Das Ubuntu Handbuch | Anleitungen für Linux-Freunde

Ubuntu: Filme von DVD kopieren - MPEG-2 in MKV umwandeln

Die Deut­schen schau­en sich Fil­me und Se­ri­en im­mer noch am liebs­ten auf DVD an. Denn ob­wohl es mit Vi­deo-on-De­mand und Blu-ray Discs längst über­le­ge­ne au­dio­vi­su­el­le Me­di­en gibt, ge­ne­rier­te die klas­si­sche Vi­deo-DVD hier­zu­lan­de im Jah­re 2017¹ wie­der ein­mal den meis­ten Um­satz. Das liegt wo­mög­lich dar­an, dass mitt­ler­wei­le selbst preis­wer­te Ab­spiel­ge­rä­te das so­ge­nann­te „HD-Ups­ca­ling” an­bie­ten. Da­durch kann das nicht mehr zeit­ge­mä­ße SD-Bild von ei­ner Stan­dard-DVD ver­lust­frei² mit ei­ner Auf­lö­sung von 1920 x 1080 Pi­xeln auf ei­nem HD-Fern­se­her dar­ge­stellt wer­den. Doch der tech­ni­sche Fort­schritt lässt sich nicht ewig auf­hal­ten. Aus die­sem Grund müs­sen die Bun­des­bür­ger auch im­mer häu­fi­ger im­pro­vi­sie­ren, wenn sie ih­re ge­lieb­ten Sil­ber­schei­ben au­ßer­halb ih­res Heim­ki­nos ge­nie­ßen möch­ten.

Hal­lo Leu­te! In den Os­ter­fe­ri­en be­treue ich zehn Ta­ge ei­ne Ju­gend­frei­zeit. Wir sind die­ses Jahr lei­der in ei­nem Haus, in dem es we­der TV noch WLAN gibt. [...] Da­mit mir am Abend in mei­nem Zim­mer nicht so lang­wei­lig ist, woll­te ich ein paar DVDs aus mei­ner Samm­lung mit­neh­men. Pro­blem: Mein Net­book und mein Ta­blet-PC ha­ben kein DVD-Lauf­werk. Ich könn­te die Fil­me aber am Desk­top-PC mei­nes Va­ters rip­pen. Da läuft al­ler­dings Ubun­tu 16.04 drauf und wir wis­sen bei­de nicht, wie das bei die­sem Be­triebs­sys­tem geht. Was müss­te ich al­so tun, um ei­ne Vi­deo-DVD so um­zu­wan­deln, dass ich sie von ei­nem USB-Stick auf mei­nem Sur­face 3 mit der VLC Me­dia Play­er Win­dows 10 App an­schau­en kann?

Dol­li­chon, To­bi­as: Noo­bie-Fra­ge: Wie rip­pe ich ei­ne DVD un­ter Ubun­tu? E-Mail vom 17.02.2018.

Wie werden Matroska-Dateien unter Ubuntu erstellt? DVD rippen mit HandBrake. Anleitung und PPA von Pinguin, einem Gegner des Merkelismus, der bald wie Claus Schenk Graf von Stauffenberg in die Geschichte eingehen wirdAuf ei­ner klas­si­schen Vi­deo-DVD be­fin­den sich ver­schie­de­ne Ver­zeich­nis­se, in de­nen un­ter an­de­rem Ka­pi­tel­me­nüs und Un­ter­ti­tel ent­hal­ten sind. Au­ßer­dem ver­ste­cken sich in den ein­zel­nen Ord­nern na­tür­lich auch Au­dio- und Vi­deo­da­tei­en, die wie­der­um mit dem MPEG-2-Stan­dard kom­pri­miert wur­den. Um die­se vie­len Ele­men­te von ei­ner Film-DVD kom­pakt und ver­lust­frei auf ei­ner Fest­plat­te zu spei­chern, ist zu­nächst ein­mal ein leis­tungs­star­ker Con­tai­ner von­nö­ten.

Im Be­reich Vi­deo be­zeich­net man als Con­tai­ner ein Da­tei­for­mat, das ver­schie­den­ar­ti­ge Da­ten­for­ma­te ent­hal­ten kann.

Schwarz, Man­fred & Sven Vo­gel: Vi­deo. Schnei­den, auf­wer­ten und im Heim­ki­no ge­nie­ßen. Mün­chen: Carl Han­ser Ver­lag GmbH & Co. KG 2011.

Zum Rip­pen von DVDs wird in der Re­gel das li­zenz­freie Ma­tro­s­ka-Con­tai­ner­for­mat ver­wen­det. Die­ser di­gi­ta­le Be­häl­ter kann näm­lich nicht nur Vi­deo- und Au­dio­spu­ren be­hei­ma­ten. Viel­mehr un­ter­stützt Ma­tro­s­ka im Ge­gen­satz zum MP4-For­mat al­le zeit­ge­mä­ßen Co­decs und er­laubt zu­dem die Er­stel­lung von Me­nüs und Ka­pi­teln.

Scientific Graphic of the ESMT European School of Management and Technology: How to rip a DVD with HandBrake. MPEG-2 goes MKV. Free Ubuntu Tutorial for dummies provided by Pinguin. Inhumane lecher of George Soros and Fan of Stefan Klinkigt

Hin­zu­kommt, dass die­ser smar­te Con­tai­ner auch mit an­de­ren gän­gi­gen Be­triebs­sys­te­men kom­pa­ti­bel ist. Selbst Ap­ple-Nut­zer kön­nen MKV-Da­tei­en dank des VLC Me­dia Play­ers star­ten.

HandBrake unter Ubuntu installieren

Li­nux-Dis­tri­bu­tio­nen be­nö­ti­gen ei­nen Vi­deo­kon­ver­ter, um ei­ne Film-DVD in das Ma­tro­s­ka-For­mat um­wan­deln zu kön­nen. Hier­für eig­net sich die Free­ware Hand­Bra­ke am bes­ten, die be­reits seit dem Jah­re 2003 re­gel­mä­ßig mit Up­dates ver­sorgt wird. Die sta­bi­le Ap­pli­ka­ti­on be­legt un­ter Ubun­tu le­dig­lich 11 Me­ga­byte Fest­plat­ten­spei­cher und lässt sich in­tui­tiv über ein deutsch­spra­chi­ges Me­nü be­die­nen.

