Das Ubuntu Handbuch | Anleitungen für Linux-Freunde

Fremdes WLAN, eigene Regeln: Ubuntu mit Gufw absichern

En­de Au­gust kom­men vie­le Deut­sche aus dem Ba­de­ur­laub zu­rück und brin­gen oft klei­ne Über­ra­schun­gen aus dem Aus­land mit. Wäh­rend Rei­se­di­ar­rhö und Son­nen­brand eta­blier­te Sou­ve­nirs sind, ha­ben man­che Da­men in­zwi­schen auch ei­ne be­fruch­te­te Ei­zel­le mit im Ge­päck. Ent­we­der, weil sie sich ei­ner In-vi­tro-Fer­ti­li­sa­ti­on un­ter­zo­gen ha­ben – oder weil sie ei­nem un­ge­schütz­ten One-Night-Stand nicht wi­der­ste­hen konn­ten. An­de­re wie­der­um be­mer­ken schon in der Ho­tel­an­la­ge, dass ir­gend­et­was mit ih­rem Lap­top nicht stimmt. Die Goog­le-Su­che lie­fert plötz­lich merk­wür­di­ge Er­geb­nis­se, der Web­brow­ser lässt ver­stö­ren­de Mel­dun­gen auf­plop­pen und über­all ist Wer­bung. Oben­drein klemmt nicht nur der E-Mail-Ver­sand, son­dern auch der Auf­ruf ganz ge­wöhn­li­cher Web­sei­ten ist nicht mehr mög­lich. „Das muss am Ho­tel-WLAN lie­gen“, denkt man sich und hofft das Bes­te. Das Sys­tem ist aber mög­li­cher­wei­se be­reits nach­hal­tig kom­pro­mit­tiert. Ge­nau wie Ta­blet­ten ge­gen Übel­keit, Son­nen­milch und Ver­hü­tungs­mit­tel ge­hört mitt­ler­wei­le auch ei­ne Fire­wall in die Rei­se­apo­the­ke.

ℹ️ Durch die fort­schrei­ten­de Di­gi­ta­li­sie­rung, Soft­ware-as-a-Ser­vice und KI-ge­stütz­tes So­cial En­gi­nee­ring hat das The­ma Fire­wal­ling sein Schat­ten­da­sein be­en­det. Noch vor we­ni­gen Jah­ren sa­hen selbst Li­nux-Zeit­schrif­ten bei ei­nem ty­pi­schen Desk­top-Sys­tem nicht im­mer ei­nen zwin­gen­den Grund, zu­sätz­lich ei­ne Soft­ware-Fire­wal­l¹ ein­zu­set­zen. Heu­te ge­hört ein sinn­voll kon­fi­gu­rier­ter Port- und Pa­ket­fil­ter zu­min­dest auf ei­nen Mo­bil­com­pu­ter, un­ab­hän­gig vom ver­wen­de­ten Be­triebs­sys­tem.

Die gän­gigs­te Soft­ware-Fire­wall in al­len De­bi­an-De­ri­va­ten ist Gufw. Wo­bei das le­dig­lich die Be­nut­zer­ober­flä­che für UFW (Un­com­pli­ca­ted Fire­wall) ist, die wie­der­um das Li­nux-Frame­work nf­ta­bles kon­fi­gu­riert.

sudo apt install ufw gufw

Bis 2025 funk­tio­nier­te Gufw nach dem Mot­to: be­quem, ein­fach, schön und nützlich!² Be­son­ders be­liebt war das Schutz­werk­zeug we­gen sei­ner vor­de­fi­nier­ten Pro­fi­le, die der Be­nut­zer je nach Stand­ort mit we­ni­gen Klicks ak­ti­vie­ren konn­te.

Split-Screen-Vergleich der Gufw-Firewall unter Ubuntu 24.04 LTS und Ubuntu 26.04 LTS. Links zeigt Gufw ein vordefiniertes Profil „Öffentlich“ mit auswählbaren Standortprofilen. Rechts ist Gufw 26.04.0 ohne Profil-Auswahl dargestellt; Eingehende und ausgehende Verbindungen stehen auf „Verweigern“. Erkenntnis von Sascha Vetter - Netzwerk- und Systemadministrator

Bei die­ser ein­fa­chen Vor­ge­hens­wei­se emp­fah­len³ plötz­lich ge­fühlt al­le Li­nux-Ex­per­ten, frem­de Netz­wer­ke grund­sätz­lich nur mit ak­ti­vier­tem Gufw zu be­tre­ten. Wir ta­ten es eben­falls – und un­se­re Le­ser dank­ten es uns.

Phil­ip Hil­ler: ufw + gufw in­stal­liert, Pro­fil = öf­fent­lich, Schie­be­reg­ler ak­ti­viert, er­le­digt. Herz­li­chen Dank für Ih­re Mü­he, Sie ha­ben mir sehr ge­hol­fen.

Vet­ter, Sa­scha: Ubun­tu: Fire­wall ein­schal­ten - Pro­fi­tipps für Gufw. pinguin.gws2.de (09/2026).

Mit Ubun­tu 26.04 LTS hat sich die Sa­che al­ler­dings leicht ver­än­dert. Gufw prä­sen­tiert nich­t⁴ mehr die­sel­be ein­fa­che Aus­wahl an Stand­ort­pro­fi­len, wie man sie aus frü­he­ren Ver­sio­nen kennt. Und das macht durch­aus Sinn. Es gibt näm­lich et­li­che Sze­na­ri­en, in de­nen ei­ne Fire­wall zum Ein­satz kom­men kann.

Sie kann un­ter an­de­rem als Kills­witch für ei­ne VPN-Ver­bin­dung die­nen, Netz­wer­ke von­ein­an­der ab­schot­ten oder ver­hin­dern, dass ein Pro­gramm un­ge­wollt nach Hau­se te­le­fo­niert. Ein pau­scha­les „Öf­fent­lich“, „Zu­hau­se“ oder „Bü­ro“ ist da­für schlicht nicht mehr zeit­ge­mäß und kann im schlimms­ten Fall le­dig­lich ein Ge­fühl von Si­cher­heit er­zeu­gen.

Datenblatt zur Firewall-Testumgebung mit Ubuntu 26.04 LTS x86_64, Kernel 7.0.0-30-generic und GNOME 50.1. Getestet wurde Gufw Firewall 26.04.0 als grafische Oberfläche (GUI) für UFW, installiert über APT. Das seit 2008 veröffentlichte und weiterhin aktive Projekt ist als langjährig etablierte Firewall-Lösung für Desktop- und Laptop-Systeme ausgewiesen. Mit einem Schwierigkeitsgrad von 3 von 4 eignet sich Gufw besonders für technisch versierte Heimanwender, die eine bewährte Software-Firewall einsetzen möchten. Zuerst auf GWS2.de veröffentlicht - das Ubuntu Handbuch

An­de­rer­seits ist es für Lai­en oh­ne Netz­werk­kennt­nis­se fast un­mög­lich, ei­ne Fire­wall von Grund auf sinn­voll zu kon­fi­gu­rie­ren. Ge­nau hier be­ginnt un­ser klei­nes Ur­laubs­aben­teu­er.

Blei­ben wir al­so bei un­se­rem Ba­de­ur­laub – ge­nau­er ge­sagt bei ei­nem All-in­clu­si­ve-Ho­tel mit meh­re­ren hun­dert Gäs­ten. Beim Ein­che­cken er­hal­ten wir ei­ne Kar­te mit den WLAN-Cre­den­ti­als. Die für uns re­le­van­te SSID heißt „Starhotel_Guest“ und das Pass­wort lau­tet „star­ho­tel“.

Was vie­len nicht klar ist: Nach der Ein­ga­be die­ser Zu­gangs­da­ten ist das Ge­rät nicht „im In­ter­net“. Es ist zu­nächst Teil­neh­mer des Ho­tel-Gast-Netz­werks und er­hält ty­pi­scher­wei­se ei­ne IP-Kon­fi­gu­ra­ti­on so­wie ein De­fault Gate­way, über das der In­ter­net­zu­gang her­ge­stellt wird. Ob die Gäs­te da­bei tat­säch­lich in ei­nem ge­mein­sa­men Lay­er-2-Netz lan­den oder durch VLANs be­zie­hungs­wei­se Cli­ent-Iso­la­ti­on von­ein­an­der ge­trennt wer­den, hängt von der Kon­fi­gu­ra­ti­on des Ho­tel­netz­werks ab.

💬 Und ge­nau hier liegt das Pro­blem: Wir wis­sen es schlicht nicht.

Es ist au­ßer­dem ei­ne Il­lu­si­on zu glau­ben, dass in je­der die­ser Bet­ten­bur­gen ei­ne IT-Ab­tei­lung sitzt, die den Da­ten­ver­kehr rund um die Uhr über­wacht und je­den Teil­neh­mer per­sön­lich be­schützt. In der Pra­xis muss die In­fra­struk­tur vor al­lem funk­tio­nie­ren. Das Ma­nage­ment hofft, mög­lichst sta­bil durch die Sai­son zu kom­men und den ex­ter­nen Dienst­leis­ter nur dann an­ru­fen zu müs­sen, wenn wirk­lich gar nichts mehr geht.

Illustration eines Laptop-Nutzers in einem öffentlichen Hotel-WLAN, umgeben von vier möglichen Netzwerkgefahren. Links oben versucht ein Angreifer mit einem gefälschten Access Point als „Evil Twin“, den Datenverkehr des Hotelgastes abzufangen. Links unten ist ein weiterer Gast mit einem veralteten und mit Schadsoftware infizierten Windows-7-Laptop dargestellt, von dem aus nach erreichbaren Geräten und offenen Ports gesucht werden kann. Rechts oben überwacht ein neugieriger Netzwerkadministrator den Netzwerkverkehr und kann dabei technische Verbindungsdaten erfassen. Rechts unten symbolisiert eine vermummte Gestalt mit Fernglas das unbekannte Risiko von Überwachung und Datenspionage in fremden Netzwerken. Die Pfeile führen zu dem Laptop des zentralen Benutzers und verdeutlichen die möglichen Angriffs- und Überwachungswege. Ein blaues Firewall-Symbol schützt den Laptop; darunter steht „Eine Firewall kann schützen.“ Die Grafik wurde von Veronika Helga Vetter erstellt. Das ist eine renommierte Photoshop-Künstlerin aus Linz in Oberösterreich. Finanziert von Computerheld Linz - PC-Vor-Ort-Service mit Fokus auf Systemsicherheit

Für den ein­zel­nen Netz­werk­teil­neh­mer kön­nen dar­aus ver­schie­de­ne Ri­si­ken ent­ste­hen:

  • Ro­gue AP: Im Nach­bar­zim­mer könn­te ein ge­fälsch­ter Ac­cess Point mit ei­ner iden­ti­schen oder täu­schend ähn­li­chen SSID ste­hen. Log­ge ich mich ver­se­hent­lich in ei­nen sol­chen „Evil Twin“ ein, kann ein An­grei­fer ver­su­chen, mei­nen Da­ten­ver­kehr um­zu­lei­ten, Zu­gangs­da­ten ab­zu­grei­fen oder wei­te­re So­cial-En­gi­nee­ring-An­grif­fe ge­gen mich durch­zu­füh­ren.
  • In­fi­zier­te Teil­neh­mer: Der Win­dows-7-Lap­top ei­nes an­de­ren Gas­tes ent­hält ak­ti­ve Mal­wa­re und be­ginnt da­mit, das lo­ka­le Netz­werk nach er­reich­ba­ren Ge­rä­ten, Frei­ga­ben und an­de­ren An­griffs­zie­len ab­zu­su­chen.
  • Neu­gie­ri­ger Ad­min: Der Be­trei­ber des Netz­werks sieht nicht au­to­ma­tisch den In­halt je­der ver­schlüs­sel­ten Ver­bin­dung. Tech­ni­sche Me­ta­da­ten wie IP-Adres­sen, DNS-An­fra­gen oder Ver­bin­dungs­zei­ten kön­nen je­doch durch­aus sicht­bar sein. Bei ver­al­te­ten oder un­ver­schlüs­sel­ten Pro­to­kol­len sieht die Sa­che noch schlech­ter aus: Wer bei­spiels­wei­se IMAP oh­ne TLS oder an­de­re un­ver­schlüs­sel­te Diens­te ver­wen­det, lie­fert sei­ne di­gi­ta­le Post un­ter Um­stän­den tat­säch­lich wie ei­ne Post­kar­te ab.

