Das Ubuntu Handbuch | Anleitungen für Linux-Freunde

Sniffnet unter Ubuntu: Welche Verbindungen baut das System auf – und warum Phishing dabei eine größere Rolle spielt als Malware

„End­lich bin ich vor Mal­wa­re si­cher“, dach­te sich der lang­jäh­ri­ge Win­dows-Nut­zer nach dem Um­stieg auf Ubun­tu. In der Pra­xis trifft die­ser weit ver­brei­te­te Glau­be je­doch höchs­tens auf klas­si­sche Vi­ren und Wür­mer zu, die heu­te oh­ne­hin kaum noch ei­ne Rol­le spie­len. Der Si­cher­heits­my­thos rund um Li­nux-Dis­tri­bu­tio­nen macht vie­le An­wen­der so­gar an­fäl­li­ger für So­cial-En­gi­nee­ring-An­grif­fe. Schließ­lich funk­tio­nie­ren Phis­hing-Mails platt­form­über­grei­fend. Vie­le ver­bin­den mit Phis­hing zu­nächst Key­log­ger, Iden­ti­täts­dieb­stahl oder an­de­re For­men der Kon­ten­über­nah­me. Die ers­te Stu­fe ei­nes er­folg­rei­chen An­griffs ist je­doch meist die Kom­pro­mit­tie­rung des Brow­sers. Und nur weil Fire­fox als Snap-Pa­ket in ei­ner Sand­box läuft, schützt das nicht vor bös­ar­ti­gen Er­wei­te­run­gen, Brow­ser-Ex­ploits, Cryp­to­jack­in­g¹ oder ge­fälsch­ten Down­loads.

ℹ️ Laut BSI² zäh­len Phis­hing und Sextor­ti­on zu den größ­ten Cy­ber-Be­dro­hun­gen für Pri­vat­an­wen­der. Wäh­rend Li­nux vie­le au­to­ma­ti­sier­te At­ta­cken wie Power­Shell-Drop­per³ be­reits auf tech­ni­scher Ebe­ne aus­bremst, sind So­cial-En­gi­nee­ring-An­grif­fe da­von weit­ge­hend un­be­rührt. Sie grei­fen nicht das Be­triebs­sys­tem an, son­dern den Men­schen vor dem Bild­schirm.
Die abgebildete Collage zeigt drei unterschiedliche Phishing-Kampagnen, die auf einem Ubuntu-System im regulären E-Mail-Verkehr eingegangen sind. Die Beispiele verdeutlichen eindrucksvoll, warum der Wechsel von Windows zu Linux zwar das Risiko klassischer Malware-Infektionen reduziert, jedoch keinen wirksamen Schutz vor modernen Social-Engineering-Angriffen bietet. Allen drei Nachrichten ist gemeinsam, dass sie nicht versuchen, Sicherheitslücken im Betriebssystem auszunutzen. Stattdessen setzen die Angreifer auf psychologische Manipulation. Durch gefälschte Login-Codes, angebliche Sicherheitswarnungen, vermeintlich dringende Benachrichtigungen oder zeitkritische Handlungsaufforderungen soll der Empfänger dazu gebracht werden, einen Link anzuklicken und anschließend Zugangsdaten preiszugeben. Aus technischer Sicht spielt dabei keine Rolle, ob die E-Mail unter Ubuntu, Windows oder macOS gelesen wird. Der Angriff findet nicht auf Kernel-Ebene statt, sondern zielt direkt auf den Anwender. Wird der enthaltene Link geöffnet, startet sich in allen drei Fällen der Webbrowser. Ab diesem Zeitpunkt greifen dieselben Mechanismen wie auf jeder anderen Plattform: Gefälschte Login-Portale, nachgeahmte Unternehmenswebseiten oder täuschend echte Sicherheitsabfragen versuchen, Benutzername, Passwort, Kreditkartendaten oder Zwei-Faktor-Codes abzugreifen. Besonders problematisch ist dabei, dass moderne Phishing-Seiten häufig professionell gestaltet sind und über gültige HTTPS-Zertifikate verfügen. Viele Nutzer verbinden das Schloss-Symbol in der Adressleiste fälschlicherweise mit Vertrauenswürdigkeit, obwohl es lediglich die verschlüsselte Übertragung bestätigt. Selbst ein vollständig aktualisiertes Ubuntu-System kann den Anwender nicht davor schützen, sensible Daten freiwillig auf einer gefälschten Webseite einzugeben. Die gezeigten Beispiele verdeutlichen daher eine wichtige Erkenntnis: Während Linux viele technische Angriffsvektoren wirksam entschärft, bleiben Phishing, Identitätsdiebstahl und Social Engineering weitgehend plattformunabhängig. Die größte Angriffsfläche moderner Systeme ist heute häufig nicht das Betriebssystem selbst, sondern der Mensch vor dem Bildschirm. Das Ubuntu Handbuch Juni 2026

Phis­hing ist un­ter Li­nux ge­nau­so ge­fähr­lich wie un­ter Win­dows.

Po­ten­zi­ell un­er­wünsch­te An­wen­dun­gen im Web­brow­ser las­sen sich un­ter Ubun­tu re­la­tiv ein­fach mit dem Sys­tem­rei­ni­ger Bleach­Bit ent­fer­nen. Auch ei­ne Neu­in­stal­la­ti­on des Fire­fox ist ein leich­tes Un­ter­fan­gen. So­bald of­fen­sicht­li­che Auf­fäl­lig­kei­ten wie Sca­re­ware-Mel­dun­gen, ma­ni­pu­lier­te Start­sei­ten oder ein­ge­schli­che­ne Er­wei­te­run­gen be­sei­tigt wur­den, soll­te nach ei­nem er­folg­rei­chen Phis­hing-Vor­fall un­be­dingt die Netz­werk­schicht über­prüft wer­den.

  • Kon­kret stellt sich da­bei die Fra­ge: Wel­che Ver­bin­dun­gen baut der Web­brow­ser selbst­stän­dig auf?

Hier­zu muss­ten Netz­werk­ad­mi­nis­tra­to­ren frü­her um­fang­rei­che Log­files prü­fen. Dank mo­der­ner Pro­gram­me wie Sniff­net kann heu­te selbst ein Heim­an­wen­der den Da­ten­ver­kehr sei­nes Sys­tems na­he­zu in Echt­zeit be­ob­ach­ten und nach­voll­zie­hen, wel­che Hosts und Diens­te kon­tak­tiert wer­den.

Der Screenshot zeigt die Hauptansicht des Open-Source-Werkzeugs Sniffnet während einer laufenden Netzwerkanalyse unter Ubuntu. Als überwachte Netzwerkschnittstelle wurde die kabelgebundene Ethernet-Verbindung enp4s0 ausgewählt. Zum Zeitpunkt der Aufnahme wurden insgesamt 2.474 Netzwerkpakete erfasst, von denen 1.343 eingehend und 1.131 ausgehend waren. Paketverluste traten nicht auf. Die darüber dargestellte Verlaufsgrafik visualisiert die Datenfrequenz im Zeitverlauf und verdeutlicht, wie sich eingehender und ausgehender Netzwerkverkehr gegenseitig ergänzen. Auffällig sind mehrere Lastspitzen, die auf aktive Kommunikation mit verschiedenen Internetdiensten hindeuten.Im unteren Bereich listet Sniffnet die aktuell erkannten Netzwerkpartner auf. Neben lokalen Geräten innerhalb des Heimnetzes kommuniziert das System mit einer Vielzahl externer Server. Darunter befinden sich unter anderem Infrastrukturkomponenten von Telegram Messenger, Facebook, Amazon AWS, Fastly sowie dem deutschen Hosting-Anbieter Hetzner. Diese Verbindungen sind für moderne Desktop-Systeme durchaus typisch, da viele Anwendungen Inhalte über sogenannte Content-Delivery-Netzwerke (CDNs) beziehen oder dauerhaft mit Cloud-Diensten verbunden bleiben. Besonders interessant ist die Zuordnung der Verbindungen zu einzelnen Anwendungen. Firefox verursacht mit Abstand den größten Teil des Netzwerkverkehrs und ist für mehr als 1.500 erfasste Pakete verantwortlich. Dahinter folgen Thunderbird, WhatsApp Desktop, Telegram und Signal Desktop. Die Darstellung macht deutlich, dass moderne Messenger selbst im Leerlauf regelmäßig Daten austauschen und dauerhaft Verbindungen zu ihren jeweiligen Server-Infrastrukturen aufrechterhalten. Die Service-Übersicht zeigt zudem, welche Netzwerkprotokolle und Dienste aktuell genutzt werden. Den größten Anteil nimmt erwartungsgemäß HTTPS ein, das für verschlüsselte Webverbindungen verwendet wird. Darüber hinaus sind IMAPS-Verbindungen für den E-Mail-Abruf über Thunderbird sichtbar. DNS-Anfragen, lokale Netzwerkdienste sowie vereinzelte HTTP-Verbindungen ergänzen das Bild. Für einen Netzwerkadministrator ist diese Zusammenfassung besonders wertvoll, da sie einen schnellen Überblick darüber liefert, welche Programme aktiv kommunizieren und welche Netzwerkdienste dabei genutzt werden. Der Screenshot verdeutlicht eindrucksvoll, dass ein moderner Linux-Desktop auch ohne auffällige Aktivitäten kontinuierlich mit zahlreichen internen und externen Systemen kommuniziert. Die eigentliche Stärke von Sniffnet liegt dabei weniger in der tiefgehenden Paketanalyse als vielmehr in der übersichtlichen Visualisierung dieser Kommunikationsbeziehungen. Dadurch lassen sich ungewöhnliche Verbindungen, unbekannte Hosts oder auffällige Netzwerkaktivitäten bereits auf den ersten Blick erkennen. GWS2.de - Juni 2026

Sniff­net stellt über­sicht­lich dar, wel­che Diens­te nach Hau­se te­le­fo­nie­ren.

Da­bei könn­te Sniff­net je­de Da­ten­schnitt­stel­le aus­le­sen, die ein Com­pu­ter als Tor zur Au­ßen­welt nutzt. Der Weg ins bö­se In­ter­net führt al­ler­dings aus­schließ­lich über IEEE 802.11 bzw. die RJ-Steck­ver­bin­dung, wes­halb die­se bei­den Ver­kehrs­quel­len von größ­ter Be­deu­tung sind.

Sniffnet 1.5.0 unter Ubuntu 24.04.4 LTS - ein Test von GWS2.de

Im vor­lie­gen­den Bei­spiel hat Ubun­tu die ka­bel­ge­bun­de­ne Netz­werk­schnitt­stel­le als enp4s0 er­kannt. Sie kom­mu­ni­ziert in­ner­halb des lo­ka­len Netz­werks un­ter der IP­v4-Adres­se 10.0.0.9. Nach ei­nem Klick auf die Schalt­flä­che „Start!“ be­ginnt Sniff­net da­mit, den ge­sam­ten Da­ten­ver­kehr die­ser Ether­net-Schnitt­stel­le in Echt­zeit zu er­fas­sen und gra­fisch auf­zu­be­rei­ten.

Ein Klasse A Netzwerk IP-Adressbereich: 1.0.0.0 unter Ubuntu weist daraufhin, dass der Betreiber des Systems ein professioneller Netzwerkadministrator ist

Wer kein aus­ge­bil­de­ter Netz­werk­ad­mi­nis­tra­tor ist und sein Sys­tem auf ver­däch­ti­ge Ak­ti­vi­tä­ten über­prü­fen möch­te, soll­te zu­nächst ei­nen Blick auf den Rei­ter Ser­vice wer­fen. Wer­den aus­ge­hen­de HTTP-Ver­bin­dun­gen über Port 80 ins In­ter­net auf­ge­baut, lohnt sich ei­ne ge­naue­re Un­ter­su­chung. Zwar ist HTTP nicht grund­sätz­lich bös­ar­tig, se­riö­se Web­sei­ten und On­line­diens­te set­zen je­doch aus­schließ­lich auf ver­schlüs­sel­te HTTPS-Ver­bin­dun­gen.

ℹ️ Web­ober­flä­chen von Rou­tern, Smart-TVs, NAS-Sys­te­men oder lo­ka­len Si­cher­heits­lö­sun­gen nut­zen häu­fig HTTP über Port 80. So­lan­ge die Kom­mu­ni­ka­ti­on in­ner­halb des ei­ge­nen Net­zes statt­fin­det und das Sub­netz nicht ver­lässt, be­steht kein Grund zur Sor­ge.