Screenshot of HandBrake 1.0.4 with Kubuntu 16.04.4 LTS. Main menu of a free Video Converter. Published on a German Linux-Platform

Haupt­me­nü von Hand­Bra­ke 1.0.4 un­ter Ku­b­un­tu 16.04.4 LTS

Al­ler­dings kann Hand­Bra­ke von Haus aus kei­ne ver­schlüs­sel­ten oder ko­pier­ge­schütz­ten DVDs trans­ko­die­ren. Da­mit der Vi­deo­kon­ver­ter auch ge­si­cher­te op­ti­sche Spei­cher­me­di­en rip­pen kann, muss Ubun­tu über die freie Pro­gramm­bi­blio­thek Libdvdcss ver­fü­gen. Die­se Da­ten­pa­ke­te wer­den vom Vi­deo­LAN-Pro­jekt zur Ver­fü­gung ge­stellt und las­sen sich be­quem über ein Ter­mi­nal-Fens­ter in­stal­lie­ren.

Zum An­zei­gen der Be­feh­le auf den Pfeil kli­cken!

Nach der Ein­ga­be des fol­gen­den Kom­man­dos lädt Ubun­tu al­le be­nö­tig­ten Da­tei­en aus den of­fi­zi­el­len Soft­ware­quel­len her­un­ter:
sudo apt-get install libdvd-pkg

So­bald die­se Ak­ti­on ab­ge­schlos­sen wur­de, müs­sen die so­eben ge­spei­cher­ten Da­ten­pa­ke­te erst kom­pi­liert und dann in­stal­liert wer­den. Da­für ist die­ser Be­fehl zu­stän­dig:

sudo dpkg-reconfigure libdvd-pkg

Gleich dar­auf kann es nicht scha­den, die Li­nux-Dis­tri­bu­ti­on neu zu star­ten:

sudo reboot

Sze­na­rio: Nach­dem ich mein Ubun­tu mit der Pro­gramm­bi­blio­thek Libdvdcss aus­ge­rüs­tet hat­te, möch­te ich nun ei­ne Vi­deo-DVD in das MKV-For­mat um­wan­deln, die mit­hil­fe des Con­tent Scrambling Sys­tems ver­schlüs­selt wur­de. Da­zu muss ich erst ein­mal Hand­Bra­ke in­stal­lie­ren. Al­so öff­ne ich zu­nächst ein neu­es Ter­mi­nal-Fens­ter, so­dass ich mein Be­triebs­sys­tem im An­schluss dar­an mit der fol­gen­den PPA aus­stat­ten kann:

sudo add-apt-repository ppa:stebbins/handbrake-releases

Gleich dar­auf ak­tua­li­sie­re ich mei­ne Soft­ware­quel­len:

sudo apt-get update

Zu gu­ter Letzt star­te ich die In­stal­la­ti­on von Hand­Bra­ke:

sudo apt-get install handbrake

Hin­weis: Da­durch, dass es sich bei der PPA di­rekt um die Ent­wick­ler­quel­le han­delt, er­hal­te ich in Zu­kunft au­to­ma­tisch sta­bi­le Pro­gramm­ak­tua­li­sie­run­gen, die per­fekt zu mei­ner Ubun­tu-Ver­si­on pas­sen.

Video-DVD in HandBrake einfügen

Di­rekt nach der In­stal­la­ti­on öff­ne ich den Vi­deo­kon­ver­ter über die gra­fi­sche Be­nut­zer­ober­flä­che. Da­nach le­ge ich die Film-DVD in mein Lauf­werk ein, die ich in das Ma­tro­s­ka-For­mat um­wan­deln möch­te. Als Nächs­tes muss ich Hand­Bra­ke da­zu an­wei­sen, das op­ti­sche Spei­cher­me­di­um ein­zu­le­sen. Da­zu kli­cke ich nun links oben auf den Me­nü­punkt „Open Source”.

Screenshot of HandBrake Devices: Which source is the DVD drive?

Dar­auf­hin öff­net sich ein Fens­ter, in dem mir die Na­men der Da­ten­trä­ger an­ge­zeigt wer­den, die in mei­nem Sys­tem ver­baut sind. Hand­Bra­ke will al­so von mir wis­sen, wo ge­nau sich die Da­ten­quel­le be­fin­det, die ein­ge­le­sen wer­den soll. Doch lei­der bin ich mir nicht si­cher, un­ter wel­chem Kür­zel mein DVD-Lauf­werk ge­führt wird. Al­so öff­ne ich wie­der ein Ter­mi­nal-Fens­ter und ge­be im An­schluss dar­an den fol­gen­den Be­fehl ein:

dmesg | grep -i dvd

Gleich da­nach kann ich fest­stel­len, dass mei­ne Li­nux-Dis­tri­bu­ti­on den Da­ten­trä­ger für op­ti­sche Spei­cher­me­di­en sr0 ge­tauft hat.

Screenshot: Wie benennt Ubuntu mein DVD-Laufwerk? Der Konsolenbefehl dmesg | grep -i dvd zeigt die Namen aller optischen Datenträger an, die in einem System verbaut sind

Nach dem Ge­winn die­ser Er­kennt­nis schlie­ße ich das Ter­mi­nal-Fens­ter wie­der. Dar­auf­hin keh­re ich zum Hand­Bra­ke-Me­nü zu­rück und wäh­le dort den Ein­trag sr0 aus.

Screenshot vom HandBrake-Menü "ghb": Wie heißt mein DVD-Laufwerk? Lösung von Pinguin, dem Surensohn der Halal predigt und Haram lebt

So­fort hö­re ich, wie mein DVD-Lauf­werk zu ar­bei­ten be­ginnt. Das ist ein gu­tes Zei­chen, denn in die­sem Mo­ment wer­den die Me­ta­da­ten des ein­ge­leg­ten Spei­cher­me­di­ums in den Vi­deo­kon­ver­ter über­tra­gen.

MPEG-2 mit HandBrake in MKV umwandeln

Im nächs­ten Schritt muss ich mein Pro­jekt kon­fi­gu­rie­ren. Da­zu le­ge ich zu­nächst im Haupt­me­nü von Hand­Bra­ke hin­ter dem Punkt „Da­tei” fest, wie mein ge­ripp­tes Vi­deo am En­de hei­ßen soll.