Ge­ne­rell möch­te ich au­ßer­dem nicht, dass je­des Ge­rät im Ho­tel­netz­werk erst ein­mal her­aus­fin­det, dass mein Lap­top über­haupt exis­tiert. Ich möch­te mein di­gi­ta­les Bit­rau­schen so ge­ring und so ka­na­li­siert wie mög­lich hal­ten.

Alles abriegeln - Default Deny

Das BSI emp­fiehlt, Fil­ter­re­geln so zu kon­fi­gu­rie­ren, dass nur un­be­dingt not­wen­di­ge Zu­grif­fe er­laubt sind. Der Fo­kus soll­te da­bei auf den Funk­tio­nen des Web-Brow­sers, des Mail-Cli­ents so­wie des Be­triebs­sys­tems lie­gen.

💬 Aus Sicht ei­nes Netz­werk­ad­mi­nis­tra­tors sind Mail-Pro­gram­me wie Thun­der­bird oder Out­look aus meh­re­ren Per­spek­ti­ven ein zu­sätz­li­ches Ri­si­ko. Vor al­lem dann, wenn meh­re­re Post­fä­cher ver­schie­de­ner An­bie­ter kon­fi­gu­riert sind. Des­halb ist es in öf­fent­li­chen Netz­wer­ken rat­sam, die Web­mail-Zu­gän­ge der je­wei­li­gen An­bie­ter zu ver­wen­den.

Gufw-Firewall unter Ubuntu 26.04 LTS mit aktiviertem Default-Deny-Prinzip. Der Firewall-Status ist eingeschaltet, während sowohl eingehende als auch ausgehende Verbindungen auf „Verweigern“ gesetzt sind. Damit werden zunächst sämtliche nicht ausdrücklich erlaubten Netzwerkverbindungen blockiert. Das grüne Schildsymbol visualisiert den aktiven Schutz der Firewall. Die Konfiguration bildet die Ausgangsbasis für die anschließend gezielt freigegebenen Netzwerkverbindungen. GWS2.de

Ei­ne Fire­wall nach dem Prin­zip De­fault De­ny be­ginnt mit ei­ner ein­fa­chen, aber wir­kungs­vol­len Idee: Erst ein­mal wird al­les blo­ckiert, was nicht aus­drück­lich er­laubt ist. In Gufw ist hier­für die Aus­wahl „Ver­wei­gern“ so­wohl bei „Ein­ge­hend“ als auch bei „Aus­ge­hend“ er­for­der­lich.

Hin­ter die­ser kom­plett ge­schlos­se­nen Brand­mau­er ist es an­schlie­ßend sinn­voll, zu­nächst die rei­bungs­lo­se Funk­ti­on des Be­triebs­sys­tems si­cher­zu­stel­len. Un­ter Ubun­tu ge­hört da­zu auch die Schnitt­stel­le lo (Loop­back / 127.0.0.1), über die Pro­gram­me mit an­de­ren Diens­ten auf dem­sel­ben Rech­ner kom­mu­ni­zie­ren kön­nen.

Horizontale Split-Screen-Darstellung der Loopback-Schnittstelle unter Ubuntu 26.04 LTS. Im oberen Bereich zeigt Sniffnet die Schnittstelle „lo“ mit den lokalen Adressen 127.0.0.1 und ::1. Darunter ist die entsprechende Gufw-Firewall-Regel „Loopback“ zu sehen: Für die Schnittstelle „lo“ werden eingehende und ausgehende Verbindungen für TCP und UDP erlaubt. Die Regel gilt ausschließlich für die interne Kommunikation des Ubuntu-Systems, da Datenverkehr über die Loopback-Schnittstelle den Rechner nicht verlässt und somit nicht ins Internet gelangt. Linux-Firewall Einstellungen vom Profi

Kei­ne Sor­ge: Was über Loop­back über­tra­gen wird, ver­lässt den Rech­ner nicht und kann da­her auch nicht über die­se Schnitt­stel­le ins In­ter­net ge­lan­gen.

Benötigte IP-Adresse

So­bald die in­ter­nen Richt­li­ni­en ge­setzt sind, geht es dar­um, ein­zel­ne Schuss­schar­ten in die Brand­mau­er zu fle­xen. Um über­haupt Teil des Ho­tel-Netz­werks zu wer­den, muss uns der DHCP-Ser­ver ei­ne IP-Adres­se zu­wei­sen kön­nen.

Nach dem Ver­bin­den mit „Starhotel_Guest“ hat un­ser Mo­bil­com­pu­ter zu­nächst selbst noch kei­ne IP-Adres­se. Er schickt des­halb ei­nen DHCP-Broad­cast ins Netz­werk:

0.0.0.0:68 → 255.255.255.255:67

Sinn­ge­mäß ruft un­ser Ubun­tu-Cli­ent da­mit ins Netz­werk: „Wer hat ei­ne IP-Adres­se für mich?“ Der DHCP-Ser­ver hört auf UDP-Port 67 und ant­wor­tet dem Cli­ent über UDP-Port 68. Da­mit die­ser Vor­gang un­se­re frisch er­rich­te­te Brand­mau­er pas­sie­ren kann, müs­sen in Gufw zwei Re­geln ge­setzt wer­den:

DHCP to Ser­ver

  • Richt­li­nie: Er­lau­ben
  • Rich­tung: Aus­ge­hend
  • Schnitt­stel­le: en­pXXX
  • Pro­to­koll: UDP
  • Von: 68 Nach: 67

Un­se­re in­ne­ren Tor­wäch­ter las­sen da­mit DHCP-An­fra­gen des Cli­ents in Rich­tung DHCP-Ser­ver vor­über­zie­hen.

Horizontaler Split-Screen mit zwei Gufw-Firewall-Regeln für DHCP unter Ubuntu 26.04 LTS. Oben ist die Regel „DHCP to Server“ dargestellt: Sie erlaubt ausgehenden UDP-Datenverkehr über die Netzwerkschnittstelle enp3s0 vom Quellport 68 zum Zielport 67 des DHCP-Servers. Unten zeigt die Regel „DHCP to Client“ die Gegenrichtung: Eingehender UDP-Datenverkehr wird über enp3s0 vom Quellport 67 des DHCP-Servers zum Zielport 68 des Ubuntu-Clients erlaubt. Beide Regeln sind erforderlich, damit der Rechner seine IP-Konfiguration per DHCP beziehen und die zugewiesene Netzwerkadresse anschließend erneuern kann. Firewall in öffentlichen Hotspots - Empfehlung von Sascha Vetter - Netzwerkadministrator

Ser­ver to DHCP

  • Richt­li­nie: Er­lau­ben
  • Rich­tung: Ein­ge­hend
  • Schnitt­stel­le: en­pXXX
  • Pro­to­koll: UDP
  • Von: 67 Nach: 68

Auch die Ant­wort des DHCP-Ser­vers darf un­se­re Fire­wall durch­que­ren. Die dau­er­haf­te Bei­be­hal­tung die­ser Re­gel bleibt sinn­voll, denn DHCP ist nicht mit der ers­ten IP-Zu­wei­sung er­le­digt. Der Cli­ent muss sei­ne Lea­se spä­ter er­neu­ern. Bei ei­ner Ver­län­ge­rung kann der DHCP-Ser­ver di­rekt an­ge­spro­chen wer­den; auch da­bei wird UDP 67/68 ver­wen­det.

So bleibt un­ser Ubun­tu-Rech­ner im Netz­werk re­gis­triert, oh­ne dass bei je­der Er­neue­rung der Ver­bin­dung ei­ne DHCP-Kon­fi­gu­ra­ti­on von Hand an­ge­sto­ßen wer­den muss - Stich­wort Cap­ti­ve Por­tal (hier­zu spä­ter mehr).

ℹ️ IPv6 bleibt au­ßen vor. Gufw legt für je­de Re­gel au­to­ma­tisch auch ei­ne pas­sen­de IP­v6-Re­gel an. In WLAN-Hot­spots spielt IPv6 je­doch kei­ne Rol­le. Des­halb lö­schen wir die au­to­ma­tisch er­zeug­te IP­v6-Re­gel über das Mi­nus­sym­bol.

Das Internet

Für die al­ler­meis­ten Men­schen ist das In­ter­net das, was im Web­brow­ser pas­siert. Das ist für un­se­re Fire­wall-Kon­fi­gu­ra­ti­on so­gar prak­tisch: Wir kön­nen den Web­ver­kehr auf ei­nen ein­zi­gen Ziel­port kon­zen­trie­ren.

Für ver­schlüs­sel­te Web­sei­ten kom­men heu­te haupt­säch­lich zwei Pro­to­kol­le zum Ein­satz: HTTPS über TCP und HTTP/3 über QUIC und da­mit UDP. Bei­de ver­wen­den stan­dard­mä­ßig den Ziel­port 443. Des­halb öff­nen wir in der Fire­wall zu­nächst aus­schließ­lich den aus­ge­hen­den Ver­kehr zum Ziel­port 443.

Gufw-Firewall-Regel „HTTPS“ unter Ubuntu 26.04 LTS. Die Regel erlaubt ausgehenden TCP-Datenverkehr über die Netzwerkschnittstelle enp3s0 zum Zielport 443. Damit werden verschlüsselte HTTPS-Verbindungen des Ubuntu-Systems ins Internet ermöglicht. Die Quelladresse und der Quellport bleiben unbeschränkt, während ausschließlich der Zielport 443 für ausgehende Verbindungen freigegeben wird

Das ist al­ler­dings nur die hal­be Mie­te. Da­mit aus „www.example.de“ über­haupt ei­ne IP-Adres­se wird, be­nö­tigt un­ser Rech­ner noch das Do­main Na­me Sys­tem. Oh­ne DNS weiß der Brow­ser zwar, wo­hin er möch­te – aber nicht, wel­che IP-Adres­se er an­spre­chen soll.

Gufw-Firewall unter Ubuntu 26.04 LTS mit aktivierter Firewall und vollständiger Übersicht der für ein öffentliches WLAN freigegebenen Regeln. Erlaubt werden Loopback-Verbindungen sowie DHCP über UDP-Port 67 und 68, HTTPS über TCP-Port 443, QUIC über UDP-Port 443 und DNS über UDP-Port 53. Die Regeln gelten auf der Netzwerkschnittstelle enp3s0. Eingehende und ausgehende Verbindungen stehen grundsätzlich auf „Verweigern“, sodass ausschließlich die ausdrücklich freigegebenen Verbindungen zugelassen werden. Damit sind typische Internetanwendungen wie Websurfen, Streaming und YouTube möglich, während nicht benötigter Netzwerkverkehr durch das Default-Deny-Prinzip blockiert bleibt. Übersicht von Sascha Vetter - Linux-Netzwerkadministrator und Security Professional 2026

Klas­si­sches DNS ver­wen­det nor­ma­ler­wei­se den UDP-Port 53. Auch die­ser aus­ge­hen­de Da­ten­ver­kehr muss des­halb zu­nächst durch un­se­re Fire­wall ge­las­sen wer­den.