Der Screenshot zeigt die Detailansicht einer einzelnen Netzwerkverbindung innerhalb von Sniffnet. Im Mittelpunkt steht eine aktive Kommunikation zwischen dem Firefox-Browser auf dem lokalen Ubuntu-System und einem externen Server aus dem Netzwerk von Cloudflare. Die Aufnahme verdeutlicht anschaulich, wie sich einzelne Verbindungen bis auf Prozess-, Protokoll- und Gegenstellenebene nachvollziehen lassen. Im oberen Bereich werden zunächst die genutzten Netzwerkdienste und Programme zusammengefasst. HTTPS dominiert den Netzwerkverkehr mit mehr als 1.300 erfassten Paketen deutlich. Daneben sind DNS-Anfragen (Domain), IMAPS-Verbindungen für den E-Mail-Abruf sowie vereinzelte XMPP- und Zeroconf-Dienste sichtbar. Auf Programmebene fällt insbesondere Firefox auf, der mehrere hundert Netzwerkpakete verursacht und damit erwartungsgemäß den größten Teil des Datenverkehrs erzeugt. Zusätzlich sind Signal Desktop, Telegram, WhatsApp Desktop und Thunderbird aktiv. Die darunterliegende Verbindungstabelle listet einzelne Kommunikationsbeziehungen auf. Hervorgehoben ist eine Verbindung zwischen der lokalen IPv4-Adresse 10.0.0.9 und der öffentlichen IP-Adresse 104.16.144.111 über Port 443. Die Kommunikation erfolgt über das UDP-Protokoll. Da moderne Webseiten zunehmend auf HTTP/3 setzen, welches auf QUIC und damit auf UDP basiert, handelt es sich hierbei um ein völlig normales Kommunikationsmuster eines aktuellen Webbrowsers. Im Detailfenster wird die Gegenstelle anschließend genauer aufgeschlüsselt. Als Quelle erscheint die Socket-Adresse 104.16.144.111 auf Port 443. Die zugehörige ASN-Zuordnung weist die Verbindung eindeutig dem CDN-Anbieter Cloudflare zu. Cloudflare betreibt weltweit verteilte Serverinfrastrukturen und wird von Millionen Webseiten genutzt, um Inhalte schneller auszuliefern sowie DDoS-Schutz und weitere Sicherheitsfunktionen bereitzustellen. Als Ziel wird das lokale Ubuntu-System mit der IPv4-Adresse 10.0.0.9 dargestellt. Die zugehörige MAC-Adresse erlaubt zusätzlich eine Zuordnung auf Netzwerkebene innerhalb des lokalen Heimnetzes. Sniffnet visualisiert damit nicht nur die beteiligten Endpunkte, sondern auch die technischen Eigenschaften der Verbindung bis hinunter zur Hardware-Adresse. Besonders interessant ist der untere Bereich des Screenshots. Dort wurde die IP-Adresse zusätzlich mit einem Geotraceroute-Dienst untersucht. Dieser ordnet die Cloudflare-IP einem Standort in Angola zu. Solche Geolokalisierungsdaten sollten jedoch mit Vorsicht interpretiert werden. Große CDN-Anbieter wie Cloudflare betreiben weltweit verteilte Netzwerke, deren tatsächlicher Datenpfad häufig von den Angaben öffentlicher Geodatenbanken abweicht. Eine vermeintlich exotische Gegenstelle ist daher nicht automatisch verdächtig. Erst die Kombination aus Prozess, Dienst, Betreiber und Kommunikationsverhalten erlaubt eine sinnvolle Bewertung der Verbindung. Der Screenshot zeigt exemplarisch, wie sich mit Sniffnet verdächtige Netzwerkaktivitäten von gewöhnlichem Internetverkehr unterscheiden lassen. Gleichzeitig wird deutlich, dass moderne Anwendungen selbst bei alltäglichen Tätigkeiten wie dem Surfen im Web mit einer Vielzahl unterschiedlicher Server und Infrastrukturanbieter kommunizieren. Ein Test von Sascha Vetter - Netzwerk- und Systemadministrator

Wer­den aus­schließ­lich HTTPS-Ver­bin­dun­gen an­ge­zeigt, bie­tet ein Links­klick auf das Fire­fox-Sym­bol die nächs­te Mög­lich­keit, nach un­er­war­te­tem Da­ten­ver­kehr zu su­chen. Ver­ein­facht dar­ge­stellt läuft ge­wöhn­li­ches Sur­fen im In­ter­net fol­gen­der­ma­ßen ab – die The­men DNS-Auf­lö­sung und NAT ein­mal au­ßen vor ge­las­sen:

  • Der Brow­ser öff­net ei­nen tem­po­rä­ren High­port und sen­det ei­ne An­fra­ge an ei­nen Web­ser­ver.
  • Der Web­ser­ver be­ant­wor­tet die An­fra­ge und über­trägt die an­ge­for­der­ten In­hal­te üb­li­cher­wei­se über Port 443 mit­tels HTTPS.

Beim Ab­ru­fen klas­si­scher Web­sei­ten er­folgt die Kom­mu­ni­ka­ti­on über TCP. Strea­ming-Diens­te wie You­Tube nut­zen da­ge­gen häu­fig das UDP-ba­sier­te QUIC-Pro­to­koll, das eben­falls über Port 443 ar­bei­tet. Bei­de Va­ri­an­ten sind voll­kom­men nor­mal. Er­scheint ei­ne Ver­bin­dung den­noch ver­däch­tig, ge­nügt ein Links­klick auf den je­wei­li­gen Ein­trag. Sniff­net lie­fert an­schlie­ßend zu­sätz­li­che In­for­ma­tio­nen zur Ge­gen­stel­le, dar­un­ter den Be­trei­ber des Ziel­sys­tems, die ver­wen­de­te IP-Adres­se und oft­mals auch den geo­gra­fi­schen Stand­ort. Rei­chen die­se An­ga­ben nicht aus, kann die be­tref­fen­de IP-Adres­se zu­sätz­lich mit ei­nem Geo­tra­ce­rou­te-Dienst un­ter­sucht wer­den.

Computerheld Linz PC-Vor-Ort-Service präsentiert: Sniffnet für Ubuntu. Mithilfe des Open-Source-Tools können Netzwerkadministratoren erkennen, ob ein Phishing-Angriff erfolgreich war. Der Cartoon wurde von Veronika Helga Vetter gezeichnet - das ist eine Webkünstlerin, die das Internet seit 2011 bereichert. Zuerst auf GWS2.de veröffentlicht - Juni 2026

Sniffnet installieren

Sniff­net ist ein platt­form­über­grei­fen­des Open-Source-Werk­zeug zur Ana­ly­se des Netz­werk­ver­kehrs. Die In­stal­la­ti­ons­da­tei soll­te idea­ler­wei­se di­rekt von der Her­stel­ler­web­sei­te be­zo­gen wer­den. Ubun­tu-Nut­zer la­den am bes­ten das DEB-Pa­ket für die am­d64-Ar­chi­tek­tur her­un­ter. Die­ses lässt sich an­schlie­ßend per Rechts­klick kom­for­ta­bel mit der in­te­grier­ten An­wen­dungs­in­stal­la­ti­on öff­nen und in­stal­lie­ren.

Der Screenshot zeigt die Installation von Sniffnet unter Ubuntu anhand des offiziellen DEB-Pakets. Im oberen Bereich ist die heruntergeladene Installationsdatei „Sniffnet_LinuxDEB_amd64.deb“ zu sehen. Über das Kontextmenü wird die Datei per Rechtsklick mit der integrierten Ubuntu-Funktion „Anwendungsinstallation öffnen“ gestartet. Dadurch entfällt die Installation über das Terminal, was insbesondere für Linux-Einsteiger den Einstieg erleichtert. Im unteren Bereich des Screenshots ist die Anwendungsübersicht von Ubuntu dargestellt. Nach erfolgreicher Installation wurde der Begriff „Sniffnet“ in das Suchfeld eingegeben, woraufhin das Programm unmittelbar gefunden wird. Das markante Programmsymbol mit dem stilisierten Netzwerk-Hut wird dabei deutlich hervorgehoben. Der Anwender kann die Software anschließend direkt aus dem Anwendungsmenü starten, ohne weitere Konfigurationsschritte durchführen zu müssen. Die Aufnahme verdeutlicht den für Ubuntu typischen Installationsablauf von DEB-Paketen. Während viele Open-Source-Werkzeuge traditionell über Paketmanager oder Terminalbefehle installiert werden, bietet Sniffnet zusätzlich einen komfortablen grafischen Installationsweg. Dadurch eignet sich das Programm auch für Anwender, die bislang wenig Erfahrung mit der Linux-Kommandozeile gesammelt haben. Nach der Installation steht das Werkzeug unmittelbar für die Analyse des Netzwerkverkehrs zur Verfügung und kann wie jede andere Desktop-Anwendung über die Ubuntu-Anwendungsübersicht gestartet werden. GWS2.de - Juni 2026

Ne­ben dem Web­brow­ser, der auf den meis­ten Sys­te­men die größ­te An­zahl an Ver­bin­dun­gen auf­baut, sind vor al­lem die Desk­top-Apps von Mes­sen­gern wie Te­le­gram, Si­gnal und Whats­App in­ter­es­sant. Whats­App baut bei­spiels­wei­se ei­ne TCP-Ver­bin­dung zu ei­nem na­he­lie­gen­den Face­book-Ser­ver auf und schickt dar­über un­spek­ta­ku­lär Da­ten­pa­ke­te hin und her.

Der Screenshot zeigt die Detailansicht einer einzelnen Netzwerkverbindung der Desktop-Anwendung WhatsApp innerhalb von Sniffnet. Die Verbindung wurde über einen Zeitraum von knapp vier Minuten beobachtet und umfasst insgesamt 28 übertragene Datenpakete. Dabei handelt es sich um eine verschlüsselte HTTPS-Kommunikation über das TCP-Protokoll, wie sie für moderne Messenger-Dienste typisch ist. Im linken Bereich der Ansicht werden zunächst die wichtigsten Verbindungsparameter zusammengefasst. Als verwendeter Dienst wird HTTPS angezeigt, während die Anwendung eindeutig als „whatsapp-desktop“ identifiziert wurde. Die Kommunikation erfolgt somit nicht über den Webbrowser, sondern direkt über den nativen Desktop-Client von WhatsApp. Die rechte Seite des Fensters zeigt die beteiligten Kommunikationspartner. Als Quelle fungiert das lokale Ubuntu-System mit der IPv4-Adresse 10.0.0.9. Der verwendete Quellport 60250 wurde vom Betriebssystem dynamisch aus dem Bereich der sogenannten Highports vergeben. Solche temporären Ports werden von Anwendungen genutzt, um ausgehende Verbindungen aufzubauen und stellen ein normales Verhalten dar. Als Ziel wird die öffentliche IP-Adresse 31.13.84.51 auf Port 443 angezeigt. Port 443 ist der Standardport für verschlüsselte HTTPS-Kommunikation und wird von nahezu allen modernen Cloud-Diensten verwendet. Besonders aufschlussreich ist die zusätzliche Zuordnung der Gegenstelle. Sniffnet löst die Verbindung bis auf den vollständig qualifizierten Domainnamen „whatsapp-cdn-shv-01-vie1.fbcdn.net“ auf. Bereits der Hostname verrät wichtige Informationen über die Infrastruktur. Die Bezeichnung „fbcdn.net“ verweist auf das Content-Delivery-Netzwerk von Meta, dem Mutterkonzern von Facebook, WhatsApp und Instagram. Der Bestandteil „vie“ deutet zudem auf einen Infrastrukturstandort im Raum Wien hin, wodurch die Daten nicht zwangsläufig über weit entfernte Rechenzentren geleitet werden müssen. Zusätzlich wird die Gegenstelle dem Autonomen System AS32934 zugeordnet, das offiziell von Facebook beziehungsweise Meta betrieben wird. Diese Information ist für Netzwerkadministratoren besonders hilfreich, da sich dadurch nachvollziehen lässt, welchem Unternehmen eine Verbindung tatsächlich gehört. Anstatt lediglich eine anonyme IP-Adresse zu sehen, wird die Kommunikationsbeziehung direkt einem bekannten Betreiber zugeordnet. Der Screenshot verdeutlicht exemplarisch, wie Messenger-Anwendungen dauerhaft verschlüsselte Verbindungen zu ihrer Server-Infrastruktur aufrechterhalten. Für sich genommen stellt eine solche Verbindung keinerlei Auffälligkeit dar. Im Gegenteil: Die Kommunikation mit Servern aus dem Meta-Netzwerk ist für WhatsApp Desktop zwingend erforderlich, um Nachrichten zu empfangen, Medien zu synchronisieren und Benachrichtigungen in Echtzeit bereitzustellen. Gerade diese Transparenz macht den praktischen Nutzen von Sniffnet aus. Der Anwender kann auf einen Blick erkennen, welches Programm kommuniziert, wohin die Daten übertragen werden und welchem Betreiber die jeweilige Gegenstelle gehört. GWS2.de - Juni 2026

Wer re­gel­mä­ßig An­ge­bo­te zu Ghost Job­s⁴ oder ge­fälsch­te Ge­winn­be­nach­rich­ti­gun­gen er­hält – oder mög­li­cher­wei­se selbst auf die be­kann­te Booking.com-Masche⁵ her­ein­ge­fal­len ist – soll­te die Ver­bin­dun­gen sei­ner Whats­App-Desk­top-App ge­nau­er un­ter die Lu­pe neh­men.