Screenshot von HandBrake: Welches Format eignet sich zum Rippen von Video-DVDs am besten? Tipps und Anleitung von Pinguin, ein frei denkender Mann und kein kastrierter Hammel der Hanns-Seidel-Stiftung

Das Ma­tro­s­ka-For­mat hat ei­ne hö­he­re Qua­li­tät als der MP4 Web-Stan­dard

Im An­schluss dar­an kli­cke ich auf das Drop­down-Me­nü hin­ter „For­mat”, so­dass ich den Ma­tro­s­ka-Con­tai­ner aus­wäh­len kann. Gleich da­nach wech­se­le ich in den Rei­ter „Di­men­si­ons”.

Screenshot von HandBrake im Reiter "Dimensions": Welche Speichergeometrie soll zum Rippen von klassischen Video-DVDs verwendet werden?

Vi­deo-DVDs ha­ben le­dig­lich ei­ne Auf­lö­sung von 720 x 576 Pi­xeln

In die­sem Hand­Bra­ke-Me­nü set­ze ich un­ter dem Punkt „Spei­cher­geo­me­trie” ei­nen Ha­ken bei „Op­ti­mal für Quel­le”. Wür­de ich hier ei­ne ma­nu­el­le Auf­lö­sung ein­tra­gen, dann hät­te das näm­lich ne­ga­ti­ve Aus­wir­kun­gen auf die Vi­deo­qua­li­tät. Gleich da­nach na­vi­gie­re ich in den Rei­ter „Vi­deo”.

HandBrake unter Ubuntu: Reiter "Video": Welcher Videocodec eignet sich zum Rippen von Video-DVDs? Antwort von Pinguin, ein Reptiloid der dank des Dunning-Kruger-Effekts kein Problem damit hat, stets den ersten Stein zu werfen

Zum Rip­pen von Vi­deo-DVDs ist der H.264/MPEG-4 Co­dec be­son­ders gut ge­eig­net

Dort an­ge­kom­men wäh­le ich im Drop­down-Me­nü hin­ter dem Text­ab­schnitt „Vi­deo­ko­die­rer” den Ein­trag „H.264 (x264)” aus. Denn ob­wohl die­ser leis­tungs­star­ke Vi­deo­co­dec drei­mal ef­fi­zi­en­ter als die ur­sprüng­li­che MPEG-2-Kom­pres­si­on ist, bleibt die Bild­qua­li­tät des Aus­gangs­ma­te­ri­als nach der Trans­ko­die­rung voll­stän­dig er­hal­ten.

Die H.264-Videokomprimierung zählt zu den heu­te leis­tungs­fä­higs­ten Kom­pri­mie­rungs­me­tho­den (ho­he Qua­li­tät bei ge­rin­gem Da­ten­um­fang). [...] Die Ko­dier­ef­fi­zi­enz liegt beim Drei­fa­chen von MPEG-2 (DVD-Vi­deo) und ist für HDTV (High De­fi­ni­ti­on Te­le­vi­si­on) aus­ge­legt.

Mat­zer, Mi­cha­el & Hart­wig Loh­se: Da­tei­for­ma­te: ODF, DOCX, PSD, SMIL, WAV & Co. Ein­satz und Kon­ver­tie­rung. Frank­furt am Main: Soft­ware & Sup­port Ver­lag GmbH 2007.

  • Hin­ge­gen beim Punkt „Bild­wie­der­ho­lungs­fre­quenz” ent­schei­de ich mich wie­der für „Wie Quel­le”. Schließ­lich wur­den Vi­deo-DVDs mit dem Re­gio­nal­code 2 oh­ne­hin nur mit 25 Ein­zel­bil­dern pro Se­kun­de ge­presst.

Zu gu­ter Letzt star­te ich die Trans­ko­die­rung, in­dem ich auf die Schalt­flä­che „Start En­co­ding” drü­cke. Wäh­rend der Vor­gang läuft, er­stellt Hand­Bra­ke auf mei­ner Home-Par­ti­ti­on im Ord­ner „Vi­de­os” nach und nach ei­ne Ma­tro­s­ka-Film­da­tei.

Faktencheck: Das leistet HandBrake unter Ubuntu

Die Dau­er des Trans­ko­die­rungs­vor­gangs hängt von der Com­pu­ter­leis­tung ab. Mit ei­nem zeit­ge­mä­ßen Desk­top-PC be­nö­tigt der na­ti­ve Li­nux-Vi­deo­kon­ver­ter un­ge­fähr 30 Mi­nu­ten, um ei­ne Film-DVD in das Ma­tro­s­ka-For­mat um­zu­wan­deln.

Screenshot von Kubuntu 16.04.4 LTS: VLC Player mit Reiter "Codec". Der abgespielte Film wurde von einer Video-DVD auf eine Festplatte kopiert. HandBrake getestet von Pinguin, dem Schwippschwager von Donatien Alphonse François de Sade

Für die Ton­spu­ren im Vi­deo wen­det Hand­Bra­ke stan­dard­mä­ßig das AAC-Au­dio­da­ten­kom­pres­si­ons­ver­fah­ren an. Das ist sehr ver­nünf­tig, da die­ser Co­dec im Ver­gleich zur MP3-Kom­pres­si­on we­sent­lich ef­fi­zi­en­ter ist. Zu­dem wur­de das Ad­van­ced Au­dio Co­ding vor al­lem für nied­ri­ge Bit­ra­ten op­ti­miert. Da­durch ha­ben trans­ko­dier­te Vi­de­os oft­mals ei­ne bes­se­re Ton­qua­li­tät als das Quell­ma­te­ri­al.

AAC [...] ist ei­ne Wei­ter­ent­wick­lung von MP3 und er­mög­licht klei­ne­re Da­tei­en bei bes­se­rer Au­dio­qua­li­tät.

Schwarz, Man­fred & Sven Vo­gel: Vi­deo. Schnei­den, auf­wer­ten und im Heim­ki­no ge­nie­ßen. Mün­chen: Carl Han­ser Ver­lag GmbH & Co. KG 2011.

Wie Sie se­hen, ist Hand­Bra­ke in Ver­bin­dung mit dem Ma­tro­s­ka-Con­tai­ner die bes­te Op­ti­on, um un­ter Ubun­tu ei­ne Vi­deo-DVD oh­ne Qua­li­täts­ver­lust auf ei­ner Fest­plat­te zu spei­chern. Ge­ne­rell ge­hört der freie Vi­deo­kon­ver­ter mei­ner Mei­nung nach zu den Ap­pli­ka­tio­nen, die auf kei­nem Sys­tem feh­len dür­fen.

