analyse des Netzwerkverkehrs zur Verfügung und kann wie jede andere Desktop-Anwendung über die Ubuntu-Anwendungsübersicht gestartet werden. GWS2.de - Juni 2026

Ne­ben dem Web­brow­ser, der auf den meis­ten Sys­te­men die größ­te An­zahl an Ver­bin­dun­gen auf­baut, sind vor al­lem die Desk­top-Apps von Mes­sen­gern wie Te­le­gram, Si­gnal und Whats­App in­ter­es­sant. Whats­App baut bei­spiels­wei­se ei­ne TCP-Ver­bin­dung zu ei­nem na­he­lie­gen­den Face­book-Ser­ver auf und schickt dar­über un­spek­ta­ku­lär Da­ten­pa­ke­te hin und her.

Der Screenshot zeigt die Detailansicht einer einzelnen Netzwerkverbindung der Desktop-Anwendung WhatsApp innerhalb von Sniffnet. Die Verbindung wurde über einen Zeitraum von knapp vier Minuten beobachtet und umfasst insgesamt 28 übertragene Datenpakete. Dabei handelt es sich um eine verschlüsselte HTTPS-Kommunikation über das TCP-Protokoll, wie sie für moderne Messenger-Dienste typisch ist. Im linken Bereich der Ansicht werden zunächst die wichtigsten Verbindungsparameter zusammengefasst. Als verwendeter Dienst wird HTTPS angezeigt, während die Anwendung eindeutig als „whatsapp-desktop“ identifiziert wurde. Die Kommunikation erfolgt somit nicht über den Webbrowser, sondern direkt über den nativen Desktop-Client von WhatsApp. Die rechte Seite des Fensters zeigt die beteiligten Kommunikationspartner. Als Quelle fungiert das lokale Ubuntu-System mit der IPv4-Adresse 10.0.0.9. Der verwendete Quellport 60250 wurde vom Betriebssystem dynamisch aus dem Bereich der sogenannten Highports vergeben. Solche temporären Ports werden von Anwendungen genutzt, um ausgehende Verbindungen aufzubauen und stellen ein normales Verhalten dar. Als Ziel wird die öffentliche IP-Adresse 31.13.84.51 auf Port 443 angezeigt. Port 443 ist der Standardport für verschlüsselte HTTPS-Kommunikation und wird von nahezu allen modernen Cloud-Diensten verwendet. Besonders aufschlussreich ist die zusätzliche Zuordnung der Gegenstelle. Sniffnet löst die Verbindung bis auf den vollständig qualifizierten Domainnamen „whatsapp-cdn-shv-01-vie1.fbcdn.net“ auf. Bereits der Hostname verrät wichtige Informationen über die Infrastruktur. Die Bezeichnung „fbcdn.net“ verweist auf das Content-Delivery-Netzwerk von Meta, dem Mutterkonzern von Facebook, WhatsApp und Instagram. Der Bestandteil „vie“ deutet zudem auf einen Infrastrukturstandort im Raum Wien hin, wodurch die Daten nicht zwangsläufig über weit entfernte Rechenzentren geleitet werden müssen. Zusätzlich wird die Gegenstelle dem Autonomen System AS32934 zugeordnet, das offiziell von Facebook beziehungsweise Meta betrieben wird. Diese Information ist für Netzwerkadministratoren besonders hilfreich, da sich dadurch nachvollziehen lässt, welchem Unternehmen eine Verbindung tatsächlich gehört. Anstatt lediglich eine anonyme IP-Adresse zu sehen, wird die Kommunikationsbeziehung direkt einem bekannten Betreiber zugeordnet. Der Screenshot verdeutlicht exemplarisch, wie Messenger-Anwendungen dauerhaft verschlüsselte Verbindungen zu ihrer Server-Infrastruktur aufrechterhalten. Für sich genommen stellt eine solche Verbindung keinerlei Auffälligkeit dar. Im Gegenteil: Die Kommunikation mit Servern aus dem Meta-Netzwerk ist für WhatsApp Desktop zwingend erforderlich, um Nachrichten zu empfangen, Medien zu synchronisieren und Benachrichtigungen in Echtzeit bereitzustellen. Gerade diese Transparenz macht den praktischen Nutzen von Sniffnet aus. Der Anwender kann auf einen Blick erkennen, welches Programm kommuniziert, wohin die Daten übertragen werden und welchem Betreiber die jeweilige Gegenstelle gehört. GWS2.de - Juni 2026

Wer re­gel­mä­ßig An­ge­bo­te zu Ghost Job­s⁴ oder ge­fälsch­te Ge­winn­be­nach­rich­ti­gun­gen er­hält – oder mög­li­cher­wei­se selbst auf die be­kann­te Booking.com-Masche⁵ her­ein­ge­fal­len ist – soll­te die Ver­bin­dun­gen sei­ner Whats­App-Desk­top-App ge­nau­er un­ter die Lu­pe neh­men.

  • Glei­ches gilt für Te­le­gram, wo KI-ge­stütz­te So­cial-En­gi­nee­ring-Tech­ni­ken mitt­ler­wei­le zum All­tag ge­hö­ren. Be­son­ders ver­brei­tet ist dort der so­ge­nann­te Lie­bes­be­trug. Da­bei wer­den Op­fer von frem­den Ac­counts mit at­trak­ti­ven Pro­fil­bil­dern oft über Wo­chen oder Mo­na­te um­garnt, bis sie be­reit­wil­lig Geld über­wei­sen oder per­sön­li­che In­for­ma­tio­nen preis­ge­ben.

Aus Sicht ei­nes Netz­werk­ad­mi­nis­tra­tors lässt sich ge­gen sol­che Be­trugs­ma­schen we­nig aus­rich­ten. Häu­fig dient der Mes­sen­ger le­dig­lich als Kon­takt­ka­nal. Nicht sel­ten wird die Cat­fi­shing-Ma­sche je­doch ge­nutzt, um das Op­fer auf ei­ne Phis­hing-Web­sei­te zu lot­sen, die an­schlie­ßend den Web­brow­ser kom­pro­mit­tiert.