  • Glei­ches gilt für Te­le­gram, wo KI-ge­stütz­te So­cial-En­gi­nee­ring-Tech­ni­ken mitt­ler­wei­le zum All­tag ge­hö­ren. Be­son­ders ver­brei­tet ist dort der so­ge­nann­te Lie­bes­be­trug. Da­bei wer­den Op­fer von frem­den Ac­counts mit at­trak­ti­ven Pro­fil­bil­dern oft über Wo­chen oder Mo­na­te um­garnt, bis sie be­reit­wil­lig Geld über­wei­sen oder per­sön­li­che In­for­ma­tio­nen preis­ge­ben.

Aus Sicht ei­nes Netz­werk­ad­mi­nis­tra­tors lässt sich ge­gen sol­che Be­trugs­ma­schen we­nig aus­rich­ten. Häu­fig dient der Mes­sen­ger le­dig­lich als Kon­takt­ka­nal. Nicht sel­ten wird die Cat­fi­shing-Ma­sche je­doch ge­nutzt, um das Op­fer auf ei­ne Phis­hing-Web­sei­te zu lot­sen, die an­schlie­ßend den Web­brow­ser kom­pro­mit­tiert.

ℹ️ Sniff­net er­reicht zwar nicht den Funk­ti­ons­um­fang des Bran­chen­stan­dards Wireshark, bie­tet Pri­vat­an­wen­dern je­doch ei­nen deut­lich leich­te­ren Ein­stieg in die Netz­werk­ana­ly­se. Die über­sicht­li­che Open-Source-Soft­ware macht Netz­werk­ver­kehr sicht­bar und hilft da­bei, un­ge­wöhn­li­che Ver­bin­dun­gen so­wie ver­däch­ti­ge Ak­ti­vi­tä­ten schnell zu er­ken­nen.

Ver­wand­te The­men:

Li­nux-Hard­ware oh­ne Trei­ber­cha­os: Die­se Web­cam funk­tio­niert so­fort
Der bes­te WLAN-Dru­cker für Ubun­tu? War­um Li­nux-Nut­zer bei Brot­her lan­den

¹Vet­ter, Ve­ro­ni­ka Hel­ga: Phis­hing-Mails er­ken­nen: Wie ein ein­zi­ger Klick Ih­ren PC kom­pro­mit­tie­ren kann. computerheld-linz.at (06/2026).
²Gei­ger, Joerg: Cle­ve­re Stra­te­gie ge­gen KI-An­grif­fe. In: CHIP Nr. 2 (2024). S. 45.
³Lo­renz, Ben­ja­min: Mal­wa­re-At­ta­cken per Blue­screen. In: CHIP Nr. 3 (2026). S. 18.
⁴Vet­ter, Sa­scha: Fest­plat­ten si­cher lö­schen un­ter Li­nux: Shre­dOS er­klärt (war­um der Pa­pier­korb wert­los ist). pinguin.gws2.de (06/2026).
⁵E­der, Leo: Stor­no-Fal­le auf Whats­app: Be­trü­ger nut­zen Da­ten­leck von Booking.com aus. swr3.de (06/2026).

Warum deine Scans unter Ubuntu schlecht sind – und wie NAPS2 das Problem löst

En­de der 1990er Jah­re zog mit Win­dows 98 ei­ne neue Ge­rä­te­klas­se in vie­le deut­sche Haus­hal­te ein: der Flach­bett­scan­ner. Der USB-Stan­dard setz­te sich ge­ra­de durch, und plötz­lich ließ sich neue Hard­ware tat­säch­lich ein­fach kon­fi­gu­rie­ren. Gleich­zei­tig exis­tier­ten we­der er­schwing­li­che Di­gi­tal­ka­me­ras noch Smart­phones. Fo­tos la­gen in di­cken Fa­mi­li­en­al­ben und wer sie si­chern oder per E-Mail ver­schi­cken woll­te, leg­te Bild für Bild auf den Scan­ner und war­te­te ge­dul­dig, bis der Leucht­bal­ken sei­ne Run­de ge­dreht hat­te. Mit Smart­phones und Di­gi­tal­ka­me­ras ver­lor der klas­si­sche Flach­bett­scan­ner spä­ter an Be­deu­tung. Die Tech­nik ver­schwand je­doch nicht, son­dern wan­der­te in Mul­ti­funk­ti­ons­ge­rä­te. Dru­cken, ko­pie­ren, scan­nen – al­les in ei­nem Ge­rät. Ge­ra­de un­ter Ubun­tu war das al­ler­dings lan­ge Zeit ei­ne klei­ne Ge­dulds­pro­be. Bis zur CO­VID-19-Pan­de­mie war es näm­lich kei­ne Sel­ten­heit, dass Dru­cker aber be­son­ders Scan­ner erst nach et­was Re­cher­che und Bas­tel­ar­beit zu­ver­läs­sig funk­tio­nier­ten.

ℹ️ Frü­her muss­ten Scan­ner un­ter Li­nux vom Frame­work SANE (Scan­ner Ac­cess Now Easy)¹ un­ter­stützt wer­den. Fehl­te ein pas­sen­des Ba­ckend – et­wa bei vie­len Mo­del­len von Ca­non, Ep­son oder Lex­mark – ließ sich das Ge­rät oh­ne pro­prie­tä­ren Her­stel­ler­trei­ber nicht nut­zen.

Selbst wenn Ubun­tu den Scan­ner er­kann­te, lie­fer­te das SA­NE-Front­end Simp­le Scan – heu­te als „Do­ku­men­ten-Scan­ner“ be­kannt – oft nur mä­ßi­ge Er­geb­nis­se. Die Bild­qua­li­tät war häu­fig ent­täu­schend und bot deut­lich we­ni­ger Ein­stell­mög­lich­kei­ten als die Win­dows-Soft­ware der Her­stel­ler. Da al­ler­dings oh­ne­hin im­mer we­ni­ger Men­schen ernst­haft scann­ten, ar­ran­gier­ten sich die meis­ten An­wen­der still­schwei­gend mit die­sem Zu­stand.

Das abgebildete Multifunktionsgerät, ein Brother MFC-J4540DWXL, präsentiert sich in einer bewusst geöffneten Arbeitsstellung und gibt damit einen direkten Einblick in seine Kernfunktionen als Scan- und Drucksystem. Die geöffnete Scannerabdeckung legt die Glasfläche frei, die für Flachbettscans genutzt wird – ein zentrales Element des Artikels, da hier die Qualität der Digitalisierung von Dokumenten maßgeblich entsteht. Die klare, plane Scanfläche signalisiert bereits auf den ersten Blick: Hier entscheidet sich, ob ein Dokument sauber erfasst oder zur OCR-Katastrophe wird. Gleichzeitig ist die Frontklappe geöffnet, wodurch der Blick auf die eingesetzten Tintenpatronen freigegeben wird. Besonders auffällig: Die schwarze Patrone stammt offensichtlich nicht vom Originalhersteller, sondern von einem Drittanbieter. Das ist kein Zufall, sondern ein praxisnaher Hinweis auf die Alltagstauglichkeit des Geräts – auch mit alternativen Verbrauchsmaterialien arbeitet der Drucker stabil und zuverlässig, ohne sofort in Fehlermeldungen oder Einschränkungen zu verfallen. Für preisbewusste Anwender ein nicht zu unterschätzender Faktor. Das Gerät ist eingeschaltet, was sich durch das aktive Bedienfeld mit dem gut sichtbaren Brother-Logo und den Statusanzeigen zeigt. Dadurch wirkt das Bild nicht wie ein steriles Produktfoto, sondern wie eine echte Arbeitssituation – genau das, was man in einer praxisorientierten Umgebung erwarten würde. Insgesamt transportiert das Bild mehr als nur Hardware: Es zeigt ein funktionales Werkzeug für den Alltag. Der Brother MFC-J4540DWXL ist nicht nur ein klassischer Drucker, sondern ein vielseitiges Gerät, das insbesondere durch seine Unterstützung von eSCL (AirScan) auch im Linux-Umfeld punktet. Dadurch lässt er sich ohne proprietäre Treiber direkt mit Tools wie Simple Scan oder NAPS2 ansprechen – ein klarer Vorteil für Nutzer, die auf langfristige Kompatibilität und wartungsarme Systeme setzen. Als visuelles Element eignet sich das Gerät daher nicht nur zur Illustration, sondern auch als Statement: moderne Peripherie, die funktioniert, ohne dass man sich mit Treiberhölle und Hersteller-Gängelung herumschlagen muss. Foto von Veronika Helga Vetter - Computerheld Linz / GWS2.de / März 2026

Doch in der zwei­ten Hälf­te der 2020er-Jah­re er­lebt das Di­gi­ta­li­sie­rungs­ge­rät plötz­lich ei­ne klei­ne Re­nais­sance – aus­ge­rech­net dank KI. Wäh­rend Scan­ner jah­re­lang ein Ni­schen­da­sein führ­ten, ha­ben sie heu­te wie­der ei­nen ganz prak­ti­schen Zweck.

ℹ️ Le­sen war ges­tern. Un­an­ge­neh­me Brie­fe mit sei­ten­lan­gen Text­blö­cken von An­wäl­ten, Fi­nanz­äm­tern, Kran­ken­kas­sen, Schu­len oder Strom­an­bie­tern lan­den heu­te oft di­rekt auf dem Scan­ner. An­schlie­ßend wird das Do­ku­ment in ChatGPT oder Ge­mi­ni hoch­ge­la­den – und die KI for­mu­liert in we­ni­gen Se­kun­den ein pas­sen­des Ant­wort­schrei­ben, oh­ne dass man sich selbst durch ju­ris­ti­sche Flos­keln oder Be­hör­den­pro­sa kämp­fen muss.

Der Screenshot zeigt einen Ausschnitt aus einer eingescannten PDF-Datei einer behördlichen Anonymverfügung – also einem offiziell relevanten Dokument, das ursprünglich physisch erstellt, anschließend jedoch lediglich abfotografiert oder qualitativ minderwertig eingescannt und digital weiterverarbeitet wurde. Bereits auf den ersten Blick fällt die unruhige, leicht verwaschene Darstellung der Schrift auf: Die Buchstaben wirken nicht sauber abgegrenzt, sondern leicht ausgefranst und inhomogen, was auf eine unzureichende Scanauflösung oder eine fehlerhafte Nachbearbeitung hindeutet. Besonders kritisch ist die fehlende strukturelle Klarheit des Dokuments. Die typischen Merkmale eines hochwertigen OCR-Scans – klar definierte Textkanten, gleichmäßiger Kontrast und saubere Segmentierung der Inhalte – sind hier nicht gegeben. Stattdessen scheint es sich um ein reines Rasterbild zu handeln, bei dem Text und Hintergrund nicht getrennt verarbeitet wurden. Das führt dazu, dass der Inhalt für Texterkennungssysteme nur eingeschränkt oder fehlerhaft interpretierbar ist. In der Praxis bedeutet das: Automatisierte Weiterverarbeitung, Durchsuchbarkeit oder Integration in digitale Workflows sind massiv erschwert oder schlicht nicht möglich. Hinzu kommt die visuelle Wirkung: Trotz des offiziellen Charakters des Dokuments entsteht durch die mangelhafte Scanqualität ein unprofessioneller Gesamteindruck. Unschärfen, leichte Grauschleier im Hintergrund und eine insgesamt „flache“ Darstellung lassen das Dokument eher wie eine hastige Notlösung wirken als wie eine formell korrekte behördliche Mitteilung. Gerade in einem Kontext, in dem es um rechtlich relevante Inhalte wie Verkehrsverstöße geht, untergräbt eine solche Darstellung die wahrgenommene Seriosität der ausstellenden Stelle. Technisch betrachtet wäre dieses Problem heute trivial vermeidbar. Moderne Multifunktionsgeräte in Kombination mit aktuellen Softwarelösungen ermöglichen eine deutlich bessere Digitalisierung: Mit sauberen Scanprofilen, ausreichender DPI-Einstellung und aktivierter OCR lassen sich Dokumente erzeugen, die sowohl visuell klar als auch maschinenlesbar sind. Selbst unter Linux – etwa mit Tools wie NAPS2 oder über eSCL/AirScan direkt aus Anwendungen wie Simple Scan – ist eine hochwertige, treiberlose Scanpipeline problemlos umsetzbar. Das gezeigte Beispiel steht damit sinnbildlich für einen veralteten Workflow: Statt strukturierter Digitalisierung wurde lediglich ein Bild erzeugt. In einer Zeit, in der selbst Standard-Setups präzise OCR-Ergebnisse liefern, ist das nicht mehr zeitgemäß – weder technisch noch in der Außenwirkung. Blitzer in Schiedlberg (Oberösterreich) - Geld für die Staatskasse

Schlecht ein­ge­scann­te Do­ku­men­te – wie et­wa die­ser Be­hör­den­brief – brin­gen in der Pra­xis meh­re­re hand­fes­te Nach­tei­le mit sich:

  • KI-Sys­te­me ar­bei­ten nur dann zu­ver­läs­sig, wenn die zu­grun­de lie­gen­den Da­ten sau­ber er­fasst wur­den. Hoch­wer­ti­ge OCR-Scans lie­fern struk­tu­rier­te, gut les­ba­re Tex­te. Schlech­te Scans hin­ge­gen füh­ren zu feh­ler­haf­ter Zei­chen­er­ken­nung, was die Ge­nau­ig­keit von KI-An­wen­dun­gen mas­siv be­ein­träch­tigt.

