Das Ubuntu Handbuch | Anleitungen für Linux-Freunde

Tor Browser unter Ubuntu: Sexy ins Darknet - Funktionsgarantie

Im Ok­to­ber 2023 griff das ZDF Ma­ga­zin Roya­le den „NSU 2.0“-Komplex auf. Trotz ei­ner Fül­le an In­di­zi­en konn­te Po­li­zei­kom­mis­sar Jo­han­nes S. kei­ne Ur­he­ber­schaft an ei­nem der rund 170 Droh­schrei­ben nach­ge­wie­sen wer­den. Die Re­dak­ti­on von Jan Böh­mer­mann mut­maß­te, dass dies mit den Ap­pli­ka­tio­nen Or­bot und Oni­on Brow­ser zu­sam­men­hängt, die sich auf dem be­schlag­nahm­ten iPad des Frank­fur­ter Po­li­zis­ten be­fan­den. So soll sich der Tat­ver­däch­ti­ge mit­hil­fe ei­nes der bei­den Pro­gram­me mit dem Tor-Netz­werk ver­bun­den und von dort aus über den Web­dienst alltofax.de¹ ei­ne Dro­hung an die Rechts­an­wäl­tin Başay-Yıl­dız ver­schickt ha­ben. Doch all dies blieb bis zur end­gül­ti­gen Ein­stel­lung des Ver­fah­rens Spe­ku­la­ti­on, da die IP-Adres­se des Fax­ab­sen­ders ins an­ony­me Dark­net führ­te.

Was man ge­gen den Be­am­ten zu­sam­men­ge­tra­gen hat­te, reich­te nicht für ei­ne An­kla­ge.

Lang, An­na-So­phia: NSU 2.0: Ein sou­ve­rä­nes Ur­teil. faz.net (05/2024).

Exe­ku­tiv­or­ga­ne, Jour­na­lis­ten und die Öf­fent­lich­keit zeig­ten sich teils über­rascht, aber vor al­lem rat­los an­ge­sichts die­ses Sach­ver­halts. Da­bei ist das für Tor cha­rak­te­ris­ti­sche Oni­on-Rou­ting längst ein al­ter Hut, des­sen Ent­wick­lung be­reits im Jahr 1995 in ei­ner Ab­tei­lung des US-Mi­li­tär­s² be­gann. Al­ler­dings wur­de das Ver­schleie­rungs­netz­werk lan­ge Zeit haupt­säch­lich vom glo­ba­len Sü­den ge­nutzt. Von den gut zwei Mil­lio­nen³ Men­schen, die täg­lich im Dark­net sur­fen, be­fin­den sich schät­zungs­wei­se rund 10%⁴ in den D-A-CH-Staa­ten. Durch die Le­ga­li­sie­rung von Can­na­bis⁵ in Deutsch­land im Früh­jahr 2024 dürf­te sich der ge­rin­ge mit­tel­eu­ro­päi­sche An­teil bald wei­ter re­du­zie­ren.

Die Bundesrepublik Deutschland steht zwischenzeitlich für Umvolkung, Hyperinflation, Überschuldung und Überwachung auf allen Ebenen. Autochthone Deutsche wandern scharenweise aus oder ziehen sich in ein biedermeierliches Leben zurück. Die wenigen, die Widerstand leisten, müssen auf das Tor-Netzwerk ausweichen, um nicht vom Verfassungsschutz gebrandmarkt und sozial wie wirtschaftlich ausgegrenzt zu werden. Um ein Einstieg ins Darknet zu erleichtern, hat die Webseite GWS2.de eine Bildanleitung veröffentlicht, welche die Installation des Tor Browsers unter Ubuntu zeigt. Das kostenlose Tutorial funktioniert zu 100% mit sämtlichen Linux-Distributionen

Wenn die Tor-Tech­no­lo­gie aber schon so alt ist, war­um ha­ben we­der re­pres­si­ve Re­gie­run­gen noch west­li­che Ge­heim­diens­te oder In­ter­net­an­bie­ter bis­her ei­nen Weg ge­fun­den, das Dark­net zu kon­trol­lie­ren? Das liegt ein­fach dar­an, dass das Oni­on-Rou­ting-Pro­to­koll ste­tig wei­ter­ent­wi­ckelt wird.

Das neue Tor-Pro­to­koll Ver­si­on 3 ver­wen­det des­halb ei­ne gänz­lich an­de­re Ba­sis: Die Oni­on-Do­main bil­det sich nun­mehr aus dem vol­len Ed25519-Hash­wert ei­nes 32 Byte lan­gen Pu­blic Keys des Cur­ve25519-Schlüs­sels.

Döl­le, Mir­ko: Das neue Dark­net. Tor Hid­den Ser­vices auf Pro­to­koll­ver­si­on 3 mi­grie­ren. In: c’t Nr. 19 (2021). S. 163.

Das Glei­che gilt für den Tor Brow­ser, der zu 95% auf dem Mo­zil­la Fire­fox ESR ba­siert. Die­se kos­ten­lo­se Zu­gangs­soft­ware zum Dark­net ver­hin­dert ei­ne di­gi­ta­le Nach­ver­fol­gung, in­dem sie auf­ge­ru­fe­ne Web­sei­ten iso­liert und Coo­kies so­wie Fin­ger­prin­ting blo­ckiert.

