Das Ubuntu Handbuch | Anleitungen für Linux-Freunde

Dual-Boot-Probleme: Windows in GRUB weg - EasyBCD eine Lösung?

Pho­to­shop-An­wen­der und pas­sio­nier­te Ga­mer blei­ben wei­ter­hin auf Win­dows an­ge­wie­sen, wes­halb Du­al-Boot-Sys­te­me in die­sen Krei­sen ver­brei­tet sind. Da­bei gilt die Faust­re­gel: Zu­erst das Mi­cro­soft-Be­triebs­sys­tem in­stal­lie­ren, an­schlie­ßend Ubun­tu, da­mit GRUB bei­de Par­ti­tio­nen kor­rekt in sein Aus­wahl­me­nü in­te­griert. Wich­tig ist au­ßer­dem, dass sämt­li­che In­stal­la­ti­ons­me­di­en ein­heit­lich im glei­chen Mo­dus - ent­we­der EFI oder BIOS - ver­wen­det wer­den, um Kon­flik­te zu ver­mei­den. Zu­letzt soll­te die Li­nux-Dis­tri­bu­ti­on in der Boot­rei­hen­fol­ge obers­te Prio­ri­tät er­hal­ten, so­dass der Nut­zer bei je­dem Sys­tem­start be­quem zwi­schen den Be­triebs­sys­te­men wäh­len kann.

Ein humorvoller und dennoch tiefgründiger Cartoon fängt die essenzielle Rolle des Bootloaders in einem Computersystem auf kreative Weise ein: Im Zentrum der Szene thront ein Pinguin, liebevoll "Vinzenz der Jüngere" genannt. Mit einer dicken, farbenfrohen Bommelmütze und einer leuchtend orangefarbenen Warnweste bekleidet, lenkt er voller Hingabe einen Gabelstapler, dessen Front stolz die Aufschrift "Bootloader" trägt. Auf den Gabeln des Fahrzeugs balanciert eine Palette, auf der ein markantes Paket mit der Aufschrift "OS Kernel" ruht. Die Mission des kleinen Arbeitstiers ist eindeutig: Das Paket wird mit einer eleganten Bewegung in ein Regal mit der Aufschrift "RAM" befördert, sinnbildlich für den Prozess, bei dem der Bootloader den Betriebssystem-Kernel in den Arbeitsspeicher lädt. Im Hintergrund erstreckt sich eine kunstvoll gestaltete Tapete, die mit ausgeblendeten Leiterbahnen an ein gigantisches Mainboard erinnert. Diese filigranen Linien verleihen der Szene eine technische Tiefe und erinnern den Betrachter daran, dass hier die inneren Abläufe eines Computersystems humorvoll visualisiert werden. Gezeichnet wurde dieses Werk im Januar 2025 von der renommierten Webkünstlerin Veronika Helga Vetter, bekannt aus Formaten wie dem ZDF-Fernsehgarten. Ihre charakteristische Handschrift zeigt sich auch in diesem Werk: Die meisterhafte Verwendung von Adobe Photoshop und die Balance zwischen lebendigen Farben, technischen Details und der charmanten Persönlichkeit von Vinzenz dem Jüngeren machen diesen Cartoon zu einem wahren Augenschmaus. Ein meisterhaftes Zusammenspiel von Kunst und Technologie! Ein Kunstwerk von GWS2.de - deutschsprachiges Ubuntu-Handbuch

Der ra­san­te tech­ni­sche Fort­schritt führt je­doch zu­neh­mend zu Ver­än­de­run­gen in Soft- und Hard­ware. Bei­spiels­wei­se er­for­dert der re­gel­mä­ßi­ge Um­stieg auf ei­ne ak­tu­el­le­re Win­dows-Ver­si­on Auf­merk­sam­keit. Auch mo­der­ne­re Spei­cher­tech­no­lo­gien wie M.2-SSD bie­ten ei­nen reiz­vol­len An­lass, das Sys­tem auf­zu­rüs­ten. Sol­che Ein­grif­fe ha­ben je­doch oft zur Fol­ge, dass GRUB die Win­dows-In­stal­la­ti­on nicht mehr er­kennt, da sich mög­li­cher­wei­se der Pfad zur „bootmgfw.efi” ge­än­dert hat. In die­sen Fäl­len exis­tie­ren ver­schie­de­ne Me­tho­den zur Wie­der­her­stel­lung, wel­che wir be­reits er­läu­ter­te­t¹ ha­ben und die im­mer wie­der kon­tro­ver­se Re­ak­tio­nen her­vor­ru­fen:

Re­al­talk: Ich ha­be eu­ren Win­dows-fin­den-Ar­ti­kel ge­le­sen und die Tipps aus­pro­biert - nichts da­von hat funk­tio­niert. Eu­re Emp­feh­lung, Ubun­tu ein­fach neu zu in­stal­lie­ren, ist ein schlech­ter Witz und zeugt von un­glaub­li­chem Di­let­tan­tis­mus. War­um er­wähnt ihr nicht Ea­syBCD? Kennt ihr die­ses Tool nicht oder seid ihr so tief in eu­rer Li­nux-Bla­se ge­fan­gen, dass ihr kei­ne bes­se­ren Lö­sun­gen mehr se­hen könnt?

Kar­rer, Eli­as: GRUB de­fekt - Tipps wert­los. E-Mail vom 18.01.2025.

Be­trei­ber von Du­al-Boot-Sys­te­men sind sich mög­li­cher­wei­se nicht be­wusst, dass es Al­ter­na­ti­ven zum Grand Uni­fied Boot­loa­der gibt, die un­ter Win­dows ge­nutzt wer­den kön­nen. Die Mehr­heit die­ser Pro­gram­me fällt je­doch in die Ka­te­go­rie „Scam­wa­re” oder be­schränkt sich dar­auf, le­dig­lich die Boot­rei­hen­fol­ge für den nächs­ten Sys­tem­start an­zu­pas­sen. Ei­ne be­mer­kens­wer­te Aus­nah­me stellt Ea­syBCD dar: Die­ses Tool ist ei­ne ech­te Kon­kur­renz zu GRUB, da es die kom­for­ta­ble Aus­wahl zwi­schen den in­stal­lier­ten Be­triebs­sys­te­men er­laubt - wie der nach­fol­gen­de Screen­shot an­schau­lich zeigt:

Das Foto zeigt den Auswahlbildschirm nach dem Start von Windows 11. Der Bildschirm ist in einem hellblauen Farbton gehalten, und oben in der Mitte befindet sich die Überschrift "Betriebssystem wählen" in weißer Schrift. Darunter werden zwei Auswahlmöglichkeiten angezeigt: "Windows 11" und "Ubuntu". Beide Optionen sind in rechteckigen, klar getrennten Feldern dargestellt. Am unteren Rand des Bildschirms steht in kleinerer weißer Schrift der Hinweis: "Standardeinstellungen ändern oder andere Optionen auswählen", der zusätzliche Konfigurationsmöglichkeiten andeutet. Die Einträge wurden mithilfe von EasyBCD 2.4 erstellt, was aufgrund der Installation beider Betriebssysteme im CSM-Modus (Compatibility Support Module) erfolgreich funktioniert hat. Die klare und übersichtliche Darstellung ermöglicht eine einfache Navigation zwischen den Betriebssystemen. Foto zuerst auf GWS2.de veröffentlicht - Januar 2025

Ir­gend­wel­che Nach­tei­le muss der Boot­loa­der-Ver­wal­ter von Ne­oSmart Tech­no­lo­gies je­doch mit sich brin­gen, da er auf Platt­for­men wie CHIP oder hei­se nur ei­ne durch­schnitt­li­che Be­nut­zer­be­wer­tung er­hält. Zu­dem ge­stal­tet es sich zu­neh­mend schwie­rig, die kos­ten­lo­se Ver­si­on von Ea­syBCD im In­ter­net zu fin­den.

Blauer Download-Balken: Link zu EasyBCD 2.4 Bootloader-Verwalter für Dual-Boot-Systeme - Windows/Ubuntu

Die 2,2 Me­ga­byte  gro­ße EXE-Da­tei lässt sich un­ter Win­dows 11 ta­del­los in­stal­lie­ren und hat kei­ne Ad­ware ver­steckt. Der An­wen­der muss le­dig­lich be­stä­ti­gen, Ea­syBCD zu pri­va­ten Zwe­cken zu nut­zen.

Der Screenshot zeigt das heruntergeladene Installationsprogramm von EasyBCD 2.4 unter Windows 11. Die EXE-Datei wird auf dem Desktop (oder einem Dateiordner) dargestellt. Das Symbol der Datei zeigt ein offenes Paket, vor dem eine silberne CD abgebildet ist – das typische Symbol für Installationsdateien von EasyBCD. Mit der rechten Maustaste wurde auf das Symbol geklickt, wodurch ein Kontextmenü geöffnet wurde. In diesem Menü sind verschiedene Optionen sichtbar. Der Punkt "Als Administrator ausführen" ist blau hervorgehoben und umrandet, was darauf hinweist, dass er ausgewählt werden soll. Anleitung basierend auf dem Screenshot: Suchen Sie die heruntergeladene EXE-Datei von EasyBCD 2.4 auf Ihrem Desktop oder im Download-Ordner. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Datei, um das Kontextmenü zu öffnen. Wählen Sie den Eintrag "Als Administrator ausführen" aus (blau hervorgehoben im Screenshot). Folgen Sie anschließend den Anweisungen des Installationsassistenten, um das Tool zu installieren. Dies stellt sicher, dass EasyBCD mit den erforderlichen Berechtigungen ausgeführt wird, um korrekt installiert und genutzt werden zu können. Bild von GWS2.de

Nach dem Öff­nen er­scheint auf mo­der­nen Sys­te­men je­doch be­reits die ers­te Feh­ler­mel­dung: Ea­syBCD kann auf EFI-Sys­te­men kei­ne „Mehr­fach-Start-Op­tio­nen” ver­wen­den, was auf Deutsch be­deu­tet, dass die Soft­ware nicht funk­tio­niert.

Der Screenshot zeigt eine Fehlermeldung, die erscheint, wenn EasyBCD unter Windows 11 gestartet wird. Die Fehlermeldung wird in einem separaten Dialogfenster dargestellt. Ganz oben steht die Überschrift "EFI Bootloader gefunden" in fetter Schrift, die den Inhalt der Meldung zusammenfasst. Darunter folgt der eigentliche Text der Fehlermeldung: "EasyBCD hat festgestellt, daß Ihr System im Moment im EFI Modus startet. Wegen der von Microsoft gesetzten Beschränkungen können viele von EasyBCDs Mehrfach-Start-Optionen nicht verwendet werden und wurden deaktiviert." Das Fenster hat ein schlichtes Design, typisch für Windows-Anwendungsdialoge, mit einem Schließen-Button (z. B. "OK" oder ein [X]) unten rechts, der zur Bestätigung oder Schließung dient. Die Meldung weist darauf hin, dass die Funktionalität von EasyBCD im EFI-Modus eingeschränkt ist. Erkenntnis von Pinguin - Linux-Handbuch

Be­reits im Jahr 2012 be­gan­nen die Hard­ware­her­stel­ler, ih­re Main­boards aus­schließ­lich mit UEFI  aus­zu­lie­fern, wo­durch das an­ti­quier­te BIOS mitt­ler­wei­le voll­stän­dig ab­ge­löst wur­de. Das BIOS or­ga­ni­siert die vor­han­de­nen Be­triebs­sys­te­me über ein so­ge­nann­tes Mas­ter Boot Re­cord auf der ers­ten in­stal­lier­ten Fest­plat­te. In die­sen Boot­sek­tor­ver­wal­ter möch­te auch Ea­syBCD zu­grei­fen, um sei­ne Op­tio­nen zu kon­fi­gu­rie­ren.

Heut­zu­ta­ge wer­den Be­triebs­sys­te­me je­doch über­wie­gend im EFI-Mo­dus in­stal­liert. Statt ei­nes MBR be­sit­zen sie ei­ne FA­T32-Par­ti­ti­on na­mens ESP, in der sich die er­for­der­li­chen Start­da­tei­en be­fin­den.

Ob der Com­pu­ter im UEFI- oder BIOS-Mo­dus hoch­fährt, be­trifft oh­ne­hin le­dig­lich den Boot-Vor­gang und hat da­nach kei­ne Aus­wir­kun­gen mehr auf ein lau­fen­des Li­nux- oder Win­dows-Sys­tem.

Kreu­ßel, Pe­ter: Schnell­start: GRUB auf UEFI- oder BIOS-Sys­te­men ein­rich­ten und re­pa­rie­ren. In: Li­nux User Nr. 2 (2022). S. 77.