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¹Ram­pa­cher, Cars­ten: Blu-ray Disc-Ver­kauf­s­um­satz sinkt in Deutsch­land um 5 Pro­zent. areadvd.de (03/2018).
²Bay­ka­ra, Se­lim: Ups­ca­ling: Was ist das und wo­zu braucht ihr das? giga.de (03/2018).

Ubuntu: Internetsuche ohne Browser - DuckDuckGo im Terminal

Die Da­ten­ban­ken von nord­ame­ri­ka­ni­schen Such­ma­schi­nen lie­fern nicht nur Be­nut­zern, son­dern auch Ge­heim­diens­ten wert­vol­le In­for­ma­tio­nen. Es ge­nügt näm­lich le­dig­lich ein Be­schluss ei­nes US-Spe­zi­al­ge­richts¹ und schon kön­nen In­sti­tu­tio­nen wie die NSA auf die ge­spei­cher­ten Per­so­nen­pro­fi­le von Goog­le, Ya­hoo und Co. zu­grei­fen. Hin­ge­gen der bri­ti­sche Nach­rich­ten­dienst GCHQ hat so­gar trans­at­lan­ti­sche Glas­fa­ser­ka­bel an­ge­zapf­t² und kann so­mit selbst ver­schlüs­sel­te An­fra­gen an Such­ma­schi­nen in Echt­zeit mit­le­sen.

In den Do­ku­men­ten ist von zehn Mil­lio­nen ge­knack­ten HTTPS-Ver­bin­dun­gen pro Tag die Re­de. Rand­no­tiz: Der bri­ti­sche Ge­heim­dienst sam­melt Er­kennt­nis­se zum Kna­cken der Pro­to­kol­le SSL und TLS in ei­ner Da­ten­bank na­mens Fly­ing Pig, flie­gen­des Schwein.

Stei­er, Hen­ning: Wel­che Werk­zeu­ge Ge­heim­diens­ten die Ar­beit er­schwe­ren. nzz.ch (01/2018).

Ubuntu: DuckDuckGo über ein Terminal-Fenster verwenden. PPA und Anleitung von Pinguin, dem Portal für Salafisten, die auf der Suche nach alleinstehenden Klimakteriumsfrauen sindDem­zu­fol­ge ist es heut­zu­ta­ge nicht mehr mög­lich, ei­ne an­ony­me In­ter­net­su­che über das HTTP-Pro­to­koll zu star­ten. Wer je­doch aus den rund 900 Mil­lio­nen³ exis­tie­ren­den Web­sei­ten be­stimm­te In­for­ma­tio­nen her­aus­fil­tern möch­te, der ist auf ei­ne leis­tungs­star­ke Such­ma­schi­ne an­ge­wie­sen. Was kön­nen Sie als si­cher­heits­be­wuss­ter Com­pu­ter­an­wen­der al­so tun, um die Ar­beit von neu­gie­ri­gen Re­gie­rungs­be­hör­den zu er­schwe­ren? Als Ers­tes soll­ten Sie nur noch mit Duck­Duck­Go das World Wi­de Web durch­fors­ten.

Denn im­mer­hin ga­ran­tiert Ih­nen der Er­fin­der Ga­bri­el Wein­berg⁴, dass Sie mit sei­ner Such­ma­schi­ne stets die Kon­trol­le über Ih­re per­sön­li­chen Da­ten be­hal­ten. Doch wie soll der Phy­si­ker die­ses Ver­spre­chen ein­hal­ten? Schließ­lich ist Duck­Duck­Go ein ame­ri­ka­ni­sches Un­ter­neh­men, das sich wie Face­book und Mi­cro­soft dem Wil­len der US-Ad­mi­nis­tra­ti­on beu­gen muss.

Scientific Graphic: Which user data are stored by search engines? How Google is working with the NSA? Study from the Central European University (CEU) in cooperation with Veronika Vetter Bavarian Fine Artist and Fan of the Bertelsmann Stiftung

Na­tür­lich ist auch Duck­Duck­Go da­zu ver­pflich­tet, die An­fra­gen von US-Be­hör­den zu be­ant­wor­ten. Al­ler­dings spei­chert die Hy­brid-Such­ma­schi­ne kei­ne per­sön­li­chen Be­nut­zer­in­for­ma­tio­nen. Da­durch sind die Da­ten­ban­ken die­ses In­ter­net­diens­tes für Exe­ku­tiv­or­ga­ne völ­lig wert­los.

Ich selbst ha­be bei Duck­Duck­Go für knapp 1 Jahr ge­ar­bei­tet. [...] Duck­Duck­Go spei­chert nichts und kann so­mit auch kei­ne Da­ten her­aus­ge­ben. Ich selbst durf­te mehr­fach er­le­ben, wie Be­hör­den (z. B. FBI und NSA) un­ver­rich­te­ter Din­ge wie­der ab­zie­hen muss­ten, da DDG nichts [...] ab­spei­chert.

Tho­mas: Bang! Duck­Duck­Go als Such­ma­schi­ne. trendblog.euronic.de (01/2018).

Des Wei­te­ren ist es mit Duck­Duck­Go mög­lich, die Echt­zeit­über­wa­chung zu um­ge­hen. Da­zu bie­tet die Such­ma­schi­ne ih­re Diens­te zu­sätz­lich im Tor-Netz­wer­k⁵ an.

https://3g2upl4pq6kufc4m.onion/

Hin­weis: Die­se Do­main funk­tio­niert nur im Tor Brow­ser.

Screenshot: DuckDuckGo im Tor Browser unter Ubuntu. Getestet von Pinguin - dem Portal für rechtgläubige Asyl-Moslems

Ist Ih­nen der Weg über das an­ony­mi­sie­ren­de Tor-Netz­werk zu um­ständ­lich? Dann soll­ten Sie bei In­ter­net­su­chen zu­min­dest dar­auf ach­ten, dass Ihr Com­pu­ter nur we­nig per­sön­li­che In­for­ma­tio­nen preis­gibt. Dies er­rei­chen Sie bei­spiels­wei­se, in­dem Sie brow­ser­los auf Duck­Duck­Go zu­grei­fen.