  • Ein schwer les­ba­rer Scan wirkt un­pro­fes­sio­nell – un­ab­hän­gig da­von, ob er per E-Mail ver­schickt oder in di­gi­ta­len Sys­te­men ab­ge­legt wird. Ge­ra­de bei of­fi­zi­el­ler Kor­re­spon­denz kann das den Ein­druck von Nach­läs­sig­keit ver­mit­teln und das Image von Frei­be­ruf­lern oder Or­ga­ni­sa­tio­nen ne­ga­tiv be­ein­flus­sen.

Dar­über hin­aus ver­bes­sern qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge Scans auch die Bar­rie­re­frei­heit: Screen­rea­der kön­nen den Text deut­lich zu­ver­läs­si­ger er­fas­sen, was ins­be­son­de­re für Men­schen mit Seh­be­hin­de­run­gen ent­schei­dend ist.

Der Screenshot zeigt einen direkten Vergleich zweier Scan-Ergebnisse desselben Dokuments in einer vertikalen Split-Ansicht. Im oberen Bereich wurde das Dokument mit NAPS2 inklusive aktivierter OCR-Funktion erfasst, während im unteren Bereich das identische Dokument mit dem unter Ubuntu standardmäßig verfügbaren Tool Simple Scan digitalisiert wurde. Beide Ergebnisse werden in einer typischen PDF-Ansicht dargestellt, inklusive Suchfeld – ein entscheidendes Detail für die Bewertung der Texterkennung. Im oberen Segment fällt sofort die höhere Scanqualität auf. Die Weißflächen wirken deutlich homogener und frei von störendem Bildrauschen („Griesel“), was auf eine saubere Verarbeitung und bessere Signalaufbereitung beim Scanprozess hinweist. Auch die Graustufen sind klar differenziert und tendieren zu einem neutralen, gleichmäßigen Grau, anstatt in fleckige oder kontrastarme Bereiche zu kippen. Das Schriftbild ist scharf, die Kanten sind sauber definiert – ideale Voraussetzungen für eine zuverlässige OCR-Erkennung. Diese funktioniert hier auch erwartungsgemäß: Im Suchfeld wurde exemplarisch nach einem Begriff gesucht, und das System ist in der Lage, den Text innerhalb des Dokuments korrekt zu identifizieren und anzuspringen. Das ist ein klares Indiz dafür, dass es sich nicht nur um ein einfaches Rasterbild handelt, sondern um ein strukturiertes, maschinenlesbares PDF mit hinterlegter Textebene. Genau das ist die Grundlage für moderne Workflows, etwa für Archivierung, Volltextsuche oder KI-gestützte Weiterverarbeitung. Im unteren Bereich hingegen zeigt sich das Ergebnis von Simple Scan – und damit die typischen Limitierungen des Bordmittels. Die Scanfläche wirkt sichtbar unruhiger, mit leichtem Hintergrundrauschen und weniger konsistenten Grauwerten. Der Text erscheint weicher, teilweise minimal verschwommen, wodurch die Kantenschärfe leidet. Noch gravierender ist jedoch das Fehlen einer funktionierenden OCR-Ebene: Trotz identischer Suchanfrage kann kein Treffer erzielt werden, was darauf hinweist, dass entweder gar keine Texterkennung stattgefunden hat oder diese nicht korrekt eingebettet wurde. Technisch betrachtet handelt es sich hier also um den Unterschied zwischen einem reinen Bildscan und einem vollwertigen, durchsuchbaren Dokument. Während NAPS2 standardmäßig ein qualitativ hochwertiges, OCR-optimiertes Ergebnis liefert, bleibt Simple Scan auf einem funktionalen, aber letztlich unzureichenden Niveau stehen. Für einfache Zwecke mag das genügen – für professionelle Anwendungen, saubere Archivierung oder automatisierte Verarbeitung jedoch nicht. Der Vergleich macht damit deutlich: Wer unter Ubuntu Wert auf hochwertige Scans legt, kommt an spezialisierten Tools wie NAPS2 in Kombination mit eSCL/AirScan kaum vorbei. Das Bordmittel erfüllt seinen Zweck – mehr aber auch nicht. Ein Vergleich vom TÜV Rheinland-Pfalz in Kooperation mit pinguin.gws2.de - deutschsprachiges Ubuntu-Handbuch März 2026

Ubun­tu-An­wen­der soll­ten da­her das funk­ti­ons­ar­me Bord­mit­tel mei­den und statt­des­sen auf NAPS2 set­zen. Die quell­of­fe­ne Soft­ware² ar­bei­tet zu­ver­läs­sig mit mo­der­nen eS­CL-Scan­nern zu­sam­men und er­mög­licht das Spei­chern von Do­ku­men­ten in den For­ma­ten PDF, PNG, JPEG und TIFF.

ℹ️ eS­CL (AirScan) ba­siert auf HTTP/HTTPS und er­mög­licht die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit Scan­nern oh­ne her­stel­ler­spe­zi­fi­sche Trei­ber. Der Stan­dard wird von vie­len Her­stel­lern (z. B. HP, Brot­her, Ep­son) un­ter­stützt und ver­mei­det pro­prie­tä­re Ab­hän­gig­kei­ten. Für Ubun­tu-Nut­zer be­deu­tet das: bes­se­re Lang­zeit­kom­pa­ti­bi­li­tät und deut­lich ge­rin­ge­rer War­tungs­auf­wand.

NAPS2 installieren

Für die In­stal­la­ti­on der leis­tungs­fä­hi­gen Scan-Soft­ware NAPS2 un­ter Ubun­tu ist zu­nächst der Down­load der pas­sen­den In­stal­la­ti­ons­da­tei er­for­der­lich. Da­zu wird die of­fi­zi­el­le Web­sei­te des Pro­jekts auf­ge­ru­fen und die ak­tu­el­le DEB-Da­tei für 64-Bit-Sys­te­me (x64) her­un­ter­ge­la­den.

Der Screenshot zeigt einen Ausschnitt der offiziellen Download-Seite von NAPS2 im Bereich „Linux“ und stellt die verschiedenen Installationsoptionen übersichtlich in Tabellenform dar. Im Fokus steht dabei die Auswahl der passenden Installationspakete für unterschiedliche Systemarchitekturen und Paketformate. Im oberen Bereich der Tabelle sind die klassischen distributionsspezifischen Pakete gelistet. Für Debian-basierte Systeme wie Ubuntu wird ein „Installer (x64)“ im DEB-Format angeboten, der mit einer Dateigröße von 16,4 MB ausgewiesen ist. Diese Variante ist für die meisten Desktop-Systeme die richtige Wahl, da sie sich nahtlos in das Paketmanagement von Ubuntu integriert. Alternativ steht auch eine ARM64-Version bereit, die insbesondere für energieeffiziente Systeme oder spezielle Hardwareplattformen relevant ist. Zusätzlich werden RPM-Pakete für Red-Hat-basierte Distributionen wie Fedora oder Rocky Linux angeboten, ebenfalls jeweils für x64 und ARM64. Darunter folgen Flatpak-Pakete, die distributionsunabhängig eingesetzt werden können. Diese Variante bringt ihre eigenen Abhängigkeiten mit und eignet sich besonders für Umgebungen, in denen eine möglichst isolierte und portable Installation bevorzugt wird. Allerdings kann es hier – je nach Setup – zu Einschränkungen bei der Scanneranbindung kommen, insbesondere wenn proprietäre oder spezielle SANE-Treiber benötigt werden. Die Tabelle selbst ist klar strukturiert: Links wird die jeweilige Architektur und Installationsart angegeben, mittig das Paketformat (z. B. „deb“, „rpm“, „flatpak“) und rechts die jeweilige Dateigröße. Diese Darstellung ermöglicht es auch weniger technikaffinen Nutzern, schnell die passende Version für ihr System zu identifizieren. Unterhalb der Tabelle befindet sich ein Zeitstempel („Last updated August 30, 2025“), der auf die Aktualität der bereitgestellten Version hinweist. Ergänzend werden weiterführende Links angeboten, darunter Changelog, Prüfsummen (Hashes), GPG-Schlüssel sowie der Quellcode. Diese Elemente sind insbesondere für fortgeschrittene Nutzer relevant, die Wert auf Integritätsprüfung, Nachvollziehbarkeit und Transparenz legen – typische Merkmale eines etablierten Open-Source-Projekts. Insgesamt vermittelt der Screenshot einen technisch aufgeräumten und professionellen Eindruck. Die klare Trennung nach Plattform, Architektur und Paketformat unterstreicht den Anspruch von NAPS2, als plattformübergreifende Scanlösung für unterschiedliche Einsatzszenarien zu fungieren – von klassischen Desktop-Systemen bis hin zu spezialisierten Linux-Setups. GWS2.de - März 2026

Nach dem Down­load be­fin­det sich die Da­tei üb­li­cher­wei­se im Ver­zeich­nis „Down­loads“. Ein Dop­pel­klick führt un­ter Ubun­tu da­zu, das Pa­ket mit der Ar­chiv­ver­wal­tung zu öff­nen – tech­nisch mög­lich, aber nicht ziel­füh­rend. Der kor­rek­te Weg ist ein Rechts­klick auf die Da­tei, ge­folgt von „Öff­nen mit“ und an­schlie­ßend „An­wen­dungs­zen­trum“. Da­durch wird das Pa­ket sau­ber als in­stal­lier­ba­re Soft­ware er­kannt.

Der Screenshot zeigt eine dreiteilige, vertikal angeordnete Darstellung des Installationsprozesses von NAPS2 unter Ubuntu 24.04.4 LTS und bildet damit den kompletten Weg von der heruntergeladenen Datei bis zur installierten Anwendung ab. Im oberen Bereich ist der Dateimanager („Persönlicher Ordner > Downloads“) zu sehen. Dort liegt die zuvor heruntergeladene Installationsdatei „naps2-8.2.1-linux-x64.deb“, die visuell durch ein typisches Paket-Icon hervorgehoben wird. Rechts daneben erscheint eine kontextbezogene Aktion mit dem Hinweis „Mit Anwendungszentrum öffnen“, was bereits den korrekten Installationsweg signalisiert. Dieser Schritt ist entscheidend, da Ubuntu DEB-Pakete standardmäßig nicht immer direkt als Softwareinstallation interpretiert, sondern alternativ auch mit weniger geeigneten Werkzeugen öffnen kann. Der mittlere Abschnitt zeigt das Ubuntu-Anwendungszentrum nach dem Öffnen der DEB-Datei. Die Anwendung „naps2“ wird hier mit einer kurzen Beschreibung („Scan documents to PDF and more, as simply as possible.“) dargestellt. Ergänzend werden technische Metadaten wie die Paketgröße (17,16 MB) sowie Lizenzinformationen angezeigt. Zentral im Fokus steht die grüne Schaltfläche „Installieren“, über die der eigentliche Installationsprozess angestoßen wird. Dieser Schritt integriert die Software sauber in das System und sorgt dafür, dass Abhängigkeiten korrekt behandelt werden. Im unteren Bereich ist schließlich das Ergebnis der erfolgreichen Installation zu sehen. In der Anwendungsübersicht von Ubuntu wurde nach „NAPS2“ gesucht, wodurch das entsprechende Programm-Icon angezeigt wird. Das Icon selbst zeigt stilisiert einen Flachbettscanner mit eingelegtem Dokument – passend zur Funktion der Software. Die Anwendung ist damit vollständig installiert und kann direkt gestartet werden. Insgesamt verdeutlicht der Screenshot einen sauberen, nachvollziehbaren Installationsablauf unter Ubuntu: vom manuellen Download eines DEB-Pakets über die systemkonforme Installation im Anwendungszentrum bis hin zur Integration in die grafische Oberfläche. Gerade für Nutzer, die nicht ausschließlich mit der Kommandozeile arbeiten möchten, stellt dieser Weg eine praxisnahe und zuverlässige Methode dar. Deutsches Ubuntu-Handbuch

Im nächs­ten Schritt öff­net sich das Ubun­tu-An­wen­dungs­zen­trum mit ei­ner De­tail­an­sicht des Pa­kets. Dort steht ei­ne grü­ne Schalt­flä­che „In­stal­lie­ren“ be­reit, über die der In­stal­la­ti­ons­vor­gang ge­star­tet wird. Ge­ge­be­nen­falls weist Ubun­tu dar­auf hin, dass es sich um Soft­ware ei­nes Dritt­an­bie­ters han­delt. Die­ser Hin­weis ist rein for­ma­ler Na­tur: NAPS2 ist ein eta­blier­tes Open-Source-Pro­jekt, das seit vie­len Jah­ren ak­tiv ge­pflegt wird und sich in der Pra­xis als zu­ver­läs­sig und un­kri­tisch er­wie­sen hat.