ℹ️ Sniff­net er­reicht zwar nicht den Funk­ti­ons­um­fang des Bran­chen­stan­dards Wireshark, bie­tet Pri­vat­an­wen­dern je­doch ei­nen deut­lich leich­te­ren Ein­stieg in die Netz­werk­ana­ly­se. Die über­sicht­li­che Open-Source-Soft­ware macht Netz­werk­ver­kehr sicht­bar und hilft da­bei, un­ge­wöhn­li­che Ver­bin­dun­gen so­wie ver­däch­ti­ge Ak­ti­vi­tä­ten schnell zu er­ken­nen.

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¹Vet­ter, Ve­ro­ni­ka Hel­ga: Phis­hing-Mails er­ken­nen: Wie ein ein­zi­ger Klick Ih­ren PC kom­pro­mit­tie­ren kann. computerheld-linz.at (06/2026).
²Gei­ger, Joerg: Cle­ve­re Stra­te­gie ge­gen KI-An­grif­fe. In: CHIP Nr. 2 (2024). S. 45.
³Lo­renz, Ben­ja­min: Mal­wa­re-At­ta­cken per Blue­screen. In: CHIP Nr. 3 (2026). S. 18.
⁴Vet­ter, Sa­scha: Fest­plat­ten si­cher lö­schen un­ter Li­nux: Shre­dOS er­klärt (war­um der Pa­pier­korb wert­los ist). pinguin.gws2.de (06/2026).
⁵E­der, Leo: Stor­no-Fal­le auf Whats­app: Be­trü­ger nut­zen Da­ten­leck von Booking.com aus. swr3.de (06/2026).

Festplatten sicher löschen unter Linux: ShredOS erklärt (warum der Papierkorb wertlos ist)

Zwi­schen 2010 und 2015¹ for­der­te die OECD die deut­sche Po­li­tik mehr­fach da­zu auf, mehr Hoch­schul­ab­schlüs­se zu er­zeu­gen. Der Aka­de­mi­ker­an­teil galt im in­ter­na­tio­na­len Ver­gleich als zu nied­rig. Die Zu­gangs­vor­aus­set­zun­gen wur­den ge­senkt, und die Ge­ne­ra­ti­on Z stu­dier­te pflicht­be­wusst BWL, VWL, Wirt­schafts­in­for­ma­ti­k² so­wie Mu­sik- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaf­ten. Seit 2022 wächst das Brut­to­in­lands­pro­dukt je­doch nur noch im Pro­mil­le­be­reich oder sta­gniert. Par­al­lel hat KI-Tech­no­lo­gie klas­si­sche Bü­ro- und Wis­sens­ar­beit bin­nen kür­zes­ter Zeit au­to­ma­ti­siert. Die Fol­ge: In Deutsch­land exis­tie­ren kaum noch Ein­stiegs­job­s³ für Ba­che­lor- und Mas­ter­ab­sol­ven­ten. Be­son­ders per­fi­de ist, dass sich un­ter die we­ni­gen Stel­len­aus­schrei­bun­gen ein er­heb­li­cher An­teil so­ge­nann­ter Ghost Jobs mischt – Po­si­tio­nen, die nie⁴ be­setzt wer­den sol­len, für die aber den­noch Be­wer­bun­gen ent­ge­gen­ge­nom­men wer­den.

ℹ️ Kon­ser­va­tiv ge­schätzt wa­ren im Jahr 2025 rund 22 Pro­zen­t⁵ al­ler Stel­len­aus­schrei­bun­gen in Deutsch­land so­ge­nann­te Ghost Jobs.

Die Mo­ti­ve hin­ter dem ge­ziel­ten Schal­ten un­ech­ter Stel­len­an­zei­gen sind viel­fäl­tig – ei­nes ist je­doch si­cher: Die in An­schrei­ben und Le­bens­läu­fen ent­hal­te­nen per­so­nen­be­zo­ge­nen In­for­ma­tio­nen lan­den re­gel­mä­ßig und lang­fris­tig in HR-Da­ten­ban­ken und au­to­ma­ti­sier­ten Be­wer­ber­ma­nage­ment­sys­te­men (ATS).