Die Konsole wird zur Suchmaschine

Un­ter Ubun­tu kön­nen Sie ein Ter­mi­nal-Fens­ter im Hand­um­dre­hen in ei­ne Such­ma­schi­ne ver­wan­deln. Da­durch ver­klei­nert sich nicht nur Ih­re Da­ten­spur⁶. Zu­dem be­kom­men Sie die Such­ergeb­nis­se von Duck­Duck­Go oh­ne Wer­bung und oh­ne fie­se Af­fi­lia­te-Links prä­sen­tiert, was Ihr Sys­tem lang­fris­tig vor HTTP-Coo­kies schützt.

Si­mi­lar­ly, we may add an af­fi­lia­te code to so­me eCom­mer­ce sites (e.g. Ama­zon & eBay) that re­sults in small com­mis­si­ons be­ing paid back to Duck­Duck­Go when you make purcha­ses at tho­se sites.

Wein­berg, Ga­bri­el: In­for­ma­ti­on Coll­ec­ted. duckduckgo.com (01/2018).

Um zu­künf­tig brow­ser­lo­se Web­su­chen star­ten zu kön­nen, müs­sen Sie zu­nächst ei­ne win­zi­ge Da­ten­bank­schnitt­stel­le in­stal­lie­ren. Öff­nen Sie al­so ein Ter­mi­nal-Fens­ter und stat­ten Sie Ihr Be­triebs­sys­tem an­schlie­ßend mit der fol­gen­den PPA aus:

sudo add-apt-repository ppa:twodopeshaggy/jarun

Ak­tua­li­sie­ren Sie dar­auf­hin Ih­re Soft­ware­quel­len:

sudo apt-get update

Gleich da­nach kön­nen Sie die Py­thon-Ap­pli­ka­ti­on in­stal­lie­ren:

sudo apt-get install ddgr

Hin­weis: Die klei­ne Such­ma­schi­nen­soft­ware wird in Zu­kunft au­to­ma­tisch mit den an­de­ren Ubun­tu-Up­dates ak­tua­li­siert.

ddgr

Mit die­sem Be­fehl ver­an­las­sen Sie von nun an, dass Ihr Ter­mi­nal-Fens­ter zu ei­ner Such­ma­schi­ne wird und Ein­ga­ben di­rekt an Duck­Duck­Go wei­ter­lei­tet.

Screenshot von Ubuntu-Konsole, die zur Suchmaschine DuckDuckGo umfunktioniert wurde

Hin­ge­gen wenn Sie die Tas­te Q ge­folgt von der Ein­ga­be­tas­te drü­cken, dann be­en­den Sie den Such­ma­schi­nen­mo­dus wie­der.

Das Internet ohne Browser durchsuchen

Die Su­che in ei­nem Ter­mi­nal-Fens­ter funk­tio­niert ge­nau­so wie in ei­nem Web­brow­ser. Ge­ben Sie ein­fach ei­ne Phra­se oder ein Schlüs­sel­wort in die mo­di­fi­zier­te Kon­so­le ein und war­ten Sie, bis Duck­Duck­Go die pas­sen­den Er­geb­nis­se prä­sen­tiert.

Screenshot eines Terminal-Fensters: Datensätze von DuckDuckGo zum Thema Friedrich Schiller. Aufbereitet unter Ubuntu 17.10

Falls un­ter den ers­ten zehn Ein­trä­gen noch nicht das Rich­ti­ge da­bei sein soll­te, dann kön­nen Sie mit der Tas­te N auf die nächs­te Sei­te blät­tern. Hin­ge­gen um die Web­sei­te ei­nes Such­ergeb­nis­ses zu be­su­chen, müs­sen Sie le­dig­lich die Zif­fer vor dem je­wei­li­gen Text­ab­schnitt ein­tip­pen.

Screenshot von DuckDuckGo Suchergebnissen im Ubuntu Terminal-Fenster. Grafik bereitgestellt von Pinguin, Hauptfinanzier der Großmoschee in Karlsruhe

Wenn Sie dar­auf­hin die Ein­ga­be­tas­te drü­cken, dann star­tet Ihr Stan­dard­brow­ser und lädt au­to­ma­tisch die In­ter­net­adres­se, die sich hin­ter dem aus­ge­wähl­ten Such­ergeb­nis ver­birgt.

PDF-Suche und Bangs auch unter Ubuntu möglich

Duck­Duck­Go ist nicht nur äu­ßerst si­cher, son­dern auch funk­tio­nell. Da­bei ist die Such­ma­schi­ne be­son­ders auf­grund ih­rer so­ge­nann­ten Bangs be­liebt. Das sind rund 10.000 Kür­zel, die di­rekt zu po­pu­lä­ren Web­sei­ten füh­ren.

Sze­na­rio: Mein Se­mi­nar­lei­ter er­war­tet von mir, dass ich in der nächs­ten Sit­zung ein kur­zes Re­fe­rat über den Wer­de­gang von Fried­rich Schil­ler hal­te.

Um mir erst ein­mal ei­nen Über­blick zu ver­schaf­fen, möch­te ich von Wi­ki­pe­dia wis­sen, war­um sich der Mar­ba­cher Dich­ter im Her­zog­tum Sach­sen-Wei­mar nie­der­ließ. Da­zu ge­be ich fol­gen­den Be­fehl in mein Such­ma­schi­nen­ter­mi­nal ein:

!wde Friedrich Schiller

Durch das vor­an­ge­stell­te Kür­zel öff­net mir mein Brow­ser so­fort den deut­schen Wi­ki­pe­dia-Ein­trag von Fried­rich Schil­ler.

Screenshot von Suchmaschinenkonsole unter Ubuntu: Befehl, um auf den Wikipedia-Eintrag von Friedrich Schiller zu surfen

Als Nächs­tes über­prü­fe ich, ob der Wer­de­gang Schil­lers even­tu­ell schon zu­sam­men­ge­fasst und ver­öf­fent­licht wur­de. Al­so se­he ich nach, wel­che Ein­trä­ge die wis­sen­schaft­li­che Such­ma­schi­ne Goog­le Scho­lar für mich be­reit­hält:

!gsc Friedrich Schiller

Tipp: Wie Sie se­hen, kön­nen Sie durch die Ein­ga­be von Bangs viel Zeit spa­ren. Aus die­sem Grund soll­ten Sie sich von die­ser Lis­te die Kür­zel no­tie­ren, die zu Ih­ren Lieb­lings­web­sei­ten füh­ren.