Der Screenshot zeigt eine klar strukturierte Übersicht eines Systemprofils mit der Bezeichnung „Systemprofil – Testumgebung“ und dient offensichtlich der transparenten Dokumentation der eingesetzten Hard- und Softwarebasis. Im oberen Bereich ist ein Zeitstempel („Stand: 03/2026“) angegeben, was die Aktualität der Testumgebung unterstreicht und für Nachvollziehbarkeit sorgt. Die Darstellung ist in mehrere logisch getrennte Abschnitte gegliedert, die jeweils durch farblich hervorgehobene Überschriften voneinander abgegrenzt sind. Im Bereich „System“ werden die grundlegenden Plattformdaten aufgeführt. Als Betriebssystem kommt Ubuntu 24.04.4 LTS in der 64-Bit-Variante zum Einsatz, kombiniert mit dem Linux-Kernel 6.14.0-37-generic. Als Desktop-Umgebung wird GNOME in Version 46.0 verwendet. Ergänzend dazu ist das eingesetzte Hardwaremodell angegeben: ein Brother MFC-J4540DW(XL), also ein Multifunktionsgerät mit Scan-, Druck- und Kopierfunktion – zentral für die im Artikel behandelte Thematik. Der zweite Abschnitt „Software“ fokussiert sich auf die konkret eingesetzte Anwendung. Hier wird NAPS2 in Version 8.2.1.0 genannt, klassifiziert als Scanner-Software. Als Bezugsquelle ist explizit die Installation über eine DEB-Datei angegeben, was darauf hindeutet, dass die Software manuell installiert und nicht über ein klassisches Paketrepository bezogen wurde. Im dritten Bereich „Support & Einordnung“ wird die Software kontextuell bewertet. Die Erstveröffentlichung von NAPS2 wird auf das Jahr 2009 datiert, was auf eine lange Entwicklungs- und Reifephase hinweist. Der Punkt „Langzeit“ ist mit „Ja“ gekennzeichnet, was impliziert, dass es sich um ein nachhaltig gepflegtes Projekt handelt. Das „Niveau“ wird visuell über eine mehrstufige Balkenanzeige dargestellt, die ein mittleres bis gehobenes technisches Level signalisiert. Abschließend wird der typische Einsatzbereich definiert: Desktop- und Laptop-Systeme. Rechts im Bild befindet sich ein stilisiertes Emblem mit einem Pinguin – eine klare visuelle Referenz auf das Linux-Ökosystem. Ergänzt wird dieses Branding durch die Domain „pinguin.gws2.de“, was auf die Herkunft oder den Kontext der Dokumentation hinweist. Insgesamt vermittelt der Screenshot einen sehr strukturierten, fast schon technischen Datenblatt-Charakter. Die Kombination aus klaren Systemparametern, Softwareeinordnung und visuellem Branding sorgt für eine hohe Informationsdichte bei gleichzeitig guter Lesbarkeit – ideal für nachvollziehbare Test- und Vergleichsumgebungen. GWS2.de

Ubuntu-Scanner konfigurieren

Di­rekt nach dem ers­ten Pro­gramm­start emp­fiehlt es sich, links auf „Neu­es Pro­fil“ zu kli­cken. Da­durch wird ein Kon­fi­gu­ra­ti­ons­dia­log ge­öff­net, über den sich ein Sc­an­pro­fil an­le­gen lässt. Über die Schalt­flä­che „Ge­rät wäh­len“ kann an­schlie­ßend ein er­kann­ter Scan­ner aus der Lis­te aus­ge­wählt wer­den.

So­fern vom Ge­rät un­ter­stützt, soll­te der Trei­ber-Typ ma­nu­ell von „SANE“ auf „ESCL” um­ge­stellt wer­den.

  • In der Pra­xis führt das häu­fig zu sta­bi­le­ren Ver­bin­dun­gen, bes­se­rer Ge­rä­te­er­ken­nung im Netz­werk so­wie kon­sis­ten­te­ren Scan-Er­geb­nis­sen – ins­be­son­de­re bei mo­der­nen Mul­ti­funk­ti­ons­ge­rä­ten.

Gleich­zei­tig ent­fällt die Ab­hän­gig­keit von dis­tri­bu­ti­ons­spe­zi­fi­schen SA­NE-Ba­ckends oder pro­prie­tä­ren Her­stel­ler­trei­bern.

Der Screenshot zeigt eine dreigeteilte Ansicht der Benutzeroberfläche von NAPS2 und dokumentiert den Prozess der Profilerstellung sowie der Geräteauswahl unter Linux. Im oberen Bereich ist die Hauptoberfläche der Anwendung zu sehen, in der die zentralen Funktionen über eine Symbolleiste erreichbar sind. Neben Optionen wie „Scannen“, „Profile“, „Optische Texterkennung“, „Importieren“ und „PDF speichern“ ist insbesondere der Bereich „Profile“ hervorgehoben. Ein Dropdown-Menü ist geöffnet, aus dem der Punkt „Neues Profil“ ausgewählt wurde – der Einstiegspunkt für die individuelle Konfiguration eines Scanvorgangs. Im mittleren Abschnitt wird daraufhin das Fenster „Profileinstellungen“ angezeigt. Hier können grundlegende Parameter für ein neues Scanprofil definiert werden. Dazu gehört unter anderem ein frei wählbarer Anzeigename, unter dem das Profil später gespeichert und wiederverwendet werden kann. Zentral ist jedoch die Auswahl des Scan-Geräts, die über die Schaltfläche „Gerät wählen“ initiiert wird. Dieser Schritt ist entscheidend, da hier die Schnittstelle zwischen Software und physischem Scanner festgelegt wird. Der untere Bereich zeigt den darauf folgenden Dialog „Gerät auswählen“, in dem verschiedene Anbindungsoptionen zur Verfügung stehen. Links ist der klassische „SANE-Treiber“ aufgeführt, der unter Linux traditionell für Scannerzugriffe verwendet wird. Daneben wird jedoch der „eSCL Treiber“ (AirScan) als aktive Auswahl angezeigt. Dieser moderne Ansatz nutzt standardisierte Netzwerkprotokolle auf Basis von HTTP/HTTPS und ermöglicht eine treiberlose Kommunikation mit kompatiblen Geräten. In der Liste wird zudem ein konkretes Gerät erkannt: ein Brother MFC-J4540DW, erreichbar über eine lokale IP-Adresse (10.0.0.11), was auf eine Netzwerkverbindung hindeutet. Zusätzlich stehen Optionen wie „Manuelle IP“ zur direkten Adressierung eines Geräts sowie „Immer fragen“ zur flexiblen Auswahl bei jedem Scanvorgang zur Verfügung. Die Benutzerführung ist dabei klar strukturiert: Über die Schaltflächen „Auswählen“ und „Abbrechen“ kann der Vorgang abgeschlossen oder verworfen werden. Insgesamt zeigt der Screenshot exemplarisch den Unterschied zwischen klassischer, backend-basierter Scanneranbindung über SANE und moderner, netzwerkbasierter Kommunikation via eSCL. Letztere bietet in vielen Fällen eine stabilere und wartungsärmere Lösung, insbesondere bei aktuellen Multifunktionsgeräten im Netzwerkbetrieb. Bildbearbeitung Veronika Helga Vetter - GWS2.de (März 2026)

In­ner­halb des­sel­ben Pro­fil-Me­nüs las­sen sich zu­dem zen­tra­le Sc­an­pa­ra­me­ter de­fi­nie­ren. Da­zu zäh­len un­ter an­de­rem die Auf­lö­sung (DPI), die ge­wünsch­te Sei­ten­grö­ße so­wie die Farb­tie­fe (z. B. Schwarz­weiß, Grau­stu­fen oder Far­be). Ei­ne sau­be­re Vor­kon­fi­gu­ra­ti­on spart hier lang­fris­tig Zeit und sorgt für re­pro­du­zier­ba­re, qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge Scan-Er­geb­nis­se.

OCR-Texterkennung aktivieren

Um ge­scann­te Do­ku­men­te spä­ter in­ner­halb ei­nes PDF-Rea­ders durch­su­chen zu kön­nen, muss in NAPS2 zu­nächst die op­ti­sche Zei­chen­er­ken­nung (OCR) ein­ge­rich­tet wer­den. Da­zu führt der Weg über die Schalt­flä­che „Op­ti­sche Tex­terken­nung“.

Der Screenshot zeigt eine zweigeteilte Ansicht der OCR-Konfiguration innerhalb von NAPS2 und dokumentiert sowohl den Download der benötigten Sprachpakete als auch die anschließende Einrichtung der Texterkennung für den Scanprozess. Im oberen Bereich ist das Dialogfenster „OCR-Sprachpaket herunterladen“ geöffnet. Dieses erscheint, sobald die optische Texterkennung erstmals genutzt wird und noch keine passenden Sprachdaten vorhanden sind. Die Benutzeroberfläche bietet eine Auswahl verschiedener Sprachen, darunter Englisch, Deutsch, Arabisch, Französisch, Chinesisch und Griechisch. In diesem Fall wurden „English“ und „German“ aktiviert, was für den typischen Einsatz im deutschsprachigen Umfeld sinnvoll ist, da viele Dokumente gemischtsprachige Inhalte enthalten können. Unterhalb der Auswahl wird die geschätzte Downloadgröße von 19,9 MB angezeigt – ein Hinweis darauf, dass es sich um externe OCR-Daten handelt, die lokal nachgeladen werden müssen. Über die Schaltfläche „Download“ startet der automatisierte Abruf dieser Sprachpakete, die im Hintergrund von der Tesseract-OCR-Engine genutzt werden. Der untere Abschnitt zeigt im Anschluss das Fenster „Texterkennung einrichten“, in dem die eigentliche OCR-Konfiguration vorgenommen wird. Hier ist die Option „PDF mittels OCR durchsuchbar machen“ aktiviert, wodurch NAPS2 nach dem Scanvorgang automatisch eine Textebene in das erzeugte PDF einbettet. Als Texterkennungssprache ist „German“ ausgewählt, was die Erkennungsgenauigkeit für deutschsprachige Dokumente optimiert. Zusätzlich stehen mehrere Feinabstimmungen zur Verfügung. Der OCR-Modus ist auf „Am besten“ gesetzt, was in der Regel eine ausgewogene Kombination aus Geschwindigkeit und Genauigkeit darstellt. Die Option „Weißabgleich korrigieren und Rauschen entfernen“ ist aktiviert und sorgt für eine Vorverarbeitung des Scanbildes, bei der Kontrast optimiert und Störartefakte reduziert werden – ein entscheidender Faktor für präzise Texterkennung. Ebenfalls aktiv ist „OCR nach dem Scannen automatisch starten“, wodurch der gesamte Prozess ohne manuelle Zwischenschritte abläuft. Insgesamt verdeutlicht der Screenshot den vollständigen Workflow der OCR-Einrichtung in NAPS2: vom initialen Download der benötigten Sprachdaten bis hin zur automatisierten Integration der Texterkennung in den Scanprozess. Die klare Struktur und die praxisnahen Voreinstellungen ermöglichen auch weniger erfahrenen Nutzern eine schnelle und effektive Einrichtung, während gleichzeitig genügend Optionen für eine technisch saubere Feinjustierung vorhanden sind. Grafik-Bearbeitung von Veronika Helga Vetter - CEO Computerheld Linz (März 2026)Stan­dard­mä­ßig ist nur Eng­lisch vor­ausge­wählt. Für den deutsch­spra­chi­gen Ein­satz emp­fiehlt es sich, zu­sätz­lich „Ger­man“ zu ak­ti­vie­ren und an­schlie­ßend auf „Down­load“ zu kli­cken.

  • NAPS2 lädt dar­auf­hin au­to­ma­tisch die er­for­der­li­chen OCR-Da­ten (ba­sie­rend auf der Tes­seract-En­gi­ne) her­un­ter und in­te­griert die­se di­rekt in die An­wen­dung.

Nach er­folg­rei­cher Ein­rich­tung ist NAPS2 in der La­ge, ge­scann­te Do­ku­men­te nicht nur als Bild zu spei­chern, son­dern ei­ne durch­such­ba­re Text­ebe­ne in die PDF-Da­tei ein­zu­bet­ten. Da­durch wer­den In­hal­te auf­find­bar, ko­pier­bar und für wei­ter­füh­ren­de An­wen­dun­gen wie Ar­chi­vie­rung, Voll­text­su­che oder KI-ge­stütz­te Ana­ly­se nutz­bar ge­macht.

ℹ️ So­bald die OCR-Sprach­pa­ke­te in­te­griert wur­den, steht ei­ne zu­sätz­li­che Op­ti­on zur Ver­fü­gung, mit der sich Bild­rau­schen au­to­ma­tisch re­du­zie­ren lässt. In Kom­bi­na­ti­on mit ak­ti­vier­ter Tex­terken­nung und op­ti­mal ge­setz­ten Pa­ra­me­tern ent­ste­hen so ge­sto­chen schar­fe, durch­such­ba­re PDF-Do­ku­men­te.