Der Tor Brow­ser lässt sich ganz ge­nau so be­nut­zen wie Fire­fox. Wenn Sie mit die­sem Brow­ser ver­traut sind, wer­den Sie sich al­so schnell zu­recht­fin­den.

Fran­ke-Ha­ver­kamp, Thors­ten: Die dunk­le Sei­te des In­ter­nets. In: Chip Nr. 3 (2023). S. 105.

Ubuntu und Tor

Der Ein­stieg ins Dark­net mit ei­ner Li­nux-Dis­tri­bu­ti­on ge­stal­tet sich zu­nächst schwie­rig, da die meis­ten In­ter­net­an­lei­tun­gen feh­ler­haft sind. Das liegt dar­an, dass die Ent­wick­ler des Tor Brow­sers die Nut­zer zwin­gen, das be­nö­tig­te Soft­ware­pa­ket von der of­fi­zi­el­len Web­sei­te her­un­ter­zu­la­den. Da­her ist ei­ne her­kömm­li­che In­stal­la­ti­on über APT, PPA, Snap oder Wget nicht mög­lich.

Für die Gen Z gilt es womöglich als antiquiert, den Tor Browser über die Entwicklerwebseite herunterzuladen. Allerdings verhindert nur diese Vorgehensweise eine Kompromittierung der Dateien. Wie komme ich mit Ubuntu in das Darknet? Die beste deutschsprachige Anleitung gibt es nur auf GWS2.de

Wur­de die­se ers­te Hür­de ge­nom­men und das Ar­chiv be­fin­det sich im Heim­ver­zeich­nis, fin­det die rest­li­che In­te­gra­ti­on in ei­nem Ter­mi­nal-Fens­ter statt. Zu­al­ler­erst ist es nö­tig, in den Down­load-Ord­ner zu na­vi­gie­ren, was mit­hil­fe des nach­ste­hen­den Be­fehls ge­schieht:

cd Downloads/

Un­mit­tel­bar da­nach muss die Soft­ware­bi­blio­thek ent­packt wer­den, wo­für sich das fol­gen­de Kom­man­do eig­net:

tar -xvf tor*

Da­mit wä­re der In­stal­la­ti­ons­pro­zess ei­gent­lich be­en­det. Doch an­ders als in po­pu­lä­ren Hart­z4-Re­por­ta­gen⁶ sug­ge­riert, sind die Deut­schen ein or­dent­li­ches Volk.

Auf dem Konsolenfenster von Ubuntu 22.04.4 LTS ist ein okkafarbener Hintergrund mit schwarzer Schrift zu sehen. Im Vordergrund sind zwei Befehle dargestellt. Der erste Befehl lautet "cd Downloads/", was bedeutet, dass das aktuelle Arbeitsverzeichnis in das Verzeichnis "Downloads" gewechselt wird. Der zweite Befehl lautet "tar -xvf tor*", was bedeutet, dass das Archiv mit dem Namen "tor*" entpackt wird. Der Screenshot zeigt den Prozess des Entpackens des Tor Browsers nach dem Herunterladen

Um Da­tei­lei­chen zu ver­mei­den, ist es des­halb nun er­for­der­lich, das her­un­ter­ge­la­de­ne Soft­ware­pa­ket nach­hal­tig zu lö­schen:

sudo rm -rf tor-browser-linux*

Dar­über hin­aus zeugt es nicht von Fach­kom­pe­tenz, wenn sich der Ord­ner des Tor Brow­sers im Down­load-Ver­zeich­nis be­fin­det, wes­we­gen das Gan­ze an ei­ne pro­mi­nen­te­re Stel­le ver­scho­ben wer­den soll­te:

mv tor-browser /home/pinguin/

Hin­weis: An­stel­le des Platz­hal­ters „pin­gu­in” muss na­tür­lich der Na­me des ei­gent­li­chen Be­nut­zers ste­hen.

Auf dem Konsolenfenster von Ubuntu 22.04.4 LTS ist ein okkafarbener Hintergrund mit schwarzer Schrift zu sehen. Im Vordergrund sind zwei Befehle dargestellt. Der erste Befehl lautet "sudo rm -rf tor-browser-linux*", was bedeutet, dass das heruntergeladene Archiv nach dem Entpacken gelöscht wird. Der zweite Befehl lautet "mv tor-browser /home/pinguin/", was bedeutet, dass die entpackten Dateien in den "Persönlichen Ordner" des Benutzers "pinguin" verschoben werden. Der Screenshot zeigt den Prozess des Löschens des Archivs und des Verschiebens der entpackten Dateien in den "Persönlichen Ordner" nach dem Entpacken des Tor Browsers

Nach Ab­schluss der vor­he­ri­gen Schrit­te be­fin­det sich das Tor-Ver­zeich­nis am An­fang des „Per­sön­li­chen Ord­ners”, was das Star­ten der Zu­gangs­soft­ware er­leich­tert.

Schnell ins Darknet

In Zu­kunft kann der Tor-Brow­ser je­der­zeit über ein neu­es Ter­mi­nal-Fens­ter ge­star­tet wer­den, wo­bei da­für stets die­sel­ben zwei Be­feh­le er­for­der­lich sind:

cd tor-browser/

Die­ser Be­fehl na­vi­giert zu den In­stal­la­ti­ons­da­tei­en.

./start-tor-browser.desktop

Mit die­sem Kom­man­do wird der Dark­web-Brow­ser ge­star­tet.