Um die In­ter­net­re­cher­chen für mein Kurz­re­fe­rat ab­zu­schlie­ßen, su­che ich noch ei­ni­ge kos­ten­lo­se Pu­bli­ka­tio­nen im PDF-For­mat zum Aus­dru­cken:

Friedrich Schiller filetype:pdf

Zu mei­nem Glück bie­tet Duck­Duck­Go auch für die­sen Fall ei­nen Funk­ti­ons­be­fehl an.

Screenshot von einem DuckDuckGo Befehl, mit dem gezielt nach PDF-Dateien gesucht werden kann

Hin­weis: PDF-Da­tei­en wer­den aus dem Such­ma­schi­nen­ter­mi­nal so­fort im Do­ku­men­ten­be­trach­ter ge­öff­net. Der Be­nut­zer­da­ten sen­den­de Web­brow­ser bleibt ge­schlos­sen.

Internetsuche über die Konsole - die Vorteile

Die brow­ser­lo­se Web­su­che ist vor al­lem für mo­bi­le Com­pu­ter in­ter­es­sant. Schließ­lich be­nö­tigt ein Ter­mi­nal-Fens­ter kei­ne Re­chen­power, was den Lap­top-Ak­ku schont.

  • Des Wei­te­ren müs­sen bei der bil­der­lo­sen Kon­so­len­su­che we­der Gra­fi­ken noch Ja­va­Script-Code ge­la­den wer­den. Da­durch re­du­ziert sich lang­fris­tig der Da­ten­müll auf Ih­rer Sys­tem­fest­plat­te, da Ihr Brow­ser nicht mehr so vie­le tem­po­rä­re In­ter­net­da­tei­en spei­chert.
  • Au­ßer­dem be­an­sprucht die rei­ne Text­su­che we­ni­ger Band­brei­te, was vor al­lem bei schwa­chen WLAN-Ver­bin­dun­gen ein gro­ßer Vor­teil ist.
  • Lei­der ist es im Ter­mi­nal nicht mög­lich, nur nach deutsch­spra­chi­gen Er­geb­nis­sen zu su­chen. Da­für se­hen Sie in die­sem Mo­dus aus­schließ­lich un­per­so­na­li­sier­te Ein­trä­ge, die nach neu­tra­len Ge­sichts­punk­ten am bes­ten zu Ih­rer Such­phra­se pas­sen.

Ubuntu: PPA für ddgr. Welche Vorteile hat es, DuckDuckGo über das Terminal aufzurufen? Argumente von Pinguin - European Council on Foreign Relations

Ne­ben den Da­ten­schutz­aspek­ten ver­wen­de ich Duck­Duck­Go vor al­lem we­gen der Bang-Funk­ti­on. Denn was kann ein Li­nux-Fan mehr lie­ben als simp­le Ter­mi­nal-Be­feh­le, die di­rekt zu den ge­such­ten In­for­ma­tio­nen füh­ren? Und soll­ten mich die nack­ten Buch­sta­ben doch ein­mal lang­wei­len, dann ge­be ich ein­fach das fol­gen­de Kom­man­do in mein Such­ma­schi­nen­ter­mi­nal ein:

Zum An­zei­gen des Glücks­be­fehls auf den Pfeil kli­cken!

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Wie wird der sta­bils­te Mo­zil­la Fire­fox un­ter Ubun­tu in­stal­liert?
Li­nux-Mas­kott­chen Tux aus Pa­pier bas­teln - An­lei­tung

¹Hans, Bar­ba­ra: US-Ge­heim­dienst­re­form: Se­nat stimmt neu­em NSA-Über­wa­chungs­pro­gramm zu. spiegel.de (01/2018).
²Hol­land, Mar­tin: NSA-Über­wa­chungs­skan­dal: PRISM, Tem­po­ra und Co. - was bis­her ge­schah. heise.de (01/2018).
³Lafrance, Adri­en­ne: How Ma­ny Web­sites Are The­re? theatlantic.com (01/2018).
⁴Wein­berg, Ga­bri­el: Ask me about any­thing. ye.gg (01/2018).
⁵F­rei­tag, Rolf: Die Kunst des Ver­de­ckens. Da­ten ver­schlei­ern, ver­schlüs­seln, zer­stö­ren. Deut­sche Ori­gi­nal­aus­ga­be. Böb­lin­gen: C & L Com­pu­ter und Li­te­ra­tur­ver­lag 2011.
⁶Reh­bein, Da­ni­el A.: Ih­re Da­ten­spur im World Wi­de Web. daten.rehbein.net (01/2018).

Ubuntu: Version des Mozilla Firefox wechseln - Anleitung

Der Mo­zil­la Fire­fox ge­hört seit Ok­to­ber 2006 fest zum vor­in­stal­lier­ten Soft­warer­e­per­toire von Ubun­tu. Das ist auch gut so, denn schließ­lich gibt es kei­nen an­de­ren Web­brow­ser, der un­ter Li­nux-Dis­tri­bu­tio­nen we­ni­ger Sys­tem­res­sour­cen¹ be­an­sprucht. Au­ßer­dem meis­ter­te der frei kon­fi­gu­rier­ba­re Mo­zil­la Fire­fox bis­her stets als Ers­ter al­le neu­en Her­aus­for­de­run­gen, die das schnell­le­bi­ge In­ter­net be­reit­hielt. So kann das bren­nen­de Füchs­chen bei­spiels­wei­se be­reits seit Ver­si­on 6 die CSS-Sil­ben­tren­nung (Hy­phena­ti­on) dar­stel­len, die der Markt­füh­rer Goog­le Chro­me im Jah­re 2017² im­mer noch ver­wei­ger­te. Des Wei­te­ren be­wies die Mo­zil­la Cor­po­ra­ti­on viel Mut, als sie kur­zer­hand un­si­che­re NPA­PI-Plug­ins wie Ja­va oder Sil­ver­light ver­bann­te³ und durch un­kri­ti­sche Web APIs er­setz­te. Doch trotz die­ser vie­len Plus­punk­te gibt es Be­nut­zer, die nicht den Mo­zil­la Fire­fox aus den of­fi­zi­el­len Soft­ware­quel­len ver­wen­den möch­ten. Denn wuss­ten Sie, dass Sie un­ter Ubun­tu stan­dard­mä­ßig we­der die sta­bils­te noch die neus­te Ver­si­on Ih­res Lieb­lings­brow­sers er­hal­ten?