Ver­wand­te The­men:

Ge­scann­te Do­ku­men­te nach­träg­lich mit dem Ter­mi­nal durch­such­bar ma­chen
Han­dy-Vi­de­os für Tik­Tok schnei­den: So­cial-Me­dia-Star mit Open-Source-Tools

¹Opitz, Ru­dolf: Fo­tos für Pin­gui­ne: Scan­ner mit Li­nux nut­zen. In: c’t Nr. 12 (2021) S. 146.
²Zis­ler, Ha­rald: Sei­te für Sei­te. Kom­pak­tes Scan-Zen­trum Naps2. In: Li­nux User Nr. 9 (2025). S. 46.

Festplatten sicher löschen unter Linux: ShredOS erklärt (warum der Papierkorb wertlos ist)

Zwi­schen 2010 und 2015¹ for­der­te die OECD die deut­sche Po­li­tik mehr­fach da­zu auf, mehr Hoch­schul­ab­schlüs­se zu er­zeu­gen. Der Aka­de­mi­ker­an­teil galt im in­ter­na­tio­na­len Ver­gleich als zu nied­rig. Die Zu­gangs­vor­aus­set­zun­gen wur­den ge­senkt, und die Ge­ne­ra­ti­on Z stu­dier­te pflicht­be­wusst BWL, VWL, Wirt­schafts­in­for­ma­ti­k² so­wie Mu­sik- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaf­ten. Seit 2022 wächst das Brut­to­in­lands­pro­dukt je­doch nur noch im Pro­mil­le­be­reich oder sta­gniert. Par­al­lel hat KI-Tech­no­lo­gie klas­si­sche Bü­ro- und Wis­sens­ar­beit bin­nen kür­zes­ter Zeit au­to­ma­ti­siert. Die Fol­ge: In Deutsch­land exis­tie­ren kaum noch Ein­stiegs­job­s³ für Ba­che­lor- und Mas­ter­ab­sol­ven­ten. Be­son­ders per­fi­de ist, dass sich un­ter die we­ni­gen Stel­len­aus­schrei­bun­gen ein er­heb­li­cher An­teil so­ge­nann­ter Ghost Jobs mischt – Po­si­tio­nen, die nie⁴ be­setzt wer­den sol­len, für die aber den­noch Be­wer­bun­gen ent­ge­gen­ge­nom­men wer­den.

ℹ️ Kon­ser­va­tiv ge­schätzt wa­ren im Jahr 2025 rund 22 Pro­zen­t⁵ al­ler Stel­len­aus­schrei­bun­gen in Deutsch­land so­ge­nann­te Ghost Jobs.

Die Mo­ti­ve hin­ter dem ge­ziel­ten Schal­ten un­ech­ter Stel­len­an­zei­gen sind viel­fäl­tig – ei­nes ist je­doch si­cher: Die in An­schrei­ben und Le­bens­läu­fen ent­hal­te­nen per­so­nen­be­zo­ge­nen In­for­ma­tio­nen lan­den re­gel­mä­ßig und lang­fris­tig in HR-Da­ten­ban­ken und au­to­ma­ti­sier­ten Be­wer­ber­ma­nage­ment­sys­te­men (ATS).

Der Cartoon zeigt eine liebevoll inszenierte Szene, die technische Ernsthaftigkeit mit augenzwinkernder Symbolik verbindet. Schauplatz ist ein stilisiertes Labor, in dem Daten nicht analysiert, sondern endgültig vernichtet werden. Die Umgebung wirkt aufgeräumt, fast klinisch, und erinnert an eine Mischung aus Werkstatt und Forschungseinrichtung – ein Ort, an dem Entscheidungen mit Konsequenzen getroffen werden. Links im Hintergrund erhebt sich ein klassisches Desktop-PC-Gehäuse mit einer transparenten Plexiglas-Seitenwand. Durch diese ist eine geöffnete mechanische Festplatte (HDD) deutlich zu erkennen: Die glänzende Magnetscheibe liegt frei, als sei sie gerade seziert worden. Dieses Detail macht unmissverständlich klar, worum es in dieser Szene geht – um das kompromisslose Ende gespeicherter Daten. Rechts im Hintergrund schweben abstrahierte Datenträgersymbole, darunter eine SSD und eine klassische Diskette. Alle diese Symbole sind deutlich durchgestrichen, ein visuelles Stoppschild für Wiederherstellung, Archivierung oder zweite Chancen. Hier gibt es kein Zurück, keine Sicherungskopie, keinen Papierkorb. Im Zentrum der Illustration steht der vertraute Pinguin der Webseite, liebevoll „Vincenz der Jüngere“ genannt – mit V am Anfang und zwei Z am Ende. Vincenz trägt eine Chemikerbrille, jedoch nicht vor den Augen, sondern lässig auf der Stirn, als Zeichen dafür, dass die Analysephase bereits abgeschlossen ist. Sein Blick ist fokussiert und entschlossen. Die rechte Flosse hat er erhoben, bereit zur finalen Handlung, während die linke fest auf dem Arbeitstisch ruht. Beide Flossen stecken in robusten Gummifäustlingen, ein subtiles Symbol für Sicherheit, Schutz und kontrollierte Gewalt. Direkt vor Vincenz dominiert ein großer roter Knopf, dessen Beschriftung dem Betrachter frontal entgegenschreit: „SHRED“. Der Knopf ist überdimensioniert, bewusst plakativ – er steht für den einen Moment, in dem aus Absicht Realität wird. Rechts daneben befindet sich ein aufgestelltes Warnschild: Ein Dreieck mit Ausrufezeichen, darunter das Wort „unwiderruflich!“ ausgeschrieben. Die Botschaft ist eindeutig: Was hier ausgelöst wird, lässt sich nicht rückgängig machen. Über der Szene prangt als schlichte Überschrift „Shred OS“. Kein Zusatz, keine Erklärung – die Grafik versteht sich als visuelle Ergänzung zu einem Anleitungsartikel, nicht als eigenständige Werbung. Sie übersetzt den technischen Vorgang des sicheren Löschens in eine einprägsame Bildsprache. Die Illustration wurde gezeichnet von Veronika Helga Vetter, die seit 2011 mit ihren Grafiken das Internet bereichert und komplexe technische Themen mit Humor, Klarheit und Wiedererkennbarkeit visualisiert. Der Cartoon verbindet technische Verantwortung mit erzählerischer Leichtigkeit und verleiht dem ansonsten nüchternen Thema der Datenvernichtung ein Gesicht – oder besser gesagt: einen entschlossenen Pinguin. GWS2.de - Januar 2026

Noch of­fen­sicht­li­cher wird die Pro­ble­ma­tik beim so­ge­nann­ten Job-Scamming. Da­bei han­delt es sich eben­falls um fin­gier­te Stel­len­an­ge­bo­te, de­ren pri­mä­rer Zweck nicht ei­ne An­stel­lung, son­dern das sys­te­ma­ti­sche Ab­grei­fen sen­si­bler Da­ten ist. Über Aus­hän­ge in Su­per­märk­ten oder un­auf­ge­for­dert ver­sen­de­te Nach­rich­ten über Mes­sen­ger-Diens­te wer­den ein­fa­che Tä­tig­kei­ten mit un­rea­lis­ti­schen Stun­den­löh­nen be­wor­ben.

Der Screenshot zeigt eine kurze, plakativ gestaltete Textnachricht, wie sie typischerweise per SMS oder Messenger weiterverbreitet wird. Der Hintergrund ist schlicht und funktional, ohne visuelle Gestaltungselemente, was den Fokus vollständig auf den Text lenkt. Ganz oben springt ein einzelnes Wort in Großbuchstaben ins Auge: „IMBD“ – eine Bezeichnung, die Seriosität suggerieren soll, aber keinerlei erkennbare Einordnung zulässt und bewusst vage gehalten ist. Darunter folgt ein knapp formulierter Locktext, der gezielt auf finanzielle Anreize setzt. Gesucht werden angeblich Personen für Heimarbeit, ohne nähere Beschreibung der Tätigkeit, Qualifikation oder des Unternehmens. Besonders auffällig ist die angegebene Vergütung von 25 bis 35 Euro pro Stunde, kombiniert mit Aussagen wie „mehr Arbeit, mehr Verdienst“ und „tägliche Auszahlung“. Diese Versprechen sind bewusst einfach gehalten und sprechen vor allem Menschen an, die sich schnelle, unkomplizierte Einnahmen erhoffen. Am unteren Rand der Nachricht findet sich eine direkte Handlungsaufforderung: „WhatsApp:“, gefolgt von einem verkürzten Link im Format https://wa.me/.... Dieser Link soll den Empfänger unmittelbar in einen privaten Chat weiterleiten und damit aus dem öffentlichen Raum der Anzeige in eine nicht überprüfbare Eins-zu-eins-Kommunikation ziehen. Der Gesamteindruck des Screenshots ist nüchtern, fast beiläufig – genau das macht ihn gefährlich. Es fehlen Impressum, Kontaktdaten, Standort oder konkrete Informationen zur Tätigkeit. Stattdessen wird mit hohen Stundenlöhnen, sofortiger Auszahlung und minimalem Aufwand gearbeitet. Solche Nachrichten dienen in der Regel nicht der tatsächlichen Jobvermittlung, sondern dem Abgreifen persönlicher Daten und Profile, die anschließend weiterverwertet oder verkauft werden. Der Screenshot steht exemplarisch für klassisches Job-Scamming, wie es derzeit massenhaft über SMS, Messenger und soziale Netzwerke verbreitet wird. Zuerst auf GWS2.de veröffentlicht - Januar 2026

ℹ️ Die sechs­mo­na­ti­ge Auf­be­wah­rungs­frist für Be­wer­bungs­un­ter­la­gen ist zwar kein Ge­setz, gilt aber als da­ten­schutz­recht­li­cher Stan­dard. Ei­ne dar­über hin­aus­ge­hen­de Spei­che­rung, et­wa in ei­nem Ta­lent­pool, ist nur mit aus­drück­li­cher Ein­wil­li­gung nach Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO zu­läs­sig – auch wenn die Ein­hal­tung sol­cher Richt­li­ni­en im HR-All­tag häu­fig igno­riert wird.

Im bes­ten Fall wer­den die ge­won­ne­nen Pro­fi­le an Bo­ni­täts­dienst­leis­ter, Fi­nanz­an­bie­ter oder Im­mo­bi­li­en­ver­mitt­ler wei­ter­ver­kauft. Manch­mal ste­hen je­doch or­ga­ni­sier­te Cy­ber­kri­mi­nel­le hin­ter den An­ge­bo­ten, die vor­sätz­lich auf Iden­ti­täts­miss­brauch und fi­nan­zi­el­len Scha­den ab­zie­len.

Mit der Ma­sche wol­len die Kri­mi­nel­len an per­sön­li­che Da­ten ge­lan­gen. Die­se könn­ten dann ge­nutzt wer­den, um an Geld zu kom­men, aber auch um im Na­men der Be­tro­ge­nen Kon­ten zu er­öff­nen.

Töl­le, Kat­ja: Job­su­che: Wie er­kennt man ge­fälsch­te Stel­len­an­zei­gen im In­ter­net? In: ÖKO-TEST Nr. 8 (2025). S. 6.

Zu­sam­men­fas­send lässt sich fest­hal­ten, dass rund ein Drit­tel al­ler Job­an­ge­bo­te fak­tisch rei­ne Fan­ta­sie­an­zei­gen sind – un­ab­hän­gig da­von, ob sie in Print­me­di­en oder auf On­line-Platt­for­men er­schei­nen.

  • Auf dem völ­lig über­hitz­ten deut­schen Woh­nungs­markt zeigt sich ein ähn­li­ches Bild.

Wer kennt sie nicht: In­se­ra­te zu Phan­tom­woh­nun­gen in Bal­lungs­räu­men, auf die sich hun­der­te In­ter­es­sen­ten mit höchst sen­si­blen An­ga­ben be­wer­ben, oh­ne je­mals ei­ne Rück­mel­dung zu er­hal­ten. Auch hier geht es den An­bie­tern we­ni­ger um die tat­säch­li­che Ver­mie­tung als viel­mehr um das sys­te­ma­ti­sche Ge­ne­rie­ren ver­wert­ba­rer Pro­fi­le.

ℹ️ Ins­be­son­de­re jun­ge Woh­nungs­su­chen­de ver­sen­den⁶ aus Man­gel an Al­ter­na­ti­ven um­fas­sen­de Be­wer­bungs­un­ter­la­gen, die sen­si­ble An­ga­ben zu Ein­kom­men, Ver­mö­gens­ver­hält­nis­sen und Bo­ni­tät ent­hal­ten. Nicht sel­ten fin­den sich dar­in so­gar per­so­nen­be­zo­ge­ne In­for­ma­tio­nen po­ten­zi­el­ler Bür­gen.