Auf dem Screenshot ist ein frisch geöffneter Tor Browser Version 13.0.14 zu sehen, direkt nach dem Start. Die Benutzeroberfläche zeigt zwei Schaltflächen: "Verbindung konfigurieren" und "Verbinden". Die Schaltfläche "Verbinden" ist hervorgehoben und lilafarben hinterlegt, während "Verbindung konfigurieren" eine standardmäßige Schaltfläche darstellt. Über den Schaltflächen steht die Überschrift "Mit Tor verbinden". Der Benutzer muss zwischen diesen Optionen wählen, um eine Verbindung herzustellen.

Da­nach öff­net sich ein Fens­ter, das dem Mo­zil­la Fire­fox zum Ver­wech­seln ähn­lich sieht. Dar­in muss der Be­nut­zer le­dig­lich auf die Schalt­flä­che „Ver­bin­den” kli­cken, um die Stan­dard-Such­ma­schi­ne Duck­Duck­Go zu la­den.

Die Grafik zeigt ein Klemmbrett mit einem Linux-Pinguin, der als Mechaniker verkleidet ist, in der oberen linken Ecke. Die obere Hälfte des Klemmbretts enthält Informationen zum Betriebssystem, nämlich Ubuntu 22.04.4 LTS mit GNOME 42.9 (Testsystem). Darunter sind Details zum Testgegenstand aufgeführt, in diesem Fall die Tor Browser Version 13.0.14. Die Grafik wurde von Veronika Helga Vetter gestaltet

Aber wer nun den Be­griff „Ox­aze­pam” in das Such­feld ein­gibt, da er die­ses Me­di­ka­ment an­onym oh­ne Re­zept er­wer­ben möch­te, der er­hält bloß be­lang­lo­se Such­ergeb­nis­se aus dem nor­ma­len In­ter­net (Cle­ar­web) an­ge­zeigt. Die rich­ti­gen Dark­net-Sei­ten sind an der En­dung .oni­on zu er­ken­nen und kön­nen von her­kömm­li­chen Such­ma­schi­nen nicht in­de­xiert wer­den. Die Un­ter­welt lie­ße sich mit dem Dienst Torch durch­fors­ten, wo­bei die al­ler­meis­ten der dort auf­ge­führ­ten Links ins Lee­re füh­ren.

Auf dem Bildschirm ist ein Screenshot des Tor Browsers Version 13.0.14 unter Ubuntu 22.04.4 LTS zu sehen. Die Webseite "The Hidden Wiki" ist geöffnet, die eine onion-URL besitzt: http://2jwcnprqbugvyi6ok2h2h7u26qc6j5wxm7feh3znlh2qu3h6hjld4kyd.onion/. Vor der URL ist das Zeichen mit den drei Knoten zu sehen, das die Tor-Kanäle symbolisiert. Der Browser befindet sich im Dunkelmodus, und die Website "The Hidden Wiki" wird auf dem Bildschirm angezeigt

Die große Enttäuschung

Für Men­schen, die auf der Su­che nach ab­sto­ßen­den Snuff-Fil­men oder ver­stö­ren­der Kin­der­por­no­gra­fie sind, hält das Dark­net kaum An­ge­bo­te be­reit. Und selbst wenn, sind die­se stets mit ei­ner be­stimm­ten Ge­gen­leis­tung ver­bun­den, die nicht un­be­dingt auf mo­ne­tä­rer Na­tur be­ruht.

Die Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den tun sich bei Kin­der­por­no­gra­fie be­son­ders schwer. Ver­su­che, im Dark­net an die Ver­käu­fer her­an­zu­kom­men, schei­tern häu­fig dar­an, dass die­se für die Bil­der oder Vi­de­os kein Geld ak­zep­tie­ren - auch nicht in ei­ner Kryp­to­wäh­rung -, son­dern nur „fri­sche Wa­re”.

Gra­nig, Cor­ne­li­us: Dark­net. Die Welt im Schat­ten der Com­pu­ter­kri­mi­na­li­tät. Wien: Ver­lag Kre­mayr & Sche­ri­au 2019.

Auf dem Banner ist ein blauer Hintergrund mit weißer Schrift zu sehen. Links ist ein Pinguin abgebildet, der als der Wissenschaftler Richard Daniel „Rick“ Sanchez verkleidet ist. Der Pinguin trägt den Namen Vinzenz der Jüngere. Über dem Pinguin steht die Überschrift: "Dein Verlangen ist heilbar!" Darunter ist die Telefonnummer 089440055055 aufgeführt. Diese Nummer gehört zu "Bayern gegen Gewalt", einem Hilfeangebot für Personen wie beispielsweise Pädophile, die nicht zum Täter werden wollen. Ein weiterer Hinweis auf dem Banner besagt, dass dieser Service anonym und urteilsfrei ist. Die Grafik wurde zuerst auf GWS2.de veröffentlicht, in einem Artikel, der sich mit dem Darknet (Tor) und dessen Gefahren befasst

Auch für kon­ser­va­ti­ve Re­gie­rungs­kri­ti­ker eig­nen sich eher die of­fe­nen Ka­nä­le oder ge­hei­men Chats von Te­le­gram, da das Dark­net haupt­säch­lich von ei­ner lin­ken, fast schon an­ar­chis­ti­schen Be­nut­zer­ba­sis ge­nutzt wird. Zu­sätz­lich bie­ten VPN-Diens­te ei­ne deut­lich grö­ße­re Band­brei­te, wenn es dar­um geht, Län­der­sper­ren zu um­ge­hen. Wer al­so ganz nor­mal ist, ei­ne Ar­beit hat und we­der ei­nen Mord noch ei­nen Bru­te-Force-An­griff in Auf­trag ge­ben möch­te, der muss das Cle­ar­web nicht ver­las­sen. Letzt­end­lich ist das Tor-Netz­werk nichts wei­ter als ein il­le­ga­les Ama­zon mit Apo­the­ken­prei­sen und Bit­co­in als Leit­wäh­rung.