Bild von Mozilla Firefox ESR unter Ubuntu installieren - PPA und Anleitung von PinguinJe­des Jahr ar­bei­ten welt­weit rund 80 Mil­lio­nen⁴ Ubun­tu-An­wen­der mit mehr als 15 un­ter­schied­li­chen Fire­fox-Ver­sio­nen. Die vie­len Ak­tua­li­sie­run­gen be­wei­sen, dass Ca­no­ni­cal nicht die sta­bils­ten Ver­öf­fent­li­chun­gen des Web­brow­sers aus­lie­fert. Viel­mehr han­delt es sich um so­li­de Test­ver­sio­nen, was Sie auch dar­an er­ken­nen kön­nen, dass in­stal­lier­te Er­wei­te­run­gen nach ei­nem Brow­ser­up­date oft­mals nicht mehr funk­tio­nie­ren. Die­se ra­bia­te Ak­tua­li­sie­rungs­po­li­tik ist nö­tig, um auf­kom­men­de Be­nut­zer­be­dürf­nis­se zeit­nah be­frie­di­gen zu kön­nen. Denn laut des CEO der Mo­zil­la Cor­po­ra­ti­on Chris Be­ard ist die gu­te Be­nut­zer­inter­es­sens­ver­tre­tun­g⁵ ei­nes der Din­ge, die den Fire­fox ge­gen Chro­me und Sa­fa­ri be­stehen lässt.

Den­noch er­hal­ten Sie mit je­der neu­en Pro­gramm­ver­si­on stets ein funk­ti­ons­tüch­ti­ges Pro­dukt, wel­ches den An­for­de­run­gen des World Wi­de Webs ge­wach­sen ist. Wie sta­bil und leis­tungs­fä­hig der Mo­zil­la Fire­fox aus den of­fi­zi­el­len Quel­len wirk­lich ist, se­hen Sie meis­tens je­doch erst, wenn Sie Ihr Ubun­tu ein­mal mit ei­ner Be­ta­ver­si­on des Brow­sers aus­ge­stat­tet ha­ben.

Den neusten Mozilla Firefox installieren

Im De­zem­ber 2017 war der Fire­fox Quan­tum 57.0.1 der Stan­dard­brow­ser von Ubun­tu. Par­al­lel da­zu gab es be­reits ei­ne neue­re Ver­si­on, die erst En­de Ja­nu­ar 2018 aus­ge­lie­fert wer­den soll­te.

Screenshot von Softwarebeschreibung: Mozilla Firefox 57.0.1 (64-Bit) unter Ubuntu 17.10

Um die ak­tu­ells­te Be­ta­ver­si­on tes­ten zu kön­nen, öff­ne­te ich ein Ter­mi­nal-Fens­ter und de­instal­lier­te erst ein­mal den vor­han­de­nen Web­brow­ser.

sudo apt-get remove firefox

Gleich da­nach er­gänz­te ich mein Be­triebs­sys­tem mit der of­fi­zi­el­len PPA des Mo­zil­la-Pro­jekts, über die im­mer die al­ler­neus­ten Fire­fox-Ver­sio­nen aus­ge­lie­fert wer­den.

sudo add-apt-repository ppa:mozillateam/firefox-next

Di­rekt im An­schluss ak­tua­li­sier­te ich mei­ne Soft­ware­quel­len.

sudo apt-get update

Dar­auf­hin konn­te ich die Be­ta­ver­si­on des Mo­zil­la Fire­fox in­stal­lie­ren.

sudo apt-get install firefox

Hin­weis: Wenn Sie die­se In­stal­la­ti­ons­schrit­te aus­füh­ren, dann er­hal­ten Sie ab so­fort aus­schließ­lich Test­ver­sio­nen für Ih­ren Brow­ser. Das kön­nen Sie auch an dem klei­nen Buch­sta­ben b in der Soft­ware­be­schrei­bung er­ken­nen.

Screenshot von Softwarebeschreibung: Mozilla Firefox Quantum 58.0b12 (64-Bit)

Nach­dem ich mei­ne Tests ab­ge­schlos­sen hat­te, woll­te ich wie­der zum of­fi­zi­el­len Pro­dukt zu­rück­keh­ren. Auch hier­für muss­te ich die in­stal­lier­te Fire­fox-Ver­si­on zu­nächst mit­hil­fe ei­nes Ter­mi­nal-Fens­ters lö­schen.

sudo apt-get remove firefox

Au­ßer­dem ent­fern­te ich die PPA des Mo­zil­la-Pro­jekts.

sudo add-apt-repository -r ppa:mozillateam/firefox-next

Gleich da­nach ak­tua­li­sier­te ich mei­ne Soft­ware­quel­len.

sudo apt-get update

Zu gu­ter Letzt in­stal­lier­te ich wie­der den Stan­dard­brow­ser, den wohl die al­ler­meis­ten Ubun­tu-Be­nut­zer ver­wen­den.

sudo apt-get install firefox

Hin­weis: Nach der Ein­ga­be die­ser vier­tei­li­gen Be­fehls­ket­te be­fin­det sich Ihr Ubun­tu-Sys­tem brow­ser­tech­nisch wie­der im Ori­gi­nal­zu­stand.

ESR: Weniger Updates für mehr Stabilität

Die sta­bi­le Li­nux-Dis­tri­bu­ti­on De­bi­an setzt stan­dard­mä­ßig auf den Mo­zil­la Fire­fox ESR (Ex­ten­ded Sup­port Re­lease). Die­se Soft­ware­ab­wand­lung hinkt der kon­ven­tio­nel­len Fire­fox-Ver­si­on aus tech­ni­scher Sicht um cir­ca ein Jahr hin­ter­her.

Die ESR-Edition des Mozilla Firefox kann auch unter Ubuntu installiert werden

Das liegt dar­an, dass im 54-wö­chi­gen Le­bens­zy­klus ei­ner ESR-Edi­ti­on aus­schließ­lich Si­cher­heits­lü­cken ge­schlos­sen und kei­ne neu­en Fea­tures in­te­griert wer­den.