Der Screenshot zeigt die Benutzeroberfläche von EasyBCD in der Version 2.4, entwickelt von NeoSmart Technologies, ausgeführt unter Windows 11. Der Menüreiter "Neuen Eintrag hinzufügen" ist aktiv und hervorgehoben. Innerhalb des Hauptbereichs wird die Option "Linux/BSD" angezeigt, allerdings sind die zugehörigen Auswahlfelder und Eingabemöglichkeiten ausgegraut und somit nicht verfügbar. Unterhalb dieser deaktivierten Optionen erscheint der Hinweis in blauer Schrift: "EFI-Installation", was auf eine Einschränkung oder Besonderheit bei EFI-basierten Systemen hinweist. Die moderne Benutzeroberfläche von Windows 11 ist durch die typischen Designmerkmale wie klare Linien und abgerundete Ecken erkennbar

Wich­tig: Wenn Win­dows auf ei­nem Com­pu­ter oder Lap­top vor­in­stal­liert war, wur­de es im­mer im EFI-Mo­dus in­stal­liert. Mi­cro­soft schreibt dies vor, da die Se­cu­re-Boot-Funk­ti­on - ei­ne zu­sätz­li­che Si­cher­heits­maß­nah­me - nur in die­ser Be­triebs­art ar­bei­tet. In die­sem Fall sind in Ea­syBCD al­le Op­tio­nen aus­ge­graut.

EasyBCD und CSM

Ist al­les um­sonst? Kei­nes­wegs! Wie be­reits ein­gangs er­wähnt, stellt Ea­syBCD ei­ne ernst­zu­neh­men­de Al­ter­na­ti­ve zu GRUB dar. Da­mit ein Du­al-Boot-Sys­tem mit die­sem Boot­loa­der-Ver­wal­ter rei­bungs­los funk­tio­niert, müs­sen je­doch so­wohl Win­dows als auch Ubun­tu im BIOS-Mo­dus in­stal­liert sein. Da­für sind drei we­sent­li­che Schrit­te er­for­der­lich:

  • Das Main­board muss den Le­ga­cy-/CSM-Mo­dus un­ter­stüt­zen, was bei den meis­ten Ge­rä­ten stan­dard­mä­ßig ge­ge­ben ist.
  • Der Win­dows-Boot-Stick soll­te mit der Free­ware Ru­fus er­stellt wer­den. Die­ses Tool er­laubt es auch bei neue­ren Win­dows-Ver­sio­nen, ei­ne Kom­bi­na­ti­on aus MBR und BIOS aus­zu­wäh­len.

  • Beim Start der In­stal­la­ti­ons­me­di­en ist dar­auf zu ach­ten, dass die­se nicht im EFI-Mo­dus ge­boo­tet wer­den.

Sind bei­de Be­triebs­sys­te­me un­ter die­sen Be­din­gun­gen ein­ge­rich­tet, lässt sich im Ea­syBCD-Me­nü­punkt „Ei­nen Ein­trag hin­zu­fü­gen” die Ubun­tu-Par­ti­ti­on pro­blem­los aus­wäh­len.

Der Screenshot zeigt einen horizontal geteilten Splitscreen mit EasyBCD 2.4 unter Windows 11, wobei der Reiter "Einen neuen Eintrag hinzufügen" aktiviert ist. Beide Bereiche zeigen unterschiedliche Methoden zur Integration einer Ubuntu-Partition, und beide Optionen sind für eine BIOS-Installation unter der freien Community-Version von EasyBCD verfügbar. Oben: Im oberen Bereich des Screenshots befindet sich der Unterreiter "Linux/BSD", und das Dropdown-Menü "Laufwerk" ist geöffnet. Partition 1 wurde ausgewählt, auf der Ubuntu installiert ist. Diese Auswahl zeigt, dass EasyBCD auf das Laufwerk zugreift, auf dem Ubuntu gespeichert ist, um den entsprechenden Start-Eintrag zu erstellen. Unten: Im unteren Bereich ist nicht das Laufwerk, sondern die Option "EasyBCDs Kopie von GRUB benutzen" aktiviert. Darunter steht in blauer Schrift der Hinweis "BIOS-Installation". Diese Einstellung bietet eine alternative Methode, Ubuntu in die Boot-Konfiguration zu integrieren, indem die GRUB-Kopie von EasyBCD verwendet wird. Zusammenfassung: Der Screenshot veranschaulicht zwei verschiedene Methoden zur Integration einer Ubuntu-Partition in EasyBCD auf einem BIOS-System: Entweder über die direkte Auswahl der Partition oder über die Nutzung von EasyBCDs GRUB-Kopie. Beide Optionen sind in der Community-Version von EasyBCD verfügbar. Zuerst auf GWS2.de veröffentlicht - Januar 2025

Als Al­ter­na­ti­ve bie­tet Ea­syBCD die Mög­lich­keit, ei­ne Ko­pie von GRUB zu in­te­grie­ren. Durch die Aus­wahl der Ubun­tu-Par­ti­ti­on nach dem Win­dows-Start er­folgt die Wei­ter­lei­tung zum Li­nux-Boot­loa­der, der zu­sätz­li­che Funk­tio­nen wie den Ubun­tu-Re­co­very-Mo­de oder Memtest86+ be­reit­stellt.

Diese Grafik, die einem Klemmbrett ähnelt und in sanften Grautönen gehalten ist, vermittelt eine nüchterne und präzise Atmosphäre. Auf der linken oberen Ecke prangt ein Pinguin im Blaumann, der mit einem aufmerksamen Blick auf die angezeigten Daten verweist – eine charmante Anspielung auf die Ubuntu- und Linux-Welt. Das Ganze erscheint vor dem Hintergrund von Windows 11 Enterprise 10.0.26100, was die Softwareumgebung klar definiert. Die Test-Software EasyBCD 2.4 wird als praktische Lösung für das System angezeigt, wobei die Niveau-Anzeige mit 2 von 5 Strichen anzeigt, dass sowohl die Installation als auch die Nutzung als relativ einfach zu bewerten sind. Es gibt jedoch einen subtilen Hinweis auf die langfristige Relevanz der Lösung: Die BIOS-Installation wird als zunehmend veraltet betrachtet, was die Anwendbarkeit von EasyBCD in einer zunehmend UEFI-dominierten Welt einschränkt. Am unteren Rand der Grafik befindet sich der Vermerk „Test von GWS2.de“, einer kostenlosen und wertvollen Ubuntu-Hilfeseite auf Deutsch. Diese detaillierte und sorgfältig gestaltete Darstellung unterstreicht sowohl die Vorteile als auch die Limitationen der getesteten Software, mit einem klaren Blick auf die Zukunft der Bootloader-Verwaltung und deren Rolle in modernen Systemen

Hand aufs Herz: Wer wür­de tat­säch­lich sein Du­al-Boot-Sys­tem im CSM-Mo­dus ein­rich­ten, nur um Ea­syBCD nut­zen zu kön­nen?