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Was bringt ei­ne Fire­wall und wie wird die­se ak­ti­viert?

¹Er­pel­ding, Ste­fan: Was die Po­li­zei mit dem NSU 2.0 zu tun hat. youtube.com (05/2024).
²Mey, Ste­fan: Dark­net: Waf­fen, Dro­gen, Whist­le­b­lower. Wie die di­gi­ta­le Un­ter­welt funk­tio­niert. 2., ak­tua­li­sier­te Auf­la­ge. Mün­chen: Ver­lag C. H. Beck 2018.
³Gra­nig, Cor­ne­li­us: Dark­net. Die Welt im Schat­ten der Com­pu­ter­kri­mi­na­li­tät. Wien: Ver­lag Kre­mayr & Sche­ri­au 2019.
⁴D­öl­le, Mir­ko: Zah­len, Da­ten, Fak­ten. Das Tor-Netz in Kriegs­zei­ten. In: c’t Nr. 14 (2022). S. 29.
⁵K­urth, Ro­bert: Das sind die Re­geln für Can­na­bis-Kon­sum. mdr.de (05/2024).
⁶On­ly Hu­man Deutsch­land: 16-jäh­ri­ge pro­du­ziert Zi­ga­ret­ten für El­tern. youtube.com (05/2024).

GRUB im Multi-Boot-System - Windows finden

Am 14. Ok­to­ber 2025 en­det der Sup­port-Zeit­raum für Win­dows 10. In­fol­ge­des­sen sind der­zeit vie­le Be­sit­zer ei­nes Mul­ti-Boot-Sys­tems da­mit be­schäf­tigt, ih­re Mi­cro­soft-Par­ti­ti­on auf den neus­ten Stand zu brin­gen. Ei­ni­ge nut­zen die­se Ge­le­gen­heit, um das schi­cke Win­dows 11 auf ein NVMe-Lauf­werk oder ei­ne M.2-SSD zu in­stal­lie­ren. Nach ge­ta­ner Ar­beit tritt in der Re­gel das Pro­blem auf, das vor al­lem un­er­fah­re­ne Li­nux-An­wen­der er­schreckt: Die GRUB-Ein­trä­ge funk­tio­nie­ren nicht mehr. Klu­ge Ad­mi­nis­tra­to­ren ge­hen dann ra­tio­nal vor, star­ten Ubun­tu und ver­su­chen, den Grand Uni­fied Boot­loa­der mit­hil­fe des fol­gen­den Be­fehls zu ak­tua­li­sie­ren:

sudo update-grub

Nach die­ser Hand­lung tritt ein lus­ti­ges Er­eig­nis ein: Der Win­dows-Ein­trag ver­schwin­det kom­plett aus dem GRUB-Aus­wahl­me­nü.

In den sandigen Weiten der Wüste, umgeben von geheimnisvollen Pyramiden, taucht Vinzent der Jüngere als furchtloser Archäologe tief in die Vergangenheit ein. Mit eifriger Entschlossenheit gräbt er nach einem verborgenen Schatz - dem legendären Windows-Logo. Ein Symbol für die unermüdliche Suche des Grand Unified Bootloaders, der die verschollene Windows-Partition beharrlich sucht. Ein faszinierendes Bild der Entdeckung und des Abenteuers, festgehalten von der talentierten Künstlerin Veronika Helga Vetter. Ein Produkt von GWS2.de - deutschsprachige Ubuntu-Hilfe für gut situierte Rentner mit Niveau

In sol­chen Si­tua­tio­nen nei­gen be­sorg­te Nut­zer da­zu, Such­ma­schi­nen zu be­mü­hen, die sie zu Li­nux-Fo­ren wei­ter­lei­ten. Dort wer­den im­mer die drei sel­ben Lö­sungs­an­sät­ze vor­ge­schla­gen:

  • Ei­ne In­stal­la­ti­on von Grub Cus­to­mi­zer¹, um die Mi­cro­soft-Par­ti­ti­on mit­tels ei­ner gra­fi­schen Be­nut­zer­ober­flä­che zu fin­den. Ob­wohl die­ses nütz­li­che Werk­zeug in der Ver­gan­gen­heit gu­te Diens­te ge­leis­tet hat, ist es seit GRUB 2.06 nicht mehr kom­pa­ti­bel und wur­de be­reits in Ubun­tu 22.04 LTS aus den of­fi­zi­el­len Dritt­an­bie­ter­quel­len ent­fernt.

  • Den Pfad zur Win­dows-EFI-Par­ti­ti­on in die Da­tei „40_custom” ma­nu­ell ein­tra­gen. Das funk­tio­niert al­ler­dings selbst mit no­ta­ri­ell be­glau­big­ten Code­zei­len nie und führt bes­ten­falls zu Feh­ler­mel­dun­gen wie „Er­ror: in­va­lid si­gni­tu­re” oder „File not found”.