Der Cartoon zeigt eine liebevoll inszenierte Szene, die technische Ernsthaftigkeit mit augenzwinkernder Symbolik verbindet. Schauplatz ist ein stilisiertes Labor, in dem Daten nicht analysiert, sondern endgültig vernichtet werden. Die Umgebung wirkt aufgeräumt, fast klinisch, und erinnert an eine Mischung aus Werkstatt und Forschungseinrichtung – ein Ort, an dem Entscheidungen mit Konsequenzen getroffen werden. Links im Hintergrund erhebt sich ein klassisches Desktop-PC-Gehäuse mit einer transparenten Plexiglas-Seitenwand. Durch diese ist eine geöffnete mechanische Festplatte (HDD) deutlich zu erkennen: Die glänzende Magnetscheibe liegt frei, als sei sie gerade seziert worden. Dieses Detail macht unmissverständlich klar, worum es in dieser Szene geht – um das kompromisslose Ende gespeicherter Daten. Rechts im Hintergrund schweben abstrahierte Datenträgersymbole, darunter eine SSD und eine klassische Diskette. Alle diese Symbole sind deutlich durchgestrichen, ein visuelles Stoppschild für Wiederherstellung, Archivierung oder zweite Chancen. Hier gibt es kein Zurück, keine Sicherungskopie, keinen Papierkorb. Im Zentrum der Illustration steht der vertraute Pinguin der Webseite, liebevoll „Vincenz der Jüngere“ genannt – mit V am Anfang und zwei Z am Ende. Vincenz trägt eine Chemikerbrille, jedoch nicht vor den Augen, sondern lässig auf der Stirn, als Zeichen dafür, dass die Analysephase bereits abgeschlossen ist. Sein Blick ist fokussiert und entschlossen. Die rechte Flosse hat er erhoben, bereit zur finalen Handlung, während die linke fest auf dem Arbeitstisch ruht. Beide Flossen stecken in robusten Gummifäustlingen, ein subtiles Symbol für Sicherheit, Schutz und kontrollierte Gewalt. Direkt vor Vincenz dominiert ein großer roter Knopf, dessen Beschriftung dem Betrachter frontal entgegenschreit: „SHRED“. Der Knopf ist überdimensioniert, bewusst plakativ – er steht für den einen Moment, in dem aus Absicht Realität wird. Rechts daneben befindet sich ein aufgestelltes Warnschild: Ein Dreieck mit Ausrufezeichen, darunter das Wort „unwiderruflich!“ ausgeschrieben. Die Botschaft ist eindeutig: Was hier ausgelöst wird, lässt sich nicht rückgängig machen. Über der Szene prangt als schlichte Überschrift „Shred OS“. Kein Zusatz, keine Erklärung – die Grafik versteht sich als visuelle Ergänzung zu einem Anleitungsartikel, nicht als eigenständige Werbung. Sie übersetzt den technischen Vorgang des sicheren Löschens in eine einprägsame Bildsprache. Die Illustration wurde gezeichnet von Veronika Helga Vetter, die seit 2011 mit ihren Grafiken das Internet bereichert und komplexe technische Themen mit Humor, Klarheit und Wiedererkennbarkeit visualisiert. Der Cartoon verbindet technische Verantwortung mit erzählerischer Leichtigkeit und verleiht dem ansonsten nüchternen Thema der Datenvernichtung ein Gesicht – oder besser gesagt: einen entschlossenen Pinguin. GWS2.de - Januar 2026

Noch of­fen­sicht­li­cher wird die Pro­ble­ma­tik beim so­ge­nann­ten Job-Scamming. Da­bei han­delt es sich eben­falls um fin­gier­te Stel­len­an­ge­bo­te, de­ren pri­mä­rer Zweck nicht ei­ne An­stel­lung, son­dern das sys­te­ma­ti­sche Ab­grei­fen sen­si­bler Da­ten ist. Über Aus­hän­ge in Su­per­märk­ten oder un­auf­ge­for­dert ver­sen­de­te Nach­rich­ten über Mes­sen­ger-Diens­te wer­den ein­fa­che Tä­tig­kei­ten mit un­rea­lis­ti­schen Stun­den­löh­nen be­wor­ben.

Der Screenshot zeigt eine kurze, plakativ gestaltete Textnachricht, wie sie typischerweise per SMS oder Messenger weiterverbreitet wird. Der Hintergrund ist schlicht und funktional, ohne visuelle Gestaltungselemente, was den Fokus vollständig auf den Text lenkt. Ganz oben springt ein einzelnes Wort in Großbuchstaben ins Auge: „IMBD“ – eine Bezeichnung, die Seriosität suggerieren soll, aber keinerlei erkennbare Einordnung zulässt und bewusst vage gehalten ist. Darunter folgt ein knapp formulierter Locktext, der gezielt auf finanzielle Anreize setzt. Gesucht werden angeblich Personen für Heimarbeit, ohne nähere Beschreibung der Tätigkeit, Qualifikation oder des Unternehmens. Besonders auffällig ist die angegebene Vergütung von 25 bis 35 Euro pro Stunde, kombiniert mit Aussagen wie „mehr Arbeit, mehr Verdienst“ und „tägliche Auszahlung“. Diese Versprechen sind bewusst einfach gehalten und sprechen vor allem Menschen an, die sich schnelle, unkomplizierte Einnahmen erhoffen. Am unteren Rand der Nachricht findet sich eine direkte Handlungsaufforderung: „WhatsApp:“, gefolgt von einem verkürzten Link im Format https://wa.me/.... Dieser Link soll den Empfänger unmittelbar in einen privaten Chat weiterleiten und damit aus dem öffentlichen Raum der Anzeige in eine nicht überprüfbare Eins-zu-eins-Kommunikation ziehen. Der Gesamteindruck des Screenshots ist nüchtern, fast beiläufig – genau das macht ihn gefährlich. Es fehlen Impressum, Kontaktdaten, Standort oder konkrete Informationen zur Tätigkeit. Stattdessen wird mit hohen Stundenlöhnen, sofortiger Auszahlung und minimalem Aufwand gearbeitet. Solche Nachrichten dienen in der Regel nicht der tatsächlichen Jobvermittlung, sondern dem Abgreifen persönlicher Daten und Profile, die anschließend weiterverwertet oder verkauft werden. Der Screenshot steht exemplarisch für klassisches Job-Scamming, wie es derzeit massenhaft über SMS, Messenger und soziale Netzwerke verbreitet wird. Zuerst auf GWS2.de veröffentlicht - Januar 2026

ℹ️ Die sechs­mo­na­ti­ge Auf­be­wah­rungs­frist für Be­wer­bungs­un­ter­la­gen ist zwar kein Ge­setz, gilt aber als da­ten­schutz­recht­li­cher Stan­dard. Ei­ne dar­über hin­aus­ge­hen­de Spei­che­rung, et­wa in ei­nem Ta­lent­pool, ist nur mit aus­drück­li­cher Ein­wil­li­gung nach Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO zu­läs­sig – auch wenn die Ein­hal­tung sol­cher Richt­li­ni­en im HR-All­tag häu­fig igno­riert wird.