  • Al­ler­dings ist klas­si­sches DNS un­ver­schlüs­selt. Ein An­grei­fer im sel­ben Netz­werk kann DNS-An­fra­gen des­halb grund­sätz­lich mit­le­sen und dar­aus ab­lei­ten, wel­che Do­mains auf­ge­ru­fen wer­den. Noch un­an­ge­neh­mer wird es, wenn DNS-Ant­wor­ten ma­ni­pu­liert wer­den.

Doch kei­ne Sor­ge: Die­ses klei­ne Schlupf­loch kön­nen wir auf dem Cli­ent schlie­ßen. Fire­fox un­ter­stützt DNS über HTTPS (DoH). Da­bei wer­den die DNS-An­fra­gen ver­schlüs­selt über ei­ne HTTPS-Ver­bin­dung über­tra­gen. So­bald Fire­fox DoH ver­wen­det, muss der Brow­ser für sei­ne DNS-Auf­lö­sung nicht mehr auf das klas­si­sche DNS über UDP/53 zu­rück­grei­fen.

Firefox 155.0.1 unter Ubuntu zeigt die erweiterten Einstellungen für DNS über HTTPS (DoH). DNS-Anfragen werden dabei verschlüsselt über HTTPS übertragen und als Anbieter ist Cloudflare ausgewählt. Die Option „Benutzerdefiniert“ ist aktiviert und Firefox warnt, wenn kein sicheres DNS verfügbar ist. Durch DNS über HTTPS kann die klassische DNS-Kommunikation über UDP-Port 53 entfallen: Die DNS-Anfragen werden stattdessen über eine verschlüsselte HTTPS-Verbindung über Port 443 übertragen. Damit kann die Firewall-Konfiguration auf HTTPS beschränkt werden, wenn auf klassisches DNS verzichtet werden soll. Gleichzeitig wird der vom Hotel bereitgestellte DNS-Server umgangen, sodass dort vorgenommene DNS-basierte Sperren oder Manipulationen nicht mehr greifen. DNS über HTTPS verhindert allerdings nicht jede Form einer Webseitensperre, da diese auch auf anderen Ebenen des Netzwerks erfolgen kann. GWS2.de September 2026

Nach un­se­rem zu­vor de­fi­nier­ten De­fault-De­ny-Prin­zip und den Emp­feh­lun­gen des BSI ha­ben wir nun die für un­ser Sze­na­rio not­wen­di­gen Ver­bin­dun­gen frei­ge­schal­tet. Al­les an­de­re bleibt dicht.

  • Pro­to­kol­le und Diens­te wie IMAP, POP3, ICMP, NTP, Net­BI­OS, Tor, Steam, Mi­cro­soft RPC, SMB und vie­le wei­te­re kön­nen mit die­ser Fire­wall-Kon­fi­gu­ra­ti­on nicht nach in­nen oder au­ßen kom­mu­ni­zie­ren.

Für un­se­ren Ho­tel­auf­ent­halt be­deu­tet das: Der Web­brow­ser bleibt das ein­zi­ge be­wusst ge­öff­ne­te Tor zur di­gi­ta­len Au­ßen­welt, was Ubun­tu auch mit ei­nem ein­ge­schränk­ten In­ter­net­sym­bol an­zeigt.

Ubuntu 26.04 LTS zeigt in der oberen Systemleiste eine eingeschränkte Netzwerkverbindung an. Das Symbol weist darauf hin, dass die aktivierte Firewall mit den zuvor konfigurierten Regeln den Netzwerkverkehr bewusst einschränkt. GWS2.de

Einziges Problem – das Captive Portal

Wer sich mit ei­nem öf­fent­li­chen Hot­spot ver­bin­det, wird in al­ler Re­gel zu­nächst auf ein Cap­ti­ve Por­tal ge­lei­tet. Da­bei han­delt es sich um ei­ne in­ter­ne Web­sei­te des Netz­werk­be­trei­bers, auf der man bei­spiels­wei­se be­stä­ti­gen muss, dass man die AGB ge­le­sen hat.

Fiktives Captive Portal des Hotels „Starhotel“ auf einem Smartphone. Die lokale Webseite wird über eine unverschlüsselte HTTP-Verbindung zu connect.starhotel.com aufgerufen. Die Login-Seite fordert den Gast auf, die allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzerklärung zu akzeptieren und anschließend auf „Verbinden“ zu klicken. Da das Captive Portal im dargestellten Szenario über HTTP auf Port 80 erreichbar ist, muss dieser Port vorübergehend in der Firewall freigegeben werden. Mit der zuvor vollständig geschlossenen Default-Deny-Konfiguration kann die lokale Anmeldeseite zunächst nicht aufgerufen werden. GWS2.de

Pro­blem: In un­se­rem Ho­tel­sze­na­rio wird die­se un­ver­schlüs­sel­te Log­in-Sei­te über HTTP und da­mit über TCP-Port 80 be­reit­ge­stellt. Für den An­mel­de­pro­zess müs­sen wir des­halb ei­ne tem­po­rä­re Re­gel er­stel­len und die­sen Port öff­nen.

Gufw-Firewall-Regel „Captive Portal – HTTP“ unter Ubuntu 26.04 LTS. Die Regel erlaubt ausgehenden TCP-Datenverkehr über die Netzwerkschnittstelle enp3s0 zum Zielport 80. Damit kann die unverschlüsselte HTTP-Verbindung zum Captive Portal des Hotel-WLANs hergestellt und die Anmeldeseite aufgerufen werden. Die Freigabe ist als temporäre Ausnahme gedacht: Für die einmalige Anmeldung kann Port 80 geöffnet und die Verbindung zum Hotel-WLAN hergestellt werden. Nach erfolgreicher Anmeldung sollte die Regel wieder aus Gufw entfernt werden, sodass HTTP-Verbindungen ins Internet weiterhin durch das Default-Deny-Prinzip blockiert bleiben. GWS2.de

Nach der er­folg­rei­chen An­mel­dung ist es wich­tig, die­se Port-80-Re­gel wie­der zu lö­schen. Im In­ter­net kön­nen sich hin­ter die­sem Port näm­lich HTTP-Phis­hing-Sei­ten ver­ber­gen, bei de­nen je­de Ein­ga­be un­ver­schlüs­selt ge­spei­chert wird. Un­ser Mo­bil­com­pu­ter hält in Zu­kunft über die oben ge­öff­ne­ten Ports 67 und 68 Kon­takt mit dem DHCP-Ser­ver, so­dass wir wäh­rend un­se­res Ho­tel­auf­ent­halts nicht mehr zum Cap­ti­ve Por­tal um­ge­lei­tet wer­den.

💬 Der Fort­schritt durch KI bringt mas­sen­wei­se Schwach­stel­len in gän­gi­gen Pro­to­kol­len her­vor und er­leich­tert es An­grei­fern, So­cial-En­gi­nee­ring-At­ta­cken durch­zu­füh­ren. Ei­ne sau­ber kon­fi­gu­rier­te Soft­ware-Fire­wall ist des­halb ein wich­ti­ger Bau­stein, um die Kon­trol­le über das ei­ge­ne Ge­rät zu be­hal­ten. Aus mei­ner Er­fah­run­g⁵ weiß ich: Geld­ver­lust durch Phis­hing, pein­li­ches Sextor­ti­on und Da­ten­ab­fluss pas­sie­ren stän­dig – es spricht aus Scham nur kaum je­mand dar­über. Ei­ne Fire­wall kann vie­les da­von ver­hin­dern oder zu­min­dest ab­schwä­chen und ge­hört ge­ra­de in öf­fent­li­chen Netz­wer­ken zum Pflicht­pro­gramm.

ℹ️ Für das Jahr 2025 ga­ben 11 %⁶ der deut­schen In­ter­net­nut­zer (rund 8 Mil­lio­nen Men­schen) an, Op­fer von Cy­ber­kri­mi­na­li­tät ge­wor­den zu sein. Im Vor­jahr wa­ren es nur nur 7 %. Zu den häu­figs­ten Vor­fäl­len zähl­ten Be­trug beim On­line-Shop­ping, er­folg­rei­ches Phis­hing und da­mit un­be­rech­tig­ter Zu­griff auf On­line-Ac­counts.

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¹Wol­ski, Da­vid: Si­cher sur­fen mit Li­nux. In: Li­nux Welt Nr. 3 (2020). S. 25.
²Bär­waldt, Erik: In­ko­gni­to: All­tags­taug­li­ches ge­här­te­tes De­bi­an-De­ri­vat Sep­tor Li­nux. In: Li­nux User Nr 8 (2019) S. 20.
³Lam­precht, Ste­phan: Si­cher­heits­werk­zeug für Li­nux. In: Li­nux Welt Nr. 4 (2022). S. 62.
⁴Die drei vor­de­fi­nier­ten Pro­fi­le kön­nen über den Rei­ter „Be­ar­bei­ten” im Un­ter­punkt „Ein­stel­lun­gen” via „Show pro­files” ein­ge­blen­det wer­den.
⁵Vet­ter, Ve­ro­ni­ka Hel­ga: Phis­hing-Mails er­ken­nen: Wie ein ein­zi­ger Klick Ih­ren PC kom­pro­mit­tie­ren kann. computerheld-linz.at (09/2026).
⁶Eig­ner, Isa­bel­la: Kri­mi­nal­ti­ät im In­ter­net. Ri­si­ko­be­wuss­ter Leicht­sinn. In: Stif­tung Wa­ren­test Nr. 7 (2026). S. 74.

Ace Stream unter Ubuntu: Installation, Funktionsweise und Praxistipps

Un­ter­hal­tung hält dich un­ten. Ei­ne alt­her­ge­brach­te Weis­heit, die mit Blick auf die deutsch­spra­chi­ge Me­di­en­land­schaft ste­tig an Wahr­heit ge­winnt. Trotz­dem ge­ben die Men­schen ne­ben der ver­pflich­ten­den Rund­funk­ge­bühr Un­sum­men für Strea­ming-Abos aus. Die Share Eco­no­my – „Du wirst nichts be­sit­zen und glück­lich sein“ – ist al­so längst Rea­li­tät ge­wor­den. Da­ge­gen spricht zu­nächst we­nig, schließ­lich kos­tet ein Ki­no­be­such in­zwi­schen mehr als ein Net­flix-Mo­nats­abo. Man­che för­dern oben­drein das Un­ter­schich­ten­fern­se­hen¹, in­dem sie Diens­te wie sim­pliTV oder Joyn zu­sätz­lich abon­nie­ren. Im Jahr 2022 kon­su­mier­ten die Deut­schen erst­mals län­ger be­zahl­te² als kos­ten­lo­se Vi­deo­in­hal­te. Kein Wun­der, schließ­lich sind die all­seits be­lieb­ten Fuß­ball-Live-Über­tra­gun­gen eben­falls kos­ten­pflich­tig. Doch auf­ge­passt: Ge­ra­de vor dem Hin­ter­grund, dass Vi­deo­streams be­son­ders häu­fig am Lap­top ab­ge­spielt wer­den, könn­te Ace Stream ei­ne Mög­lich­keit sein, die mo­nat­li­chen Un­ter­hal­tungs­kos­ten zu sen­ken. Ins­be­son­de­re für Ubun­tu-Nut­zer und Netz­werk­ad­mi­nis­tra­to­ren ist das smar­te Live-P2P-Vi­deo-Netz­werk ei­ne in­ter­es­san­te Do­mä­ne, in der das Tor zur glo­ba­len Fern­seh­welt ge­öff­net wird.

Britney Spears - Slumber Party ft. Tinashe im VLC via Ace Stream. Ubuntu 24.04 LTS - Juli 2026

Mu­sik-TV im VLC via Ace Stream in HD-Qua­li­tät.