Zu­dem ge­hört die hän­di­sche GRUB-Re­pa­ra­tur zu den be­lieb­tes­ten Rat­schlä­gen. Das er­for­dert je­doch ei­ner­seits ei­nen Live-Stick und an­de­rer­seits ver­tief­te Li­nux-Kennt­nis­se, wie der fol­gen­de Aus­schnitt ei­ner An­lei­tung be­weist:

Dann wird ei­ne Aus­ga­be wie „/dev/sda1 on /boot/efi ty­pe vfat” er­schei­nen. In Ord­nern un­ter­halb von „/boot/efi/EFI/” lie­gen die Boot­loa­der-Da­tei­en mit der Da­tei­na­mens­er­wei­te­rung „efi”. Wenn das nicht der Fall ist, er­mit­teln Sie mit [...].

Eg­ge­ling, Thors­ten: Grub-Boot­um­ge­bung re­pa­rie­ren. In: Li­nux Welt Nr. 6 (2020). S. 20.

Bild von einem blauen Banner mit den Worten: Neues Windows = neues Ubuntu. Das soll bedeuten, dass Nutzer eines Multi-Boot-Systems immer erst Windows installieren sollten

Die Struk­tur des Grand Uni­fied Boot­loa­ders ist der­art kom­plex, dass ei­ne ma­nu­el­le Ma­ni­pu­la­ti­on oh­ne Be­ein­träch­ti­gung sei­ner Funk­ti­ons­fä­hig­keit fast un­mög­lich ist. Da­her emp­fiehlt es sich, nach ei­nem Up­grade der Win­dows-Edi­ti­on auch Ubun­tu neu zu in­stal­lie­ren. Da­bei wird ei­ne ak­tua­li­sier­te Ver­si­on von GNU GRUB in die EFI-Par­ti­ti­on des Li­nux-Da­ten­trä­gers ge­schrie­ben, wel­che gül­ti­ge Pfa­de zu be­reits vor­han­de­nen Par­al­lel­sys­te­men ent­hält.

Die Selbstheilung

Falls ei­ne Neu­in­stal­la­ti­on der Li­nux-Dis­tri­bu­ti­on nicht in­fra­ge kommt, bleibt nur ei­ne viel­ver­spre­chen­de Op­ti­on, um den Win­dows-Pfad in GRUB ein­zu­fü­gen. Die­ser An­satz stellt ei­ne teil­au­to­ma­ti­sier­te Lö­sung dar, bei die­ser der Be­nut­zer dem Boot­loa­der hilft, sich selbst zu re­pa­rie­ren. Zu­nächst muss die Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei über ein Ter­mi­nal-Fens­ter auf­ge­ru­fen wer­den:

sudo nano /etc/default/grub

Di­rekt im An­schluss ist es mög­lich, den fol­gen­den Ein­trag an­zu­fü­gen:

GRUB_DISABLE_OS_PROBER=false

Um die Än­de­rung im Edi­tor Na­no zu spei­chern, ist das Drü­cken der Tas­ten­kom­bi­na­ti­on Strg + O ge­folgt vom Zei­len­schal­ter er­for­der­lich. Hin­ge­gen mit Strg + X lässt sich die ge­öff­ne­te Kon­so­le wie­der als Be­fehls­ein­ga­be­mas­ke nut­zen.

"sudo nano /etc/default/grub" öffnet die Konfigurationsdatei für den GRUB-Bootloader in einem Texteditor namens Nano. Diese Datei enthält Einstellungen und Parameter für das Bootverhalten des Systems. Hier ist eine typische Beschreibung des Inhalts dieser Datei: Die Datei beginnt mit Kommentarzeilen, die möglicherweise Informationen über den Zweck der Datei und die möglichen Einstellungen enthalten. Diese Kommentare dienen zur Erläuterung und Orientierung für den Benutzer. Danach folgen Zeilen mit verschiedenen Variablenzuweisungen. Diese Variablen steuern das Verhalten des GRUB-Bootloaders beim Starten des Systems. Einige häufig vorkommende Variablen sind: - GRUB_DEFAULT: Legt fest, welches Betriebssystem standardmäßig gebootet werden soll. - GRUB_TIMEOUT: Definiert die Zeit in Sekunden, die der Benutzer hat, um ein Betriebssystem auszuwählen, bevor das Standardbetriebssystem automatisch gestartet wird. - GRUB_CMDLINE_LINUX: Hier können zusätzliche Kernelparameter angegeben werden. - GRUB_DISABLE_OS_PROBER: Eine Variable, die steuert, ob GRUB nach anderen Betriebssystemen auf der Festplatte suchen soll. In der beschriebenen Situation wurde die Zeile "GRUB_DISABLE_OS_PROBER=false" hinzugefügt, um die automatische Erkennung von Betriebssystemen durch GRUB zu aktivieren. Dies bedeutet, dass GRUB nach anderen Betriebssystemen auf der Festplatte suchen wird, um sie in das Bootmenü aufzunehmen

Die­se ist nach Ab­schluss der Kon­fi­gu­ra­ti­on auch nö­tig, um die Mo­di­fi­ka­tio­nen mit­hil­fe des nach­ste­hen­den Kom­man­dos zu ak­ti­vie­ren.

sudo update-grub

Im Ide­al­fall fin­det GRUB nun den Pfad zur Win­dows-Par­ti­ti­on und fügt die­sen zum Aus­wahl­me­nü hin­zu.