Im bes­ten Fall wer­den die ge­won­ne­nen Pro­fi­le an Bo­ni­täts­dienst­leis­ter, Fi­nanz­an­bie­ter oder Im­mo­bi­li­en­ver­mitt­ler wei­ter­ver­kauft. Manch­mal ste­hen je­doch or­ga­ni­sier­te Cy­ber­kri­mi­nel­le hin­ter den An­ge­bo­ten, die vor­sätz­lich auf Iden­ti­täts­miss­brauch und fi­nan­zi­el­len Scha­den ab­zie­len.

Mit der Ma­sche wol­len die Kri­mi­nel­len an per­sön­li­che Da­ten ge­lan­gen. Die­se könn­ten dann ge­nutzt wer­den, um an Geld zu kom­men, aber auch um im Na­men der Be­tro­ge­nen Kon­ten zu er­öff­nen.

Töl­le, Kat­ja: Job­su­che: Wie er­kennt man ge­fälsch­te Stel­len­an­zei­gen im In­ter­net? In: ÖKO-TEST Nr. 8 (2025). S. 6.

Zu­sam­men­fas­send lässt sich fest­hal­ten, dass rund ein Drit­tel al­ler Job­an­ge­bo­te fak­tisch rei­ne Fan­ta­sie­an­zei­gen sind – un­ab­hän­gig da­von, ob sie in Print­me­di­en oder auf On­line-Platt­for­men er­schei­nen.

  • Auf dem völ­lig über­hitz­ten deut­schen Woh­nungs­markt zeigt sich ein ähn­li­ches Bild.

Wer kennt sie nicht: In­se­ra­te zu Phan­tom­woh­nun­gen in Bal­lungs­räu­men, auf die sich hun­der­te In­ter­es­sen­ten mit höchst sen­si­blen An­ga­ben be­wer­ben, oh­ne je­mals ei­ne Rück­mel­dung zu er­hal­ten. Auch hier geht es den An­bie­tern we­ni­ger um die tat­säch­li­che Ver­mie­tung als viel­mehr um das sys­te­ma­ti­sche Ge­ne­rie­ren ver­wert­ba­rer Pro­fi­le.

ℹ️ Ins­be­son­de­re jun­ge Woh­nungs­su­chen­de ver­sen­den⁶ aus Man­gel an Al­ter­na­ti­ven um­fas­sen­de Be­wer­bungs­un­ter­la­gen, die sen­si­ble An­ga­ben zu Ein­kom­men, Ver­mö­gens­ver­hält­nis­sen und Bo­ni­tät ent­hal­ten. Nicht sel­ten fin­den sich dar­in so­gar per­so­nen­be­zo­ge­ne In­for­ma­tio­nen po­ten­zi­el­ler Bür­gen.

Wäh­rend die ei­nen müh­sam Li­nux Mint samt VPN-Dienst be­trei­ben und das Ho­he­lied der Da­ten­spar­sam­keit sin­gen, ver­schen­ken an­de­re ih­re Iden­ti­tät fak­tisch kos­ten­los. Da­bei sind voll­stän­di­ge Iden­ti­täts­pro­fi­le ein äu­ßerst wert­vol­ler Roh­stoff, für den selbst voll­kom­men le­ga­le Ak­teu­re wie Ver­si­che­run­gen, Mar­ke­ting­un­ter­neh­men oder Fi­nanz­dienst­leis­ter be­reit­wil­lig be­zah­len.

  • Ge­nau des­halb fin­den sich auf eBay & Co. auch heu­te noch re­ge Märk­te für ge­brauch­te Ur­alt-Fest­plat­ten, de­fek­te Lap­tops oder so­ge­nann­te Bast­ler-PCs.

Par­al­lel wer­den selbst kos­ten­lo­se Da­ten­wie­der­her­stel­lungs­tools im­mer leis­tungs­fä­hi­ger. In den sel­tens­ten Fäl­len geht es da­bei um das Re­kon­stru­ie­ren pri­va­ter Des­sous-Fo­tos – im Fo­kus ste­hen viel­mehr ein­ge­scann­te Aus­weis­do­ku­men­te, Be­wer­bungs­un­ter­la­gen oder sen­si­ble Ge­sund­heits­da­ten.

Die Grafik zeigt eine strukturierte Übersichtsseite mit der Überschrift „Systemprofil – Testumgebung“. Sie dient dazu, das im Artikel behandelte Programm in einen klar definierten technischen Kontext einzuordnen. Der Aufbau erinnert an klassische System- oder Benchmark-Dokumentationen und vermittelt bereits auf den ersten Blick einen nüchternen, technisch orientierten Anspruch. Als getestetes Betriebssystem ist ShredOS in der Version 0.38 angegeben. Die Zielarchitektur wird mit x86-64 ausgewiesen, was verdeutlicht, dass sich das System an klassische PC-Hardware richtet und nicht für Embedded- oder ARM-Plattformen konzipiert ist. ShredOS wird hier explizit als eigenständiges Betriebssystem verstanden, nicht als gewöhnliche Linux-Distribution für den Desktop-Alltag, sondern als spezialisiertes Werkzeug für einen klar umrissenen Zweck. Besonderes Augenmerk fällt auf den angegebenen Kernel „URandom“ in der Version 2024.11_27. Dabei handelt es sich nicht um einen klassischen Linux-Standardkernel im Sinne einer allgemeinen Desktop- oder Serverdistribution, sondern um einen stark reduzierten, zweckgebundenen Kernel, der auf sichere Zufallsdaten und deterministisches Verhalten beim Überschreiben von Datenträgern ausgelegt ist. Der Name „URandom“ verweist dabei auf den Einsatz hochwertiger Zufallsquellen, wie sie für sichere Lösch- und Überschreibvorgänge relevant sind. Ziel ist nicht Vielseitigkeit, sondern maximale Verlässlichkeit im Umgang mit Speicheroperationen. In der Klassifizierung wird ShredOS als Löschbetriebssystem eingeordnet. Diese Kategorisierung unterstreicht, dass das System ausschließlich für das sichere und unwiederbringliche Entfernen von Daten entwickelt wurde. Die Quelle GitHub weist auf die offene Entwicklung hin, während die Erstveröffentlichung im Jahr 2020 zeigt, dass es sich um ein etabliertes, über mehrere Jahre gereiftes Projekt handelt. Gleichzeitig wird ShredOS als Langzeitprojekt beschrieben, das aktiv weiterentwickelt und gepflegt wird. Das angegebene Niveau „mittel“ signalisiert, dass sich das Werkzeug nicht primär an völlige Einsteiger richtet. Grundlegende Kenntnisse im Umgang mit Bootmedien, Tastaturnavigation und technischen Begriffen sind erforderlich, um ShredOS sicher und zielgerichtet einzusetzen. Damit positioniert sich das Programm zwischen reinen Expertenwerkzeugen und grafischen Komfortlösungen. Optisch ist die Grafik klar technisch gehalten. Dominierend sind weiße und blaue Farbtöne, die Assoziationen zu klassischen Systemmenüs und Diagnoseoberflächen wecken. In der rechten unteren Ecke befindet sich ein kleiner Pinguin, das bekannte Symbol für Linux. Direkt daneben ist die URL pinguin.gws2.de platziert. Dieses visuelle Element fungiert als dezentes Branding und macht unmissverständlich deutlich, dass die dargestellte Testumgebung, Bildanleitung und Softwareeinordnung im redaktionellen Kontext dieser Webseite entstanden ist. GWS2.de