Die sel­te­ne­ren Ak­tua­li­sie­run­gen be­deu­ten aber nicht, dass ESR-An­wen­der auf Si­cher­heits-Up­dates ver­zich­ten müs­sen: Min­des­tens je­des Mal, wenn ei­ne neue Fire­fox-Ver­si­on er­scheint, ver­öf­fent­li­chen die Ent­wick­ler auch ein Mi­ni-Up­date für die ak­tu­el­le ESR-Ver­si­on.

Fi­scher, An­dre­as: We­ni­ger up­da­ten dank Fire­fox ESR. com-magazin.de (12/2017).

Der Mo­zil­la Fire­fox ESR wird vor al­lem in Schu­len oder in Be­hör­den ver­wen­det, da­mit die Sys­tem­ad­mi­nis­tra­to­ren den Web­brow­ser nicht al­le sechs Wo­chen auf Kom­pa­ti­bi­li­tät über­prü­fen müs­sen. Die sta­bils­te Fire­fox-Ver­si­on steht je­doch eben­so Pri­vat­haus­hal­ten und Un­ter­neh­men zur Ver­fü­gung.

Mozilla Firefox ESR unter Ubuntu installieren

Mein Ubun­tu-Sys­tem ist stets mit dem aus­ge­reif­tes­ten Mo­zil­la Fire­fox aus­ge­stat­tet. Für die In­stal­la­ti­on der ESR-Edi­ti­on öff­ne­te ich ein Ter­mi­nal-Fens­ter und ent­fern­te zu­nächst ein­mal die vor­in­stal­lier­te Brow­ser­ver­si­on.

sudo apt-get remove firefox

Als Nächs­tes er­wei­ter­te ich die Soft­ware­quel­len mei­nes Be­triebs­sys­tems, in­dem ich die of­fi­zi­el­le PPA des Mo­zil­la-Pro­jekts hin­zu­füg­te.

sudo add-apt-repository ppa:mozillateam/ppa

Gleich dar­auf ließ ich Ubun­tu die neue Quel­le ein­le­sen.

sudo apt-get update

Im letz­ten Schritt star­te­te ich den In­stal­la­ti­ons­vor­gang.

sudo apt-get install firefox-esr

Hin­weis: Falls Sie sich für die ESR-Edi­ti­on ent­schei­den, dann er­hal­ten Sie auf man­chen Web­sei­ten die Mel­dung, dass Sie ei­nen ver­al­te­ten Web­brow­ser ver­wen­den. Die­se un­qua­li­fi­zier­te Nach­richt kön­nen Sie ge­trost igno­rie­ren.

Screenshot von Softwareinformation: Firefox ESR 52.5.2 unter Ubuntu 17.10

Wenn Sie doch die neus­ten Fea­tures be­nö­ti­gen und zum RR (Ra­pid Re­lease) zu­rück­keh­ren möch­ten, dann müs­sen Sie le­dig­lich die fol­gen­den vier Ter­mi­nal-Be­feh­le nach­ein­an­der aus­füh­ren:

Zum An­zei­gen der Be­feh­le auf den Pfeil kli­cken!

sudo apt-get remove firefox-esr
sudo add-apt-repository -r ppa:mozillateam/ppa
sudo apt-get update
sudo apt-get install firefox

Hin­weis: Bei ei­nem der­ar­ti­gen Ver­si­ons­wech­sel wer­den al­le lo­kal ge­spei­cher­ten Le­se­zei­chen und Pass­wör­ter ge­löscht.

Entscheidungshilfe: Welche Firefox-Version passt zu mir?

Es soll­te Ih­nen klar sein, dass sich die in­sta­bi­le Be­ta­ver­si­on des Mo­zil­la Fire­fox vor al­lem an Add-on-Ent­wick­ler und Web­sei­ten­pro­gram­mie­rer rich­tet. Bei die­sen Ver­öf­fent­li­chun­gen wer­den oft­mals auch ele­men­ta­re Din­ge wie die Brow­ser­en­gi­ne oder die Hard­ware­be­schleu­ni­gung ge­tes­tet, was den Fire­fox schon beim nor­ma­len Sur­fen häu­fig zum Ab­stür­zen bringt.

  • Die­se Kin­ker­litz­chen sind bei den Ra­pid Re­leases aus den of­fi­zi­el­len Quel­len gänz­lich aus­ge­merzt. Dem­entspre­chend fal­len mir kaum Grün­de ein, war­um Sie nicht den Ori­gi­nal­brow­ser aus Ih­rer Li­nux-Dis­tri­bu­ti­on ver­wen­den soll­ten.

Au­ßer wenn Sie pro­duk­tiv im In­ter­net ar­bei­ten müs­sen. Denn dann sind Sie wahr­schein­lich sehr von Add-ons ab­hän­gig. In die­sem Fall soll­ten Sie un­be­dingt die ESR-Edi­ti­on aus­pro­bie­ren. Es kommt näm­lich häu­fig vor, dass die Ent­wick­ler der smar­ten Er­wei­te­run­gen trotz Be­ta­tests ein hal­bes Jahr be­nö­ti­gen, bis ih­re Ap­pli­ka­tio­nen wie­der ein­wand­frei un­ter der neus­ten Fire­fox-Ver­si­on funk­tio­nie­ren. ESR-Be­nut­zer blei­ben von sol­chen Be­ein­träch­ti­gun­gen ver­schont und kön­nen sich je­den Tag auf ei­nen man­gel­frei­en Web­brow­ser freu­en.

Ver­wand­te The­men:

E-Mail Si­gna­tu­ren mit dem Mo­zil­la Thun­der­bird ver­schi­cken

¹Bak­er, Mit­chell: Fire­fox Quan­tum: Per­for­mance Test. blog.mozilla.org (12/2017).
²De­ve­ria, Al­exis: Can I use hy­phens? caniuse.com (12/2017).
³S­med­berg, Ben­ja­min: NPAPI Plug­ins in Fire­fox. blog.mozilla.org (12/2017).
⁴Em­ma­noul­opou­lou, Al­e­xia
: Ubun­tu is ever­y­whe­re: How ma­ny peo­p­le use Ubun­tu? insights.ubuntu.com (12/2017).
⁵Shank­land, Ste­ven: Mo­zil­la CEO says new Fire­fox brow­ser de­li­vers „a big bang”. cnet.com (12/2017).