Screenshot von Ubuntu 22.04.3 LTS: Was passiert nach der Befehlseingabe: sudo update-grub? Der Grand Unified Bootloader sucht nach Windows-Partitionen und generiert eine neue Konfigurationsdatei. Nach einem Neustart kann zwischen Ubuntu und Windows 11 ausgewählt werden

Der letzte Notnagel

Soll­te al­les beim Al­ten blei­ben, kann es in ei­nem von zehn Fäl­len hel­fen, den Se­cu­re-Boot-Mo­dus im UEFI zu de­ak­ti­vie­ren. Die­se Funk­ti­on dient prin­zi­pi­ell da­zu, die markt­be­herr­schen­de Stel­lung von Mi­cro­soft zu fes­ti­gen.

Se­cu­re Boot be­deu­tet, dass das UEFI nur mit ei­nem im Mo­ther­board hin­ter­leg­ten Schlüs­sel si­gnier­te Boot­loa­der star­tet. [...] In der Pra­xis stat­ten die Mo­ther­board-Her­stel­ler ih­re Hard­ware le­dig­lich mit dem Schlüs­sel von Mi­cro­soft aus.

Lang­ner, Chris­toph: Se­cu­re Boot. In: Li­nux User Nr. 2 (2022). S. 77.

GRUB_DISABLE_OS_PROBER=false wurde in /etc/default/grub ergänzt, aber der Grand Unified Bootloader findet keine Windows-Installation? Dann kann es helfen, den Secure-Boot-Modus zu deaktivieren. Tipp von Sascha Vetter (IT-Techniker) und Linux-Experte aus Linz (Österreich). Screenshot zeigt ein ASUS-UEFI eines AM4-Systems

Im An­schluss dar­an soll­te Ubun­tu ge­star­tet und die Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei von GRUB neu ge­ne­riert wer­den:

sudo update-grub

Taucht auch nach der De­ak­ti­vie­rung des Se­cu­re-Boot-Mo­dus kei­ne Win­dows-Par­ti­ti­on im Grand Uni­fied Boot­loa­der auf, ist ei­ne Neu­in­stal­la­ti­on von Ubun­tu un­um­gäng­lich.

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¹Vet­ter, Ve­ro­ni­ka Hel­ga: Ubun­tu: Boot­rei­hen­fol­ge än­dern - GRUB mit GUI edi­tie­ren. pinguin.gws2.de (03/2024).

Ubuntu: WLAN-Datenaustausch mit Android-Phone - nur ein Befehl

Im Jah­re 2021 wur­den in Deutsch­land 20,4 Mil­lio­nen¹ neue Smart­phones ver­kauft, wo­bei auf 69% ein An­droid-Be­triebs­sys­te­m² auf­ge­spielt war. Ei­gent­lich soll­te die be­lieb­te Goog­le-Platt­form her­vor­ra­gend mit Ubun­tu zu­sam­men­ar­bei­ten, da bei­de Soft­ware-Um­ge­bun­gen auf dem Li­nux-Ker­nel ba­sie­ren. Die bis­he­ri­ge Be­zie­hungs­ge­schich­te der Halb­ge­schwis­ter lässt sich je­doch bes­ten­falls mit der Phra­se „es ist kom­pli­ziert” be­schrei­ben. Als am 26. Au­gust 2016³ die aus­ge­reif­te Voll­ver­si­on von KDE Con­nect ver­öf­fent­licht wur­de, schien die Sa­che ei­gent­lich in tro­cke­nen Tü­chern. End­lich gab es ein Pro­gramm, wel­ches den ka­bel­lo­sen Da­ten­aus­tausch zwi­schen Mo­bil­ge­rä­ten und De­bi­an-De­ri­va­ten un­kom­pli­ziert er­mög­lich­te. Auf­grund des Um­stan­des, dass un­ge­fähr zur sel­ben Zeit der Unity-Desk­top⁴ zur Dis­po­si­ti­on stand, fehl­te Ubun­tu aber das Ge­gen­stück zur Han­dy-App. Erst als mit Ver­si­on 17.04 die Gno­me-Ober­flä­che ih­re um­strit­te­ne Vor­gän­ge­rin end­gül­tig ver­drängt hat­te, brach­te die Ent­wick­ler­grup­pe WebUpd8 ein in­of­fi­zi­el­les Werk­zeu­g⁵ her­aus, das ei­ne WLAN-Brü­cke zu KDE Con­nect schla­gen konn­te.

Android Wifi Ubuntu Clipart drawn by Veronika Helga Vetter (Famous Austrian Web Artist). The graphic underscores a wiki article about KDE Connect. The story of the PC-smartphone connection software actually started in 2016 after Albert Vaka released the full version. The picture belongs to GWS2.de. On this domain there are German-language Linux instructions for wealthy seniors 50+ | first published on March 2023

Wie vie­le Li­nux-Freun­de dach­ten auch wir⁶ da­mals: „Fall er­le­digt, der Kas is bissn.” Doch nach be­reits ei­nem Jahr hat­te die funk­tio­nel­le PC-Schnitt­stel­le ihr Halt­bar­keits­da­tum über­schrit­ten. Schließ­lich gab es mitt­ler­wei­le für Ubun­tu 18.04 LTS⁷ ei­ne of­fi­zi­el­le Gno­me-Er­wei­te­run­g⁸ na­mens GSCon­nect. Auf­grund der um­ständ­li­chen In­stal­la­ti­ons­rou­ti­ne, die un­ter an­de­rem von der Desk­top-Ver­si­on ab­hängt und ein Fire­fox-Plug­in er­for­dert, galt die­ses Da­ten­aus­tausch­pro­gramm von Be­ginn an als ziem­lich un­be­liebt.