Wäh­rend die ei­nen müh­sam Li­nux Mint samt VPN-Dienst be­trei­ben und das Ho­he­lied der Da­ten­spar­sam­keit sin­gen, ver­schen­ken an­de­re ih­re Iden­ti­tät fak­tisch kos­ten­los. Da­bei sind voll­stän­di­ge Iden­ti­täts­pro­fi­le ein äu­ßerst wert­vol­ler Roh­stoff, für den selbst voll­kom­men le­ga­le Ak­teu­re wie Ver­si­che­run­gen, Mar­ke­ting­un­ter­neh­men oder Fi­nanz­dienst­leis­ter be­reit­wil­lig be­zah­len.

  • Ge­nau des­halb fin­den sich auf eBay & Co. auch heu­te noch re­ge Märk­te für ge­brauch­te Ur­alt-Fest­plat­ten, de­fek­te Lap­tops oder so­ge­nann­te Bast­ler-PCs.

Par­al­lel wer­den selbst kos­ten­lo­se Da­ten­wie­der­her­stel­lungs­tools im­mer leis­tungs­fä­hi­ger. In den sel­tens­ten Fäl­len geht es da­bei um das Re­kon­stru­ie­ren pri­va­ter Des­sous-Fo­tos – im Fo­kus ste­hen viel­mehr ein­ge­scann­te Aus­weis­do­ku­men­te, Be­wer­bungs­un­ter­la­gen oder sen­si­ble Ge­sund­heits­da­ten.

Die Grafik zeigt eine strukturierte Übersichtsseite mit der Überschrift „Systemprofil – Testumgebung“. Sie dient dazu, das im Artikel behandelte Programm in einen klar definierten technischen Kontext einzuordnen. Der Aufbau erinnert an klassische System- oder Benchmark-Dokumentationen und vermittelt bereits auf den ersten Blick einen nüchternen, technisch orientierten Anspruch. Als getestetes Betriebssystem ist ShredOS in der Version 0.38 angegeben. Die Zielarchitektur wird mit x86-64 ausgewiesen, was verdeutlicht, dass sich das System an klassische PC-Hardware richtet und nicht für Embedded- oder ARM-Plattformen konzipiert ist. ShredOS wird hier explizit als eigenständiges Betriebssystem verstanden, nicht als gewöhnliche Linux-Distribution für den Desktop-Alltag, sondern als spezialisiertes Werkzeug für einen klar umrissenen Zweck. Besonderes Augenmerk fällt auf den angegebenen Kernel „URandom“ in der Version 2024.11_27. Dabei handelt es sich nicht um einen klassischen Linux-Standardkernel im Sinne einer allgemeinen Desktop- oder Serverdistribution, sondern um einen stark reduzierten, zweckgebundenen Kernel, der auf sichere Zufallsdaten und deterministisches Verhalten beim Überschreiben von Datenträgern ausgelegt ist. Der Name „URandom“ verweist dabei auf den Einsatz hochwertiger Zufallsquellen, wie sie für sichere Lösch- und Überschreibvorgänge relevant sind. Ziel ist nicht Vielseitigkeit, sondern maximale Verlässlichkeit im Umgang mit Speicheroperationen. In der Klassifizierung wird ShredOS als Löschbetriebssystem eingeordnet. Diese Kategorisierung unterstreicht, dass das System ausschließlich für das sichere und unwiederbringliche Entfernen von Daten entwickelt wurde. Die Quelle GitHub weist auf die offene Entwicklung hin, während die Erstveröffentlichung im Jahr 2020 zeigt, dass es sich um ein etabliertes, über mehrere Jahre gereiftes Projekt handelt. Gleichzeitig wird ShredOS als Langzeitprojekt beschrieben, das aktiv weiterentwickelt und gepflegt wird. Das angegebene Niveau „mittel“ signalisiert, dass sich das Werkzeug nicht primär an völlige Einsteiger richtet. Grundlegende Kenntnisse im Umgang mit Bootmedien, Tastaturnavigation und technischen Begriffen sind erforderlich, um ShredOS sicher und zielgerichtet einzusetzen. Damit positioniert sich das Programm zwischen reinen Expertenwerkzeugen und grafischen Komfortlösungen. Optisch ist die Grafik klar technisch gehalten. Dominierend sind weiße und blaue Farbtöne, die Assoziationen zu klassischen Systemmenüs und Diagnoseoberflächen wecken. In der rechten unteren Ecke befindet sich ein kleiner Pinguin, das bekannte Symbol für Linux. Direkt daneben ist die URL pinguin.gws2.de platziert. Dieses visuelle Element fungiert als dezentes Branding und macht unmissverständlich deutlich, dass die dargestellte Testumgebung, Bildanleitung und Softwareeinordnung im redaktionellen Kontext dieser Webseite entstanden ist. GWS2.de

Festplatten richtig löschen

Vie­le Nut­zer bau­en vor dem Ver­kauf ei­nes PCs vor­sorg­lich die Fest­plat­ten aus. Das schmä­lert nicht nur un­nö­tig den Wie­der­ver­kaufs­wert, son­dern löst das ei­gent­li­che Pro­blem auch nur halb­her­zig. In na­he­zu je­der Wohn­ge­gend gibt es mitt­ler­wei­le „Müll­tau­cher“, die ne­ben Pfand­fla­schen auch aus­ran­gier­te Hard­ware aus Con­tai­nern fi­schen. Ei­ne nicht kor­rekt ge­lösch­te Fest­plat­te ist da­bei ein ech­tes Da­ten­schutz­ri­si­ko.

  • Der ein­fachs­te und zu­gleich zu­ver­läs­sigs­te Weg, per­sön­li­che Da­ten voll­stän­dig und rück­stands­los zu ent­fer­nen, heißt Shre­dOS.

Da­bei han­delt es sich um ein Li­nux-ba­sier­tes Live-Sys­tem, das Da­ten­trä­ger sek­tor­wei­se mit Nul­len über­schreibt. Nach dem Vor­gang be­fin­det sich das Lauf­werk tech­nisch wie­der im Aus­lie­fe­rungs­zu­stand und ei­ne Da­ten­wie­der­her­stel­lung ist prak­tisch aus­ge­schlos­sen.

Der dreigeteilte Screenshot zeigt Schritt für Schritt den Einsatz des Ubuntu-Bordmittels „Startmedien-Ersteller“ unter Ubuntu 24.04.3 LTS und dokumentiert anschaulich den Weg von der Programmauswahl bis zum laufenden Schreibvorgang eines bootfähigen USB-Datenträgers. Im oberen Abschnitt ist zunächst der Applikationsauswähler von Ubuntu zu sehen. Die Oberfläche wirkt aufgeräumt und funktional, wie man es von einer modernen LTS-Version erwartet. Zwischen anderen Systemwerkzeugen sticht das Symbol des Startmedien-Erstellers hervor: ein stilisierter USB-Stick, der von einem markanten blauen Pfeil durchzogen wird. Das Icon ist blau umrandet und signalisiert bereits visuell seine Aufgabe – Daten werden gezielt auf ein externes Medium übertragen. Der Fokus liegt klar auf diesem Symbol, das den Einstiegspunkt für die Erstellung eines bootfähigen Mediums markiert. Der mittlere Abschnitt des Split-Screens zeigt das Hauptfenster des Startmedien-Erstellers mit der Überschrift „Startmedium erstellen“. Die Benutzeroberfläche ist bewusst minimalistisch gehalten und folgt dem Ubuntu-typischen Design: helle Flächen, klare Typografie und logisch angeordnete Bedienelemente. Als Quellabbild ist hier bereits ShredOS in der Version 0.38 eingebunden. Technisch wichtig ist der Hinweis, dass es sich dabei nicht um eine klassische ISO-Datei, sondern um ein IMG-Abbild handelt. Nur Images in diesem Format können vom Startmedien-Ersteller verarbeitet werden – ein Detail, das gerade für weniger erfahrene Nutzer entscheidend ist und häufige Fehlerquellen vermeidet. Als Zielmedium ist ein Kingston DataTraveler 3.0 ausgewählt, mit einer nutzbaren Kapazität von 115,5 GB. Der USB-Stick wird eindeutig identifiziert, sodass keine Verwechslungsgefahr mit internen Laufwerken besteht. Diese klare Trennung zwischen Quelle und Ziel unterstreicht den sicherheitsorientierten Ansatz des Werkzeugs und schützt vor versehentlichem Überschreiben falscher Datenträger. Im unteren Abschnitt des dreigeteilten Screenshots ist schließlich der aktive Schreibvorgang zu sehen. Das Datenträgerabbild wird gerade auf den USB-Stick übertragen, der Fortschrittsbalken steht bei 45 %. Die Anzeige vermittelt Ruhe und Kontrolle: kein hektisches Blinken, keine überladenen Statusmeldungen – lediglich der sachliche Hinweis, dass der Prozess läuft. Genau diese reduzierte Darstellung passt zur Aufgabe des Werkzeugs: zuverlässig, transparent und ohne unnötige Ablenkung ein bootfähiges Medium zu erstellen. Insgesamt vermittelt der dreigeteilte Screenshot ein geschlossenes Bild eines sauberen, durchdachten Workflows – von der Programmauswahl über die korrekte Einbindung des ShredOS-Images bis hin zum laufenden Schreibprozess auf einen USB-Datenträger. Er zeigt exemplarisch, wie Ubuntu auch bei sicherheitsrelevanten Aufgaben auf einfache Bordmittel setzt, ohne dabei technische Präzision oder Kontrolle einzubüßen. Deutschsprachiges Ubuntu Handbuch 2026

„Oh je, ein Live-Sys­tem – das klingt nach un­nö­ti­gem Auf­wand“, mag sich der ei­ne oder an­de­re zu­nächst den­ken. Die­se Be­fürch­tung ist je­doch un­be­grün­det. Ubun­tu-An­wen­der be­nö­ti­gen le­dig­lich ei­nen USB-Stick so­wie das kos­ten­lo­se Shre­dOS-Image. Die ei­gent­li­che Ar­beit über­nimmt das in­te­grier­te Bord­werk­zeug „Start­me­di­ener­stel­ler“, das den USB-Stick mit we­ni­gen Klicks in ein boot­fä­hi­ges Lösch­me­di­um ver­wan­delt. Ganz oh­ne Ter­mi­nal, ganz oh­ne Bas­tel­ar­beit.

Zum Down­load

Für die­se Bild­an­lei­tung wur­de Ver­si­on 0.38 ver­wen­det, die sich hier her­un­ter­la­den lässt. Ak­tu­el­le Re­leases von Shre­dOS wer­den di­rekt auf Git­Hu­b⁷ be­reit­ge­stellt. Wich­tig: Der „Start­me­di­ener­stel­ler“ ak­zep­tiert aus­schließ­lich Images mit der Da­tei­endung .img.

Die Collage besteht aus zwei übereinander angeordneten Screenshots und dokumentiert einen zentralen Schritt im Arbeitsablauf von ShredOS Version 0.38 unmittelbar nach dem Bootvorgang des Live-Systems. Beide Bildausschnitte zeigen dieselbe Programmoberfläche, jedoch in zwei aufeinanderfolgenden Zuständen, wodurch die Interaktion des Anwenders nachvollziehbar wird. Im oberen Screenshot ist das frisch gestartete ShredOS-Live-System zu sehen. Die Oberfläche präsentiert sich in dem für ShredOS typischen, nüchternen blauen Textmodus, der bewusst auf grafische Elemente verzichtet und stattdessen Klarheit und Kontrolle in den Vordergrund stellt. Direkt nach dem Start werden sämtliche vom Linux-Kernel erkannten Datenträger aufgelistet. Die Laufwerke erscheinen in ihrer systemnahen Bezeichnung als Gerätepfade, etwa /dev/sda für klassische Massenspeicher oder /dev/sr0 für optische Laufwerke. Diese Darstellung entspricht der Linux-typischen Sicht auf Hardware und ermöglicht eine eindeutige Identifikation aller angeschlossenen Speichermedien. Ein besonderes visuelles Merkmal im oberen Bild ist ein blauer Pfeil, der auf einen Eintrag mit der Bezeichnung des angeschlossenen USB-Sticks zeigt. Der Datenträger wird anhand von Vendor- und Produktcode identifiziert und verfügt über eine Kapazität von 32 GB. Der Pfeil dient als Hervorhebung und signalisiert, dass genau dieses Medium im Fokus steht und für den Löschvorgang vorgesehen ist. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich der Datenträger jedoch noch im neutralen Zustand – er ist lediglich markiert, aber noch nicht für das Überschreiben freigegeben. Der untere Screenshot zeigt dasselbe Fenster in nahezu identischer Darstellung, allerdings mit einem entscheidenden Unterschied. Vor dem Eintrag des ausgewählten USB-Sticks erscheint nun der Parameter „wipe“. Dieses Attribut macht deutlich, dass der Benutzer den Datenträger aktiv ausgewählt und mit der Enter-Taste für den Löschvorgang markiert hat. Erst durch diesen bewussten Schritt wird das Medium in den Zustand versetzt, in dem es tatsächlich überschrieben werden kann. Die Gegenüberstellung der beiden Screenshots verdeutlicht das Sicherheitskonzept von ShredOS: Kein Datenträger wird automatisch oder unbedacht gelöscht. Jede Aktion erfordert eine explizite Bestätigung durch den Anwender. Die Collage macht diesen Übergang – vom bloßen Anzeigen der Laufwerke hin zur gezielten Auswahl eines bestimmten Mediums – visuell nachvollziehbar und unterstreicht die kontrollierte, schrittweise Arbeitsweise des Löschbetriebssystems. Finanziert von Computerheld Linz - Januar 2026

Nach dem Boot­vor­gang prä­sen­tiert sich Shre­dOS mit ei­nem be­wusst mi­ni­ma­lis­ti­schen, blau ge­hal­te­nen Text-In­ter­face. Sämt­li­che er­kann­ten Da­ten­trä­ger wer­den au­to­ma­tisch auf­ge­lis­tet, un­ab­hän­gig da­von, ob es sich um klas­si­sche SA­TA-Fest­plat­ten, mo­der­ne M.2-SSDs oder an­ge­schlos­se­ne USB-Spei­cher han­delt.