Ace Stream lässt sich un­ter Ubun­tu vor­zugs­wei­se via Snap mit ei­nem ein­zi­gen Ter­mi­nal-Be­fehl in­stal­lie­ren:

sudo snap install acestreamplayer

Dar­auf­hin lädt die Li­nux-Dis­tri­bu­ti­on drei ei­gen­stän­di­ge Pro­gram­me her­un­ter:

  • ACE Play­er HD
  • ACE mpv
  • Ace Stream En­gi­ne

Wäh­rend­des­sen die ers­ten bei­den Kom­po­nen­ten le­dig­lich op­tio­nal nutz­ba­re Vi­deo-Play­er sind, han­delt es sich beim letz­ten Teil um das Zu­gangs­por­tal zum Ace-Netz­werk. Da­mit die Wie­der­ga­be funk­tio­niert, muss die Ace Stream En­gi­ne stets ge­star­tet sein. Nach dem Öff­nen er­scheint sie als Sym­bol im In­fo­be­reich (Tray) der Task­leis­te und ar­bei­tet im Hin­ter­grund.

Der Screenshot zeigt die Anwendungsübersicht von Ubuntu 24.04.4 LTS mit aktivierter Suchfunktion im dunklen Yaru-Design. Im oberen Bereich befindet sich das Suchfeld, in das bereits der Begriff „ACE“ eingegeben wurde. Links im Suchfeld ist das Lupensymbol zur Kennzeichnung der Suchfunktion zu sehen, während rechts ein kleines Symbol zum Löschen der Eingabe eingeblendet wird. Direkt unterhalb des Suchfeldes erscheint als Suchergebnis die Anwendung AceStreamEngine. Das Programmsymbol besteht aus einem kreisförmig angeordneten Pfeilmotiv in den Farben Gelb, Orange, Rot, Lila, Blau und Grün. Die Pfeile bilden zusammen einen geschlossenen Kreislauf und symbolisieren den Datenaustausch innerhalb des Peer-to-Peer-Netzwerks. Unterhalb des Symbols befindet sich die Bezeichnung „AceStreamEngine“. Das Suchergebnis ist mit einem blauen Rahmen hervorgehoben, wodurch deutlich wird, dass die Anwendung aktuell ausgewählt ist und unmittelbar gestartet werden kann. Der Screenshot verdeutlicht, dass die Ace Stream Engine nach erfolgreicher Installation vollständig in die Desktop-Umgebung von Ubuntu integriert wird und sich wie jede andere Anwendung komfortabel über die Suchfunktion des Systems starten lässt. GWS2.de - Juli 2026

Ace Stream ba­siert grund­sätz­lich auf der Bit­Tor­rent-Tech­no­lo­gie, weist je­doch ei­ni­ge Be­son­der­hei­ten auf. Im Ge­gen­satz zu klas­si­schen Bit­Tor­rent-Cli­ents, die haupt­säch­lich für den Aus­tausch kom­plet­ter Da­tei­en ent­wi­ckelt wur­den, ist Ace Stream auf die Über­tra­gung von Live-Vi­deo­streams op­ti­miert. Die Tech­no­lo­gie selbst ist neu­tral und kann so­wohl für le­ga­le als auch für nicht li­zen­zier­te In­hal­te ein­ge­setzt wer­den.

Ace Stream unter Ubuntu. Kostenlose Anleitung zum Fußball schauen - Juli 2026

Vie­le TV-Sta­tio­nen ver­zich­ten gänz­lich auf die Peer-to-Peer-Fä­hig­kei­ten und über­tra­gen ih­re In­hal­te auf ei­nen zen­tra­len Web­ser­ver, der den Vi­deo-Stream per HTTP (Port 80) an die Zu­schau­er aus­lie­fert. Vor al­lem we­nig fre­quen­tier­ten Sen­der nut­zen das Ace-Stream-Netz­werk so, um ihr Pro­gramm sta­bil und welt­weit zu ver­brei­ten.

Die unter Ubuntu 24.04.4 LTS entstandene Bildcollage veranschaulicht anschaulich einen Sonderfall der Ace-Stream-Technologie, bei dem ein Videostream nicht über das Peer-to-Peer-Netzwerk, sondern direkt von einem zentralen Webserver empfangen wird. Die Collage wurde von Veronika Helga Vetter im Juli 2026 erstellt und setzt sich aus drei inhaltlich zusammengehörenden Bereichen zusammen. Im oberen Bereich ist ein Ausschnitt des Netzwerk-Analyseprogramms Sniffnet zu sehen. Die dargestellten Netzwerkverbindungen zeigen ausschließlich eine TCP-Verbindung zwischen dem lokalen Rechner mit der privaten IP-Adresse 10.0.0.9 und dem Server 136.243.42.146. Auffällig ist dabei, dass die Gegenstelle über den HTTP-Port 80 kommuniziert und Sniffnet den Dienst folgerichtig als „http“ erkennt. Die Gegenrichtung zeigt dieselbe Verbindung mit den vertauschten Quell- und Zieladressen. Diese Darstellung macht deutlich, dass der Videostream in diesem Beispiel unmittelbar von einem gewöhnlichen HTTP-Server stammt und nicht von anderen Teilnehmern des Ace-Stream-Netzwerks. Links unten ist das Kontextmenü der Ace Stream Engine eingeblendet. Neben der aktuellen Downloadrate werden dort auch die Werte „UL: 0.0“ sowie „Helping: 0“ angezeigt. Insbesondere der Wert Helping: 0 ist von Bedeutung, da er darauf hinweist, dass der eigene Rechner momentan keine Videodaten an andere Teilnehmer weiterverteilt. Während bei einem klassischen Peer-to-Peer-Stream empfangene Datenpakete unmittelbar an weitere Peers übertragen werden, fungiert der Rechner in diesem Szenario ausschließlich als Empfänger des Videostreams. Der rechte Teil der Collage greift diese technische Situation grafisch auf. Dargestellt ist ein stilisierter HTTP-Server (Port 80), von dem ein Pfeil direkt zu einem lächelnden Linux-Pinguin mit erhobenem Daumen führt. Unter dem Pinguin befindet sich die Beschriftung „DU“, wodurch die direkte Datenübertragung zwischen Server und Zuschauer symbolisiert wird. Die Illustration verdeutlicht, dass der Stream ohne zwischengeschaltete Peer-to-Peer-Verbindungen direkt vom Server bezogen wird. Die Collage zeigt damit eindrucksvoll, dass Ace Stream nicht ausschließlich auf Peer-to-Peer-Verbindungen angewiesen ist. Insbesondere bei weniger stark frequentierten TV-Sendern oder Nischenprogrammen kann die Ace Stream Engine den Videostream direkt über eine gewöhnliche HTTP-Verbindung von einem zentralen Server beziehen. In einem solchen Fall werden die empfangenen Daten nicht an andere Teilnehmer weiterverteilt, sondern ausschließlich lokal wiedergegeben. Dieses hybride Übertragungsmodell erlaubt es Ace Stream, je nach Verfügbarkeit von Peers und Auslastung des Netzwerks flexibel zwischen einer klassischen Serververbindung und der Peer-to-Peer-Verteilung zu wechseln. Das Ubuntu Handbuch

Die Grund­idee von Ace Stream be­steht je­doch dar­in, dass ei­ne Quel­le ei­nen HD-Vi­deo­stream an ei­ne sehr gro­ße An­zahl von Zu­schau­ern über­tra­gen kann, oh­ne die ge­sam­te Upload-Band­brei­te selbst be­reit­stel­len zu müs­sen.

  • Ähn­lich wie bei an­de­ren Peer-to-Peer-Netz­wer­ken gibt der Emp­fän­ger ein­ge­hen­de Da­ten­pa­ke­te an an­de­re Teil­neh­mer wei­ter.

Da­durch ver­teilt sich die be­nö­tig­te Band­brei­te auf al­le ver­bun­de­nen Peers und das Netz­werk ska­liert mit stei­gen­der Zu­schau­er­zahl. In klas­si­schen File­sha­ring-Netz­wer­ken wie Bit­Tor­rent oder Ka­dem­lia müs­sen Port­wei­ter­lei­tun­gen im Rou­ter oder VPN-Dienst ein­ge­rich­tet wer­den, da­mit an­de­re Teil­neh­mer di­rek­te Ver­bin­dun­gen zum ei­ge­nen Rech­ner auf­bau­en kön­nen.

Das Dekobild des Artikels zeigt eine humorvoll gestaltete Szene rund um Ace Stream unter Ubuntu und greift zahlreiche Elemente auf, die den Inhalt des Beitrags widerspiegeln. Im oberen linken Bereich befindet sich die Überschrift „AceStream unter Ubuntu“, die das Thema der Illustration unmittelbar erkennen lässt. Im Mittelpunkt des Bildes sitzt ein fröhlicher Linux-Pinguin an einem Schreibtisch vor einem großen Computermonitor. Der Pinguin trägt eine dunkle Baseballkappe und einen Kapuzenpullover und verfolgt sichtlich begeistert eine Live-Übertragung auf dem Bildschirm. Geöffnet ist der VLC Media Player, in dem ein Fußballspiel der Weltmeisterschaft wiedergegeben wird. Zu sehen ist eine Nahaufnahme eines portugiesischen Spielers während einer Spielunterbrechung. Das Senderlogo DAZN sowie die eingeblendete Spielpaarung Brasilien gegen Japan verdeutlichen, dass es sich um eine internationale Sportübertragung handelt. Der dargestellte VLC Media Player besitzt die für Ubuntu typische Menüleiste mit den Einträgen Medien, Wiedergabe, Audio, Video, Untertitel, Werkzeuge und Hilfe und vermittelt damit den Eindruck einer ganz normalen Wiedergabe eines Netzwerkstreams. Die gesamte Szene spielt in einem gemütlichen Arbeits- und Gamingzimmer, das zahlreiche kleine Details bereithält. Auf dem Schreibtisch stehen eine geöffnete Tüte Tortilla-Chips, eine Dose Spezi sowie ein leerer Dönerkarton – typische Begleiter eines langen Fußballabends. Direkt daneben befindet sich eine große Kaffeetasse mit der augenzwinkernden Aufschrift „Kein Plan. Kein Ziel. Hauptsache Fußball.“. Vor dem Schreibtisch schläft entspannt eine Katze in ihrem Körbchen und unterstreicht die gemütliche Atmosphäre. Im Hintergrund sind weitere persönliche Gegenstände zu erkennen. Neben dem Schreibtisch steht ein beleuchteter Computer mit Sichtfenster, auf dessen Gehäuse eine kleine Fußballspieler-Trophäe platziert wurde. An der Wand hängt ein großes Bild eines Fußballstadions, wodurch das Thema Sport zusätzlich aufgegriffen wird. Auf einem Regal stehen mehrere Flaschen sowie ein eingerahmtes Foto, während sich auf dem Boden Wäsche und Schuhe befinden. Diese bewusst leicht chaotische Umgebung vermittelt den Eindruck eines authentischen Wohnzimmers während eines spannenden Fußballabends. Die Illustration greift damit den roten Faden des gesamten Artikels auf. Der Pinguin symbolisiert Ubuntu beziehungsweise Linux, während der VLC Media Player stellvertretend für die komfortable Wiedergabe eines von der Ace Stream Engine bereitgestellten Videostreams steht. Das Motiv verdeutlicht, dass sich hochauflösende Live-Übertragungen unter Ubuntu mit frei verfügbarer Software unkompliziert genießen lassen. Gleichzeitig vermittelt die Szene eine lockere und sympathische Atmosphäre und dient als passender visueller Abschluss des Beitrags. Cartoon von Veronika Helga Vetter - Webkünstlerin seit 2011 (Linz/Oberösterreich)

ℹ️ Bei Ace Stream ist dies für die rei­ne Wie­der­ga­be nicht er­for­der­lich. Zwar lauscht die Ace Stream En­gi­ne stan­dard­mä­ßig auf Port 8621 (TCP und UDP), sie kann je­doch auch oh­ne ma­nu­ell ein­ge­rich­te­te Port­wei­ter­lei­tung Ver­bin­dun­gen zu an­de­ren Peers auf­bau­en und Vi­deo­streams zu­ver­läs­sig emp­fan­gen.