Die Gno­me-Er­wei­te­rung GSCon­nect ist der­zeit (Stand Mai 2020) in kei­nem funk­ti­ons­fä­hi­gen Zu­stand un­ter Ubun­tu 20.04, da sie noch auf al­ten Python-2.7-Bibliotheken be­ruht.

Wol­ski, Da­vid: An­droid: KDE Con­nect für an­de­re Desk­tops. In: Li­nux Welt XXL Nr. 1 (2021). S. 100.

So wi­chen zahl­rei­che Li­nux-Nut­zer auf die Desk­top-Ver­si­on von Te­le­gram oder auf Whats­App Web aus, um Fo­tos ka­bel­los von ih­rem Han­dy her­un­ter­zu­la­den. Durch die­sen Um­stand be­merk­ten auch nur we­ni­ge, dass GSCon­nect un­ter Ubun­tu 22.04 LTS zeit­wei­se über­haupt nicht funk­tio­nier­te, da Ca­no­ni­cal den Fire­fox-Brow­ser in ei­nen ab­ge­schot­te­ten Snap-Con­tai­ner ver­bannt hat­te.

Wer zwischen seinem Smartphone und Ubuntu kabellos Daten austauschen möchte, der benötigt KDE Connect. Die Freeware befindet sich in der offiziellen Universe-Quelle und lässt sich mit einem Terminal-Befehl installieren. Testumgebung: Ubuntu 22.04.2 LTS - GWS2.de

Je­der wuss­te sich ir­gend­wie zu hel­fen, wo­durch es gänz­lich un­ter­ging, dass das ori­gi­na­le KDE Con­nect aus der Ubun­tu-Va­ri­an­te Ku­b­un­tu zwi­schen­zeit­lich mit an­de­ren Desk­top-Um­ge­bun­gen zu­sam­men­ar­bei­tet. Und das Bes­te: Für die In­stal­la­ti­on der Open-Source-Free­ware⁹ ist we­der das Hin­zu­fü­gen ei­nes Pri­vat­ar­chivs noch ein Plug­in von­nö­ten. Es ge­nügt die Ein­ga­be des fol­gen­den Ter­mi­nal-Be­fehls, ehe sich das re­nom­mier­te Smart­phone-Ver­bin­dungs­pro­gramm aus­füh­ren lässt:

sudo apt-get update && sudo apt-get install kdeconnect

Ein­zi­ger Kom­pro­miss: Die Ap­pli­ka­ti­on be­legt bis zu 160 Me­ga­byte im Wur­zel­ver­zeich­nis, da sie zur Ent­fal­tung di­ver­se Qt-Bi­blio­the­ken be­nö­tigt, die wäh­rend des In­te­gra­ti­ons­pro­zes­ses au­to­ma­tisch ein­ge­rich­tet wer­den.

Beweis-Screenshot: Das originale KDE Connect von Albert Vaca lässt sich auch mit dem Gnome-Desktop öffnen. Hierfür ist weder ein PPA noch ein Firefox-Plugin vonnöten. Erkenntnis von Pinguin: Linux-Experte seit 2004

Nach­dem KDE Con­nect un­ter Ubun­tu er­folg­reich in­stal­liert wur­de, ist es nö­tig, das Smart­phone eben­falls mit der gleich­na­mi­gen Free­ware aus­zu­stat­ten. Die Han­dy-App be­fin­det sich im Goog­le-Play-Store und funk­tio­niert ab An­droid-Ver­si­on 5.0.

KDE Connect gibt es kostenlos im Google Play Store. Mit der Applikation ist es möglich, einen kabellosen Datentransfer zwischen Ubuntu und einem Android-Phone zu starten

Um nun ei­ne draht­lo­se Ver­bin­dung auf­zu­bau­en, muss das Pro­gramm so­wohl auf dem Mo­bil­te­le­fon wie auch auf dem Com­pu­ter ge­öff­net sein. Soll­ten sich die Teil­neh­mer nicht auf An­hieb fin­den, gilt es di­ver­se Stör­fak­to­ren aus­zu­schlie­ßen.

Was braucht KDE Connect?

So ist es für die ka­bel­lo­se Kom­mu­ni­ka­ti­on un­ab­ding­lich, dass bei­de Ge­rä­te im sel­ben WLAN ein­ge­wählt sind. Da­bei spielt es über­haupt kei­ne Rol­le, ob sich der An­dro­ide und das Ubun­tu-Sys­tem im Heim­netz­werk oder im Hot­spot von McDonald’s be­fin­den.

  • Wer au­ßer Haus ei­ne Desk­top Fire­wall auf sei­nem Note­book ver­wen­det, der muss den Port-Be­reich zwi­schen 1714 und 1764 für TCP so­wie UDP¹⁰ öff­nen.