Festplatten richtig löschen

Vie­le Nut­zer bau­en vor dem Ver­kauf ei­nes PCs vor­sorg­lich die Fest­plat­ten aus. Das schmä­lert nicht nur un­nö­tig den Wie­der­ver­kaufs­wert, son­dern löst das ei­gent­li­che Pro­blem auch nur halb­her­zig. In na­he­zu je­der Wohn­ge­gend gibt es mitt­ler­wei­le „Müll­tau­cher“, die ne­ben Pfand­fla­schen auch aus­ran­gier­te Hard­ware aus Con­tai­nern fi­schen. Ei­ne nicht kor­rekt ge­lösch­te Fest­plat­te ist da­bei ein ech­tes Da­ten­schutz­ri­si­ko.

  • Der ein­fachs­te und zu­gleich zu­ver­läs­sigs­te Weg, per­sön­li­che Da­ten voll­stän­dig und rück­stands­los zu ent­fer­nen, heißt Shre­dOS.

Da­bei han­delt es sich um ein Li­nux-ba­sier­tes Live-Sys­tem, das Da­ten­trä­ger sek­tor­wei­se mit Nul­len über­schreibt. Nach dem Vor­gang be­fin­det sich das Lauf­werk tech­nisch wie­der im Aus­lie­fe­rungs­zu­stand und ei­ne Da­ten­wie­der­her­stel­lung ist prak­tisch aus­ge­schlos­sen.

Der dreigeteilte Screenshot zeigt Schritt für Schritt den Einsatz des Ubuntu-Bordmittels „Startmedien-Ersteller“ unter Ubuntu 24.04.3 LTS und dokumentiert anschaulich den Weg von der Programmauswahl bis zum laufenden Schreibvorgang eines bootfähigen USB-Datenträgers. Im oberen Abschnitt ist zunächst der Applikationsauswähler von Ubuntu zu sehen. Die Oberfläche wirkt aufgeräumt und funktional, wie man es von einer modernen LTS-Version erwartet. Zwischen anderen Systemwerkzeugen sticht das Symbol des Startmedien-Erstellers hervor: ein stilisierter USB-Stick, der von einem markanten blauen Pfeil durchzogen wird. Das Icon ist blau umrandet und signalisiert bereits visuell seine Aufgabe – Daten werden gezielt auf ein externes Medium übertragen. Der Fokus liegt klar auf diesem Symbol, das den Einstiegspunkt für die Erstellung eines bootfähigen Mediums markiert. Der mittlere Abschnitt des Split-Screens zeigt das Hauptfenster des Startmedien-Erstellers mit der Überschrift „Startmedium erstellen“. Die Benutzeroberfläche ist bewusst minimalistisch gehalten und folgt dem Ubuntu-typischen Design: helle Flächen, klare Typografie und logisch angeordnete Bedienelemente. Als Quellabbild ist hier bereits ShredOS in der Version 0.38 eingebunden. Technisch wichtig ist der Hinweis, dass es sich dabei nicht um eine klassische ISO-Datei, sondern um ein IMG-Abbild handelt. Nur Images in diesem Format können vom Startmedien-Ersteller verarbeitet werden – ein Detail, das gerade für weniger erfahrene Nutzer entscheidend ist und häufige Fehlerquellen vermeidet. Als Zielmedium ist ein Kingston DataTraveler 3.0 ausgewählt, mit einer nutzbaren Kapazität von 115,5 GB. Der USB-Stick wird eindeutig identifiziert, sodass keine Verwechslungsgefahr mit internen Laufwerken besteht. Diese klare Trennung zwischen Quelle und Ziel unterstreicht den sicherheitsorientierten Ansatz des Werkzeugs und schützt vor versehentlichem Überschreiben falscher Datenträger. Im unteren Abschnitt des dreigeteilten Screenshots ist schließlich der aktive Schreibvorgang zu sehen. Das Datenträgerabbild wird gerade auf den USB-Stick übertragen, der Fortschrittsbalken steht bei 45 %. Die Anzeige vermittelt Ruhe und Kontrolle: kein hektisches Blinken, keine überladenen Statusmeldungen – lediglich der sachliche Hinweis, dass der Prozess läuft. Genau diese reduzierte Darstellung passt zur Aufgabe des Werkzeugs: zuverlässig, transparent und ohne unnötige Ablenkung ein bootfähiges Medium zu erstellen. Insgesamt vermittelt der dreigeteilte Screenshot ein geschlossenes Bild eines sauberen, durchdachten Workflows – von der Programmauswahl über die korrekte Einbindung des ShredOS-Images bis hin zum laufenden Schreibprozess auf einen USB-Datenträger. Er zeigt exemplarisch, wie Ubuntu auch bei sicherheitsrelevanten Aufgaben auf einfache Bordmittel setzt, ohne dabei technische Präzision oder Kontrolle einzubüßen. Deutschsprachiges Ubuntu Handbuch 2026