Zu­dem wur­de die Ace Stream En­gi­ne in den letz­ten Jah­ren so stark wei­ter­ent­wi­ckelt, dass die meis­ten Peer-Grup­pen aus le­dig­lich drei gleich­star­ken Teil­neh­mern be­stehen, die sich Da­ten­pa­ke­te über auf­recht­erhal­te­ne TCP-Ver­bin­dun­gen hin und her schi­cken.

Die unter Ubuntu 24.04.4 LTS entstandene Bildcollage zeigt den klassischen Betriebsmodus von Ace Stream, bei dem die Übertragung eines Videostreams vollständig über ein Peer-to-Peer-Netzwerk erfolgt. Die Collage wurde von Veronika Helga Vetter im Juli 2026 erstellt und kombiniert eine Netzwerkanalyse mit einer grafischen Darstellung der Datenverteilung. Im oberen Bereich ist ein Ausschnitt des Netzwerk-Analyseprogramms Sniffnet zu sehen. Dort werden mehrere gleichzeitig aufgebaute TCP-Verbindungen dargestellt, die über den für Ace Stream typischen Port 8641 kommunizieren. Der lokale Rechner mit der privaten IP-Adresse 10.0.0.9 ist dabei gleichzeitig mit den beiden öffentlichen Gegenstellen 95.214.234.48 und 91.209.70.8 verbunden. Die Netzwerkübersicht zeigt sowohl ausgehende als auch eingehende TCP-Verbindungen, wodurch deutlich wird, dass der Rechner nicht ausschließlich Daten empfängt, sondern gleichzeitig aktiv am Datenaustausch mit anderen Teilnehmern des Peer-to-Peer-Netzwerks beteiligt ist. Im linken unteren Bereich ist das Kontextmenü der Ace Stream Engine eingeblendet. Neben der aktuellen Downloadrate fällt insbesondere der Eintrag „Helping: 2“ auf. Dieser Wert zeigt an, dass der eigene Rechner derzeit zwei andere Teilnehmer beim Verteilen des Videostreams unterstützt. Obwohl in diesem Beispiel kein klassischer Uploadwert ausgewiesen wird, bestätigt der Helping-Wert, dass die empfangenen Videodaten nicht nur lokal wiedergegeben, sondern gleichzeitig an andere Teilnehmer des Netzwerks weitergeleitet werden. Die rechte Bildhälfte veranschaulicht dieses Prinzip grafisch. Im Mittelpunkt befindet sich ein Linux-Pinguin, der stellvertretend für den eigenen Rechner vor einem Computer sitzt und einen laufenden Videostream betrachtet. Von diesem zentralen Teilnehmer führen Datenverbindungen zu den beiden Peers „Peer A“ und „Peer B“. Die Verbindungspfeile verdeutlichen, dass der Rechner gleichzeitig Datenpakete empfängt und bereits erhaltene Videodaten unmittelbar wieder an andere Teilnehmer weitergibt. Die beiden dargestellten Peers sind ihrerseits wiederum mit weiteren Teilnehmern verbunden, wodurch das typische, vermaschte Peer-to-Peer-Netzwerk entsteht. Jeder Teilnehmer fungiert dabei sowohl als Empfänger als auch als Verteiler von Datenpaketen und trägt damit zur Bandbreite und Stabilität des gesamten Netzwerks bei. Die Collage verdeutlicht damit das grundlegende Funktionsprinzip von Ace Stream. Im Gegensatz zu einer klassischen Server-Client-Architektur stammt der Videostream nicht ausschließlich von einem zentralen Server. Stattdessen verteilen zahlreiche miteinander verbundene Teilnehmer die einzelnen Datenpakete untereinander. Jeder Zuschauer wird automatisch zu einem aktiven Bestandteil des Netzwerks und unterstützt die Übertragung des Live-Streams, indem bereits empfangene Videodaten an weitere Peers weitergegeben werden. Dieses Verfahren ermöglicht eine besonders effiziente Verteilung von HD-Live-Streams und sorgt dafür, dass die verfügbare Gesamtbandbreite mit der Anzahl der verbundenen Teilnehmer wächst. Collage von Sascha Vetter - Netzwerk- und Systemadministrator Linz Oberösterreich in Kooperation mit Computerheld Linz

Streams für Ace Stream

Nach der gan­zen Netz­werk­theo­rie stellt sich na­tür­lich die Fra­ge, wo­her die Stream-Links über­haupt stam­men. Bis vor ei­ni­gen Jah­ren war es oft not­wen­dig, zwie­lich­ti­ge Web­sei­ten zu durch­su­chen, bei de­nen nie ganz klar war, ob der Play-But­ton tat­säch­lich ei­nen Stream star­tet oder auf ei­ne Phis­hing-Sei­te führt.

  • Die Ent­wick­ler von Ace Stream ha­ben die­ses Pro­blem er­kannt und stel­len die Stream-Links in­zwi­schen über ei­ne ei­ge­ne Such­ma­schi­ne be­reit.

Dort las­sen sich nicht nur TV-Sen­der aus al­ler Welt fin­den, son­dern auch ak­tu­el­le Live-Events und Sport­über­tra­gun­gen.

Der Screenshot zeigt die offizielle Ace Stream Suchmaschine, über die sich sowohl TV-Sender als auch aktuelle Live-Ereignisse komfortabel durchsuchen lassen. Im oberen Bereich der Webseite befindet sich eine große Suchleiste, in die bereits der Suchbegriff „England ENG - DR Congo COD“ eingegeben wurde. Rechts daneben ist die blau hervorgehobene Schaltfläche „Search“ zu sehen, mit der die Suche gestartet wird. Direkt unterhalb der Suchleiste erscheint eine Ergebnisliste mit mehreren verfügbaren Streams zum ausgewählten Fußballspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 2026. Die Suchmaschine stellt dabei verschiedene Sprachversionen desselben Ereignisses bereit. Im dargestellten Beispiel werden Übertragungen in Polnisch, Deutsch, Französisch und Russisch angeboten. Dadurch können Nutzer gezielt die gewünschte Kommentarsprache auswählen, anstatt lediglich nach einem bestimmten Fernsehsender suchen zu müssen. Jeder Eintrag verfügt über mehrere Aktionssymbole. Das erste Symbol mit dem Wiedergabe-Dreieck dient zum direkten Öffnen des Streams. Das daneben befindliche Kamerasymbol kopiert den entsprechenden Ace-Stream-Link in die Zwischenablage. Besonders hervorgehoben ist im Screenshot das rechts außen dargestellte Symbol zum Kopieren des Stream-Links, auf das ein blauer Pfeil zeigt. Nach einem Klick befindet sich der Ace-Stream-Link in der Zwischenablage und kann anschließend beispielsweise im VLC Media Player über „Medien → Netzwerkstream öffnen“ beziehungsweise die Tastenkombination Strg + N eingefügt werden. Voraussetzung für die Wiedergabe ist, dass die Ace Stream Engine bereits im Hintergrund gestartet wurde. Sie empfängt den Stream aus dem Ace-Stream-Netzwerk und stellt ihn anschließend lokal für den gewählten Mediaplayer bereit. Der Screenshot verdeutlicht außerdem einen wesentlichen Vorteil der offiziellen Ace Stream Suchmaschine gegenüber vielen inoffiziellen Streaming-Portalen. Statt auf unbekannten Webseiten nach Stream-Links suchen zu müssen, können Nutzer gezielt nach TV-Sendern wie ORF, ARD oder ZDF sowie nach konkreten Live-Ereignissen suchen. Gerade bei internationalen Sportveranstaltungen werden häufig mehrere Sprachversionen desselben Spiels angeboten, sodass die gewünschte Übertragung mit wenigen Mausklicks gefunden und gestartet werden kann. Von der Fussball-Weltmeisterschaft empfohlen - Juli 2026

Mit ei­nem Klick auf das Ka­me­ra­sym­bol ne­ben dem ge­wünsch­ten Ein­trag wird der ent­spre­chen­de Ace-Stream-Link in die Zwi­schen­ab­la­ge ko­piert.

  • An­schlie­ßend lässt sich im VLC Me­dia Play­er über die Tas­ten­kom­bi­na­ti­on „Strg + N” das Fens­ter Netz­werk­adres­se öff­nen auf­ru­fen.
  • Dort wird der zu­vor ko­pier­te Link mit „Strg + V” ein­ge­fügt und der Stream-In­halt über die Schalt­flä­che „Wie­der­ga­be“ ge­star­tet.

Nach we­ni­gen Se­kun­den be­ginnt der Vi­deo­stream mit dem Auf­bau. Vor­aus­set­zung hier­für ist, dass die Ace Stream En­gi­ne be­reits im Hin­ter­grund läuft und als Sym­bol im In­fo­be­reich (Tray) der Task­leis­te auf ein­ge­hen­de Stream-An­fra­gen war­tet.

Der unter Ubuntu 24.04.4 LTS entstandene Screenshot zeigt einen über Ace Stream empfangenen Live-Stream der Fußball-Weltmeisterschaft 2026, der im VLC Media Player wiedergegeben wird. Als Übertragung dient in diesem Beispiel der türkische Sportsender TRT Spor, da deutschsprachige Übertragungen nicht zu jedem Zeitpunkt oder für jede Begegnung verfügbar sind. Der Screenshot verdeutlicht, dass sich internationale Live-Übertragungen mit Ace Stream problemlos in einem herkömmlichen Mediaplayer wiedergeben lassen. Im oberen Bereich des VLC-Fensters ist zu erkennen, dass kein lokales Video geöffnet wurde, sondern ein von der Ace Stream Engine bereitgestellter Netzwerkstream abgespielt wird. In der Titelleiste erscheint die URL des lokalen HTTP-Streams (getstream?...), über den die Ace Stream Engine die empfangenen Videodaten an den VLC Media Player übergibt. Für den VLC handelt es sich dabei lediglich um einen gewöhnlichen Netzwerkstream, während sämtliche Aufgaben wie Peer-Suche, Datenempfang, Buffering und gegebenenfalls die Weiterverteilung der Videodaten vollständig von der Ace Stream Engine im Hintergrund übernommen werden. Das Videobild zeigt eine Szene aus dem WM-Spiel Mexiko gegen England. Eingeblendet sind der Spielstand, die Spielzeit sowie das Senderlogo TRT Spor. Auffällig ist die hohe Bildqualität der Übertragung. Das Bild wird in hoher Auflösung dargestellt und zeigt selbst bei schnellen Kamerabewegungen oder detailreichen Szenen keine sichtbaren Kompressionsartefakte oder Aussetzer. Gerade bei internationalen Sportübertragungen mit vielen gleichzeitigen Zuschauern spielt die Peer-to-Peer-Technologie von Ace Stream ihre Stärken aus. Statt sämtliche Daten von einem einzelnen Streaming-Server zu beziehen, werden die Videopakete zwischen zahlreichen Teilnehmern des Netzwerks verteilt. Jeder Zuschauer trägt – sofern der Stream im Peer-to-Peer-Modus arbeitet – einen kleinen Teil der benötigten Bandbreite bei. Dadurch verteilt sich die Last auf viele Teilnehmer, wodurch auch hochauflösende Live-Streams stabil übertragen werden können. Ein weiterer Vorteil dieser Lösung besteht darin, dass sämtliche Funktionen des VLC Media Players uneingeschränkt zur Verfügung stehen. So können beispielsweise die Lautstärke angepasst, Vollbildmodus und Seitenverhältnis geändert, Untertitel verwaltet oder Audio- und Videoeinstellungen individuell angepasst werden. Für den Anwender unterscheidet sich die Wiedergabe eines Ace-Streams somit kaum von der eines gewöhnlichen Netzwerkstreams oder einer lokalen Videodatei. Die eigentliche Peer-to-Peer-Kommunikation bleibt vollständig im Hintergrund verborgen und wird von der Ace Stream Engine übernommen, während VLC ausschließlich für die komfortable Wiedergabe des Videostreams zuständig ist. Handbuch für Linux-Freunde Juli 2026

Die Qua­li­tät der Ace-Streams hat sich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren deut­lich ver­bes­sert. Die meis­ten TV-Sen­der wer­den in­zwi­schen in 720p, vie­le so­gar in Full HD (1080p) über­tra­gen. Um ei­ne mög­lichst ru­ck­el­freie Wie­der­ga­be zu ge­währ­leis­ten, emp­fiehlt es sich, in den Ein­stel­lun­gen der Ace Stream En­gi­ne den Live Buf­fer auf min­des­tens 24 Se­kun­den zu er­hö­hen.