  • Zu­nächst wird mit den Pfeil­tas­ten der zu lö­schen­de Da­ten­trä­ger aus­ge­wählt.
  • Nach Be­stä­ti­gung mit der En­ter-Tas­te mar­kiert Shre­dOS das ent­spre­chen­de Lauf­werk mit dem Sta­tus „wi­pe“.

Im nächs­ten Schritt lässt sich mit der Tas­te M die ge­wünsch­te Lösch­me­tho­de fest­le­gen.

Die Split-Screen-Grafik besteht aus zwei übereinander angeordneten Screenshots aus ShredOS Version 0.38 und dokumentiert die Auswahl der Löschmethode für einen zuvor zum Überschreiben markierten Datenträger. Beide Bildhälften zeigen dasselbe Menü, jedoch mit unterschiedlicher Hervorhebung und damit zwei bewusst gegeneinander gestellten Sicherheitsansätzen. Im oberen Screenshot ist das Methodenmenü von ShredOS zu sehen, das über die Taste M aufgerufen wird, nachdem der betreffende USB-Stick zuvor mit dem Parameter wipe markiert wurde. Standardmäßig ist hier die Option „PRNG Stream“ vorausgewählt. Diese Methode überschreibt den gesamten Datenträger sektorweise mit einem kontinuierlichen Strom aus pseudozufälligen Daten. Technisch kommt dabei ein Pseudozufallszahlengenerator zum Einsatz, der fortlaufend neue Bytefolgen erzeugt, sodass kein erkennbares Muster auf dem Medium zurückbleibt. Das Ergebnis ist ein Speicherinhalt, der für Analyse- oder Wiederherstellungstools wie reines Rauschen wirkt. Diese Vorgehensweise stammt aus klassischen Sicherheitsrichtlinien für magnetische Datenträger und gilt als besonders gründlich, ist jedoch zeitintensiv und ressourcenlastig. Gerade bei USB-3.0-Sticks oder anderen Flash-Speichermedien ist diese Methode in der Praxis oft überdimensioniert. Durch interne Wear-Leveling-Mechanismen und vergleichsweise begrenzte Schreibgeschwindigkeiten verlängert sich der Vorgang erheblich, ohne einen realen Sicherheitsgewinn gegenüber einfacheren Verfahren zu liefern. Der untere Screenshot zeigt dasselbe Menü, diesmal jedoch mit einem blauen Pfeil, der gezielt auf die Option „Fill with Zeros“ verweist. Diese Methode überschreibt den Datenträger vollständig mit Nullen (0x00). Technisch betrachtet werden dabei alle adressierbaren Sektoren einmal sequenziell beschrieben, wodurch sowohl Nutzdaten als auch Metadaten zuverlässig entfernt werden. Für USB-Sticks und viele Alltagsdatenträger stellt dieses Verfahren den optimalen Kompromiss aus Sicherheit und Geschwindigkeit dar: Der Überschreibvorgang ist deutlich schneller abgeschlossen, schont das Medium und erfüllt dennoch alle praktischen Anforderungen an eine sichere Datenlöschung vor Weitergabe oder Verkauf. Die Gegenüberstellung der beiden Screenshots macht deutlich, dass ShredOS dem Anwender nicht nur Kontrolle über den Ziel-Datenträger, sondern auch über das angemessene Sicherheitsniveau gibt. Nicht maximale Komplexität, sondern eine bewusste, kontextabhängige Entscheidung steht im Vordergrund. Die dargestellten Screenshots wurden erstellt und bearbeitet von Veronika Helga Vetter, Betreiberin des PC-Vor-Ort-Services Computerheld Linz, wo ShredOS regelmäßig im Rahmen des offiziellen Leistungskatalogs zur sicheren Datenlöschung eingesetzt wird. Die Veröffentlichung dieser Bilddokumentation erfolgte im Januar 2026 und dient sowohl der technischen Aufklärung als auch der praktischen Anleitung für Anwender, die ihre Datenträger verantwortungsvoll bereinigen möchten. GWS2.de

ℹ️ Die Wahl der Lösch­me­tho­de ist stets ein Kom­pro­miss zwi­schen Si­cher­heits­ni­veau und Zeit­auf­wand. Die Ein­stel­lung „Fill Wi­th Ze­ros“ ist für na­he­zu al­le An­wen­dungs­fäl­le voll­kom­men aus­rei­chend. Be­son­ders schnel­le Da­ten­trä­ger wie M.2-SSDs kön­nen al­ter­na­tiv auch mit „PRNG Stream“ (Über­schrei­bung mit Zu­falls­da­ten) be­rei­nigt wer­den.

Nach Be­stä­ti­gung der Lösch­me­tho­de mit der Ein­ga­be­tas­te lässt sich der Über­schreib­vor­gang über die Tas­ten­kom­bi­na­ti­on Strg + S star­ten.

Der Screenshot zeigt das aktive Live-System von ShredOS in der Version 0.38, während ein zuvor ausgewählter USB-Datenträger gerade überschrieben wird. Der Löschvorgang wurde bewusst und kontrolliert über die Tastenkombination Strg + S gestartet – ein letzter, expliziter Schritt, der verdeutlicht, dass ShredOS keine Aktion ohne aktive Bestätigung des Anwenders ausführt. Im zentralen Bereich der Oberfläche ist der Fortschritt des Überschreibevorgangs sichtbar. Der betroffene Datenträger wird anhand seines USB Vendor- und Product-Codes eindeutig identifiziert, sodass keine Verwechslung mit anderen angeschlossenen Laufwerken möglich ist. Zum Zeitpunkt der Aufnahme sind 0,22 % des Mediums überschrieben. Diese geringe Prozentzahl macht unmittelbar deutlich, dass sichere Datenlöschung kein spontaner Klick, sondern ein Prozess ist, der Zeit benötigt. Technische Statusinformationen liefern weitere Einordnung: Der aktuelle Datendurchsatz liegt bei rund 40 MB/s, ein für USB-Sticks realistischer Wert, der die physikalischen Grenzen von Flash-Speicher widerspiegelt. Als verbleibende Dauer werden 1 Stunde, 16 Minuten und 38 Sekunden angegeben. Die Zeitangabe ist visuell in Blau und Weiß hervorgehoben und zieht den Blick des Betrachters gezielt auf sich. Sie fungiert als stiller Hinweis darauf, dass selbst bei vergleichsweise kleinen Datenträgern mit einer Kapazität von rund 62 GB ein vollständiges Überschreiben deutlich über eine Stunde in Anspruch nehmen kann. Auf der linken Seite der Oberfläche ist unter dem Menüpunkt „Options“ die aktive Löschmethode ersichtlich. Hier ist „Fill with zeros“ ausgewählt – die einfachste und zugleich effizienteste Methode, bei der alle Sektoren des Datenträgers mit Nullen beschrieben werden. Gerade diese Anzeige ist aufschlussreich: Selbst diese minimalistische Überschreibtechnik benötigt spürbare Zeit, was den Mythos vom „schnell mal löschen“ endgültig entkräftet. Der Screenshot transportiert damit eine klare Botschaft: Sichere Datenlöschung ist kein kosmetischer Vorgang, sondern ein technisch fundierter Prozess, der Geduld erfordert. ShredOS macht diesen Prozess transparent, nachvollziehbar und ehrlich sichtbar – inklusive Zeitbedarf, Durchsatz und Methode. Genau darin liegt die Stärke dieses Löschbetriebssystems. GWS2.de - Januar 2026

So­bald Shre­dOS den Lösch­vor­gang ab­ge­schlos­sen hat, be­fin­det sich der Da­ten­trä­ger fak­tisch im Aus­lie­fe­rungs­zu­stand. Kon­kret be­deu­tet das: Es exis­tie­ren we­der ein Da­tei­sys­tem noch ei­ne Par­ti­ti­ons­ta­bel­le.

  • Die­ser Zu­stand soll­te beim Wei­ter­ver­kauf un­be­dingt an­ge­ge­ben wer­den, da der Käu­fer das Lauf­werk zu­nächst wie­der in­itia­li­sie­ren muss – et­wa über die Win­dows-Da­ten­trä­ger­ver­wal­tung.

Bei der In­stal­la­ti­on ei­nes neu­en Be­triebs­sys­tems über­neh­men die je­wei­li­gen In­stal­la­ti­ons­as­sis­ten­ten die­sen Schritt je­doch au­to­ma­tisch, so­dass dar­aus in der Pra­xis kein Nach­teil ent­steht.

Je­der kennt die An­ge­bo­te auf Klein­an­zei­gen & Co.: Lies­chen Mül­ler ver­kauft ih­ren al­ten Lap­top für klei­nes Geld. Dar­auf läuft noch ein be­tag­tes Win­dows, per­sön­li­che Do­ku­men­te wur­den „vor­sorg­lich“ über den Pa­pier­korb ge­löscht und zu­vor auf ei­nen USB-Stick ko­piert. Selbst für se­mi­pro­fes­sio­nel­le An­wen­der sind die­se Da­ten in we­ni­ger als 15 Mi­nu­ten wie­der­her­ge­stellt. Frau Mül­ler wun­dert sich spä­ter, war­um sie plötz­lich per­so­na­li­sier­te Wer­be­post er­hält oder war­um Zah­lungs­dienst­leis­ter Kon­ten sper­ren und Nach­wei­se ver­lan­gen. Se­riö­se PC-Dienst­leis­ter ru­fen für ei­ne fach­ge­rech­te Über­schrei­bung von Da­ten­trä­gern nicht oh­ne Grund Be­trä­ge von 30,00 Eu­ro und mehr auf.

⚠️ Pa­pier­korb ist kein Da­ten­schutz.

Ge­lösch­te Da­tei­en sind in vie­len Fäl­len pro­blem­los wie­der­her­stell­bar – selbst für Lai­en mit kos­ten­lo­ser Soft­ware. Wer ei­nen PC oder Lap­top wei­ter­ver­kauft, oh­ne den Da­ten­trä­ger kor­rekt zu über­schrei­ben, lie­fert per­sön­li­che Fo­tos, Do­ku­men­te und Zu­gangs­da­ten fak­tisch mit aus. Schüt­zen Sie Ih­re Fa­mi­lie, Freun­de und Nach­barn vor Iden­ti­täts­miss­brauch, Sextor­ti­on und Spam. Über­schrei­ben Sie Da­ten­trä­ger vor dem Ver­kauf kon­se­quent – Shre­dOS macht ge­nau das.

Ver­wand­te The­men:

„Li­nux ist si­cher“ – stimmt das wirk­lich oder braucht man doch ei­ne Fire­wall?
Gast-WLAN oh­ne Ab­schrei­ben: QR-Code un­ter Ubun­tu in Se­kun­den er­stel­len

¹Kirsch­stein, Ben­te: OECD rügt Deutsch­land für ge­rin­ge Aka­de­mi­ker-Ra­te. spiegel.de (01/2026).
²So­ny: Vor­druck Schuld­schein - von Freun­den und der Fa­mi­lie Geld lei­hen. gws2.de (01/2026).
³Hal­lern, Hau­ke von: Ab­sa­gen oh­ne En­de: So kämp­fen jun­ge Leu­te um Jobs - trotz Fach­kräf­te­man­gel | NDR In­fo. youtube.com (01/2026).
⁴An­ders, Na­ta­lia: Ghost Jobs – War­um Fir­men Fake-Stel­len­an­zei­gen schal­ten. profil.at (01/2026).
⁵Blechin­ger, Tan­ja: Ghost Jobs im Fo­kus: So schützt du dich vor fal­schen Stel­len­an­zei­gen. agrajo.com (01/2026).
⁶missingthepoint557: 7 Ta­ge... Woh­nungs­su­che. youtube.com (01/2026).
⁷Par­ti­al­Vo­lu­me: Shre­dOS x86_64 - Disk Era­ser. github.com (01/2026).