„Oh je, ein Live-Sys­tem – das klingt nach un­nö­ti­gem Auf­wand“, mag sich der ei­ne oder an­de­re zu­nächst den­ken. Die­se Be­fürch­tung ist je­doch un­be­grün­det. Ubun­tu-An­wen­der be­nö­ti­gen le­dig­lich ei­nen USB-Stick so­wie das kos­ten­lo­se Shre­dOS-Image. Die ei­gent­li­che Ar­beit über­nimmt das in­te­grier­te Bord­werk­zeug „Start­me­di­ener­stel­ler“, das den USB-Stick mit we­ni­gen Klicks in ein boot­fä­hi­ges Lösch­me­di­um ver­wan­delt. Ganz oh­ne Ter­mi­nal, ganz oh­ne Bas­tel­ar­beit.

Zum Down­load

Für die­se Bild­an­lei­tung wur­de Ver­si­on 0.38 ver­wen­det, die sich hier her­un­ter­la­den lässt. Ak­tu­el­le Re­leases von Shre­dOS wer­den di­rekt auf Git­Hu­b⁷ be­reit­ge­stellt. Wich­tig: Der „Start­me­di­ener­stel­ler“ ak­zep­tiert aus­schließ­lich Images mit der Da­tei­endung .img.

Die Collage besteht aus zwei übereinander angeordneten Screenshots und dokumentiert einen zentralen Schritt im Arbeitsablauf von ShredOS Version 0.38 unmittelbar nach dem Bootvorgang des Live-Systems. Beide Bildausschnitte zeigen dieselbe Programmoberfläche, jedoch in zwei aufeinanderfolgenden Zuständen, wodurch die Interaktion des Anwenders nachvollziehbar wird. Im oberen Screenshot ist das frisch gestartete ShredOS-Live-System zu sehen. Die Oberfläche präsentiert sich in dem für ShredOS typischen, nüchternen blauen Textmodus, der bewusst auf grafische Elemente verzichtet und stattdessen Klarheit und Kontrolle in den Vordergrund stellt. Direkt nach dem Start werden sämtliche vom Linux-Kernel erkannten Datenträger aufgelistet. Die Laufwerke erscheinen in ihrer systemnahen Bezeichnung als Gerätepfade, etwa /dev/sda für klassische Massenspeicher oder /dev/sr0 für optische Laufwerke. Diese Darstellung entspricht der Linux-typischen Sicht auf Hardware und ermöglicht eine eindeutige Identifikation aller angeschlossenen Speichermedien. Ein besonderes visuelles Merkmal im oberen Bild ist ein blauer Pfeil, der auf einen Eintrag mit der Bezeichnung des angeschlossenen USB-Sticks zeigt. Der Datenträger wird anhand von Vendor- und Produktcode identifiziert und verfügt über eine Kapazität von 32 GB. Der Pfeil dient als Hervorhebung und signalisiert, dass genau dieses Medium im Fokus steht und für den Löschvorgang vorgesehen ist. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich der Datenträger jedoch noch im neutralen Zustand – er ist lediglich markiert, aber noch nicht für das Überschreiben freigegeben. Der untere Screenshot zeigt dasselbe Fenster in nahezu identischer Darstellung, allerdings mit einem entscheidenden Unterschied. Vor dem Eintrag des ausgewählten USB-Sticks erscheint nun der Parameter „wipe“. Dieses Attribut macht deutlich, dass der Benutzer den Datenträger aktiv ausgewählt und mit der Enter-Taste für den Löschvorgang markiert hat. Erst durch diesen bewussten Schritt wird das Medium in den Zustand versetzt, in dem es tatsächlich überschrieben werden kann. Die Gegenüberstellung der beiden Screenshots verdeutlicht das Sicherheitskonzept von ShredOS: Kein Datenträger wird automatisch oder unbedacht gelöscht. Jede Aktion erfordert eine explizite Bestätigung durch den Anwender. Die Collage macht diesen Übergang – vom bloßen Anzeigen der Laufwerke hin zur gezielten Auswahl eines bestimmten Mediums – visuell nachvollziehbar und unterstreicht die kontrollierte, schrittweise Arbeitsweise des Löschbetriebssystems. Finanziert von Computerheld Linz - Januar 2026

Nach dem Boot­vor­gang prä­sen­tiert sich Shre­dOS mit ei­nem be­wusst mi­ni­ma­lis­ti­schen, blau ge­hal­te­nen Text-In­ter­face. Sämt­li­che er­kann­ten Da­ten­trä­ger wer­den au­to­ma­tisch auf­ge­lis­tet, un­ab­hän­gig da­von, ob es sich um klas­si­sche SA­TA-Fest­plat­ten, mo­der­ne M.2-SSDs oder an­ge­schlos­se­ne USB-Spei­cher han­delt.

  • Zu­nächst wird mit den Pfeil­tas­ten der zu lö­schen­de Da­ten­trä­ger aus­ge­wählt.
  • Nach Be­stä­ti­gung mit der En­ter-Tas­te mar­kiert Shre­dOS das ent­spre­chen­de Lauf­werk mit dem Sta­tus „wi­pe“.