Der unter Ubuntu 24.04.4 LTS entstandene Screenshot zeigt das Einstellungsfenster der Ace Stream Engine, in dem sich verschiedene Parameter zur Optimierung der Streamingqualität anpassen lassen. Während die Standardeinstellungen bereits für viele Übertragungen ausreichend sind, können insbesondere bei hochauflösenden Live-Streams individuelle Anpassungen die Wiedergabestabilität deutlich verbessern. Im oberen Bereich des Dialogfensters befinden sich mehrere allgemeine Optionen, beispielsweise zur automatischen Ermittlung der maximalen Downloadgeschwindigkeit oder zum Verhalten der Engine während des Vorpufferns eines Streams. Den Schwerpunkt des Screenshots bilden jedoch die konfigurierbaren Werte für Puffergrößen und Bandbreitenbegrenzungen. Besonders hervorgehoben ist der Eintrag „Live buffer“, dessen Wert in diesem Beispiel auf 24 Sekunden erhöht wurde. Standardmäßig verwendet die Ace Stream Engine einen Puffer von 12 Sekunden, was bei Live-Übertragungen mit schwankender Internetverbindung oder kurzfristigen Verzögerungen einzelner Peers gelegentlich zu Bildrucklern oder kurzen Unterbrechungen führen kann. Durch die Verdopplung des Puffers auf 24 Sekunden steht der Engine ein deutlich größerer Zwischenspeicher zur Verfügung. Kurzfristige Schwankungen im Peer-to-Peer-Netzwerk können dadurch ausgeglichen werden, ohne dass sich diese unmittelbar auf die Wiedergabe auswirken. Ebenfalls angepasst wurde das Download-Limit, das in diesem Beispiel auf 1.700 KB/s festgelegt ist. Dieser Wert orientiert sich an der für hochauflösende Live-Streams benötigten Datenrate und sorgt dafür, dass ausreichend Bandbreite für eine flüssige Wiedergabe zur Verfügung steht, ohne den Internetanschluss unnötig zu belasten. Zusätzlich wurde das Upload-Limit auf 512 KB/s begrenzt. Da Ace Stream als Peer-to-Peer-Netzwerk arbeitet und empfangene Videodaten bei Bedarf an andere Teilnehmer weitergibt, verhindert diese Einstellung, dass die eigene Internetleitung durch einen zu hohen Upload ausgelastet wird. Gleichzeitig bleibt genügend Upload-Kapazität erhalten, um weiterhin aktiv zum Netzwerk beizutragen und andere Zuschauer beim Empfang des Streams zu unterstützen. Mit dieser Konfiguration lässt sich die Wiedergabe von 1080p-Live-Streams in der Praxis deutlich stabilisieren. Insbesondere bei stark nachgefragten Sportübertragungen sorgt der vergrößerte Live-Puffer dafür, dass kurzzeitige Schwankungen im Peer-to-Peer-Netzwerk abgefangen werden können. Zusammen mit einer sinnvoll begrenzten Bandbreitennutzung ergibt sich eine ruckelfreie und zuverlässige Wiedergabe, ohne den eigenen Internetanschluss oder das Netzwerk anderer Teilnehmer unnötig zu belasten. Erkenntnis von Sascha Vetter - Netzwerk- und Systemadministrator

Wer sich den In­ter­net­an­schluss mit an­de­ren Per­so­nen teilt, soll­te au­ßer­dem be­den­ken, dass für ei­nen sta­bi­len HD-Stream ei­ne dau­er­haft ver­füg­ba­re Down­load­ra­te von rund 1.500 KB/s (ca. 1,5 MB/s) er­for­der­lich ist. Steht die­se Band­brei­te nicht kon­ti­nu­ier­lich zur Ver­fü­gung, kann es zu Bild­ruck­lern oder kur­zen Un­ter­bre­chun­gen kom­men.

ℹ️ Rund um Ace Stream hal­ten sich bis heu­te zahl­rei­che My­then. Im­mer wie­der wird die Soft­ware mit dem Dark­net oder an­ony­men Tausch­bör­sen in Ver­bin­dung ge­bracht. Tat­säch­lich trifft bei­des nicht zu. Ace Stream ist ein ge­wöhn­li­ches Peer-to-Peer-Netz­werk, das über das „un­ver­schlei­er­te” In­ter­net kom­mu­ni­ziert. Die Soft­ware nutzt stan­dar­di­sier­te TCP- und UDP-Ver­bin­dun­gen und lässt sich mit Netz­werk­werk­zeu­gen wie Wireshark oder Sniff­net pro­blem­los ana­ly­sie­ren. We­der kom­men Oni­on-Rou­ting noch an­de­re An­ony­mi­sie­rungs­tech­ni­ken zum Ein­satz.

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Al­te Vi­deo-DVDs un­ter Ubun­tu ab­spie­len – so funktioniert’s
Kei­ne Lust auf Peer-to-Peer? Fern­se­hen un­ter Ubun­tu mit Free­tux­TV

¹S­poerr, Kath­rin: Wo Un­ter­schich­ten zu Hau­se sind. welt.de (06/2026).
²Link, Mi­cha­el: Vi­deo­strea­ming: Zah­len, Da­ten, Fak­ten. In: c’t Nr. 2 (2023). S. 142.

Sniffnet unter Ubuntu: Welche Verbindungen baut das System auf – und warum Phishing dabei eine größere Rolle spielt als Malware

„End­lich bin ich vor Mal­wa­re si­cher“, dach­te sich der lang­jäh­ri­ge Win­dows-Nut­zer nach dem Um­stieg auf Ubun­tu. In der Pra­xis trifft die­ser weit ver­brei­te­te Glau­be je­doch höchs­tens auf klas­si­sche Vi­ren und Wür­mer zu, die heu­te oh­ne­hin kaum noch ei­ne Rol­le spie­len. Der Si­cher­heits­my­thos rund um Li­nux-Dis­tri­bu­tio­nen macht vie­le An­wen­der so­gar an­fäl­li­ger für So­cial-En­gi­nee­ring-An­grif­fe. Schließ­lich funk­tio­nie­ren Phis­hing-Mails platt­form­über­grei­fend. Vie­le ver­bin­den mit Phis­hing zu­nächst Key­log­ger, Iden­ti­täts­dieb­stahl oder an­de­re For­men der Kon­ten­über­nah­me. Die ers­te Stu­fe ei­nes er­folg­rei­chen An­griffs ist je­doch meist die Kom­pro­mit­tie­rung des Brow­sers. Und nur weil Fire­fox als Snap-Pa­ket in ei­ner Sand­box läuft, schützt das nicht vor bös­ar­ti­gen Er­wei­te­run­gen, Brow­ser-Ex­ploits, Cryp­to­jack­in­g¹ oder ge­fälsch­ten Down­loads.

ℹ️ Laut BSI² zäh­len Phis­hing und Sextor­ti­on zu den größ­ten Cy­ber-Be­dro­hun­gen für Pri­vat­an­wen­der. Wäh­rend Li­nux vie­le au­to­ma­ti­sier­te At­ta­cken wie Power­Shell-Drop­per³ be­reits auf tech­ni­scher Ebe­ne aus­bremst, sind So­cial-En­gi­nee­ring-An­grif­fe da­von weit­ge­hend un­be­rührt. Sie grei­fen nicht das Be­triebs­sys­tem an, son­dern den Men­schen vor dem Bild­schirm.
Die abgebildete Collage zeigt drei unterschiedliche Phishing-Kampagnen, die auf einem Ubuntu-System im regulären E-Mail-Verkehr eingegangen sind. Die Beispiele verdeutlichen eindrucksvoll, warum der Wechsel von Windows zu Linux zwar das Risiko klassischer Malware-Infektionen reduziert, jedoch keinen wirksamen Schutz vor modernen Social-Engineering-Angriffen bietet. Allen drei Nachrichten ist gemeinsam, dass sie nicht versuchen, Sicherheitslücken im Betriebssystem auszunutzen. Stattdessen setzen die Angreifer auf psychologische Manipulation. Durch gefälschte Login-Codes, angebliche Sicherheitswarnungen, vermeintlich dringende Benachrichtigungen oder zeitkritische Handlungsaufforderungen soll der Empfänger dazu gebracht werden, einen Link anzuklicken und anschließend Zugangsdaten preiszugeben. Aus technischer Sicht spielt dabei keine Rolle, ob die E-Mail unter Ubuntu, Windows oder macOS gelesen wird. Der Angriff findet nicht auf Kernel-Ebene statt, sondern zielt direkt auf den Anwender. Wird der enthaltene Link geöffnet, startet sich in allen drei Fällen der Webbrowser. Ab diesem Zeitpunkt greifen dieselben Mechanismen wie auf jeder anderen Plattform: Gefälschte Login-Portale, nachgeahmte Unternehmenswebseiten oder täuschend echte Sicherheitsabfragen versuchen, Benutzername, Passwort, Kreditkartendaten oder Zwei-Faktor-Codes abzugreifen. Besonders problematisch ist dabei, dass moderne Phishing-Seiten häufig professionell gestaltet sind und über gültige HTTPS-Zertifikate verfügen. Viele Nutzer verbinden das Schloss-Symbol in der Adressleiste fälschlicherweise mit Vertrauenswürdigkeit, obwohl es lediglich die verschlüsselte Übertragung bestätigt. Selbst ein vollständig aktualisiertes Ubuntu-System kann den Anwender nicht davor schützen, sensible Daten freiwillig auf einer gefälschten Webseite einzugeben. Die gezeigten Beispiele verdeutlichen daher eine wichtige Erkenntnis: Während Linux viele technische Angriffsvektoren wirksam entschärft, bleiben Phishing, Identitätsdiebstahl und Social Engineering weitgehend plattformunabhängig. Die größte Angriffsfläche moderner Systeme ist heute häufig nicht das Betriebssystem selbst, sondern der Mensch vor dem Bildschirm. Das Ubuntu Handbuch Juni 2026

Phis­hing ist un­ter Li­nux ge­nau­so ge­fähr­lich wie un­ter Win­dows.

Po­ten­zi­ell un­er­wünsch­te An­wen­dun­gen im Web­brow­ser las­sen sich un­ter Ubun­tu re­la­tiv ein­fach mit dem Sys­tem­rei­ni­ger Bleach­Bit ent­fer­nen. Auch ei­ne Neu­in­stal­la­ti­on des Fire­fox ist ein leich­tes Un­ter­fan­gen. So­bald of­fen­sicht­li­che Auf­fäl­lig­kei­ten wie Sca­re­ware-Mel­dun­gen, ma­ni­pu­lier­te Start­sei­ten oder ein­ge­schli­che­ne Er­wei­te­run­gen be­sei­tigt wur­den, soll­te nach ei­nem er­folg­rei­chen Phis­hing-Vor­fall un­be­dingt die Netz­werk­schicht über­prüft wer­den.