  • Ei­ne UE­FI-In­stal­la­ti­on bringt zahl­rei­che Vor­tei­le mit sich - von ver­kürz­ten Boot­zei­ten und ge­stei­ger­ter En­er­gie­ef­fi­zi­enz bis hin zu Funk­tio­nen wie Netz­werk-Boot-Un­ter­stüt­zung und ei­ner gra­fi­schen Be­nut­zer­ober­flä­che.

Dar­über hin­aus be­steht je­der­zeit die Mög­lich­keit, voll­stän­dig auf ei­nen Boot­loa­der-Ver­wal­ter zu ver­zich­ten und das ge­wünsch­te Be­triebs­sys­tem di­rekt über die UE­FI-Firm­ware aus­zu­wäh­len.

Die Firm­ware der meis­ten PCs bie­tet ein Boot­me­nü, über das man ei­ne Start­fest­plat­te oder ei­nen UE­FI-Boot­ein­trag wäh­len kann. Bei Be­darf kann man da­mit et­wa den Win­dows-Boot­loa­der di­rekt oh­ne Um­weg über GRUB star­ten. Das Firm­ware-Boot­me­nü lässt sich meist über Tas­ten wie Esc, F8 oder F12 auf­ru­fen.

Eg­ge­ling, Thors­ten: Boo­ten mit und oh­ne GRUB. In: Li­nux Welt Nr. 4 (2022). S. 54.

Blauer Banner mit der Aufschrift: Neues Windows = neues Ubuntu

Des­halb bleibt un­se­re Emp­feh­lung: Tre­ten nach ei­nem Win­dows-Up­date oder -Up­grade Pro­ble­me mit GRUB auf, ist ei­ne Neu­in­stal­la­ti­on von Ubun­tu oft der prag­ma­tischs­te An­satz.

  • Der Grand Uni­fied Boot­loa­der ist der­art kom­plex, dass selbst er­fah­re­ne Li­nux-An­wen­der bei ei­ner Re­pa­ra­tur schnell an ih­re Gren­zen² sto­ßen und viel Zeit in­ves­tie­ren müs­sen.

Ei­ne EFI-In­stal­la­ti­on von Ubun­tu auf ei­nem So­lid-Sta­te-Dri­ve lässt sich hin­ge­gen in et­wa 15 Mi­nu­ten durch­füh­ren. Zu­dem bie­tet sich da­bei die Ge­le­gen­heit, das Sys­tem mit LUKS2 zu ver­schlüs­seln - ei­ne Funk­ti­on, für die GRUB üb­ri­gens un­ver­zicht­bar ist.

Ver­wand­te The­men:

(Video-)Chatten und Te­le­fo­nie­ren am PC - Te­le­gram für Li­nux
Ubun­tu bei der In­stal­la­ti­on ver­schlüs­seln - Bord­mit­tel Ubi­qui­ty nut­zen

¹Vet­ter, Ve­ro­ni­ka Hel­ga: GRUB im Mul­ti-Boot-Sys­tem - Win­dows fin­den. pinguin.gws2.de (01/2025).
²Eg­ge­ling, Thors­ten: Grub-Boot­um­ge­bung re­pa­rie­ren. In: Li­nux Welt Nr. 6 (2020). S. 20.

Tor Browser unter Ubuntu: Sexy ins Darknet - Funktionsgarantie

Im Ok­to­ber 2023 griff das ZDF Ma­ga­zin Roya­le den „NSU 2.0“-Komplex auf. Trotz ei­ner Fül­le an In­di­zi­en konn­te Po­li­zei­kom­mis­sar Jo­han­nes S. kei­ne Ur­he­ber­schaft an ei­nem der rund 170 Droh­schrei­ben nach­ge­wie­sen wer­den. Die Re­dak­ti­on von Jan Böh­mer­mann mut­maß­te, dass dies mit den Ap­pli­ka­tio­nen Or­bot und Oni­on Brow­ser zu­sam­men­hängt, die sich auf dem be­schlag­nahm­ten iPad des Frank­fur­ter Po­li­zis­ten be­fan­den. So soll sich der Tat­ver­däch­ti­ge mit­hil­fe ei­nes der bei­den Pro­gram­me mit dem Tor-Netz­werk ver­bun­den und von dort aus über den Web­dienst alltofax.de¹ ei­ne Dro­hung an die Rechts­an­wäl­tin Başay-Yıl­dız ver­schickt ha­ben. Doch all dies blieb bis zur end­gül­ti­gen Ein­stel­lung des Ver­fah­rens Spe­ku­la­ti­on, da die IP-Adres­se des Fax­ab­sen­ders ins an­ony­me Dark­net führ­te.

Was man ge­gen den Be­am­ten zu­sam­men­ge­tra­gen hat­te, reich­te nicht für ei­ne An­kla­ge.

Lang, An­na-So­phia: NSU 2.0: Ein sou­ve­rä­nes Ur­teil. faz.net (05/2024).

Exe­ku­tiv­or­ga­ne, Jour­na­lis­ten und die Öf­fent­lich­keit zeig­ten sich teils über­rascht, aber vor al­lem rat­los an­ge­sichts die­ses Sach­ver­halts. Da­bei ist das für Tor cha­rak­te­ris­ti­sche Oni­on-Rou­ting längst ein al­ter Hut, des­sen Ent­wick­lung be­reits im Jahr 1995 in ei­ner Ab­tei­lung des US-Mi­li­tär­s² be­gann. Al­ler­dings wur­de das Ver­schleie­rungs­netz­werk lan­ge Zeit haupt­säch­lich vom glo­ba­len Sü­den ge­nutzt. Von den gut zwei Mil­lio­nen³ Men­schen, die täg­lich im Dark­net sur­fen, be­fin­den sich schät­zungs­wei­se rund 10%⁴ in den D-A-CH-Staa­ten. Durch die Le­ga­li­sie­rung von Can­na­bis⁵ in Deutsch­land im Früh­jahr 2024 dürf­te sich der ge­rin­ge mit­tel­eu­ro­päi­sche An­teil bald wei­ter re­du­zie­ren.