Im nächs­ten Schritt lässt sich mit der Tas­te M die ge­wünsch­te Lösch­me­tho­de fest­le­gen.

Die Split-Screen-Grafik besteht aus zwei übereinander angeordneten Screenshots aus ShredOS Version 0.38 und dokumentiert die Auswahl der Löschmethode für einen zuvor zum Überschreiben markierten Datenträger. Beide Bildhälften zeigen dasselbe Menü, jedoch mit unterschiedlicher Hervorhebung und damit zwei bewusst gegeneinander gestellten Sicherheitsansätzen. Im oberen Screenshot ist das Methodenmenü von ShredOS zu sehen, das über die Taste M aufgerufen wird, nachdem der betreffende USB-Stick zuvor mit dem Parameter wipe markiert wurde. Standardmäßig ist hier die Option „PRNG Stream“ vorausgewählt. Diese Methode überschreibt den gesamten Datenträger sektorweise mit einem kontinuierlichen Strom aus pseudozufälligen Daten. Technisch kommt dabei ein Pseudozufallszahlengenerator zum Einsatz, der fortlaufend neue Bytefolgen erzeugt, sodass kein erkennbares Muster auf dem Medium zurückbleibt. Das Ergebnis ist ein Speicherinhalt, der für Analyse- oder Wiederherstellungstools wie reines Rauschen wirkt. Diese Vorgehensweise stammt aus klassischen Sicherheitsrichtlinien für magnetische Datenträger und gilt als besonders gründlich, ist jedoch zeitintensiv und ressourcenlastig. Gerade bei USB-3.0-Sticks oder anderen Flash-Speichermedien ist diese Methode in der Praxis oft überdimensioniert. Durch interne Wear-Leveling-Mechanismen und vergleichsweise begrenzte Schreibgeschwindigkeiten verlängert sich der Vorgang erheblich, ohne einen realen Sicherheitsgewinn gegenüber einfacheren Verfahren zu liefern. Der untere Screenshot zeigt dasselbe Menü, diesmal jedoch mit einem blauen Pfeil, der gezielt auf die Option „Fill with Zeros“ verweist. Diese Methode überschreibt den Datenträger vollständig mit Nullen (0x00). Technisch betrachtet werden dabei alle adressierbaren Sektoren einmal sequenziell beschrieben, wodurch sowohl Nutzdaten als auch Metadaten zuverlässig entfernt werden. Für USB-Sticks und viele Alltagsdatenträger stellt dieses Verfahren den optimalen Kompromiss aus Sicherheit und Geschwindigkeit dar: Der Überschreibvorgang ist deutlich schneller abgeschlossen, schont das Medium und erfüllt dennoch alle praktischen Anforderungen an eine sichere Datenlöschung vor Weitergabe oder Verkauf. Die Gegenüberstellung der beiden Screenshots macht deutlich, dass ShredOS dem Anwender nicht nur Kontrolle über den Ziel-Datenträger, sondern auch über das angemessene Sicherheitsniveau gibt. Nicht maximale Komplexität, sondern eine bewusste, kontextabhängige Entscheidung steht im Vordergrund. Die dargestellten Screenshots wurden erstellt und bearbeitet von Veronika Helga Vetter, Betreiberin des PC-Vor-Ort-Services Computerheld Linz, wo ShredOS regelmäßig im Rahmen des offiziellen Leistungskatalogs zur sicheren Datenlöschung eingesetzt wird. Die Veröffentlichung dieser Bilddokumentation erfolgte im Januar 2026 und dient sowohl der technischen Aufklärung als auch der praktischen Anleitung für Anwender, die ihre Datenträger verantwortungsvoll bereinigen möchten. GWS2.de

ℹ️ Die Wahl der Lösch­me­tho­de ist stets ein Kom­pro­miss zwi­schen Si­cher­heits­ni­veau und Zeit­auf­wand. Die Ein­stel­lung „Fill Wi­th Ze­ros“ ist für na­he­zu al­le An­wen­dungs­fäl­le voll­kom­men aus­rei­chend. Be­son­ders schnel­le Da­ten­trä­ger wie M.2-SSDs kön­nen al­ter­na­tiv auch mit „PRNG Stream“ (Über­schrei­bung mit Zu­falls­da­ten) be­rei­nigt wer­den.

Nach Be­stä­ti­gung der Lösch­me­tho­de mit der Ein­ga­be­tas­te lässt sich der Über­schreib­vor­gang über die Tas­ten­kom­bi­na­ti­on Strg + S star­ten.

Der Screenshot zeigt das aktive Live-System von ShredOS in der Version 0.38, während ein zuvor ausgewählter USB-Datenträger gerade überschrieben wird. Der Löschvorgang wurde bewusst und kontrolliert über die Tastenkombination Strg + S gestartet – ein letzter, expliziter Schritt, der verdeutlicht, dass ShredOS keine Aktion ohne aktive Bestätigung des Anwenders ausführt. Im zentralen Bereich der Oberfläche ist der Fortschritt des Überschreibevorgangs sichtbar. Der betroffene Datenträger wird anhand seines USB Vendor- und Product-Codes eindeutig identifiziert, sodass keine Verwechslung mit anderen angeschlossenen Laufwerken möglich ist. Zum Zeitpunkt der Aufnahme sind 0,22 % des Mediums überschrieben. Diese geringe Prozentzahl macht unmittelbar deutlich, dass sichere Datenlöschung kein spontaner Klick, sondern ein Prozess ist, der Zeit benötigt. Technische Statusinformationen liefern weitere Einordnung: Der aktuelle Datendurchsatz liegt bei rund 40 MB/s, ein für USB-Sticks realistischer Wert, der die physikalischen Grenzen von Flash-Speicher widerspiegelt. Als verbleibende Dauer werden 1 Stunde, 16 Minuten und 38 Sekunden angegeben. Die Zeitangabe ist visuell in Blau und Weiß hervorgehoben und zieht den Blick des Betrachters gezielt auf sich. Sie fungiert als stiller Hinweis darauf, dass selbst bei vergleichsweise kleinen Datenträgern mit einer Kapazität von rund 62 GB ein vollständiges Überschreiben deutlich über eine Stunde in Anspruch nehmen kann. Auf der linken Seite der Oberfläche ist unter dem Menüpunkt „Options“ die aktive Löschmethode ersichtlich. Hier ist „Fill with zeros“ ausgewählt – die einfachste und zugleich effizienteste Methode, bei der alle Sektoren des Datenträgers mit Nullen beschrieben werden. Gerade diese Anzeige ist aufschlussreich: Selbst diese minimalistische Überschreibtechnik benötigt spürbare Zeit, was den Mythos vom „schnell mal löschen“ endgültig entkräftet. Der Screenshot transportiert damit eine klare Botschaft: Sichere Datenlöschung ist kein kosmetischer Vorgang, sondern ein technisch fundierter Prozess, der Geduld erfordert. ShredOS macht diesen Prozess transparent, nachvollziehbar und ehrlich sichtbar – inklusive Zeitbedarf, Durchsatz und Methode. Genau darin liegt die Stärke dieses Löschbetriebssystems. GWS2.de - Januar 2026