  • Kon­kret stellt sich da­bei die Fra­ge: Wel­che Ver­bin­dun­gen baut der Web­brow­ser selbst­stän­dig auf?

Hier­zu muss­ten Netz­werk­ad­mi­nis­tra­to­ren frü­her um­fang­rei­che Log­files prü­fen. Dank mo­der­ner Pro­gram­me wie Sniff­net kann heu­te selbst ein Heim­an­wen­der den Da­ten­ver­kehr sei­nes Sys­tems na­he­zu in Echt­zeit be­ob­ach­ten und nach­voll­zie­hen, wel­che Hosts und Diens­te kon­tak­tiert wer­den.

Der Screenshot zeigt die Hauptansicht des Open-Source-Werkzeugs Sniffnet während einer laufenden Netzwerkanalyse unter Ubuntu. Als überwachte Netzwerkschnittstelle wurde die kabelgebundene Ethernet-Verbindung enp4s0 ausgewählt. Zum Zeitpunkt der Aufnahme wurden insgesamt 2.474 Netzwerkpakete erfasst, von denen 1.343 eingehend und 1.131 ausgehend waren. Paketverluste traten nicht auf. Die darüber dargestellte Verlaufsgrafik visualisiert die Datenfrequenz im Zeitverlauf und verdeutlicht, wie sich eingehender und ausgehender Netzwerkverkehr gegenseitig ergänzen. Auffällig sind mehrere Lastspitzen, die auf aktive Kommunikation mit verschiedenen Internetdiensten hindeuten.Im unteren Bereich listet Sniffnet die aktuell erkannten Netzwerkpartner auf. Neben lokalen Geräten innerhalb des Heimnetzes kommuniziert das System mit einer Vielzahl externer Server. Darunter befinden sich unter anderem Infrastrukturkomponenten von Telegram Messenger, Facebook, Amazon AWS, Fastly sowie dem deutschen Hosting-Anbieter Hetzner. Diese Verbindungen sind für moderne Desktop-Systeme durchaus typisch, da viele Anwendungen Inhalte über sogenannte Content-Delivery-Netzwerke (CDNs) beziehen oder dauerhaft mit Cloud-Diensten verbunden bleiben. Besonders interessant ist die Zuordnung der Verbindungen zu einzelnen Anwendungen. Firefox verursacht mit Abstand den größten Teil des Netzwerkverkehrs und ist für mehr als 1.500 erfasste Pakete verantwortlich. Dahinter folgen Thunderbird, WhatsApp Desktop, Telegram und Signal Desktop. Die Darstellung macht deutlich, dass moderne Messenger selbst im Leerlauf regelmäßig Daten austauschen und dauerhaft Verbindungen zu ihren jeweiligen Server-Infrastrukturen aufrechterhalten. Die Service-Übersicht zeigt zudem, welche Netzwerkprotokolle und Dienste aktuell genutzt werden. Den größten Anteil nimmt erwartungsgemäß HTTPS ein, das für verschlüsselte Webverbindungen verwendet wird. Darüber hinaus sind IMAPS-Verbindungen für den E-Mail-Abruf über Thunderbird sichtbar. DNS-Anfragen, lokale Netzwerkdienste sowie vereinzelte HTTP-Verbindungen ergänzen das Bild. Für einen Netzwerkadministrator ist diese Zusammenfassung besonders wertvoll, da sie einen schnellen Überblick darüber liefert, welche Programme aktiv kommunizieren und welche Netzwerkdienste dabei genutzt werden. Der Screenshot verdeutlicht eindrucksvoll, dass ein moderner Linux-Desktop auch ohne auffällige Aktivitäten kontinuierlich mit zahlreichen internen und externen Systemen kommuniziert. Die eigentliche Stärke von Sniffnet liegt dabei weniger in der tiefgehenden Paketanalyse als vielmehr in der übersichtlichen Visualisierung dieser Kommunikationsbeziehungen. Dadurch lassen sich ungewöhnliche Verbindungen, unbekannte Hosts oder auffällige Netzwerkaktivitäten bereits auf den ersten Blick erkennen. GWS2.de - Juni 2026

Sniff­net stellt über­sicht­lich dar, wel­che Diens­te nach Hau­se te­le­fo­nie­ren.

Da­bei könn­te Sniff­net je­de Da­ten­schnitt­stel­le aus­le­sen, die ein Com­pu­ter als Tor zur Au­ßen­welt nutzt. Der Weg ins bö­se In­ter­net führt al­ler­dings aus­schließ­lich über IEEE 802.11 bzw. die RJ-Steck­ver­bin­dung, wes­halb die­se bei­den Ver­kehrs­quel­len von größ­ter Be­deu­tung sind.

Sniffnet 1.5.0 unter Ubuntu 24.04.4 LTS - ein Test von GWS2.de

Im vor­lie­gen­den Bei­spiel hat Ubun­tu die ka­bel­ge­bun­de­ne Netz­werk­schnitt­stel­le als enp4s0 er­kannt. Sie kom­mu­ni­ziert in­ner­halb des lo­ka­len Netz­werks un­ter der IP­v4-Adres­se 10.0.0.9. Nach ei­nem Klick auf die Schalt­flä­che „Start!“ be­ginnt Sniff­net da­mit, den ge­sam­ten Da­ten­ver­kehr die­ser Ether­net-Schnitt­stel­le in Echt­zeit zu er­fas­sen und gra­fisch auf­zu­be­rei­ten.

Ein Klasse A Netzwerk IP-Adressbereich: 1.0.0.0 unter Ubuntu weist daraufhin, dass der Betreiber des Systems ein professioneller Netzwerkadministrator ist

Wer kein aus­ge­bil­de­ter Netz­werk­ad­mi­nis­tra­tor ist und sein Sys­tem auf ver­däch­ti­ge Ak­ti­vi­tä­ten über­prü­fen möch­te, soll­te zu­nächst ei­nen Blick auf den Rei­ter Ser­vice wer­fen. Wer­den aus­ge­hen­de HTTP-Ver­bin­dun­gen über Port 80 ins In­ter­net auf­ge­baut, lohnt sich ei­ne ge­naue­re Un­ter­su­chung. Zwar ist HTTP nicht grund­sätz­lich bös­ar­tig, se­riö­se Web­sei­ten und On­line­diens­te set­zen je­doch aus­schließ­lich auf ver­schlüs­sel­te HTTPS-Ver­bin­dun­gen.

ℹ️ Web­ober­flä­chen von Rou­tern, Smart-TVs, NAS-Sys­te­men oder lo­ka­len Si­cher­heits­lö­sun­gen nut­zen häu­fig HTTP über Port 80. So­lan­ge die Kom­mu­ni­ka­ti­on in­ner­halb des ei­ge­nen Net­zes statt­fin­det und das Sub­netz nicht ver­lässt, be­steht kein Grund zur Sor­ge.

Der Screenshot zeigt die Detailansicht einer einzelnen Netzwerkverbindung innerhalb von Sniffnet. Im Mittelpunkt steht eine aktive Kommunikation zwischen dem Firefox-Browser auf dem lokalen Ubuntu-System und einem externen Server aus dem Netzwerk von Cloudflare. Die Aufnahme verdeutlicht anschaulich, wie sich einzelne Verbindungen bis auf Prozess-, Protokoll- und Gegenstellenebene nachvollziehen lassen. Im oberen Bereich werden zunächst die genutzten Netzwerkdienste und Programme zusammengefasst. HTTPS dominiert den Netzwerkverkehr mit mehr als 1.300 erfassten Paketen deutlich. Daneben sind DNS-Anfragen (Domain), IMAPS-Verbindungen für den E-Mail-Abruf sowie vereinzelte XMPP- und Zeroconf-Dienste sichtbar. Auf Programmebene fällt insbesondere Firefox auf, der mehrere hundert Netzwerkpakete verursacht und damit erwartungsgemäß den größten Teil des Datenverkehrs erzeugt. Zusätzlich sind Signal Desktop, Telegram, WhatsApp Desktop und Thunderbird aktiv. Die darunterliegende Verbindungstabelle listet einzelne Kommunikationsbeziehungen auf. Hervorgehoben ist eine Verbindung zwischen der lokalen IPv4-Adresse 10.0.0.9 und der öffentlichen IP-Adresse 104.16.144.111 über Port 443. Die Kommunikation erfolgt über das UDP-Protokoll. Da moderne Webseiten zunehmend auf HTTP/3 setzen, welches auf QUIC und damit auf UDP basiert, handelt es sich hierbei um ein völlig normales Kommunikationsmuster eines aktuellen Webbrowsers. Im Detailfenster wird die Gegenstelle anschließend genauer aufgeschlüsselt. Als Quelle erscheint die Socket-Adresse 104.16.144.111 auf Port 443. Die zugehörige ASN-Zuordnung weist die Verbindung eindeutig dem CDN-Anbieter Cloudflare zu. Cloudflare betreibt weltweit verteilte Serverinfrastrukturen und wird von Millionen Webseiten genutzt, um Inhalte schneller auszuliefern sowie DDoS-Schutz und weitere Sicherheitsfunktionen bereitzustellen. Als Ziel wird das lokale Ubuntu-System mit der IPv4-Adresse 10.0.0.9 dargestellt. Die zugehörige MAC-Adresse erlaubt zusätzlich eine Zuordnung auf Netzwerkebene innerhalb des lokalen Heimnetzes. Sniffnet visualisiert damit nicht nur die beteiligten Endpunkte, sondern auch die technischen Eigenschaften der Verbindung bis hinunter zur Hardware-Adresse. Besonders interessant ist der untere Bereich des Screenshots. Dort wurde die IP-Adresse zusätzlich mit einem Geotraceroute-Dienst untersucht. Dieser ordnet die Cloudflare-IP einem Standort in Angola zu. Solche Geolokalisierungsdaten sollten jedoch mit Vorsicht interpretiert werden. Große CDN-Anbieter wie Cloudflare betreiben weltweit verteilte Netzwerke, deren tatsächlicher Datenpfad häufig von den Angaben öffentlicher Geodatenbanken abweicht. Eine vermeintlich exotische Gegenstelle ist daher nicht automatisch verdächtig. Erst die Kombination aus Prozess, Dienst, Betreiber und Kommunikationsverhalten erlaubt eine sinnvolle Bewertung der Verbindung. Der Screenshot zeigt exemplarisch, wie sich mit Sniffnet verdächtige Netzwerkaktivitäten von gewöhnlichem Internetverkehr unterscheiden lassen. Gleichzeitig wird deutlich, dass moderne Anwendungen selbst bei alltäglichen Tätigkeiten wie dem Surfen im Web mit einer Vielzahl unterschiedlicher Server und Infrastrukturanbieter kommunizieren. Ein Test von Sascha Vetter - Netzwerk- und Systemadministrator

Wer­den aus­schließ­lich HTTPS-Ver­bin­dun­gen an­ge­zeigt, bie­tet ein Links­klick auf das Fire­fox-Sym­bol die nächs­te Mög­lich­keit, nach un­er­war­te­tem Da­ten­ver­kehr zu su­chen. Ver­ein­facht dar­ge­stellt läuft ge­wöhn­li­ches Sur­fen im In­ter­net fol­gen­der­ma­ßen ab – die The­men DNS-Auf­lö­sung und NAT ein­mal au­ßen vor ge­las­sen:

  • Der Brow­ser öff­net ei­nen tem­po­rä­ren High­port und sen­det ei­ne An­fra­ge an ei­nen Web­ser­ver.
  • Der Web­ser­ver be­ant­wor­tet die An­fra­ge und über­trägt die an­ge­for­der­ten In­hal­te üb­li­cher­wei­se über Port 443 mit­tels HTTPS.