Die Bundesrepublik Deutschland steht zwischenzeitlich für Umvolkung, Hyperinflation, Überschuldung und Überwachung auf allen Ebenen. Autochthone Deutsche wandern scharenweise aus oder ziehen sich in ein biedermeierliches Leben zurück. Die wenigen, die Widerstand leisten, müssen auf das Tor-Netzwerk ausweichen, um nicht vom Verfassungsschutz gebrandmarkt und sozial wie wirtschaftlich ausgegrenzt zu werden. Um ein Einstieg ins Darknet zu erleichtern, hat die Webseite GWS2.de eine Bildanleitung veröffentlicht, welche die Installation des Tor Browsers unter Ubuntu zeigt. Das kostenlose Tutorial funktioniert zu 100% mit sämtlichen Linux-Distributionen

Wenn die Tor-Tech­no­lo­gie aber schon so alt ist, war­um ha­ben we­der re­pres­si­ve Re­gie­run­gen noch west­li­che Ge­heim­diens­te oder In­ter­net­an­bie­ter bis­her ei­nen Weg ge­fun­den, das Dark­net zu kon­trol­lie­ren? Das liegt ein­fach dar­an, dass das Oni­on-Rou­ting-Pro­to­koll ste­tig wei­ter­ent­wi­ckelt wird.

Das neue Tor-Pro­to­koll Ver­si­on 3 ver­wen­det des­halb ei­ne gänz­lich an­de­re Ba­sis: Die Oni­on-Do­main bil­det sich nun­mehr aus dem vol­len Ed25519-Hash­wert ei­nes 32 Byte lan­gen Pu­blic Keys des Cur­ve25519-Schlüs­sels.

Döl­le, Mir­ko: Das neue Dark­net. Tor Hid­den Ser­vices auf Pro­to­koll­ver­si­on 3 mi­grie­ren. In: c’t Nr. 19 (2021). S. 163.

Das Glei­che gilt für den Tor Brow­ser, der zu 95% auf dem Mo­zil­la Fire­fox ESR ba­siert. Die­se kos­ten­lo­se Zu­gangs­soft­ware zum Dark­net ver­hin­dert ei­ne di­gi­ta­le Nach­ver­fol­gung, in­dem sie auf­ge­ru­fe­ne Web­sei­ten iso­liert und Coo­kies so­wie Fin­ger­prin­ting blo­ckiert.

Der Tor Brow­ser lässt sich ganz ge­nau so be­nut­zen wie Fire­fox. Wenn Sie mit die­sem Brow­ser ver­traut sind, wer­den Sie sich al­so schnell zu­recht­fin­den.

Fran­ke-Ha­ver­kamp, Thors­ten: Die dunk­le Sei­te des In­ter­nets. In: Chip Nr. 3 (2023). S. 105.

Ubuntu und Tor

Der Ein­stieg ins Dark­net mit ei­ner Li­nux-Dis­tri­bu­ti­on ge­stal­tet sich zu­nächst schwie­rig, da die meis­ten In­ter­net­an­lei­tun­gen feh­ler­haft sind. Das liegt dar­an, dass die Ent­wick­ler des Tor Brow­sers die Nut­zer zwin­gen, das be­nö­tig­te Soft­ware­pa­ket von der of­fi­zi­el­len Web­sei­te her­un­ter­zu­la­den. Da­her ist ei­ne her­kömm­li­che In­stal­la­ti­on über APT, PPA, Snap oder Wget nicht mög­lich.

Für die Gen Z gilt es womöglich als antiquiert, den Tor Browser über die Entwicklerwebseite herunterzuladen. Allerdings verhindert nur diese Vorgehensweise eine Kompromittierung der Dateien. Wie komme ich mit Ubuntu in das Darknet? Die beste deutschsprachige Anleitung gibt es nur auf GWS2.de

Wur­de die­se ers­te Hür­de ge­nom­men und das Ar­chiv be­fin­det sich im Heim­ver­zeich­nis, fin­det die rest­li­che In­te­gra­ti­on in ei­nem Ter­mi­nal-Fens­ter statt. Zu­al­ler­erst ist es nö­tig, in den Down­load-Ord­ner zu na­vi­gie­ren, was mit­hil­fe des nach­ste­hen­den Be­fehls ge­schieht:

cd Downloads/

Un­mit­tel­bar da­nach muss die Soft­ware­bi­blio­thek ent­packt wer­den, wo­für sich das fol­gen­de Kom­man­do eig­net:

tar -xvf tor*

Da­mit wä­re der In­stal­la­ti­ons­pro­zess ei­gent­lich be­en­det. Doch an­ders als in po­pu­lä­ren Hart­z4-Re­por­ta­gen⁶ sug­ge­riert, sind die Deut­schen ein or­dent­li­ches Volk.

Auf dem Konsolenfenster von Ubuntu 22.04.4 LTS ist ein okkafarbener Hintergrund mit schwarzer Schrift zu sehen. Im Vordergrund sind zwei Befehle dargestellt. Der erste Befehl lautet "cd Downloads/", was bedeutet, dass das aktuelle Arbeitsverzeichnis in das Verzeichnis "Downloads" gewechselt wird. Der zweite Befehl lautet "tar -xvf tor*", was bedeutet, dass das Archiv mit dem Namen "tor*" entpackt wird. Der Screenshot zeigt den Prozess des Entpackens des Tor Browsers nach dem Herunterladen

Um Da­tei­lei­chen zu ver­mei­den, ist es des­halb nun er­for­der­lich, das her­un­ter­ge­la­de­ne Soft­ware­pa­ket nach­hal­tig zu lö­schen:

sudo rm -rf tor-browser-linux*

Dar­über hin­aus zeugt es nicht von Fach­kom­pe­tenz, wenn sich der Ord­ner des Tor Brow­sers im Down­load-Ver­zeich­nis be­fin­det, wes­we­gen das Gan­ze an ei­ne pro­mi­nen­te­re Stel­le ver­scho­ben wer­den soll­te:

mv tor-browser /home/pinguin/

Hin­weis: An­stel­le des Platz­hal­ters „pin­gu­in” muss na­tür­lich der Na­me des ei­gent­li­chen Be­nut­zers ste­hen.

Auf dem Konsolenfenster von Ubuntu 22.04.4 LTS ist ein okkafarbener Hintergrund mit schwarzer Schrift zu sehen. Im Vordergrund sind zwei Befehle dargestellt. Der erste Befehl lautet "sudo rm -rf tor-browser-linux*", was bedeutet, dass das heruntergeladene Archiv nach dem Entpacken gelöscht wird. Der zweite Befehl lautet "mv tor-browser /home/pinguin/", was bedeutet, dass die entpackten Dateien in den "Persönlichen Ordner" des Benutzers "pinguin" verschoben werden. Der Screenshot zeigt den Prozess des Löschens des Archivs und des Verschiebens der entpackten Dateien in den "Persönlichen Ordner" nach dem Entpacken des Tor Browsers

Nach Ab­schluss der vor­he­ri­gen Schrit­te be­fin­det sich das Tor-Ver­zeich­nis am An­fang des „Per­sön­li­chen Ord­ners”, was das Star­ten der Zu­gangs­soft­ware er­leich­tert.