So­bald Shre­dOS den Lösch­vor­gang ab­ge­schlos­sen hat, be­fin­det sich der Da­ten­trä­ger fak­tisch im Aus­lie­fe­rungs­zu­stand. Kon­kret be­deu­tet das: Es exis­tie­ren we­der ein Da­tei­sys­tem noch ei­ne Par­ti­ti­ons­ta­bel­le.

  • Die­ser Zu­stand soll­te beim Wei­ter­ver­kauf un­be­dingt an­ge­ge­ben wer­den, da der Käu­fer das Lauf­werk zu­nächst wie­der in­itia­li­sie­ren muss – et­wa über die Win­dows-Da­ten­trä­ger­ver­wal­tung.

Bei der In­stal­la­ti­on ei­nes neu­en Be­triebs­sys­tems über­neh­men die je­wei­li­gen In­stal­la­ti­ons­as­sis­ten­ten die­sen Schritt je­doch au­to­ma­tisch, so­dass dar­aus in der Pra­xis kein Nach­teil ent­steht.

Je­der kennt die An­ge­bo­te auf Klein­an­zei­gen & Co.: Lies­chen Mül­ler ver­kauft ih­ren al­ten Lap­top für klei­nes Geld. Dar­auf läuft noch ein be­tag­tes Win­dows, per­sön­li­che Do­ku­men­te wur­den „vor­sorg­lich“ über den Pa­pier­korb ge­löscht und zu­vor auf ei­nen USB-Stick ko­piert. Selbst für se­mi­pro­fes­sio­nel­le An­wen­der sind die­se Da­ten in we­ni­ger als 15 Mi­nu­ten wie­der­her­ge­stellt. Frau Mül­ler wun­dert sich spä­ter, war­um sie plötz­lich per­so­na­li­sier­te Wer­be­post er­hält oder war­um Zah­lungs­dienst­leis­ter Kon­ten sper­ren und Nach­wei­se ver­lan­gen. Se­riö­se PC-Dienst­leis­ter ru­fen für ei­ne fach­ge­rech­te Über­schrei­bung von Da­ten­trä­gern nicht oh­ne Grund Be­trä­ge von 30,00 Eu­ro und mehr auf.

⚠️ Pa­pier­korb ist kein Da­ten­schutz.

Ge­lösch­te Da­tei­en sind in vie­len Fäl­len pro­blem­los wie­der­her­stell­bar – selbst für Lai­en mit kos­ten­lo­ser Soft­ware. Wer ei­nen PC oder Lap­top wei­ter­ver­kauft, oh­ne den Da­ten­trä­ger kor­rekt zu über­schrei­ben, lie­fert per­sön­li­che Fo­tos, Do­ku­men­te und Zu­gangs­da­ten fak­tisch mit aus. Schüt­zen Sie Ih­re Fa­mi­lie, Freun­de und Nach­barn vor Iden­ti­täts­miss­brauch, Sextor­ti­on und Spam. Über­schrei­ben Sie Da­ten­trä­ger vor dem Ver­kauf kon­se­quent – Shre­dOS macht ge­nau das.

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„Li­nux ist si­cher“ – stimmt das wirk­lich oder braucht man doch ei­ne Fire­wall?
Gast-WLAN oh­ne Ab­schrei­ben: QR-Code un­ter Ubun­tu in Se­kun­den er­stel­len

¹Kirsch­stein, Ben­te: OECD rügt Deutsch­land für ge­rin­ge Aka­de­mi­ker-Ra­te. spiegel.de (01/2026).
²So­ny: Vor­druck Schuld­schein - von Freun­den und der Fa­mi­lie Geld lei­hen. gws2.de (01/2026).
³Hal­lern, Hau­ke von: Ab­sa­gen oh­ne En­de: So kämp­fen jun­ge Leu­te um Jobs - trotz Fach­kräf­te­man­gel | NDR In­fo. youtube.com (01/2026).
⁴An­ders, Na­ta­lia: Ghost Jobs – War­um Fir­men Fake-Stel­len­an­zei­gen schal­ten. profil.at (01/2026).
⁵Blechin­ger, Tan­ja: Ghost Jobs im Fo­kus: So schützt du dich vor fal­schen Stel­len­an­zei­gen. agrajo.com (01/2026).
⁶missingthepoint557: 7 Ta­ge... Woh­nungs­su­che. youtube.com (01/2026).
⁷Par­ti­al­Vo­lu­me: Shre­dOS x86_64 - Disk Era­ser. github.com (01/2026).