Beim Ab­ru­fen klas­si­scher Web­sei­ten er­folgt die Kom­mu­ni­ka­ti­on über TCP. Strea­ming-Diens­te wie You­Tube nut­zen da­ge­gen häu­fig das UDP-ba­sier­te QUIC-Pro­to­koll, das eben­falls über Port 443 ar­bei­tet. Bei­de Va­ri­an­ten sind voll­kom­men nor­mal. Er­scheint ei­ne Ver­bin­dung den­noch ver­däch­tig, ge­nügt ein Links­klick auf den je­wei­li­gen Ein­trag. Sniff­net lie­fert an­schlie­ßend zu­sätz­li­che In­for­ma­tio­nen zur Ge­gen­stel­le, dar­un­ter den Be­trei­ber des Ziel­sys­tems, die ver­wen­de­te IP-Adres­se und oft­mals auch den geo­gra­fi­schen Stand­ort. Rei­chen die­se An­ga­ben nicht aus, kann die be­tref­fen­de IP-Adres­se zu­sätz­lich mit ei­nem Geo­tra­ce­rou­te-Dienst un­ter­sucht wer­den.

Computerheld Linz PC-Vor-Ort-Service präsentiert: Sniffnet für Ubuntu. Mithilfe des Open-Source-Tools können Netzwerkadministratoren erkennen, ob ein Phishing-Angriff erfolgreich war. Der Cartoon wurde von Veronika Helga Vetter gezeichnet - das ist eine Webkünstlerin, die das Internet seit 2011 bereichert. Zuerst auf GWS2.de veröffentlicht - Juni 2026

Sniffnet installieren

Sniff­net ist ein platt­form­über­grei­fen­des Open-Source-Werk­zeug zur Ana­ly­se des Netz­werk­ver­kehrs. Die In­stal­la­ti­ons­da­tei soll­te idea­ler­wei­se di­rekt von der Her­stel­ler­web­sei­te be­zo­gen wer­den. Ubun­tu-Nut­zer la­den am bes­ten das DEB-Pa­ket für die am­d64-Ar­chi­tek­tur her­un­ter. Die­ses lässt sich an­schlie­ßend per Rechts­klick kom­for­ta­bel mit der in­te­grier­ten An­wen­dungs­in­stal­la­ti­on öff­nen und in­stal­lie­ren.

Der Screenshot zeigt die Installation von Sniffnet unter Ubuntu anhand des offiziellen DEB-Pakets. Im oberen Bereich ist die heruntergeladene Installationsdatei „Sniffnet_LinuxDEB_amd64.deb“ zu sehen. Über das Kontextmenü wird die Datei per Rechtsklick mit der integrierten Ubuntu-Funktion „Anwendungsinstallation öffnen“ gestartet. Dadurch entfällt die Installation über das Terminal, was insbesondere für Linux-Einsteiger den Einstieg erleichtert. Im unteren Bereich des Screenshots ist die Anwendungsübersicht von Ubuntu dargestellt. Nach erfolgreicher Installation wurde der Begriff „Sniffnet“ in das Suchfeld eingegeben, woraufhin das Programm unmittelbar gefunden wird. Das markante Programmsymbol mit dem stilisierten Netzwerk-Hut wird dabei deutlich hervorgehoben. Der Anwender kann die Software anschließend direkt aus dem Anwendungsmenü starten, ohne weitere Konfigurationsschritte durchführen zu müssen. Die Aufnahme verdeutlicht den für Ubuntu typischen Installationsablauf von DEB-Paketen. Während viele Open-Source-Werkzeuge traditionell über Paketmanager oder Terminalbefehle installiert werden, bietet Sniffnet zusätzlich einen komfortablen grafischen Installationsweg. Dadurch eignet sich das Programm auch für Anwender, die bislang wenig Erfahrung mit der Linux-Kommandozeile gesammelt haben. Nach der Installation steht das Werkzeug unmittelbar für die Analyse des Netzwerkverkehrs zur Verfügung und kann wie jede andere Desktop-Anwendung über die Ubuntu-Anwendungsübersicht gestartet werden. GWS2.de - Juni 2026

Ne­ben dem Web­brow­ser, der auf den meis­ten Sys­te­men die größ­te An­zahl an Ver­bin­dun­gen auf­baut, sind vor al­lem die Desk­top-Apps von Mes­sen­gern wie Te­le­gram, Si­gnal und Whats­App in­ter­es­sant. Whats­App baut bei­spiels­wei­se ei­ne TCP-Ver­bin­dung zu ei­nem na­he­lie­gen­den Face­book-Ser­ver auf und schickt dar­über un­spek­ta­ku­lär Da­ten­pa­ke­te hin und her.

Der Screenshot zeigt die Detailansicht einer einzelnen Netzwerkverbindung der Desktop-Anwendung WhatsApp innerhalb von Sniffnet. Die Verbindung wurde über einen Zeitraum von knapp vier Minuten beobachtet und umfasst insgesamt 28 übertragene Datenpakete. Dabei handelt es sich um eine verschlüsselte HTTPS-Kommunikation über das TCP-Protokoll, wie sie für moderne Messenger-Dienste typisch ist. Im linken Bereich der Ansicht werden zunächst die wichtigsten Verbindungsparameter zusammengefasst. Als verwendeter Dienst wird HTTPS angezeigt, während die Anwendung eindeutig als „whatsapp-desktop“ identifiziert wurde. Die Kommunikation erfolgt somit nicht über den Webbrowser, sondern direkt über den nativen Desktop-Client von WhatsApp. Die rechte Seite des Fensters zeigt die beteiligten Kommunikationspartner. Als Quelle fungiert das lokale Ubuntu-System mit der IPv4-Adresse 10.0.0.9. Der verwendete Quellport 60250 wurde vom Betriebssystem dynamisch aus dem Bereich der sogenannten Highports vergeben. Solche temporären Ports werden von Anwendungen genutzt, um ausgehende Verbindungen aufzubauen und stellen ein normales Verhalten dar. Als Ziel wird die öffentliche IP-Adresse 31.13.84.51 auf Port 443 angezeigt. Port 443 ist der Standardport für verschlüsselte HTTPS-Kommunikation und wird von nahezu allen modernen Cloud-Diensten verwendet. Besonders aufschlussreich ist die zusätzliche Zuordnung der Gegenstelle. Sniffnet löst die Verbindung bis auf den vollständig qualifizierten Domainnamen „whatsapp-cdn-shv-01-vie1.fbcdn.net“ auf. Bereits der Hostname verrät wichtige Informationen über die Infrastruktur. Die Bezeichnung „fbcdn.net“ verweist auf das Content-Delivery-Netzwerk von Meta, dem Mutterkonzern von Facebook, WhatsApp und Instagram. Der Bestandteil „vie“ deutet zudem auf einen Infrastrukturstandort im Raum Wien hin, wodurch die Daten nicht zwangsläufig über weit entfernte Rechenzentren geleitet werden müssen. Zusätzlich wird die Gegenstelle dem Autonomen System AS32934 zugeordnet, das offiziell von Facebook beziehungsweise Meta betrieben wird. Diese Information ist für Netzwerkadministratoren besonders hilfreich, da sich dadurch nachvollziehen lässt, welchem Unternehmen eine Verbindung tatsächlich gehört. Anstatt lediglich eine anonyme IP-Adresse zu sehen, wird die Kommunikationsbeziehung direkt einem bekannten Betreiber zugeordnet. Der Screenshot verdeutlicht exemplarisch, wie Messenger-Anwendungen dauerhaft verschlüsselte Verbindungen zu ihrer Server-Infrastruktur aufrechterhalten. Für sich genommen stellt eine solche Verbindung keinerlei Auffälligkeit dar. Im Gegenteil: Die Kommunikation mit Servern aus dem Meta-Netzwerk ist für WhatsApp Desktop zwingend erforderlich, um Nachrichten zu empfangen, Medien zu synchronisieren und Benachrichtigungen in Echtzeit bereitzustellen. Gerade diese Transparenz macht den praktischen Nutzen von Sniffnet aus. Der Anwender kann auf einen Blick erkennen, welches Programm kommuniziert, wohin die Daten übertragen werden und welchem Betreiber die jeweilige Gegenstelle gehört. GWS2.de - Juni 2026

Wer re­gel­mä­ßig An­ge­bo­te zu Ghost Job­s⁴ oder ge­fälsch­te Ge­winn­be­nach­rich­ti­gun­gen er­hält – oder mög­li­cher­wei­se selbst auf die be­kann­te Booking.com-Masche⁵ her­ein­ge­fal­len ist – soll­te die Ver­bin­dun­gen sei­ner Whats­App-Desk­top-App ge­nau­er un­ter die Lu­pe neh­men.

  • Glei­ches gilt für Te­le­gram, wo KI-ge­stütz­te So­cial-En­gi­nee­ring-Tech­ni­ken mitt­ler­wei­le zum All­tag ge­hö­ren. Be­son­ders ver­brei­tet ist dort der so­ge­nann­te Lie­bes­be­trug. Da­bei wer­den Op­fer von frem­den Ac­counts mit at­trak­ti­ven Pro­fil­bil­dern oft über Wo­chen oder Mo­na­te um­garnt, bis sie be­reit­wil­lig Geld über­wei­sen oder per­sön­li­che In­for­ma­tio­nen preis­ge­ben.

Aus Sicht ei­nes Netz­werk­ad­mi­nis­tra­tors lässt sich ge­gen sol­che Be­trugs­ma­schen we­nig aus­rich­ten. Häu­fig dient der Mes­sen­ger le­dig­lich als Kon­takt­ka­nal. Nicht sel­ten wird die Cat­fi­shing-Ma­sche je­doch ge­nutzt, um das Op­fer auf ei­ne Phis­hing-Web­sei­te zu lot­sen, die an­schlie­ßend den Web­brow­ser kom­pro­mit­tiert.

ℹ️ Sniff­net er­reicht zwar nicht den Funk­ti­ons­um­fang des Bran­chen­stan­dards Wireshark, bie­tet Pri­vat­an­wen­dern je­doch ei­nen deut­lich leich­te­ren Ein­stieg in die Netz­werk­ana­ly­se. Die über­sicht­li­che Open-Source-Soft­ware macht Netz­werk­ver­kehr sicht­bar und hilft da­bei, un­ge­wöhn­li­che Ver­bin­dun­gen so­wie ver­däch­ti­ge Ak­ti­vi­tä­ten schnell zu er­ken­nen.

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¹Vet­ter, Ve­ro­ni­ka Hel­ga: Phis­hing-Mails er­ken­nen: Wie ein ein­zi­ger Klick Ih­ren PC kom­pro­mit­tie­ren kann. computerheld-linz.at (06/2026).
²Gei­ger, Joerg: Cle­ve­re Stra­te­gie ge­gen KI-An­grif­fe. In: CHIP Nr. 2 (2024). S. 45.
³Lo­renz, Ben­ja­min: Mal­wa­re-At­ta­cken per Blue­screen. In: CHIP Nr. 3 (2026). S. 18.
⁴Vet­ter, Sa­scha: Fest­plat­ten si­cher lö­schen un­ter Li­nux: Shre­dOS er­klärt (war­um der Pa­pier­korb wert­los ist). pinguin.gws2.de (06/2026).
⁵E­der, Leo: Stor­no-Fal­le auf Whats­app: Be­trü­ger nut­zen Da­ten­leck von Booking.com aus. swr3.de (06/2026).