Schnell ins Darknet

In Zu­kunft kann der Tor-Brow­ser je­der­zeit über ein neu­es Ter­mi­nal-Fens­ter ge­star­tet wer­den, wo­bei da­für stets die­sel­ben zwei Be­feh­le er­for­der­lich sind:

cd tor-browser/

Die­ser Be­fehl na­vi­giert zu den In­stal­la­ti­ons­da­tei­en.

./start-tor-browser.desktop

Mit die­sem Kom­man­do wird der Dark­web-Brow­ser ge­star­tet.

Auf dem Screenshot ist ein frisch geöffneter Tor Browser Version 13.0.14 zu sehen, direkt nach dem Start. Die Benutzeroberfläche zeigt zwei Schaltflächen: "Verbindung konfigurieren" und "Verbinden". Die Schaltfläche "Verbinden" ist hervorgehoben und lilafarben hinterlegt, während "Verbindung konfigurieren" eine standardmäßige Schaltfläche darstellt. Über den Schaltflächen steht die Überschrift "Mit Tor verbinden". Der Benutzer muss zwischen diesen Optionen wählen, um eine Verbindung herzustellen.

Da­nach öff­net sich ein Fens­ter, das dem Mo­zil­la Fire­fox zum Ver­wech­seln ähn­lich sieht. Dar­in muss der Be­nut­zer le­dig­lich auf die Schalt­flä­che „Ver­bin­den” kli­cken, um die Stan­dard-Such­ma­schi­ne Duck­Duck­Go zu la­den.

Die Grafik zeigt ein Klemmbrett mit einem Linux-Pinguin, der als Mechaniker verkleidet ist, in der oberen linken Ecke. Die obere Hälfte des Klemmbretts enthält Informationen zum Betriebssystem, nämlich Ubuntu 22.04.4 LTS mit GNOME 42.9 (Testsystem). Darunter sind Details zum Testgegenstand aufgeführt, in diesem Fall die Tor Browser Version 13.0.14. Die Grafik wurde von Veronika Helga Vetter gestaltet

Aber wer nun den Be­griff „Ox­aze­pam” in das Such­feld ein­gibt, da er die­ses Me­di­ka­ment an­onym oh­ne Re­zept er­wer­ben möch­te, der er­hält bloß be­lang­lo­se Such­ergeb­nis­se aus dem nor­ma­len In­ter­net (Cle­ar­web) an­ge­zeigt. Die rich­ti­gen Dark­net-Sei­ten sind an der En­dung .oni­on zu er­ken­nen und kön­nen von her­kömm­li­chen Such­ma­schi­nen nicht in­de­xiert wer­den. Die Un­ter­welt lie­ße sich mit dem Dienst Torch durch­fors­ten, wo­bei die al­ler­meis­ten der dort auf­ge­führ­ten Links ins Lee­re füh­ren.

Auf dem Bildschirm ist ein Screenshot des Tor Browsers Version 13.0.14 unter Ubuntu 22.04.4 LTS zu sehen. Die Webseite "The Hidden Wiki" ist geöffnet, die eine onion-URL besitzt: http://2jwcnprqbugvyi6ok2h2h7u26qc6j5wxm7feh3znlh2qu3h6hjld4kyd.onion/. Vor der URL ist das Zeichen mit den drei Knoten zu sehen, das die Tor-Kanäle symbolisiert. Der Browser befindet sich im Dunkelmodus, und die Website "The Hidden Wiki" wird auf dem Bildschirm angezeigt

Die große Enttäuschung

Für Men­schen, die auf der Su­che nach ab­sto­ßen­den Snuff-Fil­men oder ver­stö­ren­der Kin­der­por­no­gra­fie sind, hält das Dark­net kaum An­ge­bo­te be­reit. Und selbst wenn, sind die­se stets mit ei­ner be­stimm­ten Ge­gen­leis­tung ver­bun­den, die nicht un­be­dingt auf mo­ne­tä­rer Na­tur be­ruht.

Die Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den tun sich bei Kin­der­por­no­gra­fie be­son­ders schwer. Ver­su­che, im Dark­net an die Ver­käu­fer her­an­zu­kom­men, schei­tern häu­fig dar­an, dass die­se für die Bil­der oder Vi­de­os kein Geld ak­zep­tie­ren - auch nicht in ei­ner Kryp­to­wäh­rung -, son­dern nur „fri­sche Wa­re”.

Gra­nig, Cor­ne­li­us: Dark­net. Die Welt im Schat­ten der Com­pu­ter­kri­mi­na­li­tät. Wien: Ver­lag Kre­mayr & Sche­ri­au 2019.

Auf dem Banner ist ein blauer Hintergrund mit weißer Schrift zu sehen. Links ist ein Pinguin abgebildet, der als der Wissenschaftler Richard Daniel „Rick“ Sanchez verkleidet ist. Der Pinguin trägt den Namen Vinzenz der Jüngere. Über dem Pinguin steht die Überschrift: "Dein Verlangen ist heilbar!" Darunter ist die Telefonnummer 089440055055 aufgeführt. Diese Nummer gehört zu "Bayern gegen Gewalt", einem Hilfeangebot für Personen wie beispielsweise Pädophile, die nicht zum Täter werden wollen. Ein weiterer Hinweis auf dem Banner besagt, dass dieser Service anonym und urteilsfrei ist. Die Grafik wurde zuerst auf GWS2.de veröffentlicht, in einem Artikel, der sich mit dem Darknet (Tor) und dessen Gefahren befasst

Auch für kon­ser­va­ti­ve Re­gie­rungs­kri­ti­ker eig­nen sich eher die of­fe­nen Ka­nä­le oder ge­hei­men Chats von Te­le­gram, da das Dark­net haupt­säch­lich von ei­ner lin­ken, fast schon an­ar­chis­ti­schen Be­nut­zer­ba­sis ge­nutzt wird. Zu­sätz­lich bie­ten VPN-Diens­te ei­ne deut­lich grö­ße­re Band­brei­te, wenn es dar­um geht, Län­der­sper­ren zu um­ge­hen. Wer al­so ganz nor­mal ist, ei­ne Ar­beit hat und we­der ei­nen Mord noch ei­nen Bru­te-Force-An­griff in Auf­trag ge­ben möch­te, der muss das Cle­ar­web nicht ver­las­sen. Letzt­end­lich ist das Tor-Netz­werk nichts wei­ter als ein il­le­ga­les Ama­zon mit Apo­the­ken­prei­sen und Bit­co­in als Leit­wäh­rung.