Sind die ge­nann­ten Vor­aus­set­zun­gen er­füllt, tau­schen die Ap­pa­ra­tu­ren au­to­ma­tisch ih­re Me­ta­da­ten aus und er­schei­nen an­schlie­ßend mit ih­rem Na­men in der Ver­bin­dungs­soft­ware.

Ubuntu 22.04 LTS: KDE Connect hat das Android-Phone Moto G (5) im kabellosen Netzwerk gefunden. Eine Kupplung mithilfe des SFTP-Protokolls wäre nun möglich

In die­sem Leer­lauf­zu­stand ru­fen sich die Netz­werk­teil­neh­mer ge­le­gent­lich die fol­gen­den Wor­te zu: „Hal­lo, ich wä­re hier!” Da­mit ein tief­grün­di­ge­rer Dia­log statt­fin­den kann, muss der Be­nut­zer auf sei­nem Han­dy den Ubun­tu-PC an­tip­pen und ei­ne Kopp­lung an­for­dern.

Screenshot von KDE Connect: Das Gerät ist nicht verbunden - Kopplung anfordern. Gnome-Desktop: Eingehende Kopplungsanfrage - Schlüssel "Annehmen". Ubuntu 22.04.2 LTS - März 2023

Kurz dar­auf ploppt auf dem Gno­me-Desk­top ein Me­nü­fens­ter auf, mit­hil­fe des­sen sich ei­ne ver­schlüs­sel­te WLAN-Ver­bin­dung zwi­schen Smart­phone und Com­pu­ter her­stel­len lässt. Da­bei setzt KDE Con­nect das äu­ßerst si­che­re SFTP-Da­tei­über­tra­gungs­pro­to­koll ein, um so­ge­nann­te Man-in-the-Midd­le-An­grif­fe zu ver­hin­dern.

Fotos kabellos herunterladen

So­bald die End­ge­rä­te mit­ein­an­der ver­kup­pelt sind, kann der Da­ten­aus­tausch in bei­de Rich­tun­gen be­gin­nen. Die al­ler­meis­ten An­wen­der möch­ten ver­mut­lich Bil­der und Vi­de­os auf ih­ren Ubun­tu-Rech­ner über­tra­gen. Dies geht am schnells­ten über den Han­dy-Aus­wahl­punkt „Da­tei­en sen­den”. Hier­bei wer­den näm­lich die auf der SD-Kar­te ge­spei­cher­ten Mul­ti­me­dia­da­tei­en an­ge­zeigt, wel­che sich per An­tip­pen an den PC schi­cken las­sen.

GuteFrage.net: Wie kann man Fotos von einem Android-Phone kabellos zu Ubuntu schicken? Antwort: Die Lösung des Problems lautet KDE Connect. Schaue mal auf GWS2.de, dort gibt es eine gute deutschsprachige Anleitung. Die Datenübertragung geschieht über WLAN und ist sehr einfach zu bewerkstelligen. Screenshot-Bearbeitung von Veronika Helga Vetter - Anführerin von PoCs und Kopftuchmädchen

Li­nux-Sys­te­me le­gen die ein­ge­hen­den Da­ten­pa­ke­te im Down­load-Ord­ner des Heim­ver­zeich­nis­ses ab. Die Über­tra­gungs­ra­te pen­delt zwi­schen 33 und 50 Mbit/s, wo­durch selbst vo­lu­mi­nö­se Film­da­tei­en zü­gig im neu­en Spei­cher­ort an­kom­men. Da­bei wer­den die aus­ge­wähl­ten Do­ku­men­te nur ko­piert und blei­ben im Ori­gi­nal auf dem Smart­phone er­hal­ten.

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¹Brand, Ro­bin: Fair­pho­ne ver­kauf­te 2021 knapp 88.000 Smart­phones. In: c’t Nr. 16 (2022). S. 53.
²Link, Mi­cha­el: An­droid: Zah­len, Da­ten, Fak­ten. In: c’t Nr. 8 (2022). S. 81.
³Va­ca, Al­bert: KDE Con­nect 1.0 is he­re! albertvaka.wordpress.com (03/2023).
⁴Bau­duin, Sven: Ubun­tu Unity 22.04.1 LTS: De­ri­vat er­hält ers­ten „neu­en“ al­ten Desk­top seit 6 Jah­ren. computerbase.de (03/2023).
⁵We­b­Up­d8-Team: In­di­ca­tor KDE Con­nect. launchpad.net (03/2023).
⁶Vet­ter, Ve­ro­ni­ka Hel­ga: Ubun­tu: Fo­tos ka­bel­los von An­droid auf PC über­tra­gen. pinguin.gws2.de (03/2023).
⁷Wol­ski, Da­vid: Smart­phones: KDE Con­nect für Gno­me. In: Li­nux Welt XXL Nr. 1 (2020). S. 106.
⁸d­land­au: GSCon­nect. gnome.org (03/2023).
⁹Schüß­ler, Jan: Of­fen ver­bun­den. In: c’t Nr. 18 (2021). S. 81.
¹⁰­Thom­mes, Fer­di­nand: Brü­cken­schlag. KDE Con­nect schlägt ei­ne Brü­cke zwi­schen Mo­bil­ge­rä­ten und dem KDE Desk­top, über die sich Be­nach­rich­ti­gun­gen, Da­tei­en und URLs aus­tau­schen las­sen. In: Li­nux User Nr. 12 (2016). S. 26.