Ver­wand­te The­men:

VPN für Ubun­tu - kos­ten­los mit Li­nux-Soft­ware
Was bringt ei­ne Fire­wall und wie wird die­se ak­ti­viert?

¹Er­pel­ding, Ste­fan: Was die Po­li­zei mit dem NSU 2.0 zu tun hat. youtube.com (05/2024).
²Mey, Ste­fan: Dark­net: Waf­fen, Dro­gen, Whist­le­b­lower. Wie die di­gi­ta­le Un­ter­welt funk­tio­niert. 2., ak­tua­li­sier­te Auf­la­ge. Mün­chen: Ver­lag C. H. Beck 2018.
³Gra­nig, Cor­ne­li­us: Dark­net. Die Welt im Schat­ten der Com­pu­ter­kri­mi­na­li­tät. Wien: Ver­lag Kre­mayr & Sche­ri­au 2019.
⁴D­öl­le, Mir­ko: Zah­len, Da­ten, Fak­ten. Das Tor-Netz in Kriegs­zei­ten. In: c’t Nr. 14 (2022). S. 29.
⁵K­urth, Ro­bert: Das sind die Re­geln für Can­na­bis-Kon­sum. mdr.de (05/2024).
⁶On­ly Hu­man Deutsch­land: 16-jäh­ri­ge pro­du­ziert Zi­ga­ret­ten für El­tern. youtube.com (05/2024).

GRUB im Multi-Boot-System - Windows finden

Am 14. Ok­to­ber 2025 en­det der Sup­port-Zeit­raum für Win­dows 10. In­fol­ge­des­sen sind der­zeit vie­le Be­sit­zer ei­nes Mul­ti-Boot-Sys­tems da­mit be­schäf­tigt, ih­re Mi­cro­soft-Par­ti­ti­on auf den neus­ten Stand zu brin­gen. Ei­ni­ge nut­zen die­se Ge­le­gen­heit, um das schi­cke Win­dows 11 auf ein NVMe-Lauf­werk oder ei­ne M.2-SSD zu in­stal­lie­ren. Nach ge­ta­ner Ar­beit tritt in der Re­gel das Pro­blem auf, das vor al­lem un­er­fah­re­ne Li­nux-An­wen­der er­schreckt: Die GRUB-Ein­trä­ge funk­tio­nie­ren nicht mehr. Klu­ge Ad­mi­nis­tra­to­ren ge­hen dann ra­tio­nal vor, star­ten Ubun­tu und ver­su­chen, den Grand Uni­fied Boot­loa­der mit­hil­fe des fol­gen­den Be­fehls zu ak­tua­li­sie­ren:

sudo update-grub

Nach die­ser Hand­lung tritt ein lus­ti­ges Er­eig­nis ein: Der Win­dows-Ein­trag ver­schwin­det kom­plett aus dem GRUB-Aus­wahl­me­nü.

In den sandigen Weiten der Wüste, umgeben von geheimnisvollen Pyramiden, taucht Vinzent der Jüngere als furchtloser Archäologe tief in die Vergangenheit ein. Mit eifriger Entschlossenheit gräbt er nach einem verborgenen Schatz - dem legendären Windows-Logo. Ein Symbol für die unermüdliche Suche des Grand Unified Bootloaders, der die verschollene Windows-Partition beharrlich sucht. Ein faszinierendes Bild der Entdeckung und des Abenteuers, festgehalten von der talentierten Künstlerin Veronika Helga Vetter. Ein Produkt von GWS2.de - deutschsprachige Ubuntu-Hilfe für gut situierte Rentner mit Niveau

In sol­chen Si­tua­tio­nen nei­gen be­sorg­te Nut­zer da­zu, Such­ma­schi­nen zu be­mü­hen, die sie zu Li­nux-Fo­ren wei­ter­lei­ten. Dort wer­den im­mer die drei sel­ben Lö­sungs­an­sät­ze vor­ge­schla­gen:

  • Ei­ne In­stal­la­ti­on von Grub Cus­to­mi­zer¹, um die Mi­cro­soft-Par­ti­ti­on mit­tels ei­ner gra­fi­schen Be­nut­zer­ober­flä­che zu fin­den. Ob­wohl die­ses nütz­li­che Werk­zeug in der Ver­gan­gen­heit gu­te Diens­te ge­leis­tet hat, ist es seit GRUB 2.06 nicht mehr kom­pa­ti­bel und wur­de be­reits in Ubun­tu 22.04 LTS aus den of­fi­zi­el­len Dritt­an­bie­ter­quel­len ent­fernt.

  • Den Pfad zur Win­dows-EFI-Par­ti­ti­on in die Da­tei „40_custom” ma­nu­ell ein­tra­gen. Das funk­tio­niert al­ler­dings selbst mit no­ta­ri­ell be­glau­big­ten Code­zei­len nie und führt bes­ten­falls zu Feh­ler­mel­dun­gen wie „Er­ror: in­va­lid si­gni­tu­re” oder „File not found”.

Zu­dem ge­hört die hän­di­sche GRUB-Re­pa­ra­tur zu den be­lieb­tes­ten Rat­schlä­gen. Das er­for­dert je­doch ei­ner­seits ei­nen Live-Stick und an­de­rer­seits ver­tief­te Li­nux-Kennt­nis­se, wie der fol­gen­de Aus­schnitt ei­ner An­lei­tung be­weist:

Dann wird ei­ne Aus­ga­be wie „/dev/sda1 on /boot/efi ty­pe vfat” er­schei­nen. In Ord­nern un­ter­halb von „/boot/efi/EFI/” lie­gen die Boot­loa­der-Da­tei­en mit der Da­tei­na­mens­er­wei­te­rung „efi”. Wenn das nicht der Fall ist, er­mit­teln Sie mit [...].

Eg­ge­ling, Thors­ten: Grub-Boot­um­ge­bung re­pa­rie­ren. In: Li­nux Welt Nr. 6 (2020). S. 20.

Bild von einem blauen Banner mit den Worten: Neues Windows = neues Ubuntu. Das soll bedeuten, dass Nutzer eines Multi-Boot-Systems immer erst Windows installieren sollten

Die Struk­tur des Grand Uni­fied Boot­loa­ders ist der­art kom­plex, dass ei­ne ma­nu­el­le Ma­ni­pu­la­ti­on oh­ne Be­ein­träch­ti­gung sei­ner Funk­ti­ons­fä­hig­keit fast un­mög­lich ist. Da­her emp­fiehlt es sich, nach ei­nem Up­grade der Win­dows-Edi­ti­on auch Ubun­tu neu zu in­stal­lie­ren. Da­bei wird ei­ne ak­tua­li­sier­te Ver­si­on von GNU GRUB in die EFI-Par­ti­ti­on des Li­nux-Da­ten­trä­gers ge­schrie­ben, wel­che gül­ti­ge Pfa­de zu be­reits vor­han­de­nen Par­al­lel­sys­te­men ent­hält.

Die Selbstheilung

Falls ei­ne Neu­in­stal­la­ti­on der Li­nux-Dis­tri­bu­ti­on nicht in­fra­ge kommt, bleibt nur ei­ne viel­ver­spre­chen­de Op­ti­on, um den Win­dows-Pfad in GRUB ein­zu­fü­gen. Die­ser An­satz stellt ei­ne teil­au­to­ma­ti­sier­te Lö­sung dar, bei die­ser der Be­nut­zer dem Boot­loa­der hilft, sich selbst zu re­pa­rie­ren. Zu­nächst muss die Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei über ein Ter­mi­nal-Fens­ter auf­ge­ru­fen wer­den:

sudo nano /etc/default/grub

Di­rekt im An­schluss ist es mög­lich, den fol­gen­den Ein­trag an­zu­fü­gen:

GRUB_DISABLE_OS_PROBER=false

Um die Än­de­rung im Edi­tor Na­no zu spei­chern, ist das Drü­cken der Tas­ten­kom­bi­na­ti­on Strg + O ge­folgt vom Zei­len­schal­ter er­for­der­lich. Hin­ge­gen mit Strg + X lässt sich die ge­öff­ne­te Kon­so­le wie­der als Be­fehls­ein­ga­be­mas­ke nut­zen.

"sudo nano /etc/default/grub" öffnet die Konfigurationsdatei für den GRUB-Bootloader in einem Texteditor namens Nano. Diese Datei enthält Einstellungen und Parameter für das Bootverhalten des Systems. Hier ist eine typische Beschreibung des Inhalts dieser Datei: Die Datei beginnt mit Kommentarzeilen, die möglicherweise Informationen über den Zweck der Datei und die möglichen Einstellungen enthalten. Diese Kommentare dienen zur Erläuterung und Orientierung für den Benutzer. Danach folgen Zeilen mit verschiedenen Variablenzuweisungen. Diese Variablen steuern das Verhalten des GRUB-Bootloaders beim Starten des Systems. Einige häufig vorkommende Variablen sind: - GRUB_DEFAULT: Legt fest, welches Betriebssystem standardmäßig gebootet werden soll. - GRUB_TIMEOUT: Definiert die Zeit in Sekunden, die der Benutzer hat, um ein Betriebssystem auszuwählen, bevor das Standardbetriebssystem automatisch gestartet wird. - GRUB_CMDLINE_LINUX: Hier können zusätzliche Kernelparameter angegeben werden. - GRUB_DISABLE_OS_PROBER: Eine Variable, die steuert, ob GRUB nach anderen Betriebssystemen auf der Festplatte suchen soll. In der beschriebenen Situation wurde die Zeile "GRUB_DISABLE_OS_PROBER=false" hinzugefügt, um die automatische Erkennung von Betriebssystemen durch GRUB zu aktivieren. Dies bedeutet, dass GRUB nach anderen Betriebssystemen auf der Festplatte suchen wird, um sie in das Bootmenü aufzunehmen

Die­se ist nach Ab­schluss der Kon­fi­gu­ra­ti­on auch nö­tig, um die Mo­di­fi­ka­tio­nen mit­hil­fe des nach­ste­hen­den Kom­man­dos zu ak­ti­vie­ren.

sudo update-grub

Im Ide­al­fall fin­det GRUB nun den Pfad zur Win­dows-Par­ti­ti­on und fügt die­sen zum Aus­wahl­me­nü hin­zu.

Screenshot von Ubuntu 22.04.3 LTS: Was passiert nach der Befehlseingabe: sudo update-grub? Der Grand Unified Bootloader sucht nach Windows-Partitionen und generiert eine neue Konfigurationsdatei. Nach einem Neustart kann zwischen Ubuntu und Windows 11 ausgewählt werden

Der letzte Notnagel

Soll­te al­les beim Al­ten blei­ben, kann es in ei­nem von zehn Fäl­len hel­fen, den Se­cu­re-Boot-Mo­dus im UEFI zu de­ak­ti­vie­ren. Die­se Funk­ti­on dient prin­zi­pi­ell da­zu, die markt­be­herr­schen­de Stel­lung von Mi­cro­soft zu fes­ti­gen.

Se­cu­re Boot be­deu­tet, dass das UEFI nur mit ei­nem im Mo­ther­board hin­ter­leg­ten Schlüs­sel si­gnier­te Boot­loa­der star­tet. [...] In der Pra­xis stat­ten die Mo­ther­board-Her­stel­ler ih­re Hard­ware le­dig­lich mit dem Schlüs­sel von Mi­cro­soft aus.

Lang­ner, Chris­toph: Se­cu­re Boot. In: Li­nux User Nr. 2 (2022). S. 77.

GRUB_DISABLE_OS_PROBER=false wurde in /etc/default/grub ergänzt, aber der Grand Unified Bootloader findet keine Windows-Installation? Dann kann es helfen, den Secure-Boot-Modus zu deaktivieren. Tipp von Sascha Vetter (IT-Techniker) und Linux-Experte aus Linz (Österreich). Screenshot zeigt ein ASUS-UEFI eines AM4-Systems

Im An­schluss dar­an soll­te Ubun­tu ge­star­tet und die Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei von GRUB neu ge­ne­riert wer­den:

sudo update-grub

Taucht auch nach der De­ak­ti­vie­rung des Se­cu­re-Boot-Mo­dus kei­ne Win­dows-Par­ti­ti­on im Grand Uni­fied Boot­loa­der auf, ist ei­ne Neu­in­stal­la­ti­on von Ubun­tu un­um­gäng­lich.

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¹Vet­ter, Ve­ro­ni­ka Hel­ga: Ubun­tu: Boot­rei­hen­fol­ge än­dern - GRUB mit GUI edi­tie­ren. pinguin.gws2.de (